Kategorie-Archiv: Musik

„Sorry, Sie haben leider eine Scheide“ – Wie Giulia Becker Sexismus mit Satire bekämpft

07.12.2016 um 12.14 – Feminismus Musik

eine scheide boehmermann

Jan Böhmermann mag vielleicht  Polizei haben, aber seine Mitarbeiterin Giulia Becker hat etwas viel phänomenaleres: eine waschechte Scheide. Die bringt ihr jedoch nicht nur Freude und Freunde, sondern vor allem Probleme. Das wissen wir spätestens, seit Böhmi das Musikperformance-Zepter im Neo Magazin Royale vor etwa einer Woche freiwillig aus der Hand gab, um die Bühne erstmals einem weiblichen Mitglied seines Autoren-Teams zu überlassen. Es liegt an meiner Scheide / Es ist egal wie viel ich leide / Schuld ist meine Scheide – Mit ihrem Song „Verdammte Schei*e“ hat die Komikerin, die auf Twitter als „Schwester Ewald“ für Furore und intelligente Unterhaltung sorgt, den Feminismus mit einer längst verdienten Portion Lässigkeit beglückt und obendrein ganz nonchalant eine neue Bewegung gegen Benachteiligung ins Leben gerufen:

„Wenn ihr mit mir seid, dann schwingt jetzt eure Scheide“, singt sie uns im dazugehörigen Video entgegen, mit der Unterstützung von Ina Müller, Hazel Brugger, Nora Tschirner, Olivia Jones und einem ganzen Protestmarsch im Rücken. Hunderte Frauen legen Daumen und Zeigefinger bestimmt aneinander, um der Welt zu zeigen: Wir haben eine Scheide. Es mag Zufall sein, dass das auserwählte Symbol unweigerlich an die Merkel-Raute erinnert. Herrlich pathetisch und zwar genau im richtigen Maße, ist es allemal. Denn was zunächst als typische Übertreibung im ehrwürdigen Stil glasklarer Satire anmutet, ist im Kern für viele von uns Alltag. Noch immer. weiterlesen

MUSIK // Dena „Freaking Out“

02.12.2016 um 9.06 – Musik

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It’s a great pairing for pop that wears its heart on its sleeve without sounding toothless. Mit „Freaking Out“ lädt uns Denitza Todorova ganz tief in ihr Innerstes ein, erzählt uns von ihrem Schmerz und ihrer persönlichen Einbahnstraße zwischen Kummer und Sprachlosigkeit. Freaking Out ist eine Momentaufnahme ihres Lebens, die wir so gut kennen aus unserem eigenen Kosmos kennen und genau darin fasst sie dieses uns so vertraute Gefühl von Verzweiflung, Weltschmerz und Unverständnis in ganz klaren Wort zusammen. Während Dena in ihrem neuesten Video zur zweiten Single-Auskopplung ihrer aktuellen EP „Trust“ in einer Selbsthilfegruppe sitzt und in einem Schwall all ihren Kummer über die Liebe und das Leben rauslässt, haben wir längst das Gefühl, mit im Kreis zu sitzen, um ununterbrochen zu nicken und ihr dabei liebevoll die Schulter zu streicheln oder wütend die Fäuste zu ballen.

Denn Dena singt von dem Moment, den wir alle kennen, von Bewegungslosigkeit, von WTF-Momenten und Orientierungslosigkeit, sie beschreibt ihren Liebeskummer und das Gefühl, wenn aus Zweisamkeit Feindseligkeit wird, während sie in gewohnter Manier dafür sorgt, dass unser Körper ab der Hüfte gar nicht anders kann, als mit dem Beat zu wippen. weiterlesen

„Hengstin“ – warum ein Song über Sexismus & Diskriminierung kein kalter Kaffee ist.

07.11.2016 um 12.24 – Feminismus Musik

jennifer rostock hengstinDie Band Jennifer Rostock hat vergangene Woche das Video zum Song Hengstin veröffentlicht. Im Song selbst geht es um Sexismus, um Diskriminierung – und die Reaktionen einiger Medien zeigen beispielhaft, warum das Thema eben kein „kalter Kaffee“ ist.

Ich bin ehrlich gesagt kein großer Fan von Jennifer Rostock – irgendwie nicht meine Musik. Aber Hengstin, den neuen Song der Band, mag ich. Sehr sogar. Noch mehr mag ich das dazugehörige Video, das letzten Freitag veröffentlicht wurde. Darin bouncen Tänzer*innen auf verstörende Art ziemlich cool herum, verschiedene Frauen schauen herausfordernd in die Kamera und Sängerin Jennifer Weist ist manchmal nackt und am Ende eine Zentaurin, also eine Pferdefrau. Hengstin eben. Der eigentliche Knaller ist aber natürlich der Text: „Erzähl mir nicht, dass das Thema kalter Kaffee ist / man muss nicht alles schwarz anmalen, um zu erkennen was Sache ist. Wir leben in ’nem Herrenwitz, der nicht zum Lachen ist / doch wenn man ihn nur gut erzählt, merkt keine Sau, wie flach er ist“, rappt Weist an einer Stelle. weiterlesen

Musik //
Die neue EP von Dena – „Trust“

08.09.2016 um 11.28 – Musik

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Es ist wirklich schon unglaubliche vier Jahre her, da bescherte uns Dena die Hymne unseres Sommers mit Single „Cash, Diamond Rings, Swimming Pools„, ließ uns fortan beschwingt und mit Wurm im Ohr über Flohmärkte schlendern und uns lauthals aufquieken, wenn wir die Bulgarin während unseres Heimatbesuchs sogar auf unserem einst geliebten Radiosender 1Live hörten. Das war verrücktnochmal 2012 – und seitdem ist so unfassbar viel passiert: Wir sind erwachsener geworden, Dena natürlich auch – und das hört man natürlich: Statt zu bouncenden Beats, wippen wir heute zu sanfteren Melodien und hören Denitza Todorova noch aufmerksamer zu. „Damals wollte ich vor allem Good Vibes schaffen, jetzt will ich irgendwie was anderes erzählen“, verrät sie im Interview mit der i-D, mit der sie über ihre aktuelle EP Trust plaudern.

Trust ist ein kleiner Vorgeschmack auf ihr kommendes Album sozusagen, das sie noch in diesem Jahr fertigstellen will. So viel können wir schon ma verraten: Der Nachfolger ist weniger sorglos und leicht, getränkt mit eigenen Erfahrungen, Liebeskummer und Selbstschutz. Es geht’s um Selbstvertrauen und Selbstliebe, ums Durchhalten, Zwischenmenschlichkeiten und um die manchmal ziemlich schmerzlichen Veränderungen im Leben.  weiterlesen

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Tuesday Tunes //
Female Rappers ❤

10.05.2016 um 14.23 – box2 Feminismus Musik

female rappers 2016

Rassismus und Sexismus in der noch immer männerdominierten Musikbranche sind nicht erst mit dem viral gegangenen Tumblr-Eintrag von Grimes und etlichen öffentlichen Debatten darüber, wie Woman of Colour in der Medienwelt endlich sichtbarer werden können, zu wichtigen Inhalten etlicher Diskurse geworden. Seit Jahren schon kämpfen Musikerinnen für ihre Unabhängigkeit, dafür, ernst und endlich auf Augenhöhe wahr genommen zu werden. Zu lange dienten sie vor allem in der Hip Hop Szene fast ausschließlich der Objektivierung des weiblichen Seins und der Zierde. Karriere wurde weniger im Rampenlicht, als vielmehr knapp daneben gemacht: Als Background-Sängerin oder mit allen Körperteilen wackelndes Groupie. Heute wird noch immer gewackelt, aber keineswegs mehr nur für die männlichen Kollegen, sondern für den eigenen Erfolg. Als Ausdruck von Selbstbestimmtheit. Von Selbstbewusstsein. Und als Statement gegen Slut- und Body Shaming.

Rapperinnen sind derzeit so präsent wie selten zuvor, 2015 wurde gar zum „Year of the rising feminist female rappers“ gekürt. Na bitte, das wurde aber auch Zeit. Das hier sind unsere liebsten, auch für 2016: weiterlesen

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MUSIK & NEWS DES TAGES // Beyonce droppt Lemonade – ihr Visual Album

25.04.2016 um 9.02 – Musik

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Wir wussten, dass da was kommen würde und irgendwie ahnten wir, dass es was ganz Großes werden könnte. Selbst, dass Beyonce sich selbst nach ihrem 2013 erscheinenden Über-Nacht-Album samt passenden Videos noch einmal übertrumpfen sollte, war irgendwie klar. Samstagnacht ließ Queen B also ihre ganz persönliche Bombe platzen: Und kredenzte uns in Zusammenarbeit mit dem Sender HBO einen einstündigen Film, in dem sie 12 ihrer neuesten Songs lancierte, die seither wiederum exklusiv auf dem Streaming Dienst ihres Mannes Tidal verfügbar sind.

Lemonade ist persönlich und privat, politisch und mahnend, selbstbewusst und stark, ehrlich und rau, sensibel und anschmiegsam, mainstream ohne das Auge fürs Detail, die Botschaft und die sensiblen Wow-Effekte zu verlieren – ein visueller Augenschmaus zugleich – und Beyonces wohl größter Coup seit immer. Es ist nicht nur die Geschichte einer betrogenen Frau (ihr erinnert euch an die Jay-Z-Beyonce-Trennnungsgerüchteküche), die uns durch die verschiedenen Kapitel ihrer privaten Situation führt, sondern auch ein erhobener Zeigefinger, der die Rolle der Frau in der heutigen US-Gesellschaft, speziell der schwarzen, thematisiert: „The most disrespected person in America is the black woman. The most unprotected person in America is the black woman. The most neglected person in America is the black woman.“  weiterlesen

MUSIK //
GIRLS GIRLS GIRLS

31.03.2016 um 11.34 – box2 Musik

girls

Der 31. März ist mein ganz persönlicher GIRLSday, denn nicht nur Nike Jane feiert heute ihren Geburtstag, sondern auch meine große Schwester wird heute ein Jahr älter. Happy Birthday, mein Herziherz! Für mich also mindestens genau zwei Gründe, heute ausschließlich wippend, tanzend oder mit einer Performance im Gepäck den Tag zu meistern, im Geiste Kuchen zu essen und zwei meiner Lieblingsmenschen das ausschließlich Schönste der Welt zu wünschen.

Und wie geht das aus der Ferne am allerbesten? Klaro, mit einer waschechten GIRLS-Playlist. Passend zur Halbzeit der 5. Staffel unserer liebsten HBO Serie gibt’s für euch heute ein kleines Soundtrack-Best-of, das wir mit unseren persönlichen TV-Heldinninnen Hanna, Marni, Jessa und Shoshanna verbinden. Girls Girls Girls – eine Playlist mindestens genauso durcheinander wie die Serie selbst: weiterlesen

MIXTAPE //
Last Days of Winter

23.03.2016 um 12.28 – Musik

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Von waschechten Optimisten würde man jetzt eigentlich erwarten mit einer spritzigen Sommer-Playlist, die irgendeinen klangvollen Namen wie „Miami Beach BBQ“ trägt, um die Ecke zu kommen, der Stimmung zuliebe, denn die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Wir finden aber, dass man die Feste eher so feiern sollte wie sie kommen und wenn wir ganz ehrlich zu uns selbst sind, dann wissen wir sehr wohl, dass wir von kitzelndem Sonnenschein und blauem Bermuda-Shorts-Himmel leider noch ein paar Tage weit entfernt sind. Wir plädieren ab sofort also für mehr Jetzt-Liebe und schmeißen uns mit Anlauf ins kalte Suppengrau, suhlen uns in den letzten verklärten Gefühlen des Winters, räkeln uns in wohlig warmen Bettlaken und brühen noch ein wenig warmen Tee – bis die Sonne rauskommt. Wir werden sie nämlich schneller wieder vermissen, diese gemütlichen Stunden im Regenguss, als uns lieb ist, das wissen wir ebenfalls.

Das passende Mixtape für die letzten Tage des gefühlten Winters haben wir euch selbstredend längst zusammen gestellt – ein beruhigendes Potpourri aus alten Schmankerl und neuen Klängen, die gehört gehören: weiterlesen

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Interview // Aurora – „Können wir den Körper des anderen nicht in Ruhe lassen?“

10.02.2016 um 15.49 – box2 Feminismus Musik

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Zugegeben, im Zusammenhang mit der Künstlerin Auroa dudelte mir bisher nur ein Lied im Kopf herum, welches nicht nur Freunden von Mobilfunkanbieterwerbung ein Begriff sein dürfte: „Running with the Wolves“ war dabei aber nur die Anlaufbahn für das, was die grade mal 18-jährige Norwegerin da gerade mit einer Familienpackung Melancholie in ihren Texten und leisen, starken Tönen in die Welt versprüht. Ihr Debutalbum ‚All My Demons Greeting Me As A Friend‚ ist noch nicht einmal richtig draußen, da wird sie schon als das nächste große Ding, the Nordlicht Wonderkind, auf Händen durch Europa getragen.

Ich traf die entspannte Nachwuchskünstlerin auf einen Plausch über Feminismus, Girlpower und der Liebe zu Faltern im Haar. weiterlesen

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Tuesday Tunes // Mit Børns, PJ HARVEY, RIHANNA, DJDS, LASPLEY, JESPER MUNK & SKY FERREIRA

02.02.2016 um 22.37 – Musik

tuesday tunes

Ich verweile diese Woche in der Heimat, jedenfalls sind meine beiden jüngeren Schwestern selbstverständlich sowieso hier und als ich gestern bemerkte, dass ich eigentlich nochmal gern zur Schule gehen würde außerdem fragte, ob es denn überhaupt auffallen würde, wenn ich am nächsten Tag einfach mitkommen würde, da zogen Maxi und Marie zeitgleich die Augenbrauen nach oben und eine von ihnen sagte: „Naja, wenn ich dir ein paar Klamotten von mir leihe, dann gehts vielleicht.“ Ja na hör mal, dachte ich, Frechheit, was soll das denn nun schon wieder heißen. Achso, klar, dass ich fast dreißig bin natürlich, in den Augen meiner pubertierenden Liebsten ist das jedenfalls gleichzusetzen mit steinalt. Und dann erinnerte ich mich daran, wie ich mit zarten Fünfzehn Jahren nur ein mitleidiges Schmunzeln für meinen fünf Jahre älteren Cousin übrig hatte, der wirklich nicht die leiseste Ahnung von den deutschen Top 10 hatte. Das passiert mir nicht, schwor ich. Zwei Jahre später wusste ich nicht einmal mehr, wo man überhaupt herausfindet, was gerade bei den jungen Hüpfern topaktuell ist. Heute ist es noch schlimmer. Es gibt Wochen, da höre ich nur Musik, die ich längst auswendig kenne. Mit unseren Tuesday Tunes möchte ich zumindest Letzterem entgegen wirken und ein bisschen jung bleiben, zumindest im Ohr: weiterlesen

Tuesday Tunes //
Die Fashion Weak Playlist

19.01.2016 um 16.43 – Musik

fashion weak playlistIch habe gerade einen ersten verfrühten Anfall von Fashion Weakness mit anschließendem halb-cholerischen Anfall plus minikleiner Verwarnung aufgrund einer noch kleineren beleidigenden Aussage meinerseits hinter mir und die deutsche Post ist Schuld daran, vielleicht auch ein wenig ich selbst. Zwischen Nobi Talai, Levi’s Meeting und Lio, hatte ich vor, die Gunst der freien Stunde dazu nutzen, ein wichtiges Paket vor dem Versauern in den Neukölln Arkarden zu bewahren. Blöderweise stand auf selbigem „Nike van Dinther“ statt „Berenike van Dinther“ geschrieben, wie es richtiger Weise hätte lauten müssen. Eine Frau mit fettigem Pony und schlechter Laune hatte das Gegenteil von Verständnis und beschimpfte mich irgendwann als Hochstaplerin, um mich sodann am Schalter stehen zu lassen wie Nachbars Lumpi. Karma-Keule hoch Eintausend, ich weiß nur noch wofür. Jedenfals geht es gleich weiter zu Lala Berlin, aber nicht ohne Musik während der Autofahrt, das schwöre ich euch. Hass-Bewältigung durch Klangtherapie nenne ich das.

Vielleicht könnt ihr ja auch ein bisschen Zen und Spaß gebrauchen: weiterlesen

Danke, David Bowie!

11.01.2016 um 11.45 – Musik

rip david bowieErst vergangene Woche hatte David Bowie sein 25. Album „Blackstar“ herausgebracht, an seinem 69. Geburtstag. Letzte Nacht erlag er im Kreise der engsten Familie seiner Krebskrankheit, gegen die er 18 Monate lang angekämpf hatte.

Heute wollen wir „Danke“ sagen. David Bowie hat nicht nur eine ganze Popwelt geprägt, die Mode, die Kunst und noch so viel mehr, sondern auch uns. Am allermeisten mit „Heroes“, dem Soundtrack zu meinem ersten Jahr in Berlin, der Lieblings-WG und weingetränkten Küchennächten mit Miracoli. An verregneten Tagen schlenderten wir durch Schöneberg, um Halt an seiner einstigen Lieblingsbücherei zu machen, wir feierten Feste, manchmal mit Blitzen im Gesicht oder Sternen auf den Schuhen, ganz im Sinne von „Space Oddity“.

Bowie, du Tausendsassa, dass du wirklich und wahrhaftig einer der “einflussreichsten Popkünstler der jüngeren Musikgeschichte” warst, und zwar auch in modischer Hinsicht, leuchtete mir erst etwas später ein und zuletzt 2013, als Jean Paul Gaultier eine Hommage an dich über den Laufsteg schickte oder Kate Moss uns als Ziggy vom VOGUE Cover entgegen lächelte, 2014 widmete der Martin-Gropius Bau dir eine eigene Ausstellung, zu Ehren der wunderbaren Liebesgeschichte zwischen dir und Berlin. 2015 lagen dir Hedi Slimane mit Saint Laurent und etliche weitere große Designer dieser Welt zu Füßen hat, sie tauchten ganze Kollektionen in deine Aura und auch sonst hatte sich nicht viel geändert, du führtest noch immer ein Leben für die Musik und sangst „Where are we know?“. weiterlesen

MIXTAPE // Driving home for Christmas
(without Christmas Songs)

22.12.2015 um 16.08 – Musik

weihnachts mixtapeIch bin wirklich großer Fan von festlich-warmen Traditionen und auch Weihnachtsmusik gehört zum Kekse backen dazu wie der Käse zum Raclette. Manchmal, wenn Heilig Abend quasi schon greifbar ist, dann kann es aber durchaus vorkommen, dass mir sämtliche Zimtstern-Hits – seien sie noch so klassisch, jazzig, schön – zu den Ohren heraus hängen und zwar so sehr, dass meine psychische Konstitution knapp vor Rolf-Zuckowksi-Gewaltphantasien herum brodelt. Um morgen auf der sechsstündigen Autobahnfahrt gen rheinländischer Heimat also erst gar nicht von schlechter Laune eingeholt werden zu können, habe ich kurz vor knapp noch ganz fix meine aktuellen Lieblingslieder in eine Anti-Christmas-Playlist gepackt.

Im Prinzip geht es dort musikalisch relativ langweilig zu, auch nicht wirklich taufrisch, aber so ists mir nur recht. Ruhe trotz Musik. Bloß auf Drake konnte ich nicht verzichten. Obwohl ich auch nach dem 30. Anlauf nicht „Hotline Bling“, sondern „Holla Bing“ höre: weiterlesen

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Tuesday Tunes #3

27.10.2015 um 8.04 – box2 Musik

tuesday tunesGirls like Drake more than their boyfriends„, hat meine Freundin Dena einst gesungen, ganz so tragisch ist es natürlich nicht, aber „Hot Line Bling“ ist schon ein kleiner Kracher, nicht zuletzt aufgrund der fast schon niedlichen Tanzeinlagen des womöglich beliebtesten Körperklauses der Szene, die gerade als Gesprächsthema Nummer eins im Internet dienen. Gwen Stefanie ist auch zurück auf dem Bildschirm, bei Ellen Degeneres gab sie jüngst „Used to Love you“ zum Besten, joa. Gwenni darf irgendwie alles, ist ja wirklich wahr, was sie da über die Liebe trällert, bloß die gelben BH-Träger hätte man ihr durchaus in höflichem Ton ausreden können, Blackalicious hingegen klingt nach Früher, Mathe blau machen und die Führerscheinprüfung bestehen, Tala und die gute Banks geben zusammen ein ziemlich gutes Wolfpack ab, Adele sagt endlich wieder „Hello“, Raury passt perfekt zum Frühstückskaffee, aber auch unter die Bettdecke, Laura Welsh braucht mit „Sex&Vioelence“ ein bisschen, um im Bauch anzukommen, klingt dann aber doppelt gut, Dagny hinterlässt uns feinsten Pop und Hanna Lucias „Don’t Hold Out“ ist nicht mehr und nicht weniger ls ein Track zum Gedanken-getränkten Bahnfahren zwischen Fremden, denen OK Kid mit „Gute Menschen“ einen kleinen Denkanstoß gibt: weiterlesen

Thursday Tunes #2

15.10.2015 um 9.11 – box3 Musik

tuesday tunesHeute und morgen ist der Teufel los, die Press Days stehen an, wir werden also von einer Agentur zur nächsten düsen, uns Frikadellen ans Ohr quatschen lassen, selbst mit verbalen Frikadellen werfen und erst spät wieder am Schreibtisch sitzen, um euch mit allen wichtigen Neuigkeiten zu versorgen. Damit euch hier in der Zwischenzeit nicht langweilig wird, kommt hier eine etwas angewandelte, weil verspätete Form der Tuesday Tunes für euch, inklusive einer Handvoll neuer Tracks zum Träumen, Verlieben und Weinen, je nachdem.

Kurt Cobain ist dank der Doku „Montage of Heck“ zumindest im musikalischen Sinne von den Toten auferstanden, um uns mit einem bisher unveröffentlichten Lied namens Sappy zu beglücken, Afie Jurvanen, der sichBahamas“ nennt, glaubt noch an Monogamie, während MØ auf kamikazemäßige Parties steht, Kill J hält sich selbst für die Größte, singt aber trotzdem über die Liebe, die New Yorker Künstlerin Negative Gemini schwebt derweil in ganz anderen Sphären, die Jungs von Deerhunter bauen schonmal Scheiße, fudeln sich aber trotzdem irgendwie durchs Leben und Lana, der alte Haudegen, liefert uns den Soundtrack zum Jungsgucken: weiterlesen

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