Kategorie-Archiv: Outfit

3 Ways to Wear // Oder auch:
3 Brillen-Annäherungsversuche mit Viu

27.04.2017 um 12.24 – Outfit

Seit knapp 7 Jahren zähle ich mich zur Fraktion der kleinen Blindschleichen, die permanent ihre Augen zusammen kneift, um die Umwelt scharf zu stellen, die Bekannte erst ab fünf Metern Entfernung erkennt und nachts in fremden Bars fünf Mal nach dem Weg zur Frauentoilette fragt, aus Angst, doch fälschlicherweise ins Männer-Klo zu stolpern. Kurzum: Ich bin blind – und werde immer blinder. Wir könnten jetzt nach verschiedensten Gründen dafür suchen oder einfach direkt auf die Bildschirm-Arbeit tippen, denn die mache ich seit Anbeginn der Sehschwäche dafür verantwortlich. Irgendwann überzeugte mich allerdings eine Freundin, dass es so nicht mit mir weiter gehen könne und mit einem Schlag sorgten Kontaktlinsen dafür, dass aus grauen Tönen wieder leuchtende Farben und aus unscharfen Gesichtern wieder Konturen wurden. Hach, es kann so einfach sein, wenn man sich dem Thema mal annimmt. Wohlwissend, dass die Sache mit den transparenten Augendeckelchen auf Dauer aber auch keine Lösung sein kann, schob ich die Option „Brille“ allerdings bislang erfolgreich beiseite. Warum? Weil kein Modell dieser Welt es schaffte, meine Eitelkeit zu überwinden, auch wenn ich immer betone, wahnsinnig uneitel zu sein.

Dass es ausgerechnet irgendwann ein rosafarbenes Modell sein würde, das mittlerweile zu meinem ständigen Begleiter geworden ist, hätte ich selbst also als allerletzte gedacht. In Kooperation mit dem Schweizer Brillenlabel Viu habe ich mich jetzt also endlich getraut und sehe so gestochen scharf, dass ich mir pausenlos gegen die eigene Stirn tippen könnte, nicht vorher auf den Trichter mit dem Nasenfahrrad gekommen zu sein. „Diva“ heißt das Modell und wir scheinen offensichtlich beide ein klein wenig eigen zu sein – passen vielleicht gerade deswegen so gut zusammen. Jedenfalls nähern wir zwei uns gerade noch an, denn es ist vielleicht einfach, so ein Brillenmodell aufzusetzen, sich allerdings rundum wohl damit zu fühlen, scheint, wie so oft in der Liebe, einem langsamen Annähern gleichzukommen. Aber seht selbst: weiterlesen

10 Outfits aus dem vergangenen Sommer, die ich auch 2017 wieder trage

18.04.2017 um 9.24 – Outfit Wir

Feststellung des Tages Nummer 1: Ich will jetzt wirklich Sommer. Nummer 2: Kürzere Haare waren doch nicht so verkehrt. Und Nummer 3: Ich habe meinen Körper gar nicht mal so oft vor die Kamera geschleppt, um Outfits festzuhalten, was wiederum dazu führt, dass ich aus dem vergangenen Sommer gerade mal 10 Outfits zusammen kriege, die ich euch zeigen kann und genauso auf jeden Fall wieder anziehen will. Gefühlt sind es allerdings viel mehr und deutlich spannendere, aber was nicht geknipst wurde, kann hier selbstverständlich auch schlecht gezeigt werden.

Ein großer Liebling ist und bleibt in jedem Fall meine Dries van Noten Hose, die wir von der Grundidee zur Inspiration herangezogen haben und in abgewandelter Form (dunkler, höher sitzend, schmaler und mit verkürztem Bein) auch für unsere eigene Kollektion aufgelegt haben. Ein weiterer Schatz bleibt das uralte Lacoste Hemd meiner Oma ebenso wie der wiederentdeckte Louis Vuitton Beutel in sonnengeküsstem Gelb. Was diesen Sommer außerdem erneut rausgekramt wird? weiterlesen

13 Outfits aus den letzten Sommern, die ich 2017 wieder tragen werde

12.04.2017 um 11.45 – Mode Outfit Wir

Die Mode präsentiert sich heute rasant denn je, Trends kommen und gehen, überdauern selten mehr als ein volles Jahr und überhaupt überschlagen sich die Neuankünfte in den Fast Fashion Stores geradezu. Wer da noch mitkommt, ist im schlimmsten Fall nicht nur aus der Puste, sondern auch bankrott. Man sollte den Zirkus im allerbesten Fall also weder blindlings mitmachen, noch traurig sein ob verpasster Stilregeln, sondern vielmehr ganz genau überlegen, was überhaupt (noch) in den eigenen Kleiderschrank passt. Das sagt ja genau die Richtige, meint ihr jetzt, zu recht, aber ich werde nicht müde zu betonen, dass Modeblogger*innen niemals ein Maßstab sein sollten und alles Gezeigte in erster Linie als Option oder Inspiration betrachten werden sollte, niemals aber als Muss. Auch ich komme nicht umher, mich immer wieder daran zu erinnern. Denn es kommt natürlich vor, dass ich den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehe.

Am Wochenende habe ich also damit begonnen, dem Spuk ein Ende zu bereiten und meine Garderobe ein weiteres Mal um die Hälfte reduziert. Übrig geblieben sind zwei Kleiderstangen voll mit Lieblingsstücken und ein Regal, in dem sich Pullover, Shirts und Hosen tummeln. Es stimmt wirklich: Weniger fühlt sich in diesem Fall nach viel, viel mehr an. Im Zuge des Ausmist-Wahns, habe ich mich außerdem durch Outfits aus den vergangenen zwei Jahren gestöbert und festgestellt: Beinahe jedes einzelne davon würde ich im Sommer 2017 wieder (fast) ganz genau so tragen. Auch keine Meisterleistung. Aber eine weitere Erinnerung daran, dass das Glück häufig nicht in der Ferne, längst irgendwo vor unseren Füßen liegt: weiterlesen

3 Ways To Wear //
Wie genau geht Frühling nochmal?

10.04.2017 um 15.47 – Inspiration Mode Outfit

Nach der Winterdepression folgt für gewöhnlich Sonne, von innen und außen, aber auch das ein oder andere Fragezeichen hinsichtlich der passenden Garderobe lässt mit dem Eintrudeln des Frühlings oft nicht lange auf sich warten. Jedenfalls ist das bei mir meist so. Geistig noch erschlagen von all den dicken Pullovern und Wolljacken, fällt es mir zu Beginn oft schwer zu schnallen, dass es jetzt wirklich, wirklich an der Zeit für ein wenig mehr Leichtigkeit ist. Dass Farbe nie verkehrt sein kann und weiße Jeans ruhig getragen und auch ein wenig dreckig gemacht werden dürfen. Nur wie? Gute Frage. Was auch erklären könnte, weshalb ich heute Morgen einzig und allein ob der Blusenwahl ganz sicher war, hinsichtlich des Rests aber volle Möhre auf dem Schlauch stand. Aus der Planlosigkeit ist am Ende aber immerhin ein zaghafter Versuch geworden, unserer etwas eingerosteten Kategorie „Ways to Wear“ wieder etwas Leben einzuhauchen. 1,2 oder 3 – für jedes Ei ist was dabei. Hoffentlich. Nicht selten flöte ich mir selbst nämlich schon am Folgetag meiner Mini-Experimente in alter Helge Schneider-Manier „Ich habe mich vertan“ entgegen. Bloß bei Outfit Nummer Drei bin ich mir relativ sicher: So in etwa wird mein persönlicher Frühling aussehen: weiterlesen

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Outfit // Fernweh.

04.04.2017 um 9.18 – Outfit Wir

Eine meiner besten Freundinnen schrieb mir vor ein paar Tagen in einem Brief, sie sei noch nie so verloren und gleichzeitig so glücklich gewesen. Und ich weiß ganz genau, was sie meint. Wenn man innerlich sprudelt vor vollkommenem Glück, dann ist die Abenteuerlust oft nicht weit. Vielleicht geht es mir gerade sogar ganz ähnlich. Am liebsten würde ich meine kleine wunderbare Familie an die Hand nehmen und ihr die ganze Welt zeigen, die Ferne erkunden, um immer wieder zurückzukommen, mit tausenden von wilden Geschichten. Zwei Flüge sind für dieses Jahr schon gebucht, aber der Sinn steht mir nach noch weiter entfernten Zielen, vielleicht, weil ich das Reisen in den vergangenen Jahren so sehr vernachlässigt habe und mit jedem Besuch in einem anderen Land stets auch Arbeit verbunden war. Ich will das nicht mehr. Nie wieder Hashtags unter der Sonne, vorerst. Stattdessen Nacktbaden im Meer und Rucksäcke vollgepackt mit Müsliriegeln. Ob wir in diesem Jahr noch zu Freunden nach Kanada, in den Oman oder nach La Réunion schaffen, weiß ich nicht. Aber ich weiß, dass ich mein Erspartes künftig nicht mehr für ein Eigenheim beiseite legen werde, sondern für ein Segelboot. Unser Kind darf uns dann während seines Studiums gern überall auf der Welt besuchen kommen. Jaja, ich weiß. Aber wer überhaupt keine Träume hat, der hat doch irgendwie nichts. weiterlesen

Outfit // Gegen das Gehenlassen

29.03.2017 um 10.31 – Outfit Wir

raffia bag mangoIn Hollywoodstreifen ist es ja oft so: Da wachen die Damen des Hauses stets in zusammenpassender feinster Unterwäsche auf, das Frühstückseiweiß wird im seidenen Morgenrock verspeist und wenn man genau hinschaut, dann lugt außerdem noch irgendwo ein vornehmes Spitzenhemdchen aus dem Revers heraus. Das ist dann meist der Moment, in dem mir die ein oder andere Feierabend-Pommes vor lauter Lachen aus dem Nasenloch schießt. Abends, mit dem Laptop auf den Knien, sehe ich nämlich aus wie morgens, ich trage stets ein Feinripp-Unterhemd, das ich rechts und links an beiden Beinen des ausgewaschenen Schlüpfers, der bestimmt nicht zum BH passt, wie Flügelchen herausziehe, und einen Frottee-Bademantel, in dem ich schon diverse Vorlesungen verschlief.

Wenn ich es mir recht überlege, spiegelt dieser Anblick sogar am ehesten wider, wie ich mich Ende des Winters auch sonst so hinsichtlich meines modischen Feingefühls gesehen habe. Gar nicht speziell. Nur pragmatisch. Ich begrüße dieses vogelfreie Laissez-Faire sehr, bloß schlug es mir so langsam aufs Gemüt, hin und wieder dachte ich sogar darüber nach, mich einem Selbstversuch zu widmen: Ein Jahr, eine Jeans, zwei Pullis – oder so ähnlich. In letzter Sekunde packte mich der Frühlingseinbruch allerdings am Schlafittchen, sodass der Sinn mir mit einem Mal und ganz unverhofft wieder nach ein bisschen Firlefanz stand. Gegen das Gehenlassen sozusagen. Zumindest obendrüber: weiterlesen

Outfit // Mit Statement-Ohrringen, Samtblazer & Cowboy Boots

28.03.2017 um 8.18 – Outfit Wir

Ich kann es selbst kaum glauben, aber ich habe mir gestern tatsächlich den ersten Sonnenbrand des Jahres um die Nase eingefangen: Das Montagsmeeting wurde nämlich kurzerhand auf Nikes Dachterrasse verlagert und eine volle Stunde reichte bereits aus, um meine weißen Wangen in zartes Rot zu tunken. Nach einem halben Jahr voller Grau, wusste meine Haut also gestern offenbar gar nicht, was los ist – und dass, trotz Lichtschutzfaktor in der Tagescreme. Beschweren will ich mich natürlich trotzdem keineswegs: So viel Sonnenpower wie gestern, darf unsere ergrauten Gemüter ab sofort gern die ganze Zeit erfüllen und schenkt man dem guten, alten Wetterbericht vertrauen, geht’s die gesamte Woche auch noch so weiter. Bereits das ganze Wochenende wurde auf Dachterrassen, im Park, auf dem Spielplatz und in diversen Eisdielen verbracht und ich will genau diesen Zustand ganz akut unter keinen Umständen missen.

Endlich darf die Winterjacke also zu Hause bleiben und wird gegen Jeansjacke eingetauscht, ohne fröstelnd durch selbst schattige Plätze zu ziehen. Und so ging’s am Wochenende im geliebten Samtblazer und Klimperohrringen vor die Türe, mit den liebsten Schuhen, der gemütlichsten Jeans und ganz viel Motivation im Gepäck. weiterlesen

Outfits // 3 x Zwischendurch

21.03.2017 um 12.43 – Outfit Wir

Nach monatelanger Mode-Langeweile bin ich gerade dabei, meinen eigenen Kleiderschrank neu zu entdecken, und auch aus- und aufzuräumen, aber trotzdem kommt mir immer wieder der Alltag dazwischen. Manchmal trage ich tagelang die gleiche Jeans und wechsle bloß Socken und was man noch so austauschen muss, weil Leben, aber dann, dann packt es mich. Oder auch nicht. Auch das ist in Ordnung, aber manchmal reicht schon ein kleiner roter Ohrclip, um gegen die Tristesse anzukommen und wieder Freude am Spiel mit modischem Firlefanz zu schnuppern. Es geht jedenfalls bergauf, die Leidenschaft brodelt hier und da schon wieder. Und bald seht ihr auch wieder regelmäßig mehr von uns, versprochen. Den Anfang machen immerhin drei Outfits von Zwischendurch, wie damals, im Sommer, als man gar nicht richtig über die vermaledeite Garderobe nachdachte und sich trotzdem stets pudelwohl fühlte. Einfach darum: weiterlesen

OUTFIT // Gabrielle Chanel

20.03.2017 um 12.15 – Outfit Wir

Ich kann mich noch ganz genau an diesen einen Tag erinnern, als Sarah und ich uns nach fünf Jahren gemeinsamer Selbstständigkeit jeweils einen heimlichen Traum erfüllten, der uns insgeheim viel zu hochtrabend, oberflächlich und verschwenderisch vorkam. Eine Chanel-Tasche sollte es für jeden von uns ein. Es gibt zwar keine Entschuldigung für so viel Wahnsinn, aber auch keinen anderen Anflug von grenzenloser Unvernunft, den ich je so wenig bereut hätte. Kurz zuvor hatte ich noch mit zwei Beuteln Chipsfrisch im Bett gesessen und Audrey Tautou dabei zugesehen, wie sie die junge Coco Chanel im gleichnamigen Film spielte, wie eine Tänzerin zur Designerin wurde und eine ganze Branche umkrempelte, wie Coco, die eigentlich Gabrielle hieß, die Frauenmode revolutionierte und das Korsett abschaffte.

Man muss, glaube ich, ein bisschen verrückt sein und auch verliebt in das alles, um nachempfinden zu können, weshalb eine Marke derart viele Gefühle und Assoziationen und sogar einen kleinen Funken Stolz hervorrufen kann. In dem Moment zum Beispiel, als wir den Store verließen und wussten, dass wir es ganz allein bis hierher geschafft hatten, ohne Gönner, ohne Eltern, ohne Investoren. Nach einem Jahr Hartz IV, in dem wir Tag und Nacht tippten, zwei weiteren Jahren mit weniger Monatsgehalt als andere für ein paar Schuhe ausgeben, und ganz viel Durchhaltevermögen. Wir brauchten noch eine Weile um zu realisieren, dass wir langsam aber sicher immer unabhängiger und dass Existenzängste längst überflüssig geworden waren. Meine rote Chanel-Tasche ist damit quasi so etwas wie eine tägliche Erinnerung daran, dass man auch dann weitermachen sollte, wenn der Rest der Welt denkt, man hätte sich in brotlosen Träumen verstrickt. weiterlesen

Outfit // Mal wieder „Unvorteilhaft“

13.03.2017 um 8.36 – Outfit Wir

Es gab eine Zeit, da konnte Kleidung für mich gar nicht körperfern genug sein. Bollerig lautete die Lieblingsbezeichnung für meinen Stil, weit und eben urgemütlich. Auch meine Schwangerschaft änderte rein gar nichts daran: Nicht, weil ich sie auf Teufel komm raus verstecken wollte, mir war bloß einfach nicht nach quetscheng und figurbetont. Ganz einfach. Schon damals sagte man mir, ich könne mich vorteilhafter kleiden, denn so wirke ich dicker als in Wirklichkeit. Die Wirklichkeit aber sah so aus: Ich nahm 24 kg zu, hatte Wassereinlagerungen an allen erdenklichen Körperstellen und wollte einfach alles, außer mich mit „vorteilhaft“ beschäftigen – denn: Ich wollte mich bloß wohlfühlen. Irgendwann war Wilma endlich da, das Wasser sofort aus meinem Körper und es folgte die Zeit der knatschengen Jeans: Ich konnte es einfach nicht mehr abwarten, das alles Form hatte und Halt fand und so verliebte ich mich erneut in Skinnies, obwohl Flared Pants längst den Ton angaben.

Warum ich euch das alles erzähle? Weil Beurteilungen wie „unvorteilhaft“, „gedrungen“, „stampfig“ oder „unschmeichelhaft“ mir seit immer gehörig auf den Geist gehen. Ich bin jedenfalls mit meinem geliebten Bollerlook zurück, dank unserer eigenen Kreation für Kauf dich glücklich – und könnte damit nicht glücklicher sein. Ein „darin wirkst du ein bisschen gedrungen“ konnte ich auf Instagram längst einheimsen, ein Problem gibt’s deswegen trotzdem längst nicht mehr. Was bedeuten schon solche Beurteilungen, wenn man sich selbst so rundum pudelwohl fühlt, hmm? Eben. Gar nichts. weiterlesen

OUTFIT // „The Second Sex“

06.03.2017 um 11.22 – Mode Outfit Wir

Die letzten Wochen waren trubelig, was nicht heißt, dass ich sie nicht genossen hätte, aber verflucht eben auch. Genau wie die Tatsache, dass ich kein vielarmiger Tintenfisch bin, obwohl mir ja selbst dann noch die schwer benötigten Zusatz-Finger zum Umsetzen neuer Ideen fehlen würden. Was ich eigentlich sagen will: Selten habe ich mich im Angesicht eines Ist-Zustands so überfordert und gleichzeitig saufroh gefühlt. Am 1. März hat unsere erste eigene Kollektion das Licht der Welt erblickt, bis dahin gab es kaum einen Tag Pause. Denn das hier musste ja trotzdem laufen, genau wie alles Administrative hinter den Kulissen und pipapo. Jetzt jammere ich natürlich auf hohem Niveau, aber keineswegs über das Pensum, das brauche ich ja irgendwie auch fürs Seelenheil, sondern über die vielen Neuerungen und Rubriken und Ansprüche an Jane Wayne, die da derzeit in meinem Hirn schlummern. Eigentlich ja prima, bloß: Wann sollen die denn endlich raus da? Irgendetwas ist ja immer. Und ich weigere mich, noch mehr aus der Hand zu geben, wir wollen schließlich keine gesichtslose Nachrichtenseite werden. Ich rege mich jetzt also mal ganz schnell ab uns versuche an meinem eigenen Zeitmanagement zu arbeiten, das lässt seit der unverhofften Schmetterlinge im Bauch und noch dazu dem Frühlingsbeginn nämlich wirklich auch zu wünschen übrig.

Zurück zum Montags-Outfit also: Wenig selbstlos trage ich mein Lieblingshirt aus der „Bonjour Simone“ Kollektion (ihr wisst, Simone De Beauvoirs Buch „Das andere Geschlecht“) und auch die dazugehörige Hose. Wer letztere mag: Seid gewarnt, sie fällt riesig aus, ich trage hier eine XS. Das ist Absicht, weil ich persönlich die Jeans zuweilen ganz oben in der Taille, aber dann auch wieder etwas lockerer, so wie hier, kurz über dem Bauchnabel tragen mag: weiterlesen

Outfit // Mit Popeye-Gedächtnisbluse,
Mom Jeans & roten Boots

27.02.2017 um 9.05 – box1 Outfit Wir

Eigentlich wollte ich in diesem Februar gar nicht in Berlin sein. Ich wollte es meinem gefilterten Instagram-Stream gleich machen und Reißaus nehmen – mindestens zwei Wochen lang. Aber ihr kennt mich: Ich bin eine Urlaubsorga-Niete mit Sternchen und so saß mal wieder hier im grauen Berlin. Während mein Standard-Spruch bei all meinen Freunden mit Hängerchen derzeit an das trübselige Wetter da draußen erinnert und ich versuche, jedes Wehwehchen damit zu rechtfertigen, geht mir selbst so allmählich die Puste aus – ach, wäre ich doch nur in Guadeloupe. Die krönenden Highlights des Wochenendes: Ein fieberndes Kind an beiden Tagen und eine nicht enden wollende Schlange vor dem The XX Konzert, in der uns zarter Sprühregen noch mal daran erinnerte, dass man im Februar am besten gänzlich zuhause bleibt – oder ein Land mit Sonne auf der Karte wählt.

Na gut, genug Miesepeterstimmung: Immerhin sorgte das Trio am Ende noch für Entschädigung und zappelnde Körperteile. Als Schlechtwetter-Durchhalte-Belohnung gönnte ich mir außerdem ein paar orangerote Wildlederboots und kramte meine Popeye-Gedächtnis Bluse im Vichy-Muster heraus, um dem Grau da draußen zu trotzen und folgenden Spruch wirklich mal wieder wortwörtlich zu nehmen: Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur falsche Kleidung. Ha! weiterlesen

New In // Stripy Stine Goya Pants
– oder: Sommerhose trotz Winter

09.02.2017 um 16.45 – Outfit Wir

shop the look stine goyaSpätestens seit Gannis #Lovesociety habe ich einen Narren an roten Hosen gefressen und zwar nicht nur an der auf dem Laufsteg gezeigten Version aus Kord, sondern so ganz grundsätzlich. Noch dazu dachte ich gerade außerdem über die Anschaffung eines gut sitzenden Nadelstreifenmodels nach (dazu später mehr) und so kam es, dass ich im Angesicht der „Vinnie Pants“ von Stine Goya zur herzäugigen Karikatur meiner selbst mutierte. Blöd nur, dass dieses Geschenk des dänischen Himmels überhaupt nicht wintertauglich ist, ein Hauch aus Nichts sozusagen, aber umso hübscher geschnitten, beinahe perfekt. Es muss nämlich ausnahmsweise nichts gekrempelt werden; bei einer Größe von 1.73m ragt das gute Stück in etwa bis zu den Knöcheln. Und weil wir es hier in guter alter Stine Goya-Manier mit einem recht körperfernen Stück Stoff zu tun haben, fallen die darunter gemogelten Thermostrümpfe auch kaum aus. Wollblazer und Rolli drüber, fertig. Und auch warm! Ich finde sogar, mit einem Ledergürtel getragen bekämpft man sogar jeden Pyjamaparty-Vorwurf: weiterlesen

OUTFIT //
„Zieh dich doch mal wie ein Mädchen an“

06.02.2017 um 10.16 – Outfit Wir

hosenanzug

„Hallo, Herr van Dinther!“ lachte mein Lieblings-Späti-Verkäufer mir entgegen, als ich am Samstag Hosenanzug-tragend eine Packung Kaugummi bezahlten wollte. Es dauerte nicht lang, da fühlte ich mich auch schon wieder vier Jahre zurück versetzt, ich weiß nämlich noch ganz genau wie man damals mehrheitlich auf meinen ganzen Stolz, den braunen Zweiteiler von Wood Wood, reagierte. Mit Unverständnis nämlich. Ich glaube sogar, eine entfernte Kollegin wollte mir irgendwann einmal durch die Blume zu verstehen geben, dass in „solchen Fällen“ ein kleiner Stilbruch angebracht sei, hohe Hacken etwa oder roter Lippenstift, der Weiblichkeit zuliebe. Ich hingegen habe bis heute nicht verstanden, warum Kleidung überhaupt „vorteilhaft“, „sexy“ oder „feminin“ sein muss. Sie darf es sein, keine Frage, aber wichtiger ist doch, dass sie sich gut anfühlt und dem Gemüt entsprechend. Ich glaube zudem kaum, dass man mich aufgrund meiner Kleidung für einen Mann halten könnte und selbst wenn – wie furchtbar? Keineswegs. Damals kommentierte sogar jemand, ich hätte in diesem Aufzug etwas von einer „Lesbe“. Soso.

Ich tobte. Aber einzig und allein, weil nicht fassen könnte, dass es offenbar noch immer Menschen gibt, in deren kleiner Welt es wichtig scheint, von welchem Ufer das Gegenüber stammt, die glauben, man könne aufgrund von Kleidung oder der Nasenspitze per se auf die jeweilige sexuelle Orientierung schließen. Ich schrieb damals: „Wer weiß das schon“. In der Uni war ich schließlich mal kurz in ein Mädchen verguckt gewesen, bis ich schließlich feststellten musste, bis über beide Ohren heterosexuell zu sein. Ich dachte im Angesicht dieser Erkenntnis jedenfalls nur „aha“ und nicht „jippie“. Und lachte mir fortan ins Fäustchen, wann immer mir jemand aufgrund meiner Kleidung, Gestik oder Mimik eine Liaison mit einer meiner besten Freundinnen, die -Wahnsinn- lesbisch ist, nachsagte.  weiterlesen

OUTFIT //
Schnipp, Schnapp, Pony ab.

01.02.2017 um 8.50 – Outfit Wir

Asos Reclaimed vintageIch hab‘ noch gesagt „Sarah Jane, Freundinnen, Mama! Haltet mich davon ab, mir jemals wieder einen Pony zu schneiden!“ Und zwar in weiser Voraussicht. Denn jedes Mal, wenn sich mal wieder ein Mikropony über meine relativ kurz geratene Stirn legte oder Jane Birkins Antlitz mich dazu inspirierte ganz parisienne ein paar Fransen über den Augenbrauen baumeln zu lassen, ertrank ich früher oder später in der Erkenntnis, dass für mich persönlich bloß ein Mittelscheitel funktioniert – schon allein wegen der mir von Opa Edmung mitgegeben Superwirbel, die sich quer über den gesamten Kopf legen. Jetzt ist es trotzdem passiert. Die optische Langeweile hat mich gewohnt unerwartet und in einem plötzlichen Anflug von Veränderungswahn in die Hände meiner Küchenschere getrieben, etwa fünf Minuten bevor ich das Haus verlassen musste, um pünktlich „Lala Land“ zu sehen. Wenig später saß ich also samt Mütze im Kino und verstand weder mich noch den Hype um Ryan und Emma. Ein schrecklicher Abend.

Zum Glück sah die Welt am darauffolgenden Morgen schon wieder ganz anders aus. Meine neue Frisur half mir nämlich immerhin über die vor kurzem attestierte Modemüdigkeit hinweg und so machte ich den gestrigen Dienstag schließlich zu meinem persönlichen „endlich-wieder-Overdressed-im-Alltag“-Debüt 2017. Inklusive selbstbewusst getragenem Vorhang vor der Birne. Ich weiß zwar nicht, wie es jetzt weiter gehen soll, mit einem Besuch beim Profi etwa oder Monaten voller Klämmerchen und Spangen, aber ich werde das schaffen. Und frohen Mutes sein. Darüber, dass ich mit 28 Jahren immer noch in der Lage bin, mich wie 16 zu fühlen und auch genau so zu handeln. Macht ja auch irgendwie Spaß: weiterlesen