
Wir wissen ganz genau, dass wir gern allen Dreck beiseite schieben, was nicht direkt vor unserer Haustür liegt, dass die meisten von uns lieber wegschauen als hinzusehen und die Verdrängung der Konfrontation vorziehen. Wir wissen außerdem, dass ein T-Shirt mehr als acht Euro wert sein muss und dass wir beinahe immer auf Kosten anderer Menschen sparen. Billige Kleidung tut einzig und allein dem eigenen Geldbeutel gut – für den Großteil der Konsumenten Grund genug weiterhin fröhlich in der europäischen Blubberblase zu planschen, massenhaft zu spachteln und getreu dem Motto “da muss sich wer anderes drum kümmern” zu leben.
Was soll man auch ändern als kleiner Mann, wenn die ganz großen Bosse, zum Beispiel Mohammed Abdul Jabbar, die Maschine so oder am Laufen halten. Weiterlesen »
Tags: Bangladesch, Fast-Fashion, H&M, Neon Posted in Allgemein, Kultur, Leben, Mode | 3 Kommentare »

Im Grunde kann es mir schnurzpiepegal, was Rihanna so treibt. Spätestens seit ich bei ihrem Konzert in Berlin einen verfrühten Abgang hinlegte, weiß ich nun auch ganz sicher, dass ihre Musik und ich niemals Freunde sein werden. Reine Geschmacksache und nicht weiter tragisch. Auch ihre öffentlich zur Schau gestellte Faszination für Dope im Sinne von Gras im Sinne von Rauschgift juckt mich nicht die Bohne. Soll sie kiffen bis sie irgendwann selbst zum Pflänzchen wird, ist mir lieber als endlose Sauferei.
Was ich aber als keineswegs unterstützenswert erachte, ist die Tatsache, dass Riccardo Tisci aka Chefdesigner von Givenchy ihr jüngst das obige Geschenk machte – mit dem Ergebnis, dass Fans allerorts nun auf ein Statement zum eventuelles Eintrudeln des Shirts samt Riri-Print in die Shops warten. Leute, das kann doch nicht euer Ernst sein. Oder eher: Herr Tisci, ich glaube, es hackt. Weiterlesen »
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Ich hab’ mein Herz verloren, und zwar an Paris. Nicht an den Eifelturm, das pompöse Zentrum oder elegante Französinnen. Sondern an den Stadtteil Belleville. Und die Gegend rund um das Hotel Mama Shelter.
Als ich mit meiner guten Freundin und Büro-Nachbarin Teresa (ArtSchoolVets!) am Samstagmorgen in den Flieger stieg, hatte ich nicht einmal eine Ahnung, wieso. So ein Wochenende im Bett kam mir tatsächlicher attraktiver vor als zwei weitere Tage weit weg von daheim zu sein. Luxusprobleme, meckerte ich mit mir selbst, um mich am Ende doch auf das Abenteuer “eXperYence” einzulassen, das sich das Team hinter Peugeot ausgedacht hatte. Was dahinter steckte, erfuhren wir quasi erst als es so weit war. Weiterlesen »
Tags: Belleville, Hotel, Mama Shelter, Paris, Peugeot, Reise-Tipp Posted in Allgemein, Event, Kultur, Kunst, Wir | 12 Kommentare »
Darwin Deez “You Can’t Be My Girl” from Keith Schofield on Vimeo.
Wenn man das Gefühl hat, man sehe sich gerade einen Werbefilm der Sparkasse an, dann sieht man sich entweder einen Werbefilm der Sparkasse an, oder eben das neueste Musikvideo von Darwin Deez. Dass der New Yorker nicht mehr alle Eier im Nest hat, ist unschwer zu erraten und gleichzeitig ganz wundervoll. Denn es sind meist die etwas schrägeren Vögel, die neue Impulse setzen. Sehen wir jetzt einmal von der audiovisuellen Beschallung ab, die dem Einen gefallen und dem Anderen genau so gut missfallen kann, aber keineswegs neuartig ist, bleibt nichts weiter übrig als ein komischer Kurzfilm, der eventuell bedeutsamer ist als man anfangs anzunehmen wagt.
Wir hatten das damals schon beim Thema “Seapunk“. Dass eine Twitter-Bewegung durchaus Einfluss auf Musikvideos haben kann (in diesem Fall war es unter anderem Azealia Banks, die sich im Komplett-Look präsentierte), und diese komplette Optik es wiederum vermag, das Vorgehen der Modebranche selbst zu beeinflussen (Proenza Schouler adaptierte in einem Kollektionsvideo die Computer-Ästhetik der 90er Jahre samt rosa Trance-Delfin), ist uns also bekannt. Was aber passiert nun mit dem aktuellen Musikvideo zu “You can’t be my girls” von Darwin Deez? Weiterlesen »
Tags: Darwin Deez, Millenium Posted in Allgemein, Film, Kultur, Musik | 1 Kommentar »

Manchmal überkommt mich das Gefühl, dass selbst denkenden Menschen nicht mehr zu helfen ist. In vielen Bereichen des Lebens ist das so, es scheint, als würden wir immer und immer wieder selbst predigen, was richtig ist, und am Ende doch das Falsche tun. Coca Cola ist scheiße, der morgendliche Nespresso aber nicht besser. Ich weiß auch, dass Fleischkonsum den CO2 Ausstoß fördert und verzichte trotzdem nicht auf Kurzstreckenflüge. Und: Ich glaube, Schönheit hat nichts mit Kilozahlen zu tun, ich weiß auch, dass man nicht dünn sein muss und dennoch bin ich ständig kurz davor, Schokolade zu verbrennen und Käsenachos an die Katzen zu verfüttern.
Weil ich ich Teil bin von einer gestörten Gesellschaft, verblendet von der medialen Propaganda, von Unterwäschenwerbung und Laufstegminuten. Weil sich Bilder von Schlüsselbeinknochen und spitzen Knien in mein Hirn gebrannt haben, jahrelang. Nur, dass ich den Fernseher zum Zwecke der visuellen Selbstgeisselung längst nicht mehr benötige. Ich treffe mich einfach mit Freundinnen, die meisten gertenschlank und wunderschön, oder verlasse das Haus, um mit Modemenschen über Projekte, Ideen und die Welt zu reden. Alle hübsch und mit Sicherheit nicht pummelig. Ich weiß nicht, ob jeder von ihnen so nahezu makellos geboren wurde, oder ob das an Berlin liegt oder diesem seltsamen Tagesrhythmus, der aus viel Arbeit und gesunder Nahrung besteht. Denn selbst viele, die mal aussahen wir Normalsterbliche, kommen mir plötzlich körperlich geschrumpft und neiderfüllend fit vor. Jedenfalls im Vergleich zu mir selbst. Weiterlesen »
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Schon vor ein paar Tagen zeigte Karl Lagerfeld das obige Abschlussbild seiner Haute-Couture-Schau im Pariser Grand Palais: Zwei Kleider, zwei Frauen, ein Kind – ein politisches Statement, das uns nach der in Frankreich frisch entfachten Debatte über die gleichgeschlechtliche Ehe gerade recht kommt. Die Zeit kommentiert ein bisschen frech, aber sehr passend: “Das dürfte doch eine Sprache sein, die man in Frankreich versteht“. Auch Meltem hat sich bereits ganz öffentlich über das Homo-Paar auf dem Catwalk gefreut. Und wir? Wir applaudieren natürlich auch, wollen aber dennoch nicht so recht fassen, dass zwei Haute-Couture-Kleider in diesem Kontext für so viel Aufruhr sorgen.
Wir sind hin und her gerissen zwischen glückseligem Jauchzen und der großen Frage: “Wann hören die Menschen endlich auf, Homosexualität auf diese Art und Weise zum Thema zu machen?“. Denn leider zeigen uns Artikel und Debatten wie die zuvor genannten trotz all des Gutwillens, dass wir immer noch nicht in einer Gesellschaft leben, die auf Schubladen verzichtet. Ich meine: Dann stehen da eben zwei Bräute. Schön ist das. Aber wieso bloß immer mit dem Finger drauf zeigen, wieso kommt uns das noch immer so besonders vor? Weiterlesen »
Tags: Chanel, eingetragene Lebenspartnerschaft, Gleichberechtigung, Homo-Ehe, Karl Lagerfeld Posted in Kultur, Menschen, Mode | 1 Kommentar »

Gestern früh sind uns unsere Herzen in die Hose gerutscht, so sehr wie schon lange nicht. Wir durften Anja Goerz nämlich in ihrem radio eins Studio in Babelsberg besuchen. Radio Eins, das sagte sogar mir etwas, obwohl ich gar kein Radio besitze, aber meine komplette alte WG bekannte sich irgendwann damals dazu, Fan zu sein und irgendwann war ich es dann auch. Noch mehr Aufregung also. Und dass die Sendung live übertragen werden sollte, macht es nicht wirklich besser.
Erst verschlief ich, dann standen wir im Stau. Am Ende ist glücklicherweise noch alles gut gegangen und wir schafften es, pünktlich hinter den Mikrofonen zu sitzen. Was dabei heraus gekommen ist, könnt ihr euch hier anhören. Es geht, natürlich, um die Fashion Week. Und meinen von euch ziemlich ungeliebten Pyjama-Look. Weiterlesen »
Tags: Interview, Mercedes-Benz Fashion Week Berlin A/W 2013, radio eins Posted in Allgemein, Kultur, Wir | 6 Kommentare »

Eine Frau, eine mythische Figur, eine Multitalent und ein scheues Reh. Yoko Ono hat viele Facetten und irgendwie hat man ständig das Gefühl, doch nicht alles über diese Frau und ihr Schaffen zu wissen. Den ersten Gedanken “Frau von John Lennon” schieben wir vorerst galant beiseite, denn allein darauf wollen wir sie hier keinesfalls reduzieren. Aber wer ist diese Frau eigentlich genau und was hat sie über die letzten Jahrzehnte ihres Wirkens gemacht? Die Schirn Kunsthalle in Frankfurt nimmt sich diesen Fragen nun an und kredenzt uns passend zu Yoko Onos 80. Geburtstag eine umfassende Retrospektive, die jeden Bankenstadtbesuch um einiges aufwerten dürfte.
Im Mittelpunkt: der vielfältige Kosmos dieser einflussreiche Künstlerin – darunter charakteristische Werke der vergangenen 60 Jahre und vor allem ihre Konzept-, Film- und Performancekunst, ihre Musik sowie ihre Rolle in der Friedensbewegung und des Feminismus. Rund 100 Objekte, Filme, raumfüllende Installationen, Fotos, Zeichnungen und Textarbeiten sowie ein eigener Musikraum wollen euch die facettenreiche Dame nun einmal genauer vorstellen. Wer allerdings glaubt, die Schirn Kunsthalle schaue nur auf vergangene Werke, der täuscht. Weiterlesen »
Tags: Ausstellung, Frankfurt, John Lennon, Retrospektive, Schirn Kusthalle Frankfurt, Yoko Ono, YOKO ONO. HALF-A-WIND SHOW. EINE RETROSPEKTIVE Posted in Allgemein, Event, Kultur, Kunst, Menschen | Keine Kommentare »

American Apparel hat in den vergangenen Jahren schon einige Male für Nasenrümpfen gesorgt. 133 Millionen Euro Miese auf dem Schuldenkonto zum Beispiel und schließlich Kampagnen, die von Kritikern gern als über-sexualisiert, sexistisch und grundsätzlich unästhetisch beschrieben werden. Firmen-Chef Dov Charney versucht sein Unternehmen eben mit allen Mitteln ins Gespräch zu bringen (bringt sich selbst aber auch recht häufig auf unangenehme Weise ins Gespräch) und hofft derweil auf steigende Umsätze. Sollte das Sex Sells Prinzip bis Ende 2013 keine Früchte getragen haben, steht das Unternehmen allerdings unweigerlich vor dem Aus, denn auch Kreditgeber Lion Capital will bald kein Auge mehr zudrücken. Da fragt man sich nun also: Tut es American Apparel gut, dass wir uns seit heute wieder den Mund fusselig reden? Oder gleicht das Ganze einem letzten Todesstoß?
Denn schon wieder geht es um die in vielen Augen “unhaltbare” Bildästhetik des Brands aus Kalifornien. Diesmal hat der Kampagnen-Watchdog mit Models zu kämpfen, die von der Volljährigkeit zumindest optisch meilenweit entfernt sind, sich aber gleichzeitig in höchst erotische bis nahezu billige Posen begeben, um die neuesten Strümpfe zu bewerben. ”We considered both poses were sexually provocative and concluded that the images were irresponsible and likely to cause widespread offence, because they were displayed on a website which could be viewed by, and was likely to have appeal to, children under 16 years of age. (…) The ads must not appear again“, heißt es nun von Seiten Advertising Standards Authority (ASA) (Quelle: fashion telegraph). Weiterlesen »
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Zara bringt mich immer wieder in moralische Konfliktsituationen der fiesen Art. Wann immer ich eine Filiale des spanischen Modehauses betrete, könnte ich gut und gern jedes 5. Teil in meine Einkaufstüte wandern lassen. Denn das Kopieren von Designer-Looks wird dort ganz phänomenal praktiziert, was natürlich dazu führt, dass ich oftmals ziemlich große Lust verspüre, für wenig Geld viel Kleidung einzupacken. Irgendwann setzt dann allerdings mein Gewissen ein – und bisher verlor es sogar nur ziemlich selten den Kampf gegen meine Konsum-Lust.
Eine der Ursachen für das Zwicken im Bauch ist unter anderem eine Klage aufgrund ”sklavenähnlicher Arbeitsbedingungen bei einem Zulieferer in Brasilien”. Zara musste zuletzt eine Geldstrafe in Höhe von etwa 1,4 Mio. Euro zahlen, was nicht unbedingt auf die Unschuld des Unternehmens schließen lässt, im Gegenteil. Nicht minder besorgniserregend: Zara-Textilien weisen in einem aktuellen Textilien-Test von Greenpeace fortpflanzungsschädigende und krebserregende Chemikalien auf. Weiterlesen »
Tags: Detox, Gift, Greenpeace, Zara Posted in Allgemein, Kultur, Mode | 21 Kommentare »
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