Kategorie-Archiv: Kunst

Ausstellungstipp: YOKO ONO. HALF-A-WIND SHOW. EINE RETROSPEKTIVE

– 10.01.2013 um 12.13 – Allgemein Event Kultur Kunst Menschen

yoko ono Ausstellungstipp: YOKO ONO. HALF A WIND SHOW. EINE RETROSPEKTIVE

Eine Frau, eine mythische Figur, eine Multitalent und ein scheues Reh. Yoko Ono hat viele Facetten und irgendwie hat man ständig das Gefühl, doch nicht alles über diese Frau und ihr Schaffen zu wissen. Den ersten Gedanken “Frau von John Lennon” schieben wir vorerst galant beiseite, denn allein darauf wollen wir sie hier keinesfalls reduzieren. Aber wer ist diese Frau eigentlich genau und was hat sie über die letzten Jahrzehnte ihres Wirkens gemacht? Die Schirn Kunsthalle in Frankfurt nimmt sich diesen Fragen nun an und kredenzt uns passend zu Yoko Onos 80. Geburtstag eine umfassende Retrospektive, die jeden Bankenstadtbesuch um einiges aufwerten dürfte.

Im Mittelpunkt: der vielfältige Kosmos dieser einflussreiche Künstlerin – darunter charakteristische Werke der vergangenen 60 Jahre und vor allem ihre Konzept-, Film- und Performancekunst, ihre Musik sowie ihre Rolle in der Friedensbewegung und des Feminismus. Rund 100 Objekte, Filme, raumfüllende Installationen, Fotos, Zeichnungen und Textarbeiten sowie ein eigener Musikraum wollen euch die facettenreiche Dame nun einmal genauer vorstellen. Wer allerdings glaubt, die Schirn Kunsthalle schaue nur auf vergangene Werke, der täuscht. weiterlesen

Kurzfilm: Kidult “Visual Dictatorship”

– 04.12.2012 um 13.26 – Allgemein Film Kunst

kidult 800x454 Kurzfilm: Kidult Visual Dictatorship

Eigentlich sind wir ein bisschen spät dran, denn Kidult warf seinen Kurzfilm “Visual Dictatorship” schon vor etwa zwei Monaten ins Netz. Der Graffiti-Künstler gehört, wenn man so will, du den radikaleren seiner Art, stellt sein Handel und die eigene Kunst unter das Motto “Your luxury is our misery, destroy what destroys you” und beschreibt seine Werke als “visuelle Diktatur“. Im gleichnamigen Video wettert der Franzose mit Feuerlöscher und Spraydose gegen das System, gegen Louis Vuitton, YSL, McDonalds, Coca Cola, Shell und etliche andere Vorzeigeunternehmen der westlichen Welt. Die Idee ist gut, aber bedarf es wirklich der offensichtlichsten aller Kritikformen, um an unserem Bewusstsein zu rütteln? “My point is to make paintings useful”, sagt Kidult selbst.

Wo Konsum zum Hobby wird und Luxusartikel zu ultimativen Prestigeobjekten avancieren, helfen Worte oft nicht weiter. Weil niemand zuhören will, weil es einfacher ist, sich taub zu stellen als die Konfrontation mit der realen Welt zu suchen. “Ihr wacht erst auf, wenn Blut fließt”, sagt man. Mit radikalen Bildwelten, weder komplex noch subtil dargestellt, sondern “mitten ins Gesicht” und unmissverständlich kommuniziert, wird im besten Fall die große Masse angesprochen und nicht bloß der winzig kleine denkende Teil der Menschheit. Das simple Übereinanderlegen zweier Bildwelten und einer gemeinsamen Existenz, die der Armut und des Kriegs auf der einen und die des Überflusses auf der anderen Seite, ist am Ende des Tages eben so einfach wie effektvoll. Kidults Waffe ist seine Kunst; mit seinem Kurzfilm erwischt er uns an der Achillesverse, irgendwie. Die Dandys sehen das übrigens ein wenig anders weiterlesen

Schenke lieber ungewöhnlich – mit Etsy! Wir haben Stine Goya beschenkt und uns in die Kunst von Cristina B Studio verliebt.

– 20.11.2012 um 16.39 – Allgemein DIY Kunst Shopping

etsy Schenke lieber ungewöhnlich   mit Etsy! Wir haben Stine Goya beschenkt und uns in die Kunst von Cristina B Studio verliebt.

Wir steuern in rasender Geschwindigkeit auf den Dezember zu, was quasi bedeutet, dass gefühlt schon morgen die erste Adventskerze brennen wird. Und dann ist auch schon Weihnachten – weshalb sich trotz niedriger Temperaturen schon jetzt Schweißperlen auf meiner Stirn sammeln. Weihnachten und ich – eine Hassliebe.

Ein wundervolles Fest ist dieses Weihnachten, keine Frage. Aber eben auch eines, das mit ziemlich viel Stress verknüpft ist. Sofern man sich denn zur Fraktion der leidenschaftlichen Schenker zählt. Denn wenn man ein leidenschaftlicher Schenker ist, dann bereitet einem das Schenken immer ein klein wenig mehr Freude als das Beschenktwerden. Diese Tatsache wiederum geht einher mit ziemlich viel Stress: Wer schenken will, muss zunächst einmal fündig werden. Manchmal stehen wir allerdings gehörig auf dem Schlauch, wenn es um fesche Geschenkideen geht und weil wir unseren Liebsten am liebsten die allerliebsten Geschenke machen, verhält es sich genau mit denen oft am kompliziertesten. Ich sage an dieser Stelle bewusst werbend und voller Überzeugung: Gut, dass es Etsy gibt. Ohne sich auch nur einen Zentimeter bewegen zu müssen, stößt man auf unserem Lieblings-Online-Marktplatz  nämlich zweifelsohne auf die außergewöhnlichsten und schönsten aller Gaben, stimmt wirklich, ich spreche aus Erfahrung. Und um uns schon mal ein wenig auf das, was demnächst noch kommen wird vorzubereiten, hat Etsy zum Pre-Weihnachts-Wichteln geladen. Das Besondere daran: Blogger beschenken Prominente. Wir hatten großes Glück, denn unser Wichtelkind ist niemand geringeres als die dänische Designerin Stine Goya: weiterlesen

Recap & Doku: “Challenge the Obvious” – Mit Kunst und Farbe gegen die Tristesse

– 24.09.2012 um 19.23 – Allgemein Kultur Kunst

challenge the obvious 1 513x513 Recap & Doku: “Challenge the Obvious”   Mit Kunst und Farbe gegen die Tristesse

Wenn wir all die bunten Eindrücke vom Karneval in Rio beiseite schieben, die prächtigen Kostüme für einen Moment lang vergessen und die donnernde Musik im Kopf auf lautlos stellen, was bleibt dann noch übrig vom unwirklichen Bild der schillerndsten Stadt Braziliens? – Assoziationsketten, die sich dicht an Erinnerungen zum Film “City of God” vorbei schlängeln und damit recht behalten: Armut, vermüllte Straßen, heruntergekommene Häuser und Tristesse.

Viele Teile Rio de Janeiros sind staubig und grau, das Leben dort hart. Es wäre vermessen zu behaupten, man könne Orte wie diesen in kürzester Zeit von jedem noch so kleinen oder großen Leid befreien, was allerdings noch viel unsinniger wäre: Kapitulation. Zusammen mit HUB Footwear hat sich das Kreativduo Haas&Hahn deshalb auf den Weg in eine der kontrastreichesten Städte Braziliens gemacht – um der Monotonie mit viel Farbe die Stirn zu bieten. Unter dem Motto “Challenge the Obvious” haben die zwei Visionäre damit ein Projekt aus dem Boden gestampft, das vor allem auf Teamgeist setzt: Gemeinsam mit den Bewohnern verwanden sie die Gegend in ein Gesamtkunstwerk. Was uns pathetisch vorkommen mag, funktioniert in der Realität offensichtlich gut: Mit jedem Pinselstrich wird Rio nicht nur schöner, sondern auch sicherer. weiterlesen

Vorbeigeschaut: “Reflecting Fashion – Kunst und Mode seit der Moderne” – in Wien

– 13.09.2012 um 18.12 – Allgemein Kultur Kunst Mode

Reflecting Fashion Vorbeigeschaut: Reflecting Fashion   Kunst und Mode seit der Moderne   in Wien

Zehn Tage habt ihr noch Zeit, eurem Wien-Trip eine ordentliche Portion Mode einzuhauchen: Reflecting Fashion – die Modeausstellung in Österreichs Hauptstadt, genauer gesagt im mumok, die sich mit der Geschichte der Mode auseinandersetzt und die Wechselseitige Beziehung zwischen ihr und der Kunst visualisiert und mit cleveren Anekdoten und Zitaten stützt.

Mein kleiner Wien-Ausflug bot also die beste Möglichkeit, der Sonderausstellung auf vier Etagen einen Besuch abzustatten und die historische Spurensuche genauer unter die Lupe zu nehmen. Fakt ist: 10 Tage lang habt ihr noch die Chance, die über 300 Werke von Gemälden, Roben, Zeichnungen, Videos und Fotografien der namenhaften Künstler um Joseph Beuys, Giacomo Balla bis Yayoi Kusama zu begutachten, durch die Jahrzehnte zu fliegen und auf wirkliche Kunstwerke zu stoßen. Eines aber würde ich euch empfehlen: Entweder ganz viel Zeit oder eine gute Führung, denn die Zusammenhänge werden oft erst auf den zweiten Blick deutlich und können so viel besser in den Kontext gestellt werden. weiterlesen

Wohnen: “You should put something really great here” by Jan Stevenson

– 12.09.2012 um 18.45 – Allgemein Kunst Wohnen

 Wohnen: You should put something really great here by Jan Stevenson

Wenn man auf einmal eine eigene Wohnung am Hals hat, dann verschieben sich plötzlich Prioritäten und man feilt quasi ständig daran, sich konstant wohl zu fühlen in dieser Mitbewohner-armen Umgebung. Auffällig kompliziert gestaltet sich hierbei die Suche nach passenden Gemälden/Kunstwerken, für die man nicht gleich ein halbes Vermögen auslegen muss. Ich sage euch, ich bin kurz davor zu kapitulieren und gleichzeitig heilfroh, noch lange kein komplettes Haus einrichten müssen.

Das Problem ist nämlich, dass es gar nicht so einfach ist, sich auf einen einzigen Stil festzulegen – und genau so verhält es sich eben auch mit dem, was man da gern an die Wand hängen würde. Ja, was wollen wir denn eigentlich dort hängen haben? Zu viele Möglichkeiten. Zu wenig Meinung. Dann aber erinnerte ich mich an das obige, ziemlich gewitzte Werk von Jan Stevenson. YOU SHOULD PUT SOMETHING REALLY GREAT HERE, heißt es da. Ein gelungener Platzhalter, wie ich finde. Das schreit nach DIY…!

Film: YAYOI KUSAMA X LOUIS VUITTON COLLECTION FILM

– 03.09.2012 um 11.32 – Accessoire Allgemein Kunst Mode

Manchmal, ja da schafft man es einfach, seinen Kopf auszumachen, wenn es um bestimmte Neuigkeiten aus der weiten Welt geht. Der Kopf selektiert eben, ordnet gewisse Dinge in die Schublade “wichtig”, “vielleicht später interessant” oder “nicht so spektakulär” – so geschehen bei der neuesten Kollaboration aus dem Hause Louis Vuitton mit der punkteverliebten Künstlerin Yayoi Kusama, die erst kürzlich in der Tate London ausstellte.

Erst heute, mit dem Entdecken des zweiten Fashion Films aus der Selfridge Schmiede, ist es um uns völlig geschehen: Vielleicht liegt es an dem zuckersüßen Model, an der Art und Weise, wie sie mit uns flirtet, oder vielleicht doch schlicht und ergreifend daran, dass die farbenschöne Punktekollektion wirklich ganz zauberhaft ist? Wir sind jedenfalls froh, dass der Play-Button an diesem Morgen endlich mal gedrückt wurde und denken ernsthaft darüber nach, ein rot/weißes Tuch für’s Haar erstehen zu wollen oder gar für ein Sonnenbrillen-Modell zu sparen.  weiterlesen

Vorbeigeschaut: Im car2go Pop-Up Store “Das ist dein Laden” – derzeit im Bergmannkiez

– 17.08.2012 um 14.56 – Allgemein Berlin Event Kunst

car2go popup Vorbeigeschaut: Im car2go Pop Up Store Das ist dein Laden   derzeit im Bergmannkiez

Jede Woche poppt irgendwo in Berlin ein anderer, temporärer Store auf und hält kleine Installationen, exklusive Neuvorstellungen oder hübsche Erkundungstouren für uns bereit – das Prinzip ist einfach: Man nehme ein hippes Viertel, ein kreatives Produkt und lade die interessierte Meute ein. Auch wenn die Idee längst nicht neu ist, sie will einfach nicht langweilig werden. Es sind die kleinen Überraschung, die so ein Pop-Up Store in sich birgt, und jeden Besuch zu einer kleinen Schatzsuche werden lässt, für die wir gern von Kiez zu Kiez ziehen.

Nun ist es also kein Wunder, dass das Shopkonzept “Das ist dein Laden” aus der Ideenquelle der Car2go Initiatoren uns direkt in seinen Bann gezogen hat: Hier erwartet den Besucher regelmäßig etwas völlig anderes rund um Musik oder Kunst von und für Berliner – heute in Kreuzberg, demnächst in ?, eben gerade dort, wo sich ein leerer Raum befindet. Kaffee und Snacks gibt’s von Milch&Zucker, freies Internet ist ebenso drin, die Wii-Konsole steht bereit und auch Tischtennisturniere wie bei Dr. Pong, Konzerte, Spieleabende, Lesungen oder auch Ausstellungen versüßen unsere Freizeit. Wir haben gestern Abend zur Vernissage von Urban Sketchers Künstler Omar Jaramillo Traverso mal im Pop-Up Store in Kreuzberg vorbeigeschaut und können euch einen Besuch in den gemütlichen vier Wänden im Bergmannkiez nur empfehlen. weiterlesen

Das etwas andere Mode-Video: “I hate Kitties”

– 15.08.2012 um 16.12 – Allgemein Film Kunst Mode

Bildschirmfoto 2012 08 15 um 16.46.04 800x445 Das etwas andere Mode Video: I hate Kitties

Die Vice schon wieder, diese Schlingel. Heute serviert man uns doch glatt ein Filmchen, in dem ein hübsches Modelmädchen ganz unverfroren kleine Kätzchen durch die Luft tritt. Was brutal klingt, ist unerwartet hübsch anzusehen. Und endlich mal nicht so morbid, wie die Modewelt sich gerne gibt, und auch nicht furchtbar glamourös oder makellos. Eher: Rosarot absurd. Und ein bisschen krank vielleicht, auf diese gute Art und Weise. Zu sehen gibt’s vor allem eins: Törtchenkleider von Betsey Johnson.

Verantwortlich für das entzückende Gruselvideo in Computer-Spiel-Manier zeichnet das New Yorker Design-Duo Pamela Reed and Matthew Rader. Die zwei übertalentierten Herrschaften haben allerdings schon längst unsere Herzen erobert, denn Frischlinge sind sie keineswegs. Einen Überblick über ihre Arbeit findet ihr hier. weiterlesen

Ausstellungstipp: “Zeitlos Schön” 100 Jahre Modefotografie in C/O Berlin

zeitlos schön Ausstellungstipp: “Zeitlos Schön” 100 Jahre Modefotografie in C/O Berlin

Nach Düsseldorf ist nun Berlin mit einer wunderbaren Fotoausstellung an der Reihe, die wir nicht verpassen sollten: “Zeitlos schön” – eine Sammlung in der c/o Gallery über die Entwicklung der internationalen Modefotografie von klassischen Bildkompositionen, über experimentelle Werke bis hin zur Sexualisierung alla Helmut Newton oder neuesten Arbeiten von Mario Testino.

Der Condé Nast Verlag hat für diese Ausstellung einmal tief in seinen Kisten gekramt, durchforstete die Archive in New York, Paris, London oder Mailand und schenkt uns erstmalig einen Einblick in die facettenreichen Genre der Modefotografie. Neben oben genannten Künstlern finden wir auch Werke von Edward Steichen, Irving Penn, Peter Lindbergh oder Tim Walker, Diane Arbus, Corinne Day und vielen anderen bekannten Vertretern – allesamt waren sie mit ihren künstlerischen Umsetzungen vielen anderen Kollegen weit voraus und begründeten die unterschiedlichen Stile. weiterlesen

An Illustrated Guide to Fashion’s biggest icons.

– 28.06.2012 um 14.27 – Allgemein Kunst Mode

illustrated guide to fashions biggest icons 800x400 An Illustrated Guide to Fashions biggest icons.

“If you think all it takes to become a fashion personality is a few thousand followers on Twitter and a credit line at Barneys, think again. To be considered a personality, you’ve got to have personality.

Schöne Worte, die Refinery da heute gewählt hat, um die wunderbaren Illustrationen der talentierten Madame Joana Avillez vorzustellen. Es reicht eben wirklich nicht aus, sich ein wenig hip zu kleiden und auf jeder Modeparty das Tanzbein zu schwingen. Beruhigend, irgendwie. Die Welt benutzt eben ab und an doch noch ihren Verstand. Echte Liebe zu den Dingen, Herzblut und Charakter scheinen tatsächlich wichtiger zu sein als eine perfekte Fassade. Jedenfalls prophezeit uns das die Auswahl der “Guide to Fashion’s Biggest Icons”. Natürlich lässt sich auch diesmal wieder darüber streiten, ob das Alles seine Richtigkeit hat. Wir finden allerdings: Ja, zweifelsohne. Tavi ist eben Tavi. Rei Kawakubo ist durchweg verehrenswert und Iris Apfel ein wahrhaftiges Unikat. In diesem Sinne: “I’m not just an empty-headed fashionista!”. weiterlesen

Berlin-Tipp: Morgen Abend “New Order” beim Electronic Beats Festival & Ausstellung

– 20.06.2012 um 15.16 – Allgemein Berlin Event Kultur Kunst

new order Berlin Tipp: Morgen Abend New Order beim Electronic Beats Festival & Ausstellung

And I still find it so hard /
To say what I need to say /
But I’m quite sure that you’ll tell me /
Just how I should feel today/

New Order treiben mir regelmäßig Tränen in die Augen. Mit ihren Versen, ihren Herzbeben-Klängen und ihrer Geschichte. Synthie-Klänge treffen auf Postpunk, Tragik auf Energie, Vergangenheit auf Gegenwart. New Rave, der am besten unter freiem Himmel kommt. Oder im Club, dort wo er zum allerersten Mal gespielt wurde. Musik, auf die man sich einlassen muss, weil man sonst ein Gefühl verpasst, das Nostalgie mit Euphorie vermischt und wirksam ist wie eine Droge.

Nachdem sich der nur schwer greifbare Joy Division-Frontmann Ian Curtis 1980 erhängte, lösten die drei übrigen Bandmitglieder ihr Versprechen ein und gründeten New Order - Gillian Gilbert, Freundin von Bassist Stephen Morris, kam am Keyboard dazu. Songs wie “Temptation” und “Blue Monday” katapultierten die englische Band nach ganz oben und werden bis heute auf Mixtapes geknallt. Morgen, am 21. Juni, stehen New Order beim Electronic Beats Festival in Berlin auf der Bühne – was nicht selbstverständlich ist, denn bis Ende 2011 hatten die Damen und Herren aus Manchester sich fünf Jahre lang vom Live-Business verabschiedet. Tom Chapman ersetzt beim Gig im Tempodrom zwar den Bassisten Peter Hook, aber das offensichtlich ziemlich kongenial. Danke, Electronic Beats Festival, ich könnte Regenbogen speien vor Glück. Der Bauch zieht sich nämlich schon jetzt vor lauter Vorfreude zusammen. Ich meine. Einem Teil dieser Jungs haben wir Acid, Techno und Haus und all den Quatsch, der uns ab und an glücklich macht zu verdanken. Innovateure und Wegbereiter sind das. Genies! Ehrlich, ich könnte brechen vor lauter Hormonen im Hirn. Wem es so geht wie mir: Hier gibt’s noch Tickets für das epische Konzert. Wer’s nicht hin schafft: Gleichzeitig startet im HBC eine zweiwöchige Ausstellung, die Arbeiten von Peter Saville sowie Bandfotografien von Kevin Cummins zeigen wird. weiterlesen

90′s Trash Reloaded: MESHIT & DALIAH SPIEGEL | Wood Wood

– 13.06.2012 um 13.00 – Allgemein Fotografie Kunst Mode

MESHIT DALIAH SPIEGEL  800x468 90s Trash Reloaded: MESHIT & DALIAH SPIEGEL | Wood Wood

Bevor wir zum informativeren Teil kommen: Alle, die genau so entzückt sind von dieser an sich äußerst gruseligen Print-Liaison dort oben, müssten den weiten Weg nach Wien auf sich nehmen um in dessen Besitz zu kommen, denn die Kollaborationsstücke von Meshit & Daliah Spiegel gibt’s bloß dort, und zwar im Wood Wood Store. Danke, Kat. Wie komm ich denn da jetzt bloß hin?

Nachdem die Streetwear in den vergangenen Saisons sehr erwachsen geworden ist und sich vom Fake-Sport-Look löste, um ihn durch skandinavisches Layering und Pingeligkeit im Detail zu ersetzen, weist mittlerweile Einiges darauf hin, dass es künftig wieder etwas entspannter zugehen wird. Basics werden wieder groß geschrieben, während die Ästhetik der 90er Jahre dem Ganzen die strenge Ernsthaftigkeit nimmt und uns wieder ein wenig Pfeffer unterm untern macht. Ein gutes Beispiel für diese Entwicklung liefert die Kollaboration zwischen dem österreichischem Brand Meshit und der Fotografin Daliah Spiegel, die eigentlich Medizin studiert (jedenfalls war das laut Vice noch vor einem Jahr der Fall). Nicht nur, dass Mix&Match zurück ist, also das Tragen von Print auf Print in selber Optik, nein, auch der Mut zum überladenen Kitsch feiert ein Comeback. Barbie-Ponies, Zebras und Bambi ergeben zusammen die Zutat für hinreißende Stoff-Collagen und Herr Hund und Frau Katze tummeln sich nicht nur im Grünen, sondern auch auf Shirts und Blusen. Kann man voll daneben finden, muss man aber nicht. Ich jedenfalls bin entzückt. Und wie fällt euer Urteil aus? weiterlesen

Kunst: Doku-Tipp – “A Brief History of John Baldessari”

– 22.05.2012 um 14.10 – Allgemein Kultur Kunst

john baldessari 800x622 Kunst: Doku Tipp   A Brief History of John Baldessari

John Baldessaris Persönlichkeit fasziniert mich beinahe mehr als sein Schaffen und ich komme einfach nicht umher, ihn mir als kuriosen Hunter S. Thompson der Kunstwelt vorzustellen. Obwohl sein dichter weißer Bart und das lange Haar einen eierförmigen Kopf umrahmen, der ausschaut als gehöre er zu einem sehr höflichen und ganz und gar Garten-verliebten alten Herrn, scheint es, als stecke in diesem extra-groß gewachsenen Körper ein ziemlich schroffes Cowboy-Herz. Dass die Kurz-Doku über den “Godfather of Conceptual Art” von niemand geringerem als Tom Waits vertont wurde, ändert natürlich auch nicht unbedingt etwas an meiner kleinen Assoziationskette im Hirn. Zumindest die Stimmen der beiden Freunde passen schon mal wie die Faust auf’s Auge – Da fehlt nur noch der Whiskey im Abspann.

Der in Kalifornien lebende Baldessari wurde Ende der 60er bekannt, weil er der Pop Art noch ein kleines, feines Detail hinzufügte – nämlich die Schrift, die bis dato vornehmlich der Conceptual Art vorbehalten war. Bilder, Werbetexte, Filmzitate und Fotografien ergaben zusammen genommen ein Konstrukt, das die Kritik an der Popkultur bis heute in den Mittelpunkt all seines Schaffens rückt. Irgendwann im Jahr 1970 entschied Baldessari, sich auf radikale Weise von all seinen bisher entstandenen Werken zu trennen: Das “Cremation Project” führte zur vollständigen Verbrennung all seiner Kunst. Dieser brachiale Entschluss beendet jedoch keineswegs seine Karriere – bis heute experimentiert der vielleicht einflussreichste Konzept- und Medienkünstler der Gegenwart mit Videoperformances, Filmen, Collagen und Fotografie – sogar eine iPhone App findet sich im Baldessaris’schenPortfolio. Seine Virtuosität lebt von Gegensätzen, von Eindringlichkeit und einem scheinbar nicht abebben wollenden Ideensprudel. Wir könnten jetzt noch mehr als tausend Zeilen schreiben, um dem Meister der Illusionseffekte und zusätzlichen Bedeutungsebenen zu huldigen, dem spannendsten Surrealisten des digitalen Zeitalters. Die Kurzdokumentation “A Brief History of John Baldessari” macht das aber, wie finden, in knapp sechs visuellen Minuten so oder so schon ziemlich gut. Et voilá: weiterlesen

Mitmachen gefragt: Eastpak ruft zum Design-Wettbewerb in Koop mit der Design-Schule IED

– 14.05.2012 um 17.28 – Allgemein Inspiration Kunst

eastpak Mitmachen gefragt: Eastpak ruft zum Design Wettbewerb in Koop mit der Design Schule IED

Wer hatte ihn nicht zur Teenie-Zeit, den farbigen Rucksack aus dem Hause Eastpak. Bei uns war das zu Schulzeiten ganz einfach: Umso tiefer er hing und je weiter er sich den Kniekehlen näherte, desto cooler war der stolze Träger und desto wohler fühlte er sich. Er wurde bemalt, mit Patches übersät oder mit sämtlichen Buttons verziert – für ein Hauch mehr Individualität und die ganz persönliche Note, versteht sich. Irgendwann dann verschwand der Eastpak nach einer langen Hoch-Zeit scheinbar in der Versenkung und die Modemeute griff lieber wieder zu Schultertaschen und Co. Scheinbar. Denn kaum einer weiß, dass sich das Lifestyle Label in der Zeit gründlichst in der Kreativszene rumtrieb und dort eine Liaison nach der anderen einging, für den guten Zweck designte und jungen Künstlern eine Plattform schuf.

Nun aber will das Brand wieder alle in seinen Bann ziehen und nicht nur die Edding-, Nieten- und Patches-Spezialisten von damals ansprechen: Mit seinem Design Contest für JedermannBag in Town” ruft Eastpak zum Wettbewerb in Kollabo mit der der internationalen Designschule IED (Istituto Europeo di Design) und dem Portal Creative Contexts auf - um jungen Köpfen die Chance zu geben ihrer Kreativität Ausdruck zu verleihen und ihnen neue Zugänge zu ihrer Umgebung zu ermöglichen. Die Frage zur freien Interpretation: „Wie sieht die perfekte Tasche für einen 24-Stunden-Tag aus?“ Und ihr seid nach der Umsetzung gefragt! 

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