Kategorie-Archiv: Mode

Designer*innen setzen Statements // Warum Mode politisch sein darf und sogar sollte.

06.02.2017 um 15.17 – Gesellschaft Mode

protestIch war gerade dabei, eine kleine Lobeshymne auf all jene Modehäuser zu verfassen, die in Zeiten wie der jetzigen klar Stellung beziehen. Die sich – im Fall der Fälle – weigern würden, einem Mitglied der Trump Familie je kostenlos feinen Zwirn zur Verfügung zu stellen (Joseph Altuzarra, Tom Ford, Sophie Theallet, Opening Ceremony, Marc Jacobs), die den Protest auf den Laufsteg holen (wie etwa Lala Berlin, die auf ihrem Runway ein Plakat mit dem Schriftzug „I Am An Immigrant“ in den Händen hielt, um gegen „die Attacken auf die Menschenwürde“ zu protestieren), die sich im Kollektiv dazu entscheiden, wenig subtil, aber dafür volle Pulle die Liebe zu propagieren. Wie OC mit dem Launch der Global Varsity Jackets. Oder Ganni mit seiner #Lovesociety zum Beispiel. Oder Demna Gvasalia, dessen Schriftzüge für die Balenciaga-Kollektion nicht nur zufällig an das rot-weiße „Bernie Sanders“-Logo erinnerten. Da stolperte ich in Kommentarspalten, aber auch auf Blogs und in Magazinen schon alsbald auf ein paar wenige Kritiker*innen, die das „Aufstehen“ der Modebranche ganz entgegen meiner eigenen Empfindungen als „cleveres Marketingkalkül“ abfertigten. Oder zumindest danach fragten, wie politisch Mode eigentlich sein darf.

Ich stutzte nur kurz, antwortete mir selbst mit den Worten „sie MUSS sogar“ (wie Journelles übrigens auch), stöberte zunächst weiter und fand in Raf Simons Menswear Show schließlich Gaffa Tape statt Gürtel vor. Der Designer erklärt dazu: „I wanted to go back to how I experienced New York in the beginning and combine it with how I experience it now. So this fresh young direction to the city and everything it stands for—and what is happening now. (…)Ask me do I think that you should stand up against what is happening in this country, then I say yes.” Vermutlich werden während der kommenden Modewochen noch etliche Beispiele folgen. Und obwohl ich der Meinung bin, dass das kritische Hinterfragen kapitalistischer Strukturen ebenso wie das Anprangern cleverer Marketing-Streiche zu jedem Zeitpunkt unabdingbar sind, kann ich in diesem Fall nur weiter auf meinem Standpunkt beharren, der sich ganz deutlich für das Nutzen jeglicher medialen Power „for a good cause“ ausspricht. Ganz gleich, ob oder wie damit zeitgleich das eigene Portemonnaie gefüllt wird. Am liebsten würde ich sogar sagen „eben darum“. Weil ich der Diskussion, die einst mit dem Fame-inismus begann, längst überdrüssig bin. weiterlesen

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Wish List //
Frühlingsboten im Februar

06.02.2017 um 12.07 – Mode Shopping

february wish listMensch Meyer, ich versuche jetzt überhaupt nichts über das Wetter zu sagen, das Gemeckere, auch mein eigenes, geht mir selbst schon gehörig auf die Nerven. Stattdessen übe ich mich in Vorfreude und stelle virtuell die ein oder andere Frühlings-Wunschliste zusammen, um dann, wenn es so weit ist, nicht Gefahr zu laufen, vor lauter Euphorie Geld an den falschen Stellen zu verprassen. An ein wenig Verschwendung komme ich allerdings auch diesmal nicht umher, ich meine, schaut sie euch an, diese Drop Ohrringe von J.W. Anderson. Wie kleine Bonbons könnten sie am Ohrläppchen hin und her baumeln und jedes noch so triste Outfit aufmöbeln. Aber das steht noch in den Sternen – der Preis, urghs. Das Fritten-Shirt hingegen ist so gut wie geritzt, genau wie der Ringel Sweater, der mein persönliches Farb-Traumpaar endlich groß raus bringt. Und so weiter und so fort. Achja, und: Popcorn. Oder doch „You are the Universe?“: weiterlesen

CPH Fashion Week // Henrik Vibskov, Designers‘ Nest, Baum + Pferdgarten, Cecilie Bahnsen & Won Hundred

06.02.2017 um 10.26 – Mode

chfw

Lange Zeit gehörte die Copenhagen Fashion Week zu unseren liebsten Modewochen: Wenn Henrik, Stine und Co riefen, zögerten wir keine zwei Sekunden, um unsere Einladungen anzunehmen und den Flug gen Skandinavien zu buchen. Irgendwann allerdings sahen wir uns an den immer ähnlicher werdenden „Cool Kid“-Looks satt und richteten unsere Augen viel lieber nach Paris und Italien. Das es allerdings längst wieder an der Zeit ist, den Blick umzuschwenken, bewiesen jüngst nahezu alle Herbst/Winter Looks für den kommenden Winter. Hier versucht niemand mehr den xten Sporty-Outfit neu zu kreieren, sondern lässt Strömungen der Großen ganz selbstverständlich mit dänischer Entspanntheit verschmelzen.

Mountain Boots treffen romantische Kleider, Handtücher aus Frottee werden als Top ausgeführt, Nadelstreifen-Zweiteiler und Stepp feiern ihr Comeback und zwei Jungdesignerinnen schieben sich ganz mühelos auf unseren Schirm. Aber seht selbst: weiterlesen

Fair Friday // Dürfen wir vorstellen? Ignore.
Ein Interview mit Gründerin Bekka

This is Jane Wayne - Fair Friday - Ignore

An dem Tag, an dem ich das Label Ignore entdeckt habe, habe ich einen Teil meines Herzens verschenkt: Das passiert mir in der nachhaltigen Modewelt nicht allzu oft, doch dieses Mal hatte es mich voll erwischt. Ich mag das Logo, ich mag die Aufbereitung der Website und ich liebe die Looks dieses niederländischen Brands. Es scheint, als wäre Ignore mit seiner minimalistischen und cleanen Herangehensweise nur für mich gemacht.

Die sanften Farben und zeitlosen Schnitte der – durchaus überschaubaren – Auswahl sind genau das, wonach ich gesucht habe. Nicht umsonst habe ich bereits die Vegan Leather Pant und zwei Blusen in meinen Kleiderschrank verschwinden lassen. Eine herausragende Qualität, bezahlbare Produkte und obendrein noch eine Founderin, nämlich Bekka, die überragend nett und freundlich ist. Und große Pläne hat:  weiterlesen

Bilder des Tages // Topshop³: Die erste Hochzeitslinie, die kommende Sommerkampagne & Neues von „Boutique“

02.02.2017 um 14.57 – Mode Shopping

topshop

Bei all den Modeketten, die sich da draußen so tummeln, muss man sich als High Fashion Riese schon ordentlich was einfallen lassen, um auch unter dem Gerede der Leute zu sein. Wir hätten da Strategie „Skandal“, Nachhaltigkeit (nein, leider immer noch nicht selbstverständlich und deswegen immer eine News wert), atemberaubende Bilder oder Neuigkeiten rund um neu getrampelte Pfade anderer Art, die zukünftig betreten werden sollen. Bei Topshop setzt man dieser Tage offensichtlich auf ein News-Round-Up, das gleich verschiedenste Zielgruppen bedienen soll: Da hätten wir zum einen die neueste Kampagne mit der 17jährigen Lily Jean Harvey, die im britischen Hause als „New Face“ betitelt wird, und die Spring/Summer Highlights in luftig leichter Manier und in Lolita-Posen bewirbt. Zum anderen gibt’s aber auch einen neuen Schwung aus der hochwertigeren Boutique Linie, die Zwischenkollektion praktisch, die sich irgendwo mittig gleich neben der Trendlinie und der Runway-Kollektion Unique einordnet und auf Zeitlosigkeit setzt. News Nummer drei bleibt wohl allerdings die spannendste Neuerung im Hause Topshop – und die dürfte für alle „Brides to be“ nicht ganz uninteressant sein:

Denn Topshop launcht schon ganz bald seine allererste Bridal Couture und widmet sich einem der lukrativsten und gleichzeitig immer noch recht unterrepräsentierteren Märkte: den erschwinglicheren Brautkleidern, die leicht von der Norm abweichen. Weiß (und Crème natürlich) kann jeder, vollkommen logisch, aber weiß und atemberaubend ist den wenigsten vorbehalten. Ein erstes Bild der „Bridal Couture“ sorgte diese Woche für leichtes Jucken in den Fingern, alle Übrigen für akute Sommersehnsucht und Urlaubsdurst. Aber seht selbst: weiterlesen

CFW //
Ganni AW 17
Rose Red Details & die #LOVESOCIETY

02.02.2017 um 10.53 – Mode

ganni lovesociety aw 17

(…)Die Welt fühlte sich – und tut es immer noch – wie ein dunkler Ort an. Die Kollektion trägt den Titel Love Society und ist meine Form eines Beitrags zur Lage. Ich halte an dem Ideal einer liebenden, achtsamen Gesellschaft fest. Eine, die den Dialog sucht, uns auffordert zusammenzustehen und aufeinander acht zu geben. Mit Liebe gibt es immer Hoffnung.“ – Ditte Reffstrup, Cretative Director. 

Klimawandel, Konflikte, Kriege, Neuwahlen – das Jahr 2016 war vor allem ein politisches, eines, dann an niemandem von uns spurlos vorüber gezogen ist. Wir gehen wieder auf die Straße, werden laut, diskutieren, suchen nach Erklärungen und Lösungen. Im Kleinen aber vor allem nach Gesprächen. Um besser begreifen zu können. Und zu verarbeiten, was kaum mehr zu erklären ist. Auch in Ditte Reffstrups Team dominierten Konversationen über die Zukunft unserer Welt viele der Gespräche, die sich während der Arbeitszeit mitunter auf das beziehen mussten, was am gestrigen Abend im Rahmen der Copenhagen Fashion Week präsentiert werden würde. Das Ergebnis ebenjener Gespräche war gestern schließlich auf dem Laufsteg zu sehen – als #LOVESOCIETY. Das Thema der Liebe durchzieht die gesamte Ganni Kollektion. In Form von plakativen Herzen und Stickereien, ja, aber auch durch die Stimmung, die mit jedem einzelnen Kleid transportiert wird. Denn es ist vor allem eine wohlige Wärme, die uns von Dänemarks Hauptstadt aus entgegen weht. Und Looks, die so nahbar und tragbar sind, dass man als Betrachtender nicht lange braucht, um zu verstehen, dass grenzenloser Optimismus jetzt angebrachter ist denn je. weiterlesen

Shopping //
The Ski Jumper

30.01.2017 um 13.07 – Mode Shopping Trend

ski pullover sweater 60sImmer, wenn ich Omis alte Fotos durchschaue, ärgere mich darüber, dass ich nicht viel früher auf den Trichter gekommen bin, sie vom Entsorgen alter Kleidung abzuhalten, aber wer hätte mit 16 jungen Jahren auch ahnen können, dass das Rad der Mode tatsächlich kaum mehr neu erfunden werden würde. Stattdessen findet seit Jahren ein eklektisches Interpretieren von längst Vergangenem statt. Was ja nicht falsch ist, keineswegs, wenn auch in den Augen früher Geborener ein wenig öde. Ein Comeback jagt jedenfalls das nächste. Seit nicht wenigen Saisons ist beispielsweise die Skimode der 60er zurück, sogar auf den Laufsteg von Miu Miu haben die Blockstreifen und Spitzmuster es längst geschafft. Nun stehen alle Zeichen zudem auf Reißverschlussdetails in Kombination mit Roll- und Stehkragen auch diesmal habe ich nichts dagegen. Ist ja auch schon wieder nicht ganz frisch dieser Trend, aber zunehmend hübsch anzusehen und noch dazu erschwinglich. Der Glitzerpullover von & other stories etwa dürfte sofort Einzug in meinen Kleiderschrank halten. Die Auswahl von Urban Outfits ist ebenfalls nicht von schlechten Eltern: weiterlesen

Chanel Haute Couture // Karls Muse Lily-Rose Depp & Details, die wir uns merken sollten

26.01.2017 um 13.57 – Mode

chanel haute couture ss17 „Ist das da Haute Couture?“ fragte mich jüngst eine Freundin, als vor einem Schaufenster standen, das vollgepackt mit Opulenzen war. Sie war sich ganz sicher. Und fast ein bisschen traurig, als ich schließlich widersprechen musste. Natürlich, wenn man besagten Begriff wörtlich übersetzt, ist damit nichts anderes als „gehobene Schneiderei“ gemeint. Vielleicht wird er deshalb sooft verwendet, meist allerdings zu Unrecht. Im Schnitt sind es nämlich nur insgesamt 20 Designhäuser weltweit, die das in Frankreich geschützte Attribut ihr Eigen nennen dürfen und damit zum exquisiten Zirkel der „Chambre Syndicale de la Couture Parisienne“ zählen. Ebenjene Schneiderinnung entscheidet tatsächlich jedes Jahr aufs Neue, wer dabei sein darf und wer nicht. Um die hohe Schneiderkunst zu wahren, wird nach strengen Kriterien ausgewählt. Jede HC Kollektion muss etwa aus mindestens 35 Unikaten bestehen, für die ausschließlich die hochwertigsten und exklusivsten Materialien verarbeitet werden dürfen – per Handarbeit. Maschinen verboten. Für ein einziges Abendkleid muss demnach mit bis zu 1000 Arbeiststunden gerechnet werden. Es kommt also längst nicht mehr darauf an, wer die optisch üppigsten Kreationen präsentiert, ganz im Gegenteil, Haute Couture kann mitunter beinahe tragbar wirken. Dazu passte auch Karls neue Zurückhaltung hinsichtlich der sonst gern überkonstruierten Locations, man denke etwa an der Supermarkt oder den Flughafen zurück. Diesmal wirkte das Spektakel in Erinnerung an die kleinen Salonschauen von damals beinahe, als hätte sich eine neue Ruhe in der Haute Couture etabliert. Vielleicht ein Statement gegen das Lautsein der Welt, das sich durch Trump ganz aktuell nur noch weiter zu manifestieren scheint. “I wanted something impeccable, clean. I wanted the girls to look like walking fashion drawings,” beschrieb Karl Lagerfeld selbst sein Defilee. weiterlesen

Budget Buy // Auf der Blumenwiese

26.01.2017 um 12.09 – Mode Shopping

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Wie schön wäre es, jetzt einfach ohne Jacke vor die Türe zu gehen, leichtes Schuhwerk anzuziehen und nach Lust und Laune auf kurze Beinkleider zu setzen. Und wie großartig wäre es, nicht mehr zu frieren, wenn man das Haus mal wieder ohne Schal und Mütze verlässt. Das Berliner Grau hat seinen Höhepunkt erreicht – oder sagen wir so: meine Toleranzgrenze. Denn während eine ganze Horde von Menschen derzeit zwischen Tulum und Kaptstadt turnt und mich auf Instagram virtuell zwingt, geistig dabei zu sein, sitze ich im drückenden Berliner Winter fest und träume von nichts anderem als Sonne, Plusgraden und Draußenzeit. Es hilft nicht viel außer selbst Reißaus nehmen, aber das steht aufgrund eine fast platzenden Terminkalenders akut nicht zur Debatte. Daher setze ich mal wieder auf positive Gedanken und darauf, sich ab sofort mit allerhand sommerlichen Appetithäppchen zu umgeben und jeden uns zur Verfügung stehenden Strohhalm zu ergreifen, um ihn in unsere Piña Coladas zu stecken. Im Blumenkleid vielleicht?

Während ich im vergangenen Sommer noch wie eine Verrückte nach zarten Streublumen und üppigen Bouquets Ausschau hielt und unbefriedigt zurückblieb, gibt’s sie jetzt endlich in Hülle und Fülle. Grund genug, die allerschönsten Kleidchen, Blusen und Accessoires für euch herauszusuchen, die auch ganz easypeasy im Winter und mit dickem Strick und Nylonbeinen funktionieren:  weiterlesen

Leserbriefe // Rebecca fragt:
„Sind Frauen, die Mode mögen, dumm?“

25.01.2017 um 14.37 – Feminismus Leben Mode Wir

giphyLiebe Nike,

ich weiß gar nicht, wie ich das jetzt richtig erklären soll, ohne irgendwem krumm zu kommen. Aber ich mag Mode so richtig doll, seit ich klein bin. Klein war ich aber in einem noch kleineren Dorf und da bin ich nach dem Studium auch wieder hingegangen, aus tausend Gründen. Meine Freunde hier treiben vor allem Sport in ihrer Freizeit. Du warst ja auch gerade in den Bergen, deshalb weißt du vielleicht, was ich meine. Wir quatschen über dies und das, aber wenn es um Ästhetik geht, bin ich ein einsamer Wolf. Wenn ich rote funkelnde Schuhe trage (meist 2ndHand), denken die alle, ich spinne. Frauen, die sich für Mode und Einrichtung interessieren, sind für die meisten hier schlichtweg oberflächliche Idioten. Eigentlich weiß ich ja, dass Interessen verschieden sind, aber manchmal fühle ich mich so unter Druck gesetzt und falsch, dass ich selbst denke, dass ich irgendwie ein bisschen dämlich sein muss. Aber Schönes habe ich gern um mich. Auf eine relativ gesunde und nicht konsumwahnsinnige Weise, wie ich finde. Alle paar Monate etwas Neues, mehr muss es gar nicht sein. Verstellen will ich mich deshalb nicht. Da musste ich an euch Janes denken. Ihr mögt ja auch Mode, aber ich glaube, ihr seid überhaupt nicht dumm. Was sage ich denen also demnächst, um mich zu verteidigen?

Eine Antwort wäre toll.
Eure Rebecca. 
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Eyes On //
Karomuster forever.

25.01.2017 um 9.00 – Mode Shopping Trend

karo muster shopping trend

Das Karomuster, der alte Dauertrend-Lümmel. Ganz gleich, ob wir in Wahrheit nun Tartan, Vichy, Hahnentritt, Glencheck oder die berühmt berüchtigten Prince-of-Wales-Karos meinen – diese Liebe währt ewig, jedenfalls wenn mich fragt. Vor allem aufgrund der vielfältigen Einsatzmöglichkeiten. Man kann es sich ja quasi aussuchen: Heute Punkrock, morgen Etepetete, manchmal Holzfäller und an ganz miesen Tagen sogar Britney Spears. Den Schotten des romantischen 18. Jahrhunderts sei Dank. Oder doch nicht? Historische Funde lassen nämlich durchaus auf China, Skandinavien und mitunter auch Zentraleuropa als Urheberregionen schließen, noch lange bevor dieser angebliche Christus seinen ersten Schritt tat. Wie auch immer, ich danke all jenen, die irgendwann auf die Idee kamen, aus alten Traditionen neue modische Gepflogenheiten zu formen.

Mein aktuelles Lieblingsstück seht ihr auf dem Bild dort oben – ein Glückstreffer von Asos. Noch mehr gibts hier: weiterlesen

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FASHION WEEK BERLIN HIGHLIGHTS //
Perret Schaad, Vladimir Karaleev & Julia Seemann

25.01.2017 um 8.35 – Mode

mbfw

Eine Woche ist sie bereits her, die Berliner Fashion Week, und während das gesamte Modevolk gerade alle Augen auf Paris und die hohe Schnittkunst des „Chambre Syndicale de la Haute Couture“ richtet, wollen wir heute noch einmal fix zurückblicken und drei Labels hervorheben, die unterschiedlicher kaum sein könnten: Zum einen Perret Schaad, die nicht bloß mit ihren aus Draht geflochtenen Ohrringen auf sich Aufmerksam machten, sondern vor allem mit ihren Pyrit-farbigem Kreationen, die die Beschreibung „fließende Materialien“ noch einmal selbst auf die Spitze trieben. Zum anderen sahen gab’s da aber auch die Berliner (oder sagen wir: Schweizer) Antwort auf Vetements, nämlich Julia Seemann Kollektion, die uns geradewegs zurück in die 90er katapultiert. Vladimir Karaleev darf an dieser Stelle natürlich nicht fehlen – und genau mit diesem Herren und seinen verdrehten Kreationen fangen wir an: weiterlesen

Trumpet Sleeves //
Warum „unpraktisch“ manchmal gut fürs Gemüt ist

24.01.2017 um 15.30 – Allgemein Mode Shopping

trumpet sleeves pullover shopping

Beim Anblick von Trompetenärmel kamen mir als kleines Mädchen vor allem Prinzessinnen in den Sinn. Solche, die ganz sachte die Hand heben, um einen weißen Schimmel zu streicheln und bei allem, was sie tun, feenhaft zerbrechlich wirken. So wollte ich überhaupt nicht sein und auch die Geschichte der Queen Victoria konnte mich nicht recht davon überzeugen, einer derart unpraktischen Mode Wohlwollen entgegen zu bringen. Irgendwann aber flatterten alte Bilder aus den 70er Jahren in mein Notizbuch und zum ersten Mal wollte ich selbst immerzu mit dem Arm wedeln. 2013 besiegelte schließlich Dries van Noten meine zunehmende Liebe zu Trompeten-, Glocken- und Ballonärmeln. Es sollte trotzdem noch dauern, bis sich besagte Silhouette tatsächlich in den Alltag einschleichen konnte. So richtig passierte das wohl erst im vergangenen Jahr und nun sind sie überall: Pullover, die erst einmal ein wenig untragbar scheinen (wie dort oben bei Linda Tol). Dabei ist es ganz anders. Es bedarf bloß ein wenig Phantasie und Hingabe, um zu begreifen, weshalb diese schlackernden Ärmel sogar sehr hilfreich sein können. Zumindest fürs Gemüt.

Rechnungen schreiben, Verträge unterzeichnen, das Bücherregal sortieren, Haare bürsten, telefonieren, wild gestikulierend streiten, in die Hände klatschen – nichts geschieht mehr einfach so, sondern mit viel mehr Hinhabe, wenn man so will. Ihr wisst, was ich meine. Deshalb plädiere ich also ab sofort für gelegentliches Durch-Den-Alltag-Trompeten. Es ist ja nicht so, als ließe sich das ganze bei der Pizza danach nicht einfach hochkrempeln: weiterlesen

Fashion Week Berlin //
Mit William Fan nach China Town

20.01.2017 um 19.28 – Mode

william fan

William Fan hatte es schwer mit mir und angesichts seiner aktuell präsentierten Herbst/Winter 2017 Kollektion, kann ich mir nur gegen die eigene Stirn tippen, denn ich weiß nicht mal mehr, warum. Irgendetwas in mir drin schüttelte mit dem Kopf. Vielleicht war mir anfangs alles zu düster, vielleicht war ich eh schon so übersättigt und schaute völlig ignorant erst gar nicht hin. Vielleicht wollte ich auf den längst abgefahrenen Zug aber auch gar nicht mehr aufspringen, weil ich piesepampelig und völlig allein zurückgelassen wurde, während ganz Berlin eine #FANgirl Bewegung lostrat. Jedenfalls klatschte ich mir nach der verpassten Show im vergangenen Sommer feste ins Gesicht, widmete mich diesem Herrn, der auf einmal da war und allen voran von Vogue Deutschland Chefredekteurin Christiane Arp so sehr in den Himmel gelobt wurde, sah genauer hin und verstand.

William, deine Kollektionen sind nicht bloß überdurchschnittlich schön, sie sind charmant, geschickt, smart, anders, angezogen, raffiniert, tragbar zugleich, das bezaubernde Gegenteil von langweilig – und das Allerbeste: Sie sind für starke Frauen gemacht – und für Männer zugleich. Unisex lautet an vielen Stellen das Zauberwort und ich hätte mir nach Marina Hörmanseders Präsentation keinen schöneren Kontrast vorstellen können, der mich endlich wieder abholt und ein Frauenbild bewirbt, für das ich stehen möchte. Danke, danke, danke. Aber seht selbst: weiterlesen

Dear Photo Diary // Schnappschüsse
aus dem „Berliner Mode Salon“

19.01.2017 um 12.26 – Mode

diary

Es gibt wohl nach wie vor keinen schöneren und besseren Ort, um mit den Designer*innen über ihre Kollektionen zu plaudern, als auf dem Berliner Mode Salon. Es ist ein Potpourri aus bekannten Gesichtern, aus etablierten Labels und Neuentdeckungen und zum vierten Mal in Folge beweist das Konzept, dass Mode deutscher Kreateure unbedingt mehr Beachtung verdient: Speziell William Fan und Nobi Talai haben es in kürzester Zeit geschafft, nicht nur unsere Herzen, sondern auch die der Fachpresse und Einkäufer im Sturm zu erobern: Mit spannenden Kreationen, dem Blick für’s Detail und einer ganz eigenen Handschrift. Das unübertrefflich Schöne an dieser Veranstaltung: Wir erfahren von den Macher*innen selbst, was hinter ihren Entwürfen steckt, wie sich welche Stücke zusammen setzen und worauf es ihnen wirklich ankommt. Und das Konzept geht auf: Im Januar 2015 startete das Konzept der Vogue erstmals und gehört längst zur festen Größe der Berliner Mode Woche, wenn nicht sogar zur Wichtigsten.

41 deutsche Brands standen gestern Nachmittag zum vierten Mal im Mittelpunkt, um genau eines zu beweisen: Wir können auf diese Menschen, diese Kollektionen und den Standort Berlin wahrlich wirklich stolz sein. Und ein paar Schnappschüsse haben wir natürlich mitgebracht: weiterlesen