Kategorie-Archiv: Tiny Jane

Kinder im Internet //
Warum es Tiny Jane nicht mehr gibt.

06.04.2017 um 12.44 – Tiny Jane

Immer wieder bekommen wir Mails und Nachrichten, in denen nach Tiny Jane gefragt wird. Wann denn endlich wieder ein Beitrag online gehen würde, es sei schon so lange so ruhig um unseren Mini-Blog. Und es stimmt, wir sind vielen von euch womöglich eine kleine Erklärung schuldig. Es werden nämlich überhaupt gar keine offiziellen Artikel mehr folgen, bloß ein paar Anekdoten und Lieblingsjacken, -Bücher oder -Schuhe werden wir vielleicht auch künftig noch einbinden, aber hier, zwischen unserem eigenen Alltag, nicht dort drüben. Diese Entscheidung haben wir ganz bewusst getroffen und entgegen jedes wirtschaftlichen Denkens, mit diesem ganzen Babykram lässt sich nämlich eine Menge Geld verdienen. Auch wir haben vor knapp einem Jahr noch oft mit diversen Kooperationspartnern zusammengearbeitet und dabei mitunter vergessen, dass eigentlich kein Sparbuch der Welt das Vermarkten der eigenen Kinder rechtfertigen kann.

Wir können hier selbstverständlich nur für uns sprechen und möchten gleichzeitig betonen, dass wir die klugen Worte vieler Eltern im Internet hoch schätzen und auch jene Neu-Mamas, die zusammen mit ihren Kleinen wachsen, sogar ganz öffentlich. Grundsätzlich gilt ohnehin: Blogs, die sich um das Thema Kinder drehen, sind für Mütter wie Väter oft Gold wert, auch für uns. Aber auch hier bin ich der Meinung: Der Ton macht die Musik. Denn das Schreiben über Tipps, Tricks und die neuesten Produkte auf dem Markt wird auf Ewig eine Gratwanderung zwischen aufrichtig gemeinter emotionaler Stütze, hilfreichen Erfahrungsberichten und Verkaufsargumenten für die Tonne bleiben, genau wie das Ablichten der Kinder für die Sozialen Medien. Manch einer, Blogger*innen ebenso wie all die anderen Internet User, findet die perfekte Balance und schafft es, die Arbeit klug und authentisch (und lukrativ) mit dem Familienzuwachs zu verbinden, das ist wunderbar und beachtenswert, eine ganze Handvoll aber scheinen kaum zu bemerken, welchen Verrat sie an sich und ihren Kindern begehen. Dass es für alles Grenzen gibt und für längst nicht alles eine gelungene Rechtfertigung. Wo meine eigenen Grenzen liegen, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht einmal beantworten, deshalb finde ich das Reden über die ganze Problematik so wichtig. Für einen großen Konzern sollen wir demnächst etwa im Video-Format zum Thema „Erwachsenwerden“ portraitiert werden. Ich fände es schön, wenn unsere Kinder auch in diesem Kurzfilm auftauchen würden, ohne Gesichter zwar und auch ohne Extra-Budget, aber weil sie nunmal zu unserem Leben dazu gehören, zu unserem „Erwachsenwerden“. Ist das schon zu viel? Wenn ich schreibe, möchte ich schließlich auch über mein Kind schreiben dürfen. Wenn ich mein Leben zeige, möchte ich, dass mein Kind nicht ausgeklammert wird. Fragen sind da viele, aber manchmal fehlt noch eine Antwort. weiterlesen

Buchtipps // Von Verlust & Trauer – Bücher, die den Tod erklären.

04.11.2016 um 11.43 – Buch Tiny Jane

„Mama, warum musste Opa sterben und wo ist Opa jetzt?“, ist einer dieser Sätze, der mich jetzt schon unruhig werden lässt und dafür sorgt, dass in meinem eigenen Kopf unzählige Fragezeichen hinzukommen. Schon kurz nach dem Tod meines eigenen Papas habe ich mich gefragt, was ich antworten soll, wenn meine eigene Tochter mit fragenden Augen irgendwann vor mir steht und mich mit diesen wenigen Worten konfrontiert. Weil ich keine Antwort habe, weil ich selbst nicht weiß, ob wir es irgendwie hätten verhindern können, weil der Tod so radikal ist und weil ich mir doch so sehr gewünscht hätte, mein Vater hätte mein kleines Mädchen eben noch besser kennen gelernt.

Ich habe noch keine Antwort auf diese Frage, obwohl sie mich jetzt schon bald ein ganzes Jahr lang quält. Vielleicht finde ich sie im Laufe der Zeit bis Wilma überhaupt sprechen kann, bis die Themen „Verlust, Tod und Trauer“ also auf unserem Küchentisch liegen. Ich weiß es nicht. Was ich aber sehr wohl weiß: Es gibt kaum ein anderes Thema, das wir so radikal versuchen vor uns her zu schieben, das uns so plötzlich und schmerzerfüllt treffen kann und das gerade für unsere kleinen Schutzbedürftigen ganz besonders sensibel und hoffnungserfüllt aufbereitet werden sollte. Und genau dabei helfen uns manchmal Bücher. Kinderbücher, die den Tod ganz vorsichtig und trotzdem sehr verständlich erklären – genau dann, wenn wir selbst vielleicht keine eigenen Worte finden. weiterlesen

TINY DIARY // Zurückspulen, bitte! Das erste Jahr als Mama

28.10.2016 um 13.05 – Diary Tiny Jane

Ein einziger Mann* hat mir in meiner Schwangerschaft prophezeit, dass alles immer nur noch schöner wird. Dass diese kleinen Menschen, die von heute auf morgen einfach da sind, zwar alles auf den Kopf stellen werden, aber jeder Tag eben besser wird. Erst können sie gar nichts, dann schlafen sie nur und langsam aber sicher formen sie sich zu ganz eigenen Charakteren. Ich fand diese Worte so schön und so einprägsam, weil ich fast ausschließlich von „Schlaf vor, es wird so anstrengend“, „Warte mal ab, du schaffst gar nichts mehr“ und „Genieß die Zeit alleine noch“ umgeben war.

Längst wollte ich euch ein Update geben, ein Update über das Leben mit Kind, über das erste Jahr, über Donnerwetter-Tage und Sonnenschein-Momente – aber der Alltag und die Arbeit für Jane Wayne kamen mir einfach dazwischen. Wenn man schwanger ist, hat man eine ungefähre Vorstellungen, wie das Leben mit Kind sein könnte. Oder man hat gar keine. In der Schwangerschaft zählte ich mich immer zur ersteren Riege, immerhin bekam ich bei Nike alles hautnah mit, bei meiner Schwester auch und an die Säuglingszeit meiner jüngsten Schwester meine ich mich auch in etwa noch zu erinnern. Ich dachte, ich wüsste, wie es wäre, demnächst mit Kind durch die Welt zu wuseln. Aber im Grunde genommen hatte ich keine Ahnung. Wie auch? Schließlich ist jedes Kind anders, jedes Paar völlig unterschiedlich und jede Lebensrealität sowieso. Wie sich das neue Leben also wirklich anfühlen wird, kann niemand vorher sagen. Man kann wohl nur versuchen, es zu ungefähr zu skizzieren. Bloß hilft der positive Blick in die Zukunft uns wohl eher, als nett gemeinte, wappnende Ratschläge. Und so war’s also bei mir: weiterlesen

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Brain Blah //
„Wann kommt denn bei euch das nächste Kind?“ – Vielleicht nie.

11.07.2016 um 13.59 – Leben Tiny Jane Wir

kinderkriegen baby thisisjanewayne tinyjaneSeit ich Mutter bin, beschleicht mich das Gefühl, dass ein Kind allein nicht ausreicht. Egal, wen ich nach langer Zeit wieder treffe, die zweite Frage nach dem obligatorischen „Wie gehts, wie stehst“ lautet zunehmend: Und, wollt ihr noch ein Geschwisterchen? Ich muss dann erst einmal erklären, dass das „Wir“ inzwischen ein ganz anderes ist – Ups-Moment #1, die Leute scheinen noch immer wie automatisch davon auszugehen, Trennungen seien entgegen jeder Statistik eine Ausnahme in unserem scheinbar perfekten Lebensumfeld. Mit dem Mitleid, dass ich weder brauche noch möchte, komme ich inzwischen klar, man meint es ja nur gut mit mir. Wenn ich irgendwann aber zurück zum eigentlichen Thema gelange und meinen Standpunkt klar mache, nämlich den, dass ich nicht wissen kann, was in drei, vier oder zehn Jahren ist, ich derzeit aber ziemlich sicher bin, ein Einzelkind in die Welt gesetzt zu haben, werden die Augen groß und Mundwinkel fangen an zu hängen. Ganz ehrlich, kein Scherz. Ist auch nicht eingebildet das Ganze, das weiß ich, weil meist Augen- und Ohrenzeugen dabei sind. Die häufigsten Reaktionen lauten wie folgt: Eeeecht jetzt? Aber willst du kein Mädchen haben, wer soll denn all die Taschen erben, als Frau möchte man doch auch eine Tochter? Soll Lio wirklich allein aufwachsen? Träumst du nicht von einer richtig großen Rasselbande? Nein? Krass. Und so weiter und so fort.

Ich finde das, gelinde gesagt, sehr unmodern. Und unsensibel. Und unangebracht. Denn erstens ist mir schnurzpiepegal, welches Geschlecht mein Kind hat, zweitens leben wir in einer Gesellschaft, in der Freundeskreise längt zur selbstgewählten Familie geworden sind, kein Kind muss also einsam und allein mit Einzelkind-Schaufeln im Sand buddeln und drittens liebe ich Großfamilien, ich stamme nämlich aus einer, aber ich selbst sehe mich aus unterschiedlichsten Gründen nunmal nicht als Anführerin einer solchen. Das macht mich weder herzlos und überaus egoistisch, noch traurig. Beides wird einem aber seltsamerweise gern unterstellt. Meine Entscheidung liegt jedoch einer ganz simplen Erkenntnis zugrunde. weiterlesen