Kategorie-Archiv: Mode

Trumpet Sleeves //
Warum „unpraktisch“ manchmal gut fürs Gemüt ist

24.01.2017 um 15.30 – Allgemein Mode Shopping

trumpet sleeves pullover shopping

Beim Anblick von Trompetenärmel kamen mir als kleines Mädchen vor allem Prinzessinnen in den Sinn. Solche, die ganz sachte die Hand heben, um einen weißen Schimmel zu streicheln und bei allem, was sie tun, feenhaft zerbrechlich wirken. So wollte ich überhaupt nicht sein und auch die Geschichte der Queen Victoria konnte mich nicht recht davon überzeugen, einer derart unpraktischen Mode Wohlwollen entgegen zu bringen. Irgendwann aber flatterten alte Bilder aus den 70er Jahren in mein Notizbuch und zum ersten Mal wollte ich selbst immerzu mit dem Arm wedeln. 2013 besiegelte schließlich Dries van Noten meine zunehmende Liebe zu Trompeten-, Glocken- und Ballonärmeln. Es sollte trotzdem noch dauern, bis sich besagte Silhouette tatsächlich in den Alltag einschleichen konnte. So richtig passierte das wohl erst im vergangenen Jahr und nun sind sie überall: Pullover, die erst einmal ein wenig untragbar scheinen (wie dort oben bei Linda Tol). Dabei ist es ganz anders. Es bedarf bloß ein wenig Phantasie und Hingabe, um zu begreifen, weshalb diese schlackernden Ärmel sogar sehr hilfreich sein können. Zumindest fürs Gemüt.

Rechnungen schreiben, Verträge unterzeichnen, das Bücherregal sortieren, Haare bürsten, telefonieren, wild gestikulierend streiten, in die Hände klatschen – nichts geschieht mehr einfach so, sondern mit viel mehr Hinhabe, wenn man so will. Ihr wisst, was ich meine. Deshalb plädiere ich also ab sofort für gelegentliches Durch-Den-Alltag-Trompeten. Es ist ja nicht so, als ließe sich das ganze bei der Pizza danach nicht einfach hochkrempeln: weiterlesen

Fashion Week Berlin //
Mit William Fan nach China Town

20.01.2017 um 19.28 – Mode

william fan

William Fan hatte es schwer mit mir und angesichts seiner aktuell präsentierten Herbst/Winter 2017 Kollektion, kann ich mir nur gegen die eigene Stirn tippen, denn ich weiß nicht mal mehr, warum. Irgendetwas in mir drin schüttelte mit dem Kopf. Vielleicht war mir anfangs alles zu düster, vielleicht war ich eh schon so übersättigt und schaute völlig ignorant erst gar nicht hin. Vielleicht wollte ich auf den längst abgefahrenen Zug aber auch gar nicht mehr aufspringen, weil ich piesepampelig und völlig allein zurückgelassen wurde, während ganz Berlin eine #FANgirl Bewegung lostrat. Jedenfalls klatschte ich mir nach der verpassten Show im vergangenen Sommer feste ins Gesicht, widmete mich diesem Herrn, der auf einmal da war und allen voran von Vogue Deutschland Chefredekteurin Christiane Arp so sehr in den Himmel gelobt wurde, sah genauer hin und verstand.

William, deine Kollektionen sind nicht bloß überdurchschnittlich schön, sie sind charmant, geschickt, smart, anders, angezogen, raffiniert, tragbar zugleich, das bezaubernde Gegenteil von langweilig – und das Allerbeste: Sie sind für starke Frauen gemacht – und für Männer zugleich. Unisex lautet an vielen Stellen das Zauberwort und ich hätte mir nach Marina Hörmanseders Präsentation keinen schöneren Kontrast vorstellen können, der mich endlich wieder abholt und ein Frauenbild bewirbt, für das ich stehen möchte. Danke, danke, danke. Aber seht selbst: weiterlesen

Dear Photo Diary // Schnappschüsse
aus dem „Berliner Mode Salon“

19.01.2017 um 12.26 – Mode

diary

Es gibt wohl nach wie vor keinen schöneren und besseren Ort, um mit den Designer*innen über ihre Kollektionen zu plaudern, als auf dem Berliner Mode Salon. Es ist ein Potpourri aus bekannten Gesichtern, aus etablierten Labels und Neuentdeckungen und zum vierten Mal in Folge beweist das Konzept, dass Mode deutscher Kreateure unbedingt mehr Beachtung verdient: Speziell William Fan und Nobi Talai haben es in kürzester Zeit geschafft, nicht nur unsere Herzen, sondern auch die der Fachpresse und Einkäufer im Sturm zu erobern: Mit spannenden Kreationen, dem Blick für’s Detail und einer ganz eigenen Handschrift. Das unübertrefflich Schöne an dieser Veranstaltung: Wir erfahren von den Macher*innen selbst, was hinter ihren Entwürfen steckt, wie sich welche Stücke zusammen setzen und worauf es ihnen wirklich ankommt. Und das Konzept geht auf: Im Januar 2015 startete das Konzept der Vogue erstmals und gehört längst zur festen Größe der Berliner Mode Woche, wenn nicht sogar zur Wichtigsten.

41 deutsche Brands standen gestern Nachmittag zum vierten Mal im Mittelpunkt, um genau eines zu beweisen: Wir können auf diese Menschen, diese Kollektionen und den Standort Berlin wahrlich wirklich stolz sein. Und ein paar Schnappschüsse haben wir natürlich mitgebracht: weiterlesen

5 Piece Wardrobe //
What would Luke Danes wear?

19.01.2017 um 9.30 – Mode Shopping

what would luke danes wear

Der oder die ein oder andere hat es womöglich schon mitbekommen: Nach der Fashion Week mache ich mich ein Wochenende lang vom Acker. Nach Innsbruck geht es, zu meinem zukünftigen Ehemann, wenn man so will, und ich sehe mich jetzt schon wie ein waschechtes Stadtkind am Schneegestöber scheitern, dabei wurde mir das Einssein mit der Natur im Grunde schon in die Wiege gelegt. Ich versuche also ab sofort endlich optimistisch zu sein. Und außerdem ehrlich.

Mein heimlicher Schwarm ist seit diverser Jugendjahre mit den Gilmore Girls nämlich niemand geringeres als Luke Danes und natürlich habe ich zum (seltsamen) Comeback der Stars Hollow Gemeinde noch einmal bei Staffel 1 angefangen. Nicht nur, dass man mir plötzlich vorwirft, ich würde subtil daran arbeiten, meinem Partner einen eigenen Diner für die tägliche Portion Pancakes schmackhaft zu machen (was bei einem Molekularbiologen, der am liebsten pausenlos paragliden würde dann aber doch eher aussichtslos ist), nein, ich fange schon selbst an, Vorlieb mit Flanell und Karos zu nehmen. Wo andere also zu Stilikonen wie Jane Birkin aufschauen, habe ich derweil nur Lukes Holzfällerhemden im Kopf. Ein bisschen aufpoliert sieht mein aktuelles Outfit der Träume also aus wie dort oben. Ohne Patagonia-Fleece überlebe ich den Winter ohnehin nicht: weiterlesen

All eyes on // „Urban Ballerina“
by Edited the Label

19.01.2017 um 7.25 – Mode

urban ballerina

Die Nebenevents während der Berliner Modewoche gleichen mittlerweile einer Art Klassentreffen, bei denen wir nicht bloß endlich mal wieder auf sämtliche Kolleg*innen treffen, sondern auch Zeit finden, um über knapp angebundene Small-Talks hinauszukommen. Ein cleverer Schachzug, denn bei leckeren Drinks (antialkoholisch, versteht sich) rückt eben ganz nebenbei der Grund der Einladung ganz ungezwungen in den Fokus: Die Mode und die Neuerscheinungen. Entspannter geht es nicht! Ein festes Side-Event ist seit mehreren Saisons und während jeder Fashion Week übrigens mittlerweile EDITED, denn der Hamburger Online Shop weiß ganz genau, wann man die gesamte Meute am besten an einen Ort bekommt, um mit der neuesten News um die Ecke zu kommen – so auch diesmal: „Urban Ballerina“ heißt das jüngste Trend-Thema der Hanseaten und das trifft dank des Revivals der Ballerina-Schuhe voll ins Schwarze!

Eine Farbpalette von zartem Rose, Grau, Weißtönen und Khaki dominiert die Zwischenkollektion und trifft auf einen Carrie-Bradshaw-Tüllrock, auf Bodies, Rüschenpullis, einen Trench und Schuhkreationen mit Schleifen on top. Fehlt bloß noch der Sommer und ich sehe mich im verlängerten Tütü mit weißen Schläppchen durch Berlin flitzen.  weiterlesen

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MBFWB // 5 Dinge, die wir uns bei Odeeh abschauen sollten

18.01.2017 um 10.28 – Mode

odeeh

Würden wir hier und dort den Auftrag erteilen, deutsche Mode zu visualisieren oder zu beschreiben, so würde manch einer oder eine mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit puristische Entwürfe skizzieren, dabei an Hugo Boss und vielleicht noch an Jil Sander denken und natürlich klare Linien, uniforme Looks und minimalistische Kühle hervorheben. Dass Mode made in Germany allerdings mindestens genauso facettenreich ist, wie dieses Land selber, darauf kommen die wenigsten. Schublade auf, Schublade zu. Aber wie soll’s auch anders sein, verzeichnen Marken wie Gerry Weber und Co hierzulande noch immer die höchsten Absätze. Und außerdem: Auch die jungen Wilden wurden irgendwann ausgebremst, müssen sie am Ende des Tages nämlich in erster Linie verkaufen, um irgendwie mitschwimmen zu können. Das Ergebnis? Die Ecken und Kanten sind ab, das Ganze ist zwar tragbar, aber auch oft auch gähnend langweilig.

Wer an deutsche Mode denkt, der erinnert sich vielleicht aber auch an Odeeh und an das, was Jörg Ehrlich und Otto Drögsler da in ihrem Atelier in der Nähe von Würzburg seit rund neun Jahren kreieren: Seit zwei Saisons zeigen die beiden Designer nun endlich wieder in Berlin und quartierten sich zum wiederholten und wohl letzten Mal in den Rohbau des Berliner Stadtschlosses ein, um uns erneut das Highlight des ersten Tages zu kredenzen. Harter Beton und Berliner Kälte im Kontrast zu verspielten Looks, zu warmen Tönen, Layering, wie wir es lieben und einem Hauch Gucci-Attitüde, „Alles kann, alles darf“-Mentalität und offenbar ganz viel Spaß am eigenen Job. Was wir uns definitiv schon jetzt von Odeehs Herbst/Winter Kollektion 2017 abschauen sollten? weiterlesen

FASHION WEEK BERLIN // Shopping:
Die schönsten deutschen Kreationen

17.01.2017 um 9.00 – Mode

shopping german brands

It’s on, Ladies & Gentleman: Zum 13. Mal in Folge gehen wir für euch auf die Berliner Modewoche, um nicht nur direkt von den schönsten Schauen zu berichten, sondern natürlich auch den Trubel vom Zwischendurch einzufangen. Was heute auf dem Plan steht? Dorothee Schumacher zeigt pünktlich um 10 Uhr im Kaufhaus Jandorf – und wir sind gespannt, was die neue Location des offiziellen Sponsors, nämlich Mercedes-Benz, so zu bieten hat. Weitere Highlights des Tages? Hien Le und zwei Schauen im Rohbau des Berliner Schlosses: Odeeh und MALAIKARAISS. Dazwischen geht’s noch fix zu einem Fitting und zum neuen Nachwuchsförderprogramm initiiert vom German Fashion Council und H&M.

Das ganze Chichi und Tête-à-Tête klingt zwar jedes Jahr aufs Neue wieder furchtbar spannend, am Ende des Tages bringt es aber wenig, wenn die deutschen Designer ausschließlich für die Presse und Instagram Papier, Schere und Garn in die Hand nehmen. Was die kreativen Macher*innen Berlins eigentlich viel mehr brauchen? Einkäufer, die die Kollektionen ordern – und gerade davon gibt’s leider noch immer zu wenig. Ein paar Stores haben wir aber natürlich trotzdem gefunden: Neben den internationalen Shops Luisa Via Roma, MyTheresa und Stylebop sollte ein Blick in die jeweiligen Stores der deutschen Designer selbst natürlich nicht fehlen. Eine kleine Auswahl zur Einstimmung gefällig?  weiterlesen

Dolce & Gabbana // #DGMillennials
Influencer statt Models – das Ende oder der Anfang?

16.01.2017 um 12.30 – Mode

dolce gabbana millenials menswear influencer

Selten habe ich eine Branche so sehr munkeln, diskutieren und schimpfen hören. Ob hinter vor gehaltener Hand, in kleinem Kreise oder ganz öffentlich, seit Samstag macht sich vor allem eines breit: Ratlosigkeit. Dicht gefolgt von vielen fetten Fragezeichen. Auslöser für das Kopfzerbrechen ist die jüngst gezeigte Menswear Show von Dolce & Gabbana, die vor Jugendlichkeit und Social Media Power nur so strotzte. Statt hochkarätiger Models ließen die beiden Designer ausschließlich „influencer“ über den Catwalk laufen. Neben den beiden Deutschen Stefanie Giesinger (Germany’s Next Topmodel) und Caro Daur (860.000 Instagram-Follower), fanden sich vor allem „Schwestern von“ oder „Söhne von“ zusammen, um das Thema der Kollektion, nämlich „Royalty“, zu zelebrieren – später auch auf der After-Show-Party, samt funkelnder Diademen für alle.

Eine Show als logische Fortsetzung der #DGMillennials Kampagne, die nicht weiter verwundern sollte. Schon 2010 zeigte sich das italienische Luxushaus überraschend aufgeschlossen gegenüber neuen Internet Stars und deren Einfluss. „Blogger demokratisieren das Business“ bemerkte Stefano Gabbana damals gegenüber der FAZ. Zum aktuellen Spektakel erklärt er: „These are the new generation, we liked the idea of adding ordinary people who have become famous thanks to the web.“ Auf der Suche nach einer eigenen Meinung war ebenjener Satz wohl der erste, der mich stutzig machte. Ist mit „ordinary“ etwa „ordinär“ gemeint, oder zählen die Signores Dolce und Gabbana die Brut von Jude Law, Pamela Anderson oder Cindy Crawford tatsächlich zur „gewöhnlichen“ Masse? weiterlesen

Fair Fashion // Ethical Fashion Show & Green Showroom
– Termine, Brands & Events

fashion week

Ihr werdet mir sicher zustimmen, wenn ich sage, dass es nur bedingt Gründe gibt, im Januar nach Berlin zu fahren. Und doch bereite ich mich nun schon zum zweiten Mal in diesem Monat auf eine Reise in die Hauptstadt vor:

Vergangene Woche versammelten sich (fast) alle Janes, um vor der Kamera für das kommende ASOS Magazin gekonnt ungekonnt in pinker Umgebung #Crewlove ein Gesicht zu geben. Und nächste Woche steht die Fashion Week mit all ihren bunten Events auch schon an. Und spätestens seit auch die nachhaltige Branche ihre Präsenz und Größe in den vergangenen Jahren beeindruckend ausbauen konnten, ist es für alle nachhaltigen Modebegeisterten eine Art Imperativ, alles stehen und liegen zu lassen und nach Berlin zu kommen. Mein Herz hüpft jedes Jahr begeistert vor und zurück, wenn ich ein neues Label entdecke, welches tatsächlich auch tragbar und schön ist – das ist nämlich gar nicht so einfach – und ohne Ökoprints auskommt (hmrpf!). Was dieses Jahr auf dem Programm steht und auf welche Brands ich mich am meisten freue, gibt es in meinem Fair Fashion Guide zur Fashion Week:  weiterlesen

Wish List //
Sweater für die Seele

12.01.2017 um 13.48 – Mode Shopping

sweater weather

„Wo bleibt denn eigentlich mal wieder ein neuer Outfitpost?“ fragte mich gestern jemand via Mail. Da erst fiel mir auf, dass ich im aktuellen Jahr noch gar nicht auf die Idee gekommen war, mich überhaupt in irgendeiner Art und Weise so zu kleiden, dass ein Foto tatsächlich Sinn ergeben hätte. Stattdessen schlurfe ich seit Dezember tagein, tagaus in Patagonia-Fleece-Pullis und Dr. Martens durch den Berliner Schnee, alles andere hätte mir bei all der Büro-Kita-Spielplatz-Zuhause-zu-Fuß-Pendelei gerade schlichtweg den Garaus gemacht. Es ist trotzdem nicht so, als hätte ich jeden Spaß am Aufmotzen verloren, bloß befindet sich meine Motivation noch im seligen Winterschlaf. Nächste Woche dürfte es mit dem modischen Faulsein dann aber auch ganz schnell wieder vorbei sein, die Fashion Week steht nämlich quasi vor der Tür. Bis dahin feiere ich trotzdem noch ein bisschen das Sweatshirtleben, das ja nunmal wirklich eines der schönsten ist: weiterlesen

All eyes on // Spring/Summer:
Wood Wood meldet sich zurück

12.01.2017 um 9.31 – Lookbook Mode

wood wood spring summer 2017

Als wir vor über sechs Jahren anfingen, unser Modeherz mit euch zu teilen, gehörten vor allem die skandinavischen Kreationen zu unseren allerliebsten. Allen voran Stine Goya, Henrik Vibskov, Wackerhaus, Minimarket und natürlich Wood Wood. Wir ließen keine Copenhagen Fashion Week aus, verpassten keine Stockholmer Modewoche und waren uns sicher, dass diese Liebe zu Minimalismus, Nonchalance, Streetwear und Cool-Kid-Attitüde niemals aufhören würde und wir die modischen Partner fürs Leben längst gefunden hätten. Aber nichts da: Speziell Wood Wood und wir, wir lebten uns auseinander und schoben dem Skandinaviern die Schuld in die Schuhe. Während ich damals am liebsten wöchentlich bei dem dänischen Brand vorbei geschaut hätte, fand ich nicht mal mehr den Weg nach Berlin-Mitte. Wenn einst Fischerhüte, Fischgrätenzöpfe und die ersten Culottes rote Herzchen in unsere Augen trieben, überraschte uns irgendwann kaum noch etwas – und so verknallten wir uns stattdessen eines Sommers in einen verrückten Italiener. Was zurück blieb? Starke Wehmut, ein klein bisschen Sehnsucht und die Frage, wie die Sache mit dem Auseinanderleben überhaupt passieren konnte.

Natürlich habe ich dazu meine ganz eigene These, warum unsere Liebe irgendwann in die Brüche ging, allerdings will ich an dieser Stelle gar nicht in alten Wunden stochern. Viel wichtiger ist schließlich auch, dass zarte Annäherungsversuche heute wie kleine Pflaster funktionieren: Dank der aktuellen Sommerkollektion Concrete, rosafarbenen Brillen, dank woodwoodiesken Slip Dresses zu Hoodies, Bubikragen, dank Mini-Zöpfchen und Strubbelmähne. weiterlesen

Telekom Fashion Fusion //
Der Ideenwettbewerb zur Zukunft der Mode

12.01.2017 um 8.11 – Mode Technik

telekom fashion fusion

Wo geht’s mit der Mode im 21. Jahrhundert hin? Wie sieht ihre Zukunft aus und was kommt als nächstes? Als Li Edelkoort im vergangenen Jahr behauptete, die Mode wie wir sie kennen, sei tot, benannte sie das, was längst viele fürchteten. Die Trendforscherin beklagte sich über gähnende Langeweile und die „sichere Nummer“, vermisste die Innovation, den Knall. Aus lauter Angst vor dem Ungewissen, vor dem Scheitern und der Wirtschaft, hätte die Modebranche einfach irgendwann ihren Mut verloren. Mode sei, „wenn ein Designer in einer bestimmten Epoche es schafft, den Zeitgeist in Form und Allüre einzufangen. Er transformiert den Körper und damit unser Wesen: wie wir flirten, gehen, sitzen, unsere Haare machen.“ Wenn Li Edelkoort die Moralkeule schwingt, dann adressiert sie vornehmlich die Großen, die Maden im Speckmantel, die lieber gewohnt ihre platt getrampelten Pfade pflegen, statt wirklich Neues zu wagen. Dabei vergisst sie aber eine wichtige Gegenströmung: Die Nischen, die genau dazwischen grätschen können, wozu Alteingesessenen offenbar derzeit nicht im Stande sind, die mit Innovation und Leidenschaft Kluges schaffen wollen, nach mehr streben und eine der wichtigsten Begleiter unseres heutigen Lebens nicht länger aussparen wollen: Die Technologie. Um genau diesen Wilden und Verrückten nun endlich auch hier in Deutschland mehr Gehör zu schenken, initiierte die Deutsche Telekom im vergangenen Jahr die Fashion Fusion gemeinsam mit adidas, INTEL, Wired und der #FashionTech: Fashion Fusion.

Ein Ideenwettbewerb, der sich der Zukunft der Mode widmet und ein kleines Zauberwörtchen aus dem Ärmel schüttelt: Smart Fashion. Die Welt der Technik soll fortan in intelligenten Konzepten mit dem Modeuniversum verschmelzen und endlich den Zeitgeist im 21. Jahrhundert einfangen, statt die x-te Retrowelle unangetastet zu zelebrieren. Die Initiatoren näherten sich bereits ersten Antworten, denn 12 Finalisten sind seit September damit beschäftigt, ihre smarten Ideen umzusetzen und kommende Woche während der Fashion Week zu präsentieren. weiterlesen

Vorgemerkt //
Die Safari-Karotte von Isabel Marant

11.01.2017 um 15.27 – Mode Trend

isabel maratn carrot pants

Manchmal wundere ich mich auch nur noch über mich selbst, denn eigentlich hatte ich mir jüngst geschworen, keinen müden Cent mehr in Isabel Marant zu investieren, aus unterschiedlichsten Gründen, aber vor allem, weil mir das von der französischen Designerin Kreierte von Saison zu Saison weniger gefiel, weil ich mich mit all dem Drumherum nur noch wenig identifizieren konnte. Dabei ist mir die Macherin selbst stets schrecklich sympathisch geblieben, weshalb ich am Ende dann auch nicht gänzlich aufhörte, zumindest virtuell durch neue Kollektionen zu stöbern. Und da war sie dann, die Runway Show für den Sommer 2017, die mich ganz verliebt in Karottenhosen machte. Schon wieder. Die dazugehörigen Kampagnenbilder machen es nur noch doller.

Schuld daran ist die phantastische Mischung aus spätem 70’s Safari Look und den 80’s. Der Bund rutscht demnach noch ein bisschen höher und dann, ja dann folgt die Eierform. Herrlich. Und überhaupt nicht unvorteilhaft, ganz egal bei welcher Figur, finde ich. Sitzt nämlich genau über Bauch und Hüftgold, ha! weiterlesen

Shopping //
The „OMG I STILL NEED A COAT“ Edit

10.01.2017 um 23.15 – Mode Shopping

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Ich habe mir in diesem Jahr keine Winterjacke gekauft, auch keinen Mantel. Weil ich der Meinung war, der Überfluss müsse ein Ende nehmen und überhaupt, ein Camel Coat von vor drei Jahren ist heute doch noch genauso hübsch anzusehen wie gestern. Bloß stehe ich jetzt da, im Modezirkusverstrahlungsland, das mittlerweile von Minusgraden geknechtet wird und blicke auf eine Garderobe, die durch diverse Flohmärkte einer zusätzlichen Diät ausgesetzt war. Was dazu führt, dass ich langsam aber sicher ins Wanken gerate. Ich habe ja nichts dagegen, tagein, tagaus meine grüne Bomberjacke aus dem Jahr 2013 zu tragen, aber – und so viel Ehrlichkeit muss an dieser Stelle erlaubt sein – so ein kleines, neues und warmes Lieblingsstück fehlt mir trotz des kläglichen Versuchs von Konsum-Widerstand plötzlich sehr. Es könnte also sein, dass ich einknicke. Dafür schäme ich mich, aber Lügen haben ohnehin kurze Beine. Was nun? Noch ein paar Tage drüber schlafen zum Beispiel. Und überlegen, was mir wirklich noch fehlt. Ein wollendes Monster samt Taillengürtel etwa, als Gegenpol zur bisherigen Eierform.

Bis dahin nehme ich euch mit auf meine Frostbeulenreise, denn vielleicht denkt ihr ja auch: Scheiße, ich brauch doch noch eine Jacke, sonst macht der Winter mir den Garaus: weiterlesen