Kategorie-Archiv: Mode

Fair Friday // Nachhaltige Swimwear:
Interview mit Margaret & Hermione

24.03.2017 um 10.39 – Fair Fashion Mode Nachhaltigkeit

Wenn es etwas gibt, dass ich bei Jane Wayne besonders gerne umsetze, dann ist es Superfrauen vorzustellen, die ihr einen großen Teil ihres Leben damit verbringen, die Welt ein bisschen besser, bunter und irgendwie erträglicher zu gestalten. Und wenn dann genau diese Wonderwomen auch noch ein eigenes Start-Up gründen, dann bin ich längst hin und weg, rolle trällernd den roten Teppich aus und frage borderline-irritierend viele Fragen.

Nach Leanne May-li Hilgart, Hilal Sezgin, Jenny Mustard, Bekka Oomen, den Yakamozz Mädels und Sascha Camili, möchte ich heute zwei höchst entzückende Damen vorstellen, die sich vielleicht noch viel mehr als wir alle den Sommer herbeisehnen: Andrea Kollar und Barbara Gölles vom Swimwear-Label Margaret and Hermione. Was das Ganze mit Nachhaltigkeit zu tun hat, wie man überhaupt auf die Idee kommt, ein Swimwear-Label zu gründen und ob man als Bademodendesignerin im Winter eigentlich arbeitslos ist, erzählen die beiden Macherinnen heute selbst!  weiterlesen

Shopping //
Warum Gürtel unterschätzt sind

22.03.2017 um 8.00 – Accessoire Inspiration Mode

Dekorativ und praktisch sind Gürtel zu gleichen Teilen, umso erstaunter war ich, als ich irgendwann feststellte, dass ich seit meiner Skater Dater Phase mit etwa Sechzehn Jahren und den damit einhergehenden Carhartt-Schnallen nichts ähnliches mehr getragen hatte. Nun gut, mit ein paar wenigen Ausnahmen wie dem allseits bekannten Strassgürtel vielleicht, der glücklicherweise als modisches One Hit Wonder der 00er Jahre gewertet werden darf. Es dauerte eine ganze Weile, bis ich erkannte, was mir beim Anblick meiner Outfits stets fehlte: Ein Gürtel nämlich, so einfach war das. Ich investierte alsbald in das prolligste aller überteuerten Designermodelle, freute mir einen Ast ab über das neue Gefühl des Angezogenseins und stolperte schließlich über einen Croco-Gürtel von & other stories, der seither nicht von meiner Seite weicht. Ein teurer Tür-Öffner also. Jetzt frage ich mich natürlich dennoch, wie ich so lange so verstrahlt sein konnte und so ahnungslos. Vemutlich war ich vor allem eins: Geizig. Einzig als Notwendigkeit und weniger als Accessoire war mir der gängige Gürtel geläufig, die wirklich aufmöbelnden Schmankerl erschienen mir zu teuer, die erschwinglichen hingegen nicht hübsch genug. Schwachsinn, man muss bloß suchen. Und: Vielleicht sogar investieren. Richtig angewandt ist so ein Gürtel schließlich nicht weniger reizvoll als ein edles Paar Schuhe oder gar Schmuck. Vergleichbar ist sein Schicksal aber wohl mit dem der Brille. Meist führt auch sie ein entweder einsames Leben im Badezimmerschrank oder eben sie gehört ganz schnörkellos zum Alltag dazu. Muss ja. Jedenfalls behauptet das ein eiserner Brillenliebhaberfreund von mir. Schluss damit. Ich sage ja gar nicht, dass man mehr als ein, zwei oder drei Modelle braucht, aber wenn schon denn schon. Wirkt nämlich wunder und manchmal braucht man gar keine neue Hose und erst recht keine Bluse, immer wieder hakt es einfach an dem umgeschnallten Zusatz für die herbei gesehnte Prise Ahhh und Oohh.

Hier also ein paar aktuelle Lieblingsmodelle für unterschiedliche Geldbeutel, denen ich nicht gänzlich abgeneigt bin: weiterlesen

Alle lieben „Memes“ //
Warum Gucci bei Instagram abschaut

21.03.2017 um 10.55 – Gesellschaft Mode

Es gab eine Zeit, irgendwann im vergangenen Jahr, da waren Emojis der Hit der Modebranche. Karl Lagerfeld brachte sich selbst und seine Katze als Download auf den Markt, das ikonische Magazin Haper’s Bazaar launchte gleich 36 Emojis als Hommage an den Fashion Zirkus, an die Kardashians als kleine Whats-App-Nachrichten-Accessoires erinnere ich mich auch noch und Acne Studios widmete Banane, Donut und Co sogar eine ganze Sweatshirt-Linie. Belächelbar ist diese Entwicklung zweifelsohne, aber nicht minder logisch. Ich werde ja selbst nicht müde, darauf zu pochen, dass Mode nicht weniger als ein Spiegel der Gesellschaft ist, nur eine künstlerische Disziplin von vielen wenn man so will, und ebenso einflussreich wie beeinflussbar. Wie also könnten die populärsten Sternstunden der Sozialen Medien je spurlos an Designtreibenden vorbeiziehen? Gar nicht. Sie nutzen sie stattdessen zu eigenen zwecken. Memes etwa. Kaum ein anderes Ausdrucksmittel erfreut sich derzeit so großer Beliebtheit. Denn das Rezept ist einfach: Man nehme ein Bild, Comic oder Foto, füge dem Ganzen eine passende kurze Überschrift hinzu und fertig ist die Botschaft – bereit, viral zu gehen. weiterlesen

Shopping // Sweater Weather!

20.03.2017 um 13.15 – Mode Shopping

Mein Lieblingstag des Jahres ist genau jener, an dem man zum allerersten Mal das Haus ohne Jacke verlassen kann ohne zu frösteln. Dazu noch Pizza und Pasta an Biertischen, eine große Spezi und ich bin im Himmel. Nachdem ich jetzt jahrelang annahm, ich müsse Stück für Stück erwachsener oder gar seriöser werden, habe ich mich eine ganze Weile eher zu vermeintlich edeln Strickpullovern verzehrt – aber damit ist gerade irgendwie Schluss. Viel eher sehe ich mich demnächst in übergroßen Sweatshirts an noch größeren Eiskugeln schlecken, während sich immer mal wieder eine schüchterne Wolke vor die Sonne schiebt, um kurz darauf wieder zu verschwinden und die wohlige Wärme zu etwas Besonderem zu machen, über das man sich immer wieder aufs neue freuen darf. So und nicht anders. Und: Winona forever. Spätestens seit „Stranger Things“:
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GEMEINSAME SACHE //
Ab heute: Supreme x Lacoste

16.03.2017 um 10.00 – Mode

Man kann von Supreme halten was man will, aber seit 1994 macht Gründer James Jebbia mit seinem Label so ziemlich alles richtig, was man richtig machen kann: Bloß eine Handvoll Stores gibt es auf der Welt, darunter in Manhattan, Los Angeles, Paris, London und in vier Städten Japans, die Stückzahl besonders begehrter Stücke wird unfassbar gering gehalten und Street Credibility wird hier besonders groß geschrieben. Der erste New Yorker Store wurde beispielsweise so gestaltet, dass Skateboarder direkt mit ihrem Board in den Laden reinfahren konnten. Ach ja, bei Supreme versteht man sich noch. Umso fassungsloser sind wahre Supreme Fans genau dann, wenn es darum geht, dass jemand Falsches hier die ausgewählten Kollektionen trägt: Denn nachdem Supreme gemeinsame Sache mit Louis Vuitton machte und erste Stücke an Blingbling-Promis wie Lewis Hamilton, den 12jährigen Cruz Beckham oder Justin Bieber verschenkte, war Schluss mit lustig.

Ob die Zusammenarbeit mit Lacoste, die ab heute online und in Stores sein wird, da ähnlich auf Gegenwind stößt? Wahre Supreme-Fans werden sicher nicht begeistert von der Idee sein, dass sich Supreme in einer xten Runde dem Massenmarkt öffnet, ausverkauft wird die neueste Liaison des französischen Tennisbrands und der Kool Kid Marke aus New York selbstverständlich trotzdem sein. Und für all diejenigen, die längst die Ohren spitzen, gibt’s hier alle Bilder und einzelnen Teile der aktuellsten Kollaboration: weiterlesen

5 Piece Wardrobe //
Der März ist wie Kaugummi

15.03.2017 um 8.40 – Mode Shopping

Der März hat für mich immer ein bisschen etwas von geistiger Geißelung, weil die Sonne sich zu uns in etwa so verhält wie ein Kaugummi zum leeren Magen. Ständig wird vorgetäuscht, dass da gleich was kommt, und dann, tödöö, doch nicht. Wir müssen also noch ein wenig tricksen, aber das schaffen wir, kein Problem. Mit viel Regenbogen-Farbe zum Beispiel und Handtaschen, die in wohlig warmer Picknickkorb-Manier erstrahlen. Weshalb ich mich aber ausgerechnet in das obige Modell vergucken musste bleibt ein Rätsel meines modegepeitschten Gehirns. Was an dieser Stelle hingegen nicht unerwähnt bleiben darf, ist die unfassbare Gabe der nachhaltig produzierten Kings-Of-Indigo-Jeans namens „Anne“, aus flunderflachen Birnen-Popos wahrhaft knackige Äpfelchen zu formen. Ist so, ich spreche da aus Erfahrung; statt einem Hintern habe ich im echten Leben quasi bloß einen Rücken mit Ritze. Und eine schwäche für rote Schuhe: weiterlesen

Fashion Tales // Alles hat ein Ende, nur die Trend-Wurst nicht – Im Interview mit Zalando

14.03.2017 um 11.41 – Mode

Trends sollten uns so egal sein, wie eine Niete auf dem Jahrmarkt. Es gibt ja viel zu viele, als dass man überhaupt mit der Frustration nachkäme, wenn man sich denn um jede Einzelne scheren würde. So ist das auch mit den immer neuen Schnitten, Schlaufen und Schluppen, mit den Mustern, Madras und Moustache-Effekten. Wer immerzu damit beschäftigt ist, sich dem Stelldichein des modischen Diktats zu ergeben, der steht am Ende ziemlich dämlich da. Mit wenig eigenem Schneid nämlich, dafür aber mit fremden Fummeln, die wenig aussagen und umso mehr von der eigenen Person verstecken. Ich kann also verstehen, dass man da überhaupt erst gar nicht mitmachen will. Es kommt schließlich noch der ewige Dauervorwurf hinzu, der Branche seien die Ideen ausgegangen.

Wenn man mich fragt, ist das nicht ganz falsch, aber schon gar nicht richtig. Denn alles kommt zwar wieder, aber nunmal nicht einfach so, nicht 1 zu 1. Meist haben wir es tatsächlich mit dem logischen Aufwärmen von mit den Jahren eiskalt gewordenen, aber dennoch ziemlich prägenden Feinheiten zu tun, immer dem Spirit entsprechend, der gerade durch die Gesellschaft weht. Reputationen müssen demnach nicht verkehrt sein, sie können sogar sehr köstlich sein. Im besten Fall geben sie eine Richtung vor, keine Regeln. Sie helfen uns dabei, nicht in Monotonie zu ersaufen und hin und wieder ein ganz neues Ich zu entdecken, eines, das zwar immer da war, bloß im Verborgenen. Nehmen wir als Beispiel das Power Dressing, über das ich gerade etwa mit Zalando gesprochen habe und das heute wieder mehr denn je gefeiert wird. weiterlesen

5 Piece Wardrobe //
Das florale Maxi Dress

14.03.2017 um 10.07 – Inspiration Mode Shopping

Die in London lebende Australierin Yasmin Sewell ist mittlerweile nicht nur eines der beliebtesten Bild-Motive internationaler Streetstyle-Fotografen, sondern vor allem ein Vorbild in Sachen Fleiß, Biss und dem Festhalten an Träumen. Vor etwa acht Jahren eröffnete die 40-jährige Geschäftsfrau in Großbritanniens Hauptstadt ihre erste Boutique, kurz darauf gründete sie erfolgreich eine Agentur, die sich bis heute vor allem der Trendforschung widmet, sie ist Co-Gründerin des Brands Être Cécile und Fashion Director bei Style.com. Eine Tausendsassarin, wenn man so will, und zwar eine, die uns so ganz nebenbei auch mit ihrem wunderbaren persönlichen Stil inspiriert, der immer authentisch, bunt, aber niemals verkleidet oder in typischer Abziehbild-Manier daher kommt. Zuletzt machte sie uns große Lust auf Maxi-Kleider im Frühherbst – kombiniert mit nicht minder langen Mänteln und gigantischen Ohrringen. Alltagstauglich und besonders in einem, eine andere Beschreibung mag mir gerade nicht in den Sinn kommen. Ich weiß bloß, dass wir uns durchaus eine Scheibe von diesem floralen Look für die fiese Übergangszeit abschneiden können: weiterlesen

STORE OPENING // Kommt vorbei:
„Edited the Label“ eröffnet in Frankfurt

10.03.2017 um 15.30 – Mode Shopping

Eigentlich sollten wir uns geradewegs auf dem Weg nach Frankfurt befinden, um gemeinsam mit euch den allerneusten EDITED the Label Store in der Mainstadt zu feiern. Allerdings kam alles mal wieder anders als geplant, ein dicker Streik des Bodenpersonals an beiden Berliner Flughäfen und eine komplett überladene Bahnalternative machten uns nämlich einen dicken Strich durch die Rechnung. Genau deswegen hocken wir jetzt noch immer daheim, statt das Opening gemeinsam mit euch zu begießen. Ihr wisst was das bedeutet? Ihr Frankfurter*innen müsst ganz einfach für uns einspringen und ab 16 Uhr vorbei schauen – dann nämlich eröffnet der allerneuste EDITED the Label Store auf dem Rossmarkt 17 in Frankfurt am Main seine Pforten.

Nach Hamburg, Berlin und München ist es nun bereits der vierte stationäre Store des Online-Shops, der die schönste Auswahl des In-House Labels mit sorgsam kuratierten Accessoires von anderen Brands unter ein Dach bringt. weiterlesen

Warum ich „Style The Bump“ nicht mehr hören kann.

09.03.2017 um 12.34 – Feminismus Kolumne Leben Mode

Ich möchte nicht gehässig klingen, wirklich nicht, aber wenn ich irgendwo den Hashtag #Stylethebump lese, möchte ich mir ein blickdichtes Brett vor den Kopf schnallen. Eines, das ebenso robust und beständig ist wie die allseits verbreitete Annahme, eine gut gekleidete Schwangere sei etwas Aufsehenerregend. Etwas Besonderes. Als hätte man eine Art Auszeichnung dafür verdient, wenn man in der Lage dazu ist, sich trotz Babybauch ein hübsches Kleid überzuwerfen, dafür, dass man im Angesicht der Hormondusche nicht verlernt hat, Lippenstift aufzutragen.

Böse Zungen könnten mir jetzt unterstellen, ich würde all den werdenden Müttern da draußen auf die Füße treten wollen, ihnen den wohlverdienten Lob nicht gönnen. Dabei geht es mir um das Gegenteil. Darum, dass mir viele der medialen Huldigungen in Wahrheit wie Hohn vorkommen. Überall liest man Headlines wie „Stylish und schwanger – diese Promimütter zeigen wie es geht“. Als würde das eine das andere normalerweise ausschließen. weiterlesen

Paris Fashion Week //
6 Trendlektionen mit Chanel, Balenciaga, Loewe & Jacquemus

07.03.2017 um 15.05 – Mode

Ein Fingerschnips und schon ist er auch schon wieder vorbei, der wichtigste Modemonat, der von New York bis nach Paris zieht und dabei die Designerelite und die Kreationen der kommenden H/W Saison präsentiert. Was wir uns für den kommenden Winter hinter die Löffel schreiben sollten, das haben wir hier bereits für euch herausgearbeitet – und heute folgt ein weiterer, visueller Trendreport der wichtigsten 6 Parallelen aus Paris: Von kosmischen Einflüssen, Laissez-Faire-Attitüde, einer ziemlich betonten Hüftpartie und Oversize to the Max.

Der kommende Winter verspricht jedenfalls ganz schön viel Neues, gepaart mit einem Mix aus ausgereiften Trends der Vergangenheit und einer ordentlichen Portion Farbe. Here we go: weiterlesen

Wish List //
Wenn jetzt Urlaub wär.

07.03.2017 um 9.30 – Mode Shopping

Ich habe mir für dieses Jahr erstmals seit dem Verlassen meines Elternhauses eine ganz schön mächtige Ferienportion verordnet, mindestens zwei Wochen lang werde ich im Sommer planschen, wandern, Karten spielen und Schach, nichtstun oder vielleicht auch einfach aufs offene Meer starren. Wo, das weiß ich noch nicht, aber ich werde es tun, ganz einfach darum. Und weil ich keine Lust mehr habe, ständig irgendeiner verpassten Reise hinterher zu jammern. Selbst Schuld. Da hilft also nichts, außer: Prioritäten setzen, ab sofort und besser heute als morgen. Oder auch schon gestern.

Da habe ich mir endlich einen Flug gen Mallorca gebucht, wo ein lieber Freund seinen runden Geburtstag zum Besten geben wird, in kleiner feiner Runde. Wenn doch jetzt schon Juni wär. Und Urlaub. Und Sommer. Ich würde zwar eigentlich rein gar nichts tragen, höchstens einen Badeanzug samt Strohhut vielleicht, aber wenn es denn unbedingt sein müsste, könnte ich mich an Abenden voller frischer Brisen durchaus auch zu dieser rosafarbenen Jeans dort oben durchringen. Und schaut euch nur die Tasche an! Man mag ja kaum glauben, dass sie von Mango stammt. Eine potenzielle Sommersandalen wäre mit Joseph quasi auch schon gefunden und ohne „Bonjour Simone“ verlasse ich das Land ohnehin nicht mehr: weiterlesen

Pandora Sykes ist der einzige Mensch, der Crocs mit Würde tragen kann.

06.03.2017 um 12.43 – Mode Trend

Wie heuchlerisch und hochnäsig von uns, das Auftauchen von Crocs auf dem Laufsteg von Christopher Kane ohne Weiteres mit Argwohn zu betrachten, sogar mit den Augen gerollt haben wir und schallend gelacht. Dabei höre ich uns noch vor wenigen Wochen über die Gemütlichkeit jubeln, die seit ein paar Jahren Einzug in die sonst so elitäre Modewelt hält. Sneaker und Sandalen bei Chanel waren es, richtige Sandalen, breitfüßige ohne zarte Riemchen eben, die dem ungemütlichen Umherschreiten in Zierde-Schuhen in letzter Instanz den Garaus machte. Und trotzdem. Im letzten Jahr hatten wir uns noch über Christopher Kanes seltsame Vorliebe für die oft in Arztpraxen, Einkaufszentren oder Vorgärten gesichteten Ausgeburten des Anti-Geschmacks gewundert, nachdem aber vor allem Vetements vermehrt dazu beigetragen hatte, dass unkonventionelle Mode sowie Proll-Brands (Juicy Couture!) plötzlich wieder auf dem Streetstyle-Radar auftauchten, sollten wir die Croc-Offensive eigentlich bloß als logische Weiterführung hinnehmen. Können wir aber nicht. Was vor allem an den vielen Fragezeichen liegt, die mit besagter Entwicklung einher gehen.

Denn: Sollte Mode nicht vor allem Spaß machen? Ist dann nicht ohnehin alles erlaubt? Ja und ja. Aber: Welche Trends entstehen wirklich aus Freude und Überzeugung und Euphorie (über den Tragekomfort etwa) und welche, weil wir den Stil-Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen? Werden wir vielleicht sogar an der Nase herum geführt, macht sich da jemand über uns lustig und schaut, wie weit man es treiben kann? Getreu dem Motto: Schauen wir mal, wie die elenden Social Media Lemminge sich gegenseitig folgen, kopieren und zum Affen machen werden? weiterlesen

Nachhaltigkeit //
Das „Fair Fashion“-Debüt von Mango

06.03.2017 um 12.16 – Fair Fashion Mode Nachhaltigkeit

Es ist keine Frage des Wohlwollen, es ist eine unabdingliche Einstellung, sich dem Thema „Nachhaltigkeit“ im Jahr 2017 zu widmen: Das fängt bei unserem eigenen Konsum an, bei Mehrweg-Kaffeebechern mit denen wir zum unserem liebsten Café tingeln, geht mit dem Verzicht von Plastiktüten weiter und hört wahrscheinlich nirgendwo auf: Dass wir an unserem Konsum schrauben müssen, ist klar wie Kloßbrühe, dass wir uns öfter auf die Finger hauen sollten und strenger zu uns sein müssten auch. Nachhaltigkeit umfasst nicht bloß einen einzigen einen Bereich, Nachhaltigkeit muss überall stattfinden, ist miteinander verzweigt und spätestens auf den zweiten Blick recht ungemütlich und komplex. Umso erschreckender ist die Tatsache, dass sich die meisten Modeketten noch immer komplett vor diesem Thema verschließen. Warum das so ist? Weil der Fokus woanders liegt. Weil wir zwar glauben, Fair Fashion interessiere jeden, die Realität wohl leider eine ganz andere ist. Weil ein Riesenkonzern vielleicht ähnlich bequem ist wie wir und lieber auf hohe Margen als auf komplexere Umsetzungen setzt. Weil hinter verschlossenen Türen Mächte herrschen, deren Gewalt wir nicht einmal ausmalen können. Weil der Bedarf so hoch ist, dass eine nachhaltige Produktion gar nicht gewährleistet werden kann. Rechtfertigungsversuche für andere, Ende.

Eine weitere Modekette, die sich 2017 allerdings ENDLICH dem Thema annimmt, ist Mango. Und auch wenn wir uns im Klaren darüber sind, dass es sich hier vielleicht im ersten Moment um Greenwashing handelt, sollten wir den Schritt ins nachhaltige Business nicht gleich abwinken, denn genau dieser schafft im besten Fall Bewusstsein bei Konsument*innen, die sich bislang davor verschlossen haben. Mango selbst spricht von einem ersten Anfang – und genau der wurde mit der nachhaltigen Linie „Commited“ im März gemacht: weiterlesen

OUTFIT // „The Second Sex“

06.03.2017 um 11.22 – Mode Outfit Wir

Die letzten Wochen waren trubelig, was nicht heißt, dass ich sie nicht genossen hätte, aber verflucht eben auch. Genau wie die Tatsache, dass ich kein vielarmiger Tintenfisch bin, obwohl mir ja selbst dann noch die schwer benötigten Zusatz-Finger zum Umsetzen neuer Ideen fehlen würden. Was ich eigentlich sagen will: Selten habe ich mich im Angesicht eines Ist-Zustands so überfordert und gleichzeitig saufroh gefühlt. Am 1. März hat unsere erste eigene Kollektion das Licht der Welt erblickt, bis dahin gab es kaum einen Tag Pause. Denn das hier musste ja trotzdem laufen, genau wie alles Administrative hinter den Kulissen und pipapo. Jetzt jammere ich natürlich auf hohem Niveau, aber keineswegs über das Pensum, das brauche ich ja irgendwie auch fürs Seelenheil, sondern über die vielen Neuerungen und Rubriken und Ansprüche an Jane Wayne, die da derzeit in meinem Hirn schlummern. Eigentlich ja prima, bloß: Wann sollen die denn endlich raus da? Irgendetwas ist ja immer. Und ich weigere mich, noch mehr aus der Hand zu geben, wir wollen schließlich keine gesichtslose Nachrichtenseite werden. Ich rege mich jetzt also mal ganz schnell ab uns versuche an meinem eigenen Zeitmanagement zu arbeiten, das lässt seit der unverhofften Schmetterlinge im Bauch und noch dazu dem Frühlingsbeginn nämlich wirklich auch zu wünschen übrig.

Zurück zum Montags-Outfit also: Wenig selbstlos trage ich mein Lieblingshirt aus der „Bonjour Simone“ Kollektion (ihr wisst, Simone De Beauvoirs Buch „Das andere Geschlecht“) und auch die dazugehörige Hose. Wer letztere mag: Seid gewarnt, sie fällt riesig aus, ich trage hier eine XS. Das ist Absicht, weil ich persönlich die Jeans zuweilen ganz oben in der Taille, aber dann auch wieder etwas lockerer, so wie hier, kurz über dem Bauchnabel tragen mag: weiterlesen