Kategorie-Archiv: Mode

#VCFashionTour – 4 Ikonen auf Reisen
gewinnt den Koffer im Wert von 10.000€

– 25.01.2016 um 3.30 – Mode

vestiaire collective fashion tourWährend der gerade bestens überstandenen Modewoche klang mein Weckton hin und wieder wie ein aufgeregter Freudenschrei, mehr als ein Mal stand ich jedenfalls binnen weniger Sekunden kerzengerade neben dem Bett, und: vor einem Koffer, der nicht nur schmackhaft und durchaus nach einem Hauch Luxus aussah, sondern selbigen im Wert von rund 10.000€ tatsächlich verschlungen hatte und immer noch hat. Da wird mir ganz schwindelig. Vollgepackt mit vier Ikonen der Modegeschichte, die nicht nur mein eigenes Herz schneller schlagen lassen als Coco Chanel einst das Frauenbild revolutionierte, befindet sich diese Sabber des Giers-erzeugende Bagage gerade im Rahmen der von Vestiaire Collective initiierten #VCFashionTour auf großer Reise quer durch die wichtigsten Fashion Week Destinationen des Erdballs, um irgendwann vielleicht bei einer unserer Leserinnen sesshaft zu werden. Aber dazu später mehr.

Berlin, du Perle, sowas hast du sicher selten gesehen, genau wie ich. Meine Mission, die ihr bereits via Instagram verfolgen konntet, hätte demnach kaum schöner (anzusehen) sein können: Es galt nämlich mithilfe des eigenen Kleiderschranks zu beweisen, dass Klassiker niemals ausgedient haben, dass sie ganz gewiss das Gegenteil von öde und vor allem immer und überall tragbar sind. Blogger-Kolleginnen wie Patricia Mainfiled, Caroline Vreeland oder Lucy Williams werden es mir während der anstehenden Modewochen in Stockholm, Kopenhagen, New York, London und Mailand gleichtun, um nicht nur besagte Ikonen, sondern außerdem den Stil ihrer jeweiligen Heimat in die Welt heraus zu tragen – ein und dasselbe Stück Stoff kann an unterschiedlichen Körpern und Köpfen nämlicher unterschiedlicher aussehen als man womöglich annehmen würde, ich bin also selbst ein bisschen gespannt, welche Art von Outfit-Kreationen wir ab sofort und peu à peu unter dem Hashtag #VCFashionTour bestaunen dürfen. Enden wird die Reise des Koffers schließlich in der Heimat von Vestiaire Collective, nämlich Paris. weiterlesen

Fashion Week Berlin // Louise Friedlaender,
keine ist so schön wie du.

– 25.01.2016 um 2.52 – Mode

louise freidlaneder aw 16Ich hielt LOUISE FRIEDLAENDER zum ersten Mal während der Press Days in den Händen, die offenen Säume des eierschalenden Tops kitzelten meine Finger in etwa so wie das, was ich dort sah, mein Herz. Nachdem ich kurz darauf eines der außerdem ausgestellten Kleider gestreichelt und einen nahezu perfekt verarbeiteten ärmellosen Mantel mit übergroßem Verschluss getätschelt hatte, wurde mir relativ schnell klar, dass die internationale Modewelt bald einen neuen Stern zu Gesicht bekommen würde und Phoebe Philo ernstzunehmende Konkurrenz. Wer Céline liebt, wird das hier mögen. Vielleicht ist es irgendwann sogar genau umgekehrt. Man würde es Louise jedenfalls gönnen, diesem Schneewittchen im Haifischbecken, das nicht nur über ein unanfechtbares Talent, sondern auch über innere Strahlkraft verfügt. Ein rarer Segen im Land der ewig gestressten Unnahbaren – Erobique & Jacques Palminger würden ihr zu Füßen liegen.

Die gebürtige Kölnerin und Esmod Absolventin gründete bereits 2013 ihr eigenes Label, für 2016 steht der Launch des Online Shops an – ein dringend notwendiges Vorhaben, denn spätestens mit „As Tears Go By“ könnte es am Erfolgs-Baum rappeln. Die Herbst/Winter-Kollektion 2016/17 ertrinkt in Schönheit und Grazie, ohne fremde Lorbeeren zu stehlen. Zwar findet man gewiss die ein oder andere Referenz, aber da ist noch so viel mehr: Patchwork aus Samt, Nadelstreifen, Jeans und Leder zum Beispiel – ihre Oma hatte früher auf ähnliche Art und Weise die löchrigen Hosen der Mutter gestopft. Aufgenähte Taschen aus Lurex, wehende Bänder und Farbharmonien aus Curry, Rostrot, Schwarz und Violett. Tränen in Tropfenform verkörpern den süßen Schmerz unserer Existenz, das, was jeder von uns, der lebendig sein will, irgendwann einmal fühlen muss. Vielleicht liegt genau hier Louise Friedlaenders künftiges Erfolsrezept verborgen. Nur wer eigene Geschichten zu erzählen hat, weiß andere zu berühren. weiterlesen

Berlin ist eine Maus und kein Elefant – aber immerhin eine sehr schöne:

– 23.01.2016 um 0.30 – Mode

berlin fashion week highlights aw 16Kurz und knapp: Berlins Fashion Week ist lebendiger denn je und wenn ich noch ein Wort zum Tod derselbigen höre oder lese, dann verliere ich den Glauben an Presse und Modemeute, seit Jahren ist es nämlich ohnehin die gleiche, olle Leier. Wird schon und wo ist der Glamour? Die Spreu trennt sich jedenfalls allmählich vom Weizen und auch das komplett verlorene Hopfen und Malz zieht langsam von dannen, um Platz zu schaffen für Qualität statt Quantität. Ich plädiere demzufolge für ein bisschen mehr Genuss und Freude am Status Quo, durch die ständige Repetition sämtlicher Makel, um die wir längst wissen, wird die Maus nunmal auch nicht mehr zum Elefanten. Besser wäre es, man würde das Mäuschen endlich lieben wie es ist.

Und zwar für das hier: weiterlesen

MBFWB // Im Baumarkt mit Perret Schaad

– 22.01.2016 um 22.44 – Mode

perret shcaad aw 16

Bislang öffneten wir für Perret Schaad stets zwei Schubladen: In „Wunderschön“ falteten wir sorgsam die schönsten Farbkompositionen zusammen und legten eine Handvoll Lieblinge dazu. Im Fach „Anlass“ bunkerten wir vorsichtig die übrigen Kreationen aus fließender Seide sowie all die feinen Roben und Rock-Shirt-Kombinationen von Tutia und Johanna, um sie vielleicht irgendwann einmal heraus zu lassen, um ihnen ihren wohl verdienten Auftritt zu bescheren. Für die kommende Herbst/Winter Kollektion 2016 braucht es allerdings weitere Fächer – und das liegt vor allem am geschickten Wandel hin zu mehr Alltagstauglichkeit und traumhaften Materialkombinationen. Ich sage nur: Oliv trifft Himbeere.

Für die Präsentation der AW 2016 Linie wählte man den Hellweg Baumarkt in Schöneberg und damit den sicheren Weg in unsere Herzen hinein. Und so hockten wir also zwischen Holzbrettern und Parkettböden, knallrot gekleideten Mitarbeitern und glucksenden Kunden, auf Bierzeltgarnituren in einer der wohl ungewöhnlichsten Locations der diesjährigen Fashion Week. Das große Tor zum Lager schob sich auf und heraus kam ein Ahhh und Ohhh nach dem nächsten. Danke für so viel Abwechslung, Können und Nahbarkeit, ihr zwei Power Girls <3 weiterlesen

MBFWB // Malaikaraiss – „Second Nature“

– 21.01.2016 um 11.19 – Mode

malaikaraiss aw 16 17Während der letzten Tage und Abende habe ich gefühlt mehr seltsame Gespräche führen müssen, als Models über den Laufsteg schwebten. Da wird in einer Tour über Berlin genörgelt, es ginge konstant bergab mit unserer Modewoche und überhaupt, die deutsche Stil-Landschaft sei das reinste Trauerspiel. Das Interessanteste an besagten Konversationen war wohl, dass sich mein jeweiliges Gegenüber beim heißen Meinungsmachen meist in kostenlosem Champagner ertrank, während die Beine im Takt der Gästelisten-Party-Musik auf und ab stampften. Welche Show denn nun am unerträglichsten gewesen sei, fragte ich daraufhin gern. Weiß nicht, ich war bei keiner, ich bin ja Akademikerin ist auf der Antworten-Skala von eins bis komplett gehirnverbrannt ganz weit oben angesiedelt. Ich sage es mal in den Worten von VOGUE-Chefredakteurin Christiane Arp, die gestern ins Borchardt lud: „Ich schere mich nicht darum, was irgendwer behauptet, ich persönlich habe bisher drei wunderschöne Tage erleben dürfen und zwar mit großartigen Designern, auf die man stolz sein kann.“ Oder so ähnlich. Auf Malaika Raiss bin ich sogar sehr, sehr stolz.

Seit ihrer allerersten Show begleiten wir die Designerin jetzt schon, manchmal steht uns vor dem großen Moment sogar selbst ein kleiner See aus Schweiß auf der Stirn, weil wir mitfiebern und hoffen und Daumen drücken. Diesmal ist alles gut gegangen, mehr als gut. Es scheint, als habe das Label MALAIKARAISS es tatsächlich geschafft, zu sich zu finden, eine eigene DNA herauszubilden, sich weiterzuentwickeln. Es wurde weniger nach links und rechts geschaut, mehr auf die eigene Identität gehört. Das Jagen von Trends ist in Berlin ohnehin längst nicht so wichtig wie der rote aus Persönlichkeit gebundene Faden. Malaika ist kein lauter Mensch, Malaika ist stark, aber ein durchaus sanftes Wesen – und das sieht man. Saisons, in denen die Hände  nach fremden Zielen ausgestreckt wurden, sind endgültig passé.

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MBFWB // Lala Berlin A/W 16/17
– Mehr Fühlen, weniger Sehen

– 20.01.2016 um 15.24 – Mode

lala berlin aw16

Von der Kleidung, die Leyla Piedayesh für die kommende Herbst/Winter Saison designt hat, sah man gestern Abend nicht viel. Stattdessen wurde im me Collectors Room ein Video an meterhohe Wände projeziert, man stand, denn Sitzplätze gab es keine. Und hier fängt der Spaß auch schon an. Wer Leyla kennt, weiß, das sie gern macht, woran andere erst viel später denken und wenn sie es dann schließlich doch tun, hat sich die Visionärin längt neuen Ideen zugewandt. Bisweilen fielen selbige stets zu Gunsten ihrer verwöhnten Kundinnen aus, im letzten Sommer saß man während der Show an einer üppig gedeckten Festtafel, später, man blieb zum anschließenden Schlemmen praktischerweise gleich sitzen, floss der Wein wie im Schlaraffenland. Diesmal aber bemerkte man schon im Foyer nervöse Blicke. Es fehlten die Platzkarten, die normalerweise dabei helfen, die Spreu vom Weizen zu trennen und obendrein dafür sorgen, dass sich zumindest die Front Row ein kleines bisschen erhaben fühlen darf.

Wenn der Pöbel aber plötzlich überall ist, versteht manch eine Gattin die Welt nicht mehr. Neben mir hatte sich ein eben solches Exemplar gerade mit verschränkten Armen zum Nörgeln bereit gemacht, als die glasklare Stimme von Jesper Munk im Takt des Lala Berlin-Films einen ganzen Raum in Gänsehaut ertrank. Ich war im Paradies, wie viele andere auch, der Rest konnte vor lauter Ungläubgikeit nicht begreifen, was geschah. Dabei ist es eigentlich ganz einfach. weiterlesen

MBFWB // Nobi Talai: Von Schleifen, Schichten, Fernweh & Großstadtnomaden

– 20.01.2016 um 9.46 – Mode

nobi talai

Als Nobieh Talaei im vergangenen Jahr den Mentorenpreis des neu gegründeten German Fashion Council, wussten wir selbst noch gar nicht ganz genau, wer oder was genau hinter dem Label steckt. Erst ein Besuch auf dem Berliner Mode Salon machte ziemlich schnell klar: Poom, genau das fehlte hier in Berlin. Ein Hauch Hermès, eine Prise The Row und jede Menge Stofflichkeit, Volumen und fließende Materialien, eben ganz so, wie wir es bei Herrn Lemaire lieben. Nobieh Talaei grätscht genau dazwischen, greift Fernweh-Träume auf, unterbricht mit wohldosierten, verspielten Details wie Schleifen und Wickelkonstruktionen ihre eigene Strenge und spielt mit Drapagen, Lagen und einem sorgsam ausgesuchten Materialmix.

Kollektion Nummer drei aus dem Hause Nobi Talai (so der vereinfachte Name) knüpft also ganz nahtlos an ihre Vorgängerlinie an, mit dem großen Unterschied, dass die Wahl ihrer außerordentlich gelungen Modelwahl, eine Attitüde on Top unterstreicht: Hier geht’s um selbstbewusste Frauen, die wissen, was sie wollen, um die unerschöpfliche Inspirationsquelle der verschiedensten Kulturen und um ganz viel Stärke und Ausdruck.  weiterlesen

Shop the Look //
Lizzy van der Ligt in Patched Jeans

– 20.01.2016 um 8.35 – Mode Shopping

patch jeans shoppingEs ist in Wahrheit niemand Geringerem als unserer Freundin Cloudy zu verdanken, dass wir neuerdings nur noch Patches sehen. Nach einem kurzen Besuch in London machte sie uns mit ihrer Beute, einer personalisierten Levi’s Jeans inklusive Herz-Aufnäher, ziemlich lange Nasen und schaffte, was kein großer Designer zuvor vermochte, nämlich uns davon zu überzeugen, wie schön so ein gelegentliches Kindheits-Revival und optisches Raudi-Tum doch sein kann – Ich weiß noch genau um meine Stielaugen, die jedes Mal grün vor Neid anliefen, sobald jemand in Turbo-Jugend-Jeansjacke meinen Weg kreuzte.

Ähnlich erging es mir gerade erst beim Anblick der niederländischen Stylistin Lizzy van der Ligt, die eines morgens in lauter Patches gekleidet durch meinen Instagram-Feed jagte. Zwar hatte Sarah Jane uns längst zum DIY-Angriff geraten, für die ganz Faulen unter uns haben wir trotzdem ein paar fix und fertige Hosen heraus gekramt. Der einzige Haken: So ein Schmankerl liegt preislich eher bei Gold als bei Stein. Haltet mich für verrückt, aber eine kurze Berechnung meiner Traumjeans mit im Internet erstöberten Aufnähern ergab kein nennenswert rosigeres Ergebnis, vielleicht sollten wir einfach auf den Sommer und irre Flohmarktfunde warten. Vielleicht aber auch nicht – man kann ja nicht immer sauber ticken: weiterlesen

MBFWB // Bobby Kolade – wer bist du?

– 19.01.2016 um 17.47 – Mode

bobby kolade

Im vergangenen Jahr erfand ein tapferer Ritter und Retter der Fashion Week Berlin den Hashtag #InBerlinWeTrust, unsere Hauptstadt hat ein bisschen Vertrauen, Glaube und Selbstbewusstsein nämlich dringend nötig; zu häufig wurde deren Modewoche bereits totgesagt, allzu oft hat man in etlichen Podiumsdiskussionen angekündigt, es werde jetzt wirklich, wirklich bergauf gehen. Es ist wie mit dem Wedding, dessen Aufstieg zum heißen Kiez-Pflaster seit etwa sieben Jahren prophezeit wird, am Ende passiert jedes Mal genau nichts. Meist, weil wirklich nichts zu holen ist, manchmal aber auch, weil niemand mehr richtig hin sieht. Weil es leichter ist, mit den Augen zu rollen, als sich für jene stark zu machen, die vielleicht nicht makellos sind, aber durchaus das Potential besitzen, irgendwann gesehen zu werden und zwar nicht nur von jenen, die lieber Snapchat-Videos mit ihren Smartphones zu drehen, als sich wirklich auf das einzulassen, was dort gerade vor ihren echten Augen passiert.

Der Jungdesigner Bobby Kolade ist so einer, an dem sich die Geister scheiden. Die einen feiern ihn als Hoffnungsträger, andere stören sich an zu viel Attitüde und zu wenig gutem Stil – eigentlich ironisch und ziemlich deutsch. Es ist kein Zufall, dass die Masse an minimalistischen Seidenkleidern auf dem Berliner Laufsteg kaum überboten werden kann und geichzeitig ist es genau dieser Umstand, an dem Kritiker sich immer wieder böse festbeißen. Dabei ist Kolade einer der Wenigen, die sich was trauen. Über Geschmack lässt sich streiten, aber viel problematischer ist wohl das Herausbilden einer eigenen Handschrift. Bei Bobby ist es, als sammle er internationale Trends in einem kleinen Pilzkorb, um sich anschließend ein eigens Gericht daraus zu zaubern – das ist sehr gut, jetzt müssen bloß noch Trüffel daraus werden. weiterlesen

5 Piece Wardrobe //
Stella McCartney Klatschmohn Jeans

– 18.01.2016 um 11.14 – Mode Shopping

shopping mohn stellamccartney

Jahrelang konnte ich keine Lieblingsblume ausfindig machen, im Grund sind die schönen Exemplare ja einfach schön und die fiesen richtig fies. Jedenfalls hat sich das Blatt dank Sarah Jane dann irgendwann gewendet, ein Strauß roter Mohngewächse stand nämlich irgendwann selig auf meinem Küchentisch und bezirzte mich fast sieben Tagen lang. Ganz zu Schweigen von den unsagbaren Klatschmohnfeldern auf Rügen, in denen ich mich im letzten Jahr baden durfte. Stella McCartney musste sich also gar nicht groß anstrengen, um mich mit ihrer bestickten Jeans-Kreation geistig flach zu legen. Dabei hatte ich mir nach einer Schlaghosen-Geschmacksverirrung samt Margeritten-Ranken von New Yorker, ich muss damals etwa in der siebten Klasse gewesen sein, geschworen nie wieder solch einen Graus zu tragen. Pustekuchen, oder besser: Pusteblume, ich könnte Schreien vor Vorfreude auf den Frühling.

Auch diese sogenannten „Sock Shoes“ lassen mich nicht mehr los, das nachtblaue Exemplar dort oben landete bereits im meinem Warenkorb. Zusammen mit einem roten Kuschelpullover könnte das ganze auch jetzt schon funktionieren, man muss manchmal einfach auf die Jahreszeiten pfeifen und ein bisschen Sonne in die Eiszeit bringen: weiterlesen

Fashion Week // Gewinnt 1×2 Einladungen für „Key Looks – the Show! Presented by Fashion ID

– 15.01.2016 um 20.44 – Event Lookbook Mode

shop the runway espritMan kann über das längst entstaubte Image von Esprit denken, was man will, aber derzeit ist kein schlechtes Haar an dem Brand zu lassen, das die meisten von uns auf irgendeine Art und Weise durch die Schulzeit begleitete, wirklich nicht. Als wir uns im vergangenen Jahr erstmals an ein eigenes Esprit x Jane Wayne Lookbook-Shooting heran wagten, da stand uns ehrlich gesagt noch ein wenig der Schalk der Nacken. Wir wollten euch nämlich beweisen, dass es sich lohnt, ein zweites Mal hinzusehen, dass es durchaus an der Zeit sein könnte, eventuelle Erinnerungen an Amors-Pfeil-bestückte Klassenkameradinnen zu überwinden und auf die eigenen Augen zu hören. Ich fürchte, spätestens mit dem Erscheinen der aktuellen Spring/Summer-Bilder braucht es kaum weitere Worte der (Liebes-)Erklärung.

Da haben sich die Herrn und Damen Art Direktoren doch tatsächlich nicht nur Stilikone Candela Novembre geschnappt, sondern auch noch mein Lieblingsmodel, die unverschämt schöne und kluge Alba Galocha. Wie der Esprit-Frühling in Bewegung aussehen wird, könnt ihr am 23. Januar während einer Runway Show gemeinsam mit uns Janes erleben, wir wollen euch im Rahmen der Mercedes-Benz Fashion Week nämlich mitnehmen zum exklusiven „Key Looks – the Show! Presented by Fashion ID“ Event in auserwählter Runde und zwar ins offizielle Schauen-Zelt – der Name sagt es bereits: Anschließend kann das Gesehene sofort online oder bei P&C geshoppt werden. Ein Live-Act gehört ebenso zum 1×2-Tickets-Paket, das wir heute an euch verschenken, wie die Aftershow-Party, ist ja klar. Wie ihr gewinnen könnt? weiterlesen

Trend Prefall 2016
Stella McCartney, die alte Cat Lady

– 15.01.2016 um 13.43 – Mode Trend

stella mccartney cats prefall 2016

Okay Freunde, die Zeit des Brain Washings bricht wieder an. Aber erstmal zurückspulen, bitte. Erst war es Karl Lagerfeld, der mir mit seiner elitären Katze namens Choupette so dermaßen auf die Eier ging, dass ich beim Anblick des Foto-Kalenders, den der König jüngst für ein Automobilunternehmen produziert hatte, ernsthaft an der Zurechnungsfähigkeit einer ganzen Branche zweifelte. Die verhätschelte Flauschkugel, die sogar mehrere Bedienstete ihr Eigen nennt, räkelte sich damals auf diversen Luxusschlitten herum. Mein persönlicher Alptraum. Was nicht heißt, dass ich grundsätzlich etwas gegen lebendige Kater oder gar Karl hätte, ganz im Gegenteil, bloß den maroden Geruch von Katzenstreu ertrage ich nur schwer.

In der Mode aber sträubte sich bisweilen alles in mir gegen die Akzeptanz von Kitty Cat Prints, womöglich ist ein Trauma Schuld, dass ich mir dank eines Frauentausch-Youtube-Clips einfing. Darüber hinaus ging in der Grundschule jemand in meine Klasse, der mir im Vorbeigehen permanent in den Oberarm kniff – die Eltern des Jungen waren große Fans von eingerahmten Tierpuzzles, die noch dazu im Dunkeln leuchteten. Über dem Esstisch hing eine Katze. Ganz zu schweigen von diesen mit Katzenköpfen bestickten Gobelin-Täschchen, die gern von älteren Damen durch die Stadt geschleppt werden. Meist sind es genau jene, die mich außerdem mit größtem Vergnügen für das kurzzeitige Radfahren auf dem Bürgersteig (weil kaum eine andere Wahl) zusammen schreien. Ihr könnt euch in etwa vorstellen, was ich empfand, als ich einen ersten Blick auf das Prefall 2016 Lookbook von Stella McCartney warf. Auf die Kreationen einer meiner Göttinnen. Ich musste husten und prusten als hinge mir ein Katzenhaar am Zäpfchen fest. weiterlesen

Fashion Tales // Stay Chicken

– 14.01.2016 um 23.02 – Mode

asos fake fur coatIch war fast ein bisschen stolz auf mich, als ich im vergangenen Jahr im Asos Showroom stehend von meinen Gefühlen übermannt wurde und Hühneraugen-große Tränen der Freude vergoss. Das Modemädchen in mir war selten zuvor so präsent gewesen, aber jetzt, im Angesicht der zotteligen Kreuzung aus Vogelstrauß, Königspudel und Chewbacca, jauchzte es vor Vergnügen und streckte seine Finger paralysiert wie E.T. gen Patchwork-Puschel aus und hätte dieser Moment der Innigkeit noch etwas angedauert, meine innere Juke Box hätte ein lautes  „Halleluja“ für uns gespielt. Ich muss dich mitnehmen, dachte ich noch kurz bevor mir eine Blondine mit zwei Meter fünfunddreißig hohen Hacken ihren Absatz durch den Zeh bohrte.

Von Primitivität durchtrieben, grabschte sie erst nach meinem Traum, blieb dann mit ihren in Dip Dye-Lack getauchten Fingernägeln am schwarzen Kunstpelzfleck hängen, rollte mit den Augen und ignorierte mich und meinen Schmerz, um dann wie behämmert und mit den Armen schlackernd zu ihrer noch blonderen Kollegin rüber zu rennen. Ich sah das rosa Maunzi nie wieder – bis der DHL-Mann schließlich drei Mal bei mir klingelte. Seither fühle ich mich wie ein Sozialexperiment auf zwei Beinen.  weiterlesen

Lookbook // 6 Dinge, die wir uns bei Topshop Unique Prefall 2016 abschauen können

– 12.01.2016 um 16.35 – Mode Trend

topshop unique prefall 2016

Topshop Unique, die Premium-Kollektion des britischen Retailers, haut mich in regelmäßigen Abständen aus den Socken, bloß meist erst auf den dritten, vierten oder fünften Blick. Auch diesmal saß ich wieder hab gelangweilt, halb wohlwollend, aber auch ein bisschen auf Krawall gebürstet vor den Bildern des gerade frisch erschienenen Prefall Lookbooks – bis ich entdeckte, dass der camelfarbende Mantel aus Kord gefertigt wurde. Funke #1 war übergesprungen. Ich scrollte weiter an den floralen Kleider-Ergüssen vorbei, bis ich nach ein paar Sekunden Halt machte, um das Taubenblau erneut auf mich wirken zu lassen. Funke #2, so ein bisschen Farm-Leben im städtischen Alltag kann nicht verkehrt sein. Dann schließlich entdeckte ich die mit Lammfell ausgestatteten Jeansjacken und rollte aus Versehen mit den Augen. „Wie furchtbar neu“, dachte ich erst mit innerer Hexenstimme, um noch im selben Augenblick vor Selbstscham rot anzukaufen; mir fiel nämlich auf, dass ich deren Existenz bisweilen recht lange ignoriert hatte und ich für einen kleinen Reminder wie diesen in Wahrheit sogar wirklich dankbar war. Was ich sagen will:

Topshop Unique ist kommerziell bis in die Fußspitze, mal ganz abgesehen von den happigen Preisen, aber was die Designer dort drüben in London wirklich raus haben, ist das Wiederbeleben des längst Vergessenen. Das Gierigmachen auf neue alte Schätze, die wir vor ein paar Jahren nur in Filmen von damals oder Fotos aus unserer Jugend sahen, das Erzeugen von Bauchkribbeln wegen all der dazugehörigen Erinnerungen. Ich jedenfalls wünsche mir gerade mehr den je, dass der Winter schnell Platz machen möge für lange Tage in Jeansjacken (plus Pins und Patches!), Mäntel aus Kord und  Walle-Kleider: weiterlesen

JW LOOKBOOK //
Das italienische Label ottod‘ Ame

– 08.01.2016 um 15.01 – box2 Mode Wir

jane wayne lookbook„Listen to your heart“ steht auf dem Pullover geschrieben, der jüngst eine italienische Liebe in mir entfachte. Normalerweise kann man mich mit gestickten Statements der romantischen Art bis ans Ende der Welt jagen, ich halte es da eher wie Piet Parra und sehe im Angesicht solch behämmerter Plattitüden nur „Bla Bla Bla Love“-Sprechblasen über meinem Kopf aufplatzen. Die acht jungen Frauen, de hinter dem Label ottod‘ Ame stehen, machen aber viel zu viel richtig, als dass ich mich diesmal hätte wehren können. Überhaupt frage ich mich, weshalb wir nicht viel häufiger auf die Suche nach kleinen bis mittelgroßen Labels gehen, die noch nicht überhypt, aber trotzdem erste Capuccino-Sahne sind, so wie dieses hier. Als uns vor ein paar Wochen nämlich die Anfrage über eine Zusammenarbeit mit selbigem erreichte, standen wir erst einmal auf dem Schlauch und versanken daraufhin beinahe in eine „bestimmt schon wieder etwas, das die Welt nicht braucht“-Stimmung, um kurz darauf, beim ersten Blick auf die Website, beschämt die Hände vors Gesicht zu schlagen, weil uns vor lauter Rost im Hirn fast ein ziemlich schimmernder Fisch durchs Netz gegangen wäre – im übertragenen Sinne versteht sich.

Ottod’Ame hat uns positiv überrascht, ja sogar um den Finger gewickelt, nicht nur mit besagtem Rollkragenpullover, sondern auch mit ziemlich vorteilhaft geschnittenen Culottes – ein ganz und gar nicht einfaches Unterfangen, wenn man mich und mein Becken-Bein-Verhältnis fragt. Sarahs Wahl hingegen fiel auf ein Latzkleid, das gut und gerne aus der aktuellen Kollektion von Comme des Garçons Girl stammen könnte, plus Bubikragen-Bluse. Ich bin ehrlich gesagt ein klitzekleines bisschen neidisch, es war nämlich gar nicht einfach, sich beim Durchstöbern des Online Shops zu entscheiden. Und das, obwohl die Designs der Italienerinnen nie laut sind, sondern irgendwie anschmiegsam, alltagstauglich und angenehm anzuschauen, also gehörten sie schon längst zur eigenen Garderobe. Nichts tut in den Augen weh, alles ist am Puls der Zeit – Es kommt bloß auf die richtige Kombination an. Deshalb hat Sarah sich gegen den japanischen Look entschieden und sich stattdessen eine Schleife umgebunden – Gucci ist Schuld, na klar: weiterlesen