Kategorie-Archiv: Sex

Bedroom Stories //
Zusammen Pornos gucken – mit Erika Lust

04.04.2017 um 11.18 – box1 Kolumne Leben Sex

Ein Gastbeitrag von Ann, protokolliert von Nike Jane. Teil 1 inklusive wiesoweshalbwarum lest ihr hier.

Ich glaube, ich bin ein bisschen schief gewickelt, wenn es um die Wahrnehmung meiner eigenen Offenheit geht. Denn obwohl ich ohne zu zögern meine Hand dafür ins Feuer gelegt hätte, schon mit meiner (zugegeben sehr späten) Entjungferung eine gewaltig große Portion sexuelle Gelassenheit mit Löffeln gefressen zu haben, wird mir im Angesicht rotweingetränkter Gespräche mit meinen Freundinnen immer wieder das genaue Gegenteil unter die Nase gerieben. Zuletzt am vergangenen Wochenende. Gerade waren wir noch dabei, über das Für und Wider von Cycles, dieser neuen gehypten Verhütungs-App, zu fachsimpeln, da platze es plötzlich aus der wahrscheinlich Runden-Blauesten heraus: Schluss jetzt damit, ihr sei nämlich echt scheißlangwellig im Bett und wirklich wichtiger als das Kalibrieren von Thermometern und Temperaturen seien jetzt verdammt nochmal mal ein paar hilfreiche Tipps und Tricks zum Aufmöbeln der in Daunendecken gebetteten 5-Jahres-Monotonie, sonst würden die Wanzen bald mehr rammeln als sie und ihr Freund, deren gemeinsame Libido derzeit vermutlich irgendwo auf Lanzarote Krabbenfischen würde, und falls sie jemand zufällig treffen würde: Schöne Grüße!

Betretenes Schweigen. Aber nur etwa zwei Sekunden lang. Mir selbst flog gerade etwas Limo aus dem linken Nasenloch, weil Contenance, als irgendwer am Tisch die Initiative ergriff und schnell danach fragte, ob denn noch nicht einmal Pornos helfen würden. Pornos, ja klar, dachte ich. Und oh Gott, Pornos. Hihi. Beinahe hätte ich aus Reflex das Gesicht zu einem Kotze-Smiley verzogen, schließlich schaue ich sowas nur allein und ratzfatz und vor allem heimlich, genau wie mein Freund vermutlich auch. Bis zu diesem Abend kannte ich nämlich nur Youporn. Und da vergeht einem die Lust mitunter schon auf der Startseite, soviel Sperma fliegt da rum. Als gäbe es für eine Frau nichts geileres, als sich in Befruchtungsflüssigkeit zu suhlen. weiterlesen

Bedroom Stories //
Warum wir oft lieber performen statt kommen.

20.03.2017 um 14.38 – box1 Feminismus Kolumne Sex

Ein Gastbeitrag von Ann, protokolliert von Nike Jane. Teil 1 inklusive wiesoweshalbwarum lest ihr hier.

Ich bin gerade ein Körperklaus, so ein richtiger, ein bisschen wie ein Roboter, der nur rechts, links, oben und unten kann, aber bestimmt kein Talent für schlangenscharfe Latina-Bewegungen hegt. Woher das kommt, weiß ich nicht, normalerweise bin ich nämlich eher biegsam wie eine Brezeln, bloß scheint mir über Nacht ein erheblicher Teil meines eigenen Körpergefühls flöten gegangen zu sein. Und so kam es, dass ich dieser Tage auf meinem Freund thronte, zwar mit Lust im Nacken, aber mächtig ungelenk. Und auch ein bisschen faul. Ich wippte also ein wenig hin und her, als plötzlich ein Bild vor meinem inneren Augen aufploppte, das die Sache nicht besser machte: ich als Wackeldackel – sichtlich um den richtigen Takt bemüht, kläglich am Einklang scheiternd. Es war zum Glück dunkel, deshalb blieb die erstarrte Denkermiene, die sich schnell zwischen nachdenklichen Stirnfalten verkroch, im Schatten verborgen. Statt mich aber über die damit einhergehende ausbleibende Befriedigung meiner eigenen Libido zu ärgern, hoffte ich von Zweifeln zerfressen einzig und allein darauf, mein Gegenüber möge nichts von meiner miesen Meisterleistung in Sachen Off-Beat bemerken. Ab sofort hieß es: Perfomen statt kommen. Denn wichtiger als meine Lust wurde mir plötzlich mein Ego.

Erst Tage später wurde mir bewusst, wie falsch das war. Nicht, weil Selbstlosigkeit per se dilettantisch wäre, bloß war der Grund für selbige in diesem Fall der behämmertste aller denkbaren. Ich wollte ja überhaupt nicht nett sein. Sondern bloß um Himmels Willen nicht schlecht im Bett. Und ich glaube, damit bin ich nicht alleine. Oder noch schlimmer: Vermutlich bringt diese Sorge sogar recht viele von uns um den so wohlverdienten Orgasmus. weiterlesen

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Bedroom Stories #3 //
Baby, take a walk on the wild side

27.01.2017 um 14.27 – Leben Sex

wild side bedroom stories

Ein Gastbeitrag von Ann, protokolliert von Nike Jane. Teil 1 inklusive wiesoweshalbwarum lest ihr hier.

Man ließt und hört ja immer wieder davon, dass „diese Feministinnen“ in Wahrheit nur mal richtig durchgenommen werden müssten, die Leute munkeln dann, dass „diese Feministinnen“ unterm Bettlaken plötzlich sowieso ganz kleinlaut und devot würden und dass die ganze Sache mit der Emanzipation und eben „diesen Feministinnen“ dann wohl nichts weiter als bescheuerte Heuchelei sei. Denn eine echte Feministin täte „so etwas“ selbstredend nicht. Im Angesicht derartiger Spekulationen wird mir immer ganz feurig zumute, während ich voller Wonne an den nächsten kleinen Klaps auf den Po denke, der mir bald nackend blühend wird. Sogar ganz freiwillig. Obwohl ich Feministin bin. Oder gerade deshalb, jawohl.

Ich habe nämlich gelernt, über meine Bedürfnisse und Wünsche zu reden, sie sogar ganz deutlich einzufordern. Das klingt jetzt Larifari, aber ich glaube, das Quatschen übers Bumsen ist zwischen vielen Paaren tatsächlich noch immer ein zaghaftes Pflänzchen, man will ja nicht unzufrieden, wahnsinnig oder gar verkorkst rüberkommen. weiterlesen

HEROINES // Tania Boler, Erfinderin von Elvie, im Interview: „Learn your body,
love being a Woman“

elvie

Prolapse? Blasenschwäche? Beckenbodenmuskulutatur? Ehrlich gesagt alles Themen, mit denen ich mich bisher niemals auseinandergesetzt hatte. Ist was für Omis, dachte ich. Wenn es beim Pilates dann doch mal hieß „Denkt an das Powerhouse!“, habe ich immerhin geahnt, dass hier wohl auch der Beckenboden mit dazugehört. Mehr aber auch nicht. Das änderte sich allerdings schlagartig, als ich von „Elvie“ hörte. Und von dessen Erfinderin: Tania Boler. Als Co-Gründerin und CEO des Unternehmens Chairo, das sich auf technische Entwicklungen von Frauen für Frauen spezialisiert hat, launchte sie im Herbst 2015 einen possierlichen, türkisfarbenen Personal Trainer für den Unterleib, mit dem Frau sich durch regelmäßiges Training selbstständig zu einem kräftigeren Rumpf, gesünderem Rücken und womöglich sogar besserem Sex verhelfen kann – und der tatsächlich ein bisschen süchtig macht. In etwa so wie damals Snake auf dem Nokia 3210. Es gibt nämlich eine dazugehörige Elvie-App, aber dazu später mehr.

Als ich jedenfalls herausfand, dass wir es hier außerdem mit einer international anerkannten Expertin im Bereich der Frauengesundheit mit Hochschulabschlüssen von Oxford und Stanford sowie einem Doktortitel in sexueller und reproduktiver Gesundheit zu tun haben, die ganz nebenbei auch noch Teamleiterin für HIV Prävention bei der UNESCO war, Frauenrechtlerin und zweifache Mutter ist, stand unsere erste HEROINE des Jahres auch schon fest. Für euch folgte ich also schleunigst einer virtuellen Verabredung mit der fabelhaften Tania und sprach mit ihr über Elvie, innere Stärke und eines der vielleicht emotionalsten Themen für Frauen: Unsere Vaginas und was wir für sie tun können. weiterlesen

Kolumne: Bedroom Stories # 1 //
Jungs, wir haben genauso viel Spaß wie ihr.

09.01.2017 um 13.38 – box3 Feminismus Sex

bedroom stories thisisjanewayneEin Gastbeitrag von Ann, protokolliert von Nike Jane.

Ich kenne Nike jetzt schon ein knappes ganzes Jahr. Meist sehen wir uns bei Wein und Kerzenschein, mit ein paar anderen Freundinnen und nicht selten reden wir in dieser Runde über Privates, das allgemein hin nicht für fremde Ohren bestimmt ist, über Sex zum Beispiel. Warum man sich derart über einen der gängigsten Zeitvertreibe des Planeten echauffieren kann, darüber diskutierten wir erst neulich, was in folgender Erkenntnis gipfelte: Unsere Geschichten, die sich nunmal auch zwischen Laken oder nackend abspielen, sollten gelegentlich sehr wohl erzählt werden. Am besten sogar laut und deutlich. Einfach, weil es da ein paar Dinge gibt, die auch im größeren Kreis diskutiert gehören. Weil das Reden übers Vögeln nichts schmuddeligen ist, sondern höchstens sehr menschlich. Weil die Leute noch immer viel zu verklemmt sind. Finde ich. Und auch die Janes sehen das so, weshalb sie mir ab sofort erlauben, regelmäßig über Tabus und Gefühle und die Normalste Sache der Welt zu schwadronieren. Weil ich aber weiß, dass mein Partner das maximal anders sieht, genau wie andere Sexpartner oder meine Eltern, verrate ich euch zwar meinen echten Namen, aber lasse das dazu passende Foto vorerst weg. Ich hoffe, das ist ok. Auch wenn es meiner oben genannten Erkenntnis zweifelsohne widerspricht. Schuldig. Aber jetzt zu meinem jüngsten Erlebnis. weiterlesen