(Wieso und weshalb ich überhaupt in New York war. Um eins vorweg zunehmen: Ich bin kein Kunsthistoriker, obwohl ich mich für Kunst interessiere, und ich will auch keine fundierte Kritik schreiben, sondern bloß Gedanken und Gefühle mit euch teilen.)
Dark Optimism – was bedeutet das eigentlich? Beim Rundgang durch das Moma PS1 zeigt Matze plötzlich mit dem Finger auf eine Fotografie: “Das Werk da drüben, es funktioniert wie kein zweites als Sinnbild für den dunklen Optimismus, schau!”. Ich betrachte den abgebildeten Raum mit Fenster-Blick nach draußen, hinter der Scheibe steht eine Katze bewegungslos in der Luft, ohne Boden unter den Füßen. Offensichtlich ist sie aus dem obersten Stock gefallen oder vom Balkon, vielleicht sprang sie auch. Jedenfalls hat sie mittlerweile unsere Etage erreicht – tödlich wird ihr Aufprall trotzdem nicht enden. Das Foto mit der stürzenden Katze spiegelt wieder, was wir jeden Tag erfahren, erleben oder in den Nachrichten sehen: Scheiße passiert, aber es muss weiter gehen. Matze hat Recht.
“You have a future if you do something. You have to be an activist.” Weiterlesen »
Seit Monaten wird die Werbetrommel für Baz Lurhmanns Verfilmung des legendären Fitzgerald-Romans “The Great Gatsby” gerührt – wer dem Ganzen nicht schon vor der eigentlichen Veröffentlichung überdrüssig geworden ist, schwelgt weiter in Schwärmerei und kann den Start kaum mehr abwarten – so wie wir. Spätestens seit “Midnight in Paris” haben wir uns erneut in die goldenen 20er Jahre verliebt und wünschen uns nicht selten, man feiere heute noch derart dekadent-stilvolle und feucht-fröhliche Parties wie damals – oder würde sich zumindest so adrett kleiden wie vor etwa 80-90 Jahren.
Wie das funktioniert, wissen zwei Damen ganz genau: Miuccia Prada und Catherine Martin. Ein Glück, dass Filmemacher Luhrmann bei seiner langjährigen Freundin Fräulein Prada noch einen Gefallen gut hatte, denn so kam es, dass sie sich ohne Widerworte dazu bereit erklärte, die 20er Jahre gemeinsam mit Luhrmanns Ehefrau Catherine modisch auferstehen zu lassen. Das Ergebnis gibt’s derzeit in Soho, New York zu sehen – natürlich im gigantischen Prada Flagshipstore. Ich hab’ natürlich vorbei geschaut und ein paar Bilder mitgebracht: Weiterlesen »
Ich hab’ mein Herz verloren, und zwar an Paris. Nicht an den Eifelturm, das pompöse Zentrum oder elegante Französinnen. Sondern an den Stadtteil Belleville. Und die Gegend rund um das Hotel Mama Shelter.
Als ich mit meiner guten Freundin und Büro-Nachbarin Teresa (ArtSchoolVets!) am Samstagmorgen in den Flieger stieg, hatte ich nicht einmal eine Ahnung, wieso. So ein Wochenende im Bett kam mir tatsächlicher attraktiver vor als zwei weitere Tage weit weg von daheim zu sein. Luxusprobleme, meckerte ich mit mir selbst, um mich am Ende doch auf das Abenteuer “eXperYence” einzulassen, das sich das Team hinter Peugeot ausgedacht hatte. Was dahinter steckte, erfuhren wir quasi erst als es so weit war. Weiterlesen »
Eine Frau, eine mythische Figur, eine Multitalent und ein scheues Reh. Yoko Ono hat viele Facetten und irgendwie hat man ständig das Gefühl, doch nicht alles über diese Frau und ihr Schaffen zu wissen. Den ersten Gedanken “Frau von John Lennon” schieben wir vorerst galant beiseite, denn allein darauf wollen wir sie hier keinesfalls reduzieren. Aber wer ist diese Frau eigentlich genau und was hat sie über die letzten Jahrzehnte ihres Wirkens gemacht? Die Schirn Kunsthalle in Frankfurt nimmt sich diesen Fragen nun an und kredenzt uns passend zu Yoko Onos 80. Geburtstag eine umfassende Retrospektive, die jeden Bankenstadtbesuch um einiges aufwerten dürfte.
Im Mittelpunkt: der vielfältige Kosmos dieser einflussreiche Künstlerin – darunter charakteristische Werke der vergangenen 60 Jahre und vor allem ihre Konzept-, Film- und Performancekunst, ihre Musik sowie ihre Rolle in der Friedensbewegung und des Feminismus. Rund 100 Objekte, Filme, raumfüllende Installationen, Fotos, Zeichnungen und Textarbeiten sowie ein eigener Musikraum wollen euch die facettenreiche Dame nun einmal genauer vorstellen. Wer allerdings glaubt, die Schirn Kunsthalle schaue nur auf vergangene Werke, der täuscht. Weiterlesen »
Eigentlich sind wir ein bisschen spät dran, denn Kidult warf seinen Kurzfilm “Visual Dictatorship” schon vor etwa zwei Monaten ins Netz. Der Graffiti-Künstler gehört, wenn man so will, du den radikaleren seiner Art, stellt sein Handel und die eigene Kunst unter das Motto “Your luxury is our misery, destroy what destroys you” und beschreibt seine Werke als “visuelle Diktatur“. Im gleichnamigen Video wettert der Franzose mit Feuerlöscher und Spraydose gegen das System, gegen Louis Vuitton, YSL, McDonalds, Coca Cola, Shell und etliche andere Vorzeigeunternehmen der westlichen Welt. Die Idee ist gut, aber bedarf es wirklich der offensichtlichsten aller Kritikformen, um an unserem Bewusstsein zu rütteln? “My point is to make paintings useful”, sagt Kidult selbst.
Wo Konsum zum Hobby wird und Luxusartikel zu ultimativen Prestigeobjekten avancieren, helfen Worte oft nicht weiter. Weil niemand zuhören will, weil es einfacher ist, sich taub zu stellen als die Konfrontation mit der realen Welt zu suchen. “Ihr wacht erst auf, wenn Blut fließt”, sagt man. Mit radikalen Bildwelten, weder komplex noch subtil dargestellt, sondern “mitten ins Gesicht” und unmissverständlich kommuniziert, wird im besten Fall die große Masse angesprochen und nicht bloß der winzig kleine denkende Teil der Menschheit. Das simple Übereinanderlegen zweier Bildwelten und einer gemeinsamen Existenz, die der Armut und des Kriegs auf der einen und die des Überflusses auf der anderen Seite, ist am Ende des Tages eben so einfach wie effektvoll. Kidults Waffe ist seine Kunst; mit seinem Kurzfilm erwischt er uns an der Achillesverse, irgendwie. Die Dandys sehen das übrigens ein wenig anders. Weiterlesen »
Wir steuern in rasender Geschwindigkeit auf den Dezember zu, was quasi bedeutet, dass gefühlt schon morgen die erste Adventskerze brennen wird. Und dann ist auch schon Weihnachten – weshalb sich trotz niedriger Temperaturen schon jetzt Schweißperlen auf meiner Stirn sammeln. Weihnachten und ich – eine Hassliebe.
Ein wundervolles Fest ist dieses Weihnachten, keine Frage. Aber eben auch eines, das mit ziemlich viel Stress verknüpft ist. Sofern man sich denn zur Fraktion der leidenschaftlichen Schenker zählt. Denn wenn man ein leidenschaftlicher Schenker ist, dann bereitet einem das Schenken immer ein klein wenig mehr Freude als das Beschenktwerden. Diese Tatsache wiederum geht einher mit ziemlich viel Stress: Wer schenken will, muss zunächst einmal fündig werden. Manchmal stehen wir allerdings gehörig auf dem Schlauch, wenn es um fesche Geschenkideen geht und weil wir unseren Liebsten am liebsten die allerliebsten Geschenke machen, verhält es sich genau mit denen oft am kompliziertesten. Ich sage an dieser Stelle bewusst werbend und voller Überzeugung: Gut, dass es Etsy gibt. Ohne sich auch nur einen Zentimeter bewegen zu müssen, stößt man auf unserem Lieblings-Online-Marktplatz nämlich zweifelsohne auf die außergewöhnlichsten und schönsten aller Gaben, stimmt wirklich, ich spreche aus Erfahrung. Und um uns schon mal ein wenig auf das, was demnächst noch kommen wird vorzubereiten, hat Etsy zumPre-Weihnachts-Wichteln geladen. Das Besondere daran: Blogger beschenken Prominente. Wir hatten großes Glück, denn unser Wichtelkind ist niemand geringeres als die dänische Designerin Stine Goya:Weiterlesen »
Wenn wir all die bunten Eindrücke vom Karneval in Rio beiseite schieben, die prächtigen Kostüme für einen Moment lang vergessen und die donnernde Musik im Kopf auf lautlos stellen, was bleibt dann noch übrig vom unwirklichen Bild der schillerndsten Stadt Braziliens? – Assoziationsketten, die sich dicht an Erinnerungen zum Film “City of God” vorbei schlängeln und damit recht behalten: Armut, vermüllte Straßen, heruntergekommene Häuser und Tristesse.
Viele Teile Rio de Janeiros sind staubig und grau, das Leben dort hart. Es wäre vermessen zu behaupten, man könne Orte wie diesen in kürzester Zeit von jedem noch so kleinen oder großen Leid befreien, was allerdings noch viel unsinniger wäre: Kapitulation. Zusammen mit HUB Footwear hat sich das Kreativduo Haas&Hahn deshalb auf den Weg in eine der kontrastreichesten Städte Braziliens gemacht – um der Monotonie mit viel Farbe die Stirn zu bieten. Unter dem Motto “Challenge the Obvious” haben die zwei Visionäre damit ein Projekt aus dem Boden gestampft, das vor allem auf Teamgeist setzt: Gemeinsam mit den Bewohnern verwanden sie die Gegend in ein Gesamtkunstwerk. Was uns pathetisch vorkommen mag, funktioniert in der Realität offensichtlich gut: Mit jedem Pinselstrich wird Rio nicht nur schöner, sondern auch sicherer. Weiterlesen »
Zehn Tage habt ihr noch Zeit, eurem Wien-Trip eine ordentliche Portion Mode einzuhauchen: Reflecting Fashion – die Modeausstellung in Österreichs Hauptstadt, genauer gesagt im mumok, die sich mit der Geschichte der Mode auseinandersetzt und die Wechselseitige Beziehung zwischen ihr und der Kunst visualisiert und mit cleveren Anekdoten und Zitaten stützt.
Mein kleiner Wien-Ausflug bot also die beste Möglichkeit, der Sonderausstellung auf vier Etagen einen Besuch abzustatten und die historische Spurensuche genauer unter die Lupe zu nehmen. Fakt ist: 10 Tage lang habt ihr noch die Chance, die über 300 Werke von Gemälden, Roben, Zeichnungen, Videos und Fotografien der namenhaften Künstler um Joseph Beuys, Giacomo Balla bis Yayoi Kusama zu begutachten, durch die Jahrzehnte zu fliegen und auf wirkliche Kunstwerke zu stoßen. Eines aber würde ich euch empfehlen: Entweder ganz viel Zeit oder eine gute Führung, denn die Zusammenhänge werden oft erst auf den zweiten Blick deutlich und können so viel besser in den Kontext gestellt werden. Weiterlesen »
Wenn man auf einmal eine eigene Wohnung am Hals hat, dann verschieben sich plötzlich Prioritäten und man feilt quasi ständig daran, sich konstant wohl zu fühlen in dieser Mitbewohner-armen Umgebung. Auffällig kompliziert gestaltet sich hierbei die Suche nach passenden Gemälden/Kunstwerken, für die man nicht gleich ein halbes Vermögen auslegen muss. Ich sage euch, ich bin kurz davor zu kapitulieren und gleichzeitig heilfroh, noch lange kein komplettes Haus einrichten müssen.
Das Problem ist nämlich, dass es gar nicht so einfach ist, sich auf einen einzigen Stil festzulegen – und genau so verhält es sich eben auch mit dem, was man da gern an die Wand hängen würde. Ja, was wollen wir denn eigentlich dort hängen haben? Zu viele Möglichkeiten. Zu wenig Meinung. Dann aber erinnerte ich mich an das obige, ziemlich gewitzte Werk von Jan Stevenson. YOU SHOULD PUT SOMETHING REALLY GREAT HERE, heißt es da. Ein gelungener Platzhalter, wie ich finde. Das schreit nach DIY…!
Manchmal, ja da schafft man es einfach, seinen Kopf auszumachen, wenn es um bestimmte Neuigkeiten aus der weiten Welt geht. Der Kopf selektiert eben, ordnet gewisse Dinge in die Schublade “wichtig”, “vielleicht später interessant” oder “nicht so spektakulär” – so geschehen bei der neuesten Kollaboration aus dem Hause Louis Vuittonmit der punkteverliebten Künstlerin Yayoi Kusama, die erst kürzlich in der Tate Londonausstellte.
Erst heute, mit dem Entdecken des zweiten Fashion Films aus der Selfridge Schmiede, ist es um uns völlig geschehen: Vielleicht liegt es an dem zuckersüßen Model, an der Art und Weise, wie sie mit uns flirtet, oder vielleicht doch schlicht und ergreifend daran, dass die farbenschöne Punktekollektion wirklich ganz zauberhaft ist? Wir sind jedenfalls froh, dass der Play-Button an diesem Morgen endlich mal gedrückt wurde und denken ernsthaft darüber nach, ein rot/weißes Tuch für’s Haar erstehen zu wollen oder gar für ein Sonnenbrillen-Modell zu sparen. Weiterlesen »
This is Jane Wayne ist ein Herzprojekt. Ein Projekt aus Berlin für die Janes allerorts, das News, Features, Blogs, Interviews und Streetstyles zu einer umfangreichen Präsenz vereint. This is Jane Wayne sind Nike & Sarah. Zwei Autorinnen, die sinnieren und informieren über Mode, Musik und Menschen, Kunst und Kultur und im Eigenversuch Getestetes. Mehr
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TEA&TWIGS ist das virtuelle Zuhause von Isabella und Jasmin und beherbergt unter anderem die Dokumentation des persönlichen Stils der Damen, Beauty-Videos und einfache DIY Ideen: von den pinken Haarspitzen bis zur selbstgemachten Marmelade. Mehr