Kategorie-Archiv: Musik

Danke, David Bowie!

11.01.2016 um 11.45 – Musik

rip david bowieErst vergangene Woche hatte David Bowie sein 25. Album „Blackstar“ herausgebracht, an seinem 69. Geburtstag. Letzte Nacht erlag er im Kreise der engsten Familie seiner Krebskrankheit, gegen die er 18 Monate lang angekämpf hatte.

Heute wollen wir „Danke“ sagen. David Bowie hat nicht nur eine ganze Popwelt geprägt, die Mode, die Kunst und noch so viel mehr, sondern auch uns. Am allermeisten mit „Heroes“, dem Soundtrack zu meinem ersten Jahr in Berlin, der Lieblings-WG und weingetränkten Küchennächten mit Miracoli. An verregneten Tagen schlenderten wir durch Schöneberg, um Halt an seiner einstigen Lieblingsbücherei zu machen, wir feierten Feste, manchmal mit Blitzen im Gesicht oder Sternen auf den Schuhen, ganz im Sinne von „Space Oddity“.

Bowie, du Tausendsassa, dass du wirklich und wahrhaftig einer der “einflussreichsten Popkünstler der jüngeren Musikgeschichte” warst, und zwar auch in modischer Hinsicht, leuchtete mir erst etwas später ein und zuletzt 2013, als Jean Paul Gaultier eine Hommage an dich über den Laufsteg schickte oder Kate Moss uns als Ziggy vom VOGUE Cover entgegen lächelte, 2014 widmete der Martin-Gropius Bau dir eine eigene Ausstellung, zu Ehren der wunderbaren Liebesgeschichte zwischen dir und Berlin. 2015 lagen dir Hedi Slimane mit Saint Laurent und etliche weitere große Designer dieser Welt zu Füßen hat, sie tauchten ganze Kollektionen in deine Aura und auch sonst hatte sich nicht viel geändert, du führtest noch immer ein Leben für die Musik und sangst „Where are we know?“. weiterlesen

MIXTAPE // Driving home for Christmas
(without Christmas Songs)

22.12.2015 um 16.08 – Musik

weihnachts mixtapeIch bin wirklich großer Fan von festlich-warmen Traditionen und auch Weihnachtsmusik gehört zum Kekse backen dazu wie der Käse zum Raclette. Manchmal, wenn Heilig Abend quasi schon greifbar ist, dann kann es aber durchaus vorkommen, dass mir sämtliche Zimtstern-Hits – seien sie noch so klassisch, jazzig, schön – zu den Ohren heraus hängen und zwar so sehr, dass meine psychische Konstitution knapp vor Rolf-Zuckowksi-Gewaltphantasien herum brodelt. Um morgen auf der sechsstündigen Autobahnfahrt gen rheinländischer Heimat also erst gar nicht von schlechter Laune eingeholt werden zu können, habe ich kurz vor knapp noch ganz fix meine aktuellen Lieblingslieder in eine Anti-Christmas-Playlist gepackt.

Im Prinzip geht es dort musikalisch relativ langweilig zu, auch nicht wirklich taufrisch, aber so ists mir nur recht. Ruhe trotz Musik. Bloß auf Drake konnte ich nicht verzichten. Obwohl ich auch nach dem 30. Anlauf nicht „Hotline Bling“, sondern „Holla Bing“ höre: weiterlesen

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Tuesday Tunes #3

27.10.2015 um 8.04 – box2 Musik

tuesday tunesGirls like Drake more than their boyfriends„, hat meine Freundin Dena einst gesungen, ganz so tragisch ist es natürlich nicht, aber „Hot Line Bling“ ist schon ein kleiner Kracher, nicht zuletzt aufgrund der fast schon niedlichen Tanzeinlagen des womöglich beliebtesten Körperklauses der Szene, die gerade als Gesprächsthema Nummer eins im Internet dienen. Gwen Stefanie ist auch zurück auf dem Bildschirm, bei Ellen Degeneres gab sie jüngst „Used to Love you“ zum Besten, joa. Gwenni darf irgendwie alles, ist ja wirklich wahr, was sie da über die Liebe trällert, bloß die gelben BH-Träger hätte man ihr durchaus in höflichem Ton ausreden können, Blackalicious hingegen klingt nach Früher, Mathe blau machen und die Führerscheinprüfung bestehen, Tala und die gute Banks geben zusammen ein ziemlich gutes Wolfpack ab, Adele sagt endlich wieder „Hello“, Raury passt perfekt zum Frühstückskaffee, aber auch unter die Bettdecke, Laura Welsh braucht mit „Sex&Vioelence“ ein bisschen, um im Bauch anzukommen, klingt dann aber doppelt gut, Dagny hinterlässt uns feinsten Pop und Hanna Lucias „Don’t Hold Out“ ist nicht mehr und nicht weniger ls ein Track zum Gedanken-getränkten Bahnfahren zwischen Fremden, denen OK Kid mit „Gute Menschen“ einen kleinen Denkanstoß gibt: weiterlesen

Thursday Tunes #2

15.10.2015 um 9.11 – box3 Musik

tuesday tunesHeute und morgen ist der Teufel los, die Press Days stehen an, wir werden also von einer Agentur zur nächsten düsen, uns Frikadellen ans Ohr quatschen lassen, selbst mit verbalen Frikadellen werfen und erst spät wieder am Schreibtisch sitzen, um euch mit allen wichtigen Neuigkeiten zu versorgen. Damit euch hier in der Zwischenzeit nicht langweilig wird, kommt hier eine etwas angewandelte, weil verspätete Form der Tuesday Tunes für euch, inklusive einer Handvoll neuer Tracks zum Träumen, Verlieben und Weinen, je nachdem.

Kurt Cobain ist dank der Doku „Montage of Heck“ zumindest im musikalischen Sinne von den Toten auferstanden, um uns mit einem bisher unveröffentlichten Lied namens Sappy zu beglücken, Afie Jurvanen, der sichBahamas“ nennt, glaubt noch an Monogamie, während MØ auf kamikazemäßige Parties steht, Kill J hält sich selbst für die Größte, singt aber trotzdem über die Liebe, die New Yorker Künstlerin Negative Gemini schwebt derweil in ganz anderen Sphären, die Jungs von Deerhunter bauen schonmal Scheiße, fudeln sich aber trotzdem irgendwie durchs Leben und Lana, der alte Haudegen, liefert uns den Soundtrack zum Jungsgucken: weiterlesen

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Tuesday Tunes // Mit Låpsley, Jamie XX, Hinds, Autre Ne Veut & Lana Del Rey

29.09.2015 um 8.15 – box1 Musik

tuesday tunesMit der Britin Låpsley ist offensichtlich etwas ziemlich Magisches unbemerkt an mir vorüber gezogen, ein Glück also, dass ich im letzten Moment doch noch zur Besinnung kam und „Hurt Me“ lieben lernte – Weil nach viel Schmerz meist bessere Zeiten folgen, wundere ich mich außerdem ein bisschen weniger über die musikalische Liaison zwischen Jamie XX und Young Thug, schließlich singen beide zusammen längst „I know there’s gonna be good times“, was Lana Del Rey ganz ähnlich sehen dürfte, sie möchte derzeit nämlich nichts anderes als irgendwo „high by the beach“ herumliegen und Jagd auf Helikopter machen, geht aber nicht, denn die vier Grazien von Hinds machen derweil ordentlich Krach, sogar mit ein paar heißen Jungseisen namens „The Parrots“ im Schlepptau. Fehlt eigentlich nur noch einer: Autre Ne Veut steht beleidig am „PBR&B“-Rand und verflucht das „Age of Transparency“ samt seiner Protagonistinnen und Protagonisten: weiterlesen

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Track des Tages //
Malakoff Kowalski – How I Think Of You

18.09.2015 um 9.53 – Musik

Malakoff KowalskiDrei Jahre nach seinem Debüt „Kill Your Babies“ veröffentlicht Malakoff Kowalski, der in Persien als Aram Pirmoradi geboren wurde, in Hamburg aufwuchs und heute zwischen Berlin und L.A. hin und her tingelt, sein zweites Album „I love You“. Zu verdanken haben wir Songs wie „How I Think Of You“ tatsächlich der großen wahren Liebe, oder genauer: Kowalskis amerikanischen Freundin. Sie schaffte es nämlich, den gerade Zweifelnden mit einer einzigen Umarmungen davon zu überzeugen, weiterzumachen: „So muss sich eine Platte anfühlen! Das wäre doch toll, Musik zu machen, die sich wirklich genauso anfühlt wie diese Umarmung, wie diese Empfindung“, verriet er der VOGUE.

Und zack, dann war es plötzlich da, das neue Werk, das Filmmusik-Epos mit positiver Nebensächlichkeit und gesummten Texten zu einem Gesamtpaket schnürt, das man ausschließlich seinen Lieblingsmenschen schenken will. Plus Frühstückseinladung oder Lingerie, je nachdem: weiterlesen

Track des Tages // HINDS – „Garden“

09.09.2015 um 10.12 – Musik

HINDS bandVielleicht macht der Herbst, dass ich mir gerade überdurchschnittlich träge und vergreist vorkomme, HINDS bewirken aber glücklicherweise genau das Gegenteil – die erste Singleauskopplung aus dem im Januar erscheinenden Album „Leave me Alone“ ist eine Art musikalisches Äquivalent zum Pimm’s, diesem Likör, der mit Ginger Ale vermischt nach Abiparty schmeckt. Geht ziemlich einfach runter, hats aber trotzdem in sich. So in etwa verhält es sich auch mit der Girls-only Band aus Madrid, die sich aus diversen Namens-Streitigkeiten mit anderen Musikern heraus nun nicht mehr „Deer“ (zu deutsch „Hirsch“) nennt, sondern, viel besser, „Hirschkühe“. Galant gelöst. Im gleichen Atemzug suchten sich die beiden Gründerinnen Carlotta Cosials Ana García Perrote außerdem nach vielen Jahren der Zweisamkeit Verstärkung, zusammen mit Ade Martin und Amber Grimbergen stehen Hinds jetzt also zu viert auf der Bühne und liefern Garage-Lo-Fi-Rock vom feinsten ab, jedenfalls wenn man jugendlich-seichtes Geschrammel mag, das ein bisschen nach Proberaum klingt.

Der Track „Garden“ kündigt im besten Fall also eine 12-Songs andauernde Reise in unsere musikalische Vergangenheit mit einer Portion Jetzt bestückt, an.. Mehr braucht es gerade gar nicht, um mich aufzuwecken: weiterlesen

Track des Tages //
K.Flay – „Can’t Sleep“

24.08.2015 um 11.51 – box3 Musik

kflay cant sleepEs kommt zuweilen vor, dass ich eine Schwäche für Musik hege, die meine ganz besonders findigen Freunde gern als Autoscooter-Tracks abtun, womöglich sogar zu Recht, für die Amerikanerin K.Flay springe ich heute allerdings nur allzu gern in die Bresche, wenn auch beinahe ein ganzes Jahr zu spät. 2014 veröffentlichte Kristine Meredith Flaherty, die eigentlich Psychologie und Soziologie studiert hat, bereits ihren ersten autonomen Longplayer nach der Trennung von ihrem Major Plattenlabel, vor ein paar Tagen ist „Life as a dog“ dann aber endlich auch in Deutschland auf den Markt gekommen. Mein Ohrwurm der Stunde: ‚Can’t sleep‘ (.. I hope I stay awake / cause I’ve been running running running all day).

Mit Vorliebe rappt die 30-Jährige über ihr Liebesleben und lange Nächte, wobei sie es mühelos schafft, am Flow-Level einer Angel Haze zu kratzen und Rap mit Indie Pop zu vermählen, was ich persönlich ganz groß und unbedingt in Dauerschleife hörbar finde: weiterlesen

Track des Tages //
Beirut – „Gibraltar“

20.08.2015 um 8.24 – box3 Musik

beirut gibraltar2006, als man zum allerersten Mal so richtig Wind von Beirut alias Zach Condon und seinem Polka-Pop bekam, den er in seiner Heimat New Mexiko nach einer langen Reise durch Europa und vor allem den Ostblock genialisch zusammen gewürfelt hatte, da konnte man kaum anders als „Gulag Orkestar“ rauf und runter zu hören, endlich mal was anderes, etwas, das wirklich neu klang. Mit dem Nachfolgeralbum „The Cup Club“ nimmt er uns schließlich mit nach Frankreich, bis im Jahr 2008 wegen eines Burn Outs die dazugehörige Tour abgebrochen werden muss, es wird mucksmäuschenstill um Condon. 2011 steht er wieder auf und vor allem längst nicht mehr allein auf der Bühne, „The Rip Tide“ wird die schönste Platte des Jahres und „Santa Fe“ ganz groß. Lieblingsmusik, die einzige, die es für mich mit „Baths“ aufnehmen konnte. Ihr könnt euch also in etwa ausmalen, was mit meinem Herz und Hirn passierte, als jüngst verkündet wurde, die nächste LP „No No No“ würde im September erscheinen, genauer am 11. September – im Herbst kommen Beirut sogar für ein Konzert nach Berlin in die Columbiahalle.

„Gibraltar“ jedenfalls ist die zweite Singleauskopplung aus dem Album, das sich wie seine Vorgänger zwischen Trauer und Lebensfreude bewegen soll, eine Gratwanderung, die sich zwar viele Musiker zu eigen machen, aber nur die allerwenigsten wirklich beherrschen. Tauchen gehen. So nennt man das wohl, wenn man stundenlang in Tönen versinkt, die den Kopf zwischen dem Früher und dem, was noch kommt, hin und her träumen lässt: weiterlesen

Musik // Mixtapes by „Chances with wolves“ gegen das Sommerloch

11.08.2015 um 8.00 – box2 Musik

chances with wolvesWer Musik wirklich und aufrichtig liebt, will niemals aufhören zu suchen und staunen. Wäre da nicht die Sache mit der fehlenden Zeit, die manchmal, in furchtbar schwachen Momenten, dazu führt, dass wir unserer eigenen Plattensammlung überdrüssig werden, dass wir nur noch vorbei hören, statt hinzuhören und am Ende bei seltsamen Radiosender landen, die uns das Denken und Entscheiden mal mehr mal weniger gut abnehmen. Glücklich ist allerdings der, der beim Faulsein irgendwann auf das East Village Radio und die kleine feine Sendung „Chances with Wolves“ stieß. Leider musste man hierfür in Brooklyn, oder zumindest den USA leben. Ein Hoch an dieser Stelle auf Soundcloud, denn trotz kilometerweiter Entfernung und längst eingestampftem Sender, können wir und ihr die Mixtapes der beiden Freunde Kenan und Kray, die zusammen womöglich das beste Dj-Team der Welt abgeben, bis heute hören. Immer wieder kredenzen die beiden uns eineinhalb stündige audiovisuelle Reisen in andere Welten und Zeiten, vollgestopft mit wahnsinnigen Melodien und intensiven Gefühlen des Davonschweifens, kein einziger Track wird jemals wiederholt, Genres sind Nebensache. “It’s just old records that we find that are beautiful or something, and then we mix them up and put wolf howls over it. (Quelle: Alldayeveryday)”

Freunde, das hier ist das Beste, was ich aus New York mitgebracht habe. Danke, Bryn McKay. weiterlesen

MIXTAPE // Surviving the Heat

07.07.2015 um 13.02 – box1 Musik

SUMMER MIXTAPE

Freunde, in letzter Zeit haben wir die JANE WAYNE MIXTAPES aus zeittechnischen Gründen ein bisschen vernachlässigt. So geht das nicht weiter und weil wir vor lauter Sonne ganz geistlos sind, ist heute wohl der perfekte Tag für ein Musik-Comeback.

Bevor die Fashion Week für uns los geht, schaffen wir es heute hoffentlich noch auf eine schnelle Freibad-Pommes. Falls nicht: Esst bitte ein, zwei, drei Portiönchen für uns mit und lauscht, was der Sommer uns zu sagen hat: weiterlesen

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#BOYCRUSH & Musik // Yelawolf

26.06.2015 um 10.22 – box2 Musik

yelawolfWenn man mit fünf Frauen zum Abendessen verabredet ist und das Prickelwasser irgendwann das Hirn erreicht hat, dann kann es durchaus vorkommen, dass die bis dato recht kultivierte Themenwahl irgendwann ins Schwärmerische abrutscht. Dass sich ein paar Minuten lang alles um böse Jungs mit Bärten und alte Musikschinken dreht, von denen man nicht einmal mit Sicherheit sagen kann, ob sie zur Kategorie brilliant oder banane gehören. Kennt ihr Yelawolf? Wie auch nicht. Der Südstaaten-Country-Rapper hat Anfang des Jahres sein hochgelobtes drittes Studioalbum „Love Story“ veröffentlicht und ist bei Eminems Label „Shady Records“ gesignt. Seine Musik ist, wenn man so will, phänomenal daneben, ein bisschen so wie Barbecue-Chips, die man eigentlich nicht ertragen kann und trotzdem bis zur leeren Tüte in sich rein stopft. Die schlimmste aller Assoziationen: Kid Rock. Die Beste: Johnny Cash gepaart mit ein bisschen Wu Tang Clan aus besseren Tagen. Zum Verrücktwerden. Vielleicht haben wir deshalb so lange gebraucht, auf den Boycrush-Zug aufzuspringen.

Mit dem Antlitz des über die Maßen tätowierten Sohnes eines Cherokee-Indianders, der sich seinerseits gleich nach der Geburt vom Acker machte, verhält es sich ähnlich. Michael „Yelawolf“ Wayne Atha ist sozusagen ein rattenscharfer Proll: weiterlesen

Kann man mal machen //
TAKE THAT Konzert-Übertragung im Kino

19.06.2015 um 11.28 – Musik

b5a2db20-447c-11e4-ab35-339b12fc8c46_5os-2How deep is your love? Die Frage musste ich mir heute morgen stellen, als eine Pressemitteilung in meinem Mailfach landete, die „ein außergewöhnliches Erlebnis“ ankündigte: Take That werden heute Abend in der Londoner O2-Arena „mit einer spektakulären Show“ ihre Tournee einläuten, und – Achtung – selbstredend wird selbige live übertragen. Im Kino, damit wir bei Popcorn und Käsetortillas in unserer jugendlichen Vergangenheit schwelgen können und nochmal richtig Appetit auf die (mittlerweile nur noch) drei Jünglinge, die einst unsere Zimmerwände schmückten, bekommen.

An sich eine gewitzte Idee. Könnte Spaß machen, durchaus und eigentlich will ich sogar sehr daran glauben. Tränen der Trauer sind aber auch drin, man sollte also wirklich genau überlegen, ob man der Gefahr der Entzauberung gewachsen ist. Beim Blick auf das Tour-Plakat, versteht ihr sicher, was ich meine: weiterlesen

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Track des Tages // Dena ft. TammyKruelz
„Girls like Drake (more than their boyfriends)“

29.05.2015 um 9.28 – box2 Musik

dena girls like drakeWenn DENA nach L.A. fliegt, um an ihrem neuen Album zu arbeiten, dann kommt sie ganz bestimmt nicht einfach nur mit einem neuen Album zurück, sondern vor allem mit Geschichten und zwar mit solchen, wie der Zufall sie so gerne schreibt. Man muss sich beim Lesen der folgenden Zeilen jetzt also vorstellen, dass Denitza Todorova es tatsächlich geschafft hat, mir im Wohnzimmer ihrer Kreuzberger Wohnung mit bierernster Miene gegenüber zu sitzen, um mir „the thing“ mit Drake zu erklären. Ihr wisst schon, Drake Shake und so. Drizzy. Frauenheld. Hoffnungsloser Romantiker. Und dann das:

„I was in LA last month doing some writing and work for my new album. TammyKruelz (aka AKUA) and I met through our mutual friend Jazmin Garcia, who is a rad video director I knew from Berlin. We all hung out in Echo Park and spent a whole day vibing and reflecting on music, the process of creating, writing, producing, the challenges of the music industry, and finally, a general affinity for Drake. Next thing we knew we met up to jam out at Akua’s home studio where we ended up writing and producing „Girls Like Drake“. Within the same week we shot the video for it, a fun drive-through Los Angeles in a 90’s jeep, which Jazmin directed and edited. We shot it on the first Coachella Sunday, so this is basically us while Drake was playing in the desert.“ Ein kurzer Moment der Stille, dann hat es pling gemacht. Got it! Meta-Ebenen sind übrigens Denas Ding, genau wie krasse geistige Übergänge von trockener Ernsthaftigkeit hin zu plötzlichen Lachgaszuständen inklusive giggelnder Geräusche. Aber so viel nur am Rande. Viel wichtiger ist: Hier kommt euer neuer Ohrwurm: weiterlesen

Track des Tages // Nicki Minaj feat. Beyoncé
„Feeling Myself“ – ein Statement gegen Slut Shaming

19.05.2015 um 21.00 – Musik

nicki minaj beyonce feeling myselfKaum hat das gemeinsame Video von Nicki Minaj und Beyoncé seinen Weg quer durch das Netz gefunden, befinden wir uns auch schon wieder mittendrin im verbalen Schlachtfeld hitziger Konservativer, empörter Oldschool-Feministinnen und Beifall pfeifender Slut-Shaming-Gegner_innen. Ganz abgesehen davon, dass wir uns erhobenen Hauptes zu letzterer Riege zählen und uns bittesehr endlich eine Welt wünschen, in der Frau ohne wenn und aber und Giftpfeilspritzen selbst entscheiden darf, wie viel Haut zu welchen Zwecken gezeigt wird, täte manch einer darüber hinaus wirklich gut daran, den positiven Einfluss vom sogenannten Fame-inismus zu respektieren, statt ständig die Vertrauens-Frage zu stellen, oder besser, die „Wie echt ist der Pseudo-Scheiß denn“-Leier abzuspulen. Wirklich, wir sind es leid. Mehr Stärke, mehr Emanzipation, mehr virale Power geht fast nicht, jedenfalls nicht dort, wo die Medien permanent unterwegs sind. Medien, die es (leider) vermögen, ebenso wahre wie miese Parolen in die Welt hinaus zu posaunen. Es könnte also durchaus schlimmer sein als “I stopped the world / Male or female / it makes no difference.”

Nicki zwingt die männlich dominierte Musikszene mit ihren Raps seit jeher in die bisweilen übermächtigen Knie und hilft damit, ein ganzes Business hin zur Gleichberechtigung umzukrempeln, Queen B propagiert Selbstrespekt, Gleichheit zwischen den Menschen und die Schönheit aller Körper (siehe: „What is pretty“), beide zusammen stehen für gegenseitigen Support, der tragischer Weise noch immer nicht ausgeprägt genug gelebt wird. „Aber das hat doch nichts mit Wissenschaft, mit tiefer Beschäftigung mit dem Thema zu tun“, kontern Kritiker. Muss es manchmal aber auch gar nicht. Wenn ein Track samt seiner Protagonistinnen dazu in der Lage ist, Millionen von Zuhörer_innen ein schepperndes Gefühl von Female Power und pazifistischem Kampfgeist für die eigenen Rechte in Herz und Ohren zu katapultieren, dann ist das allein schon Grund genug, anerkennend in die Hände zu klatschen und dabei ob all der hier anwesenden Sexyness heftig mit der Zunge zu schnalzen – „Sexy“ zu sein ist nämlich ein ähnlich geiles Verbrechen wie „Feministin“ zu sein. Ob berühmt oder nicht:  weiterlesen