Kategorie-Archiv: Trend

Pre-Fall 2015 //
Suit up mit Wide Leg Power

– 08.01.2016 um 10.41 – Inspiration Trend

suit up

Ich weiß nicht warum, aber Blazer wollen mir einfach nicht stehen. Genauso wenig wie Ohrringe im Übrigens, aber das ist eine andere Geschichte. Beides verleiht mir einen furchtbar biederen Touch und manövriert mich ohne Umwege in die Schublade spießig, ultra konservativ und leicht angestaubt – ich sehe damit auf einen Schlag einfach gleich zwanzig Jahre älter aus. Eine Ausnahme gibt’s: Longblazer, denn die machen irgend etwas anders, als die gut sitzenden Schwestern, die uns so gern mit einem seriösen Mäntelchen kleiden will. Ein Grund, mich dem Thema jetzt nun doch wieder zu widmen, liefern uns die kommenden Pre Fall 2016 Linien auf dem Silbertablett: Denn die stehen ganz im Zeichen von körperfernen Komplettlooks, die immer eine Nummer zu groß aussehen und dem adretten Zweiteiler so spielend leicht die Strenge mopsen, die wir ihm so oft unterstellen. Das Ergebnis? Unangestrengt schick, ziemlich alltagstauglich und furchtbar nachahmenswert. Ich werde mich dem Thema also erneut widmen, noch mal auf die Suche nach dem perfekten Blazer gehen und meine liebsten Wide Leg Hose mit ihm vermählen. Wäre doch gelacht, wenn’s mit uns nicht doch irgendwann noch einmal was wird, non?

Wie der Look mit der ultraweiten Hose außerdem funktioniert, zeigen uns Tibi, Elizabeth & James, Victoria Beckham und Calvin Klein heute in ihren schönsten Interpretationen. Nachmachen empfohlen! weiterlesen

Pre-Fall 2016 // All eyes on:
Stickereien & Patches

– 06.01.2016 um 12.16 – box2 Inspiration Trend

stickereien

Ich erinnere mich genau an meine zwei allerersten Schlaghosen im alter von 13 Jahren. Meine Tante Christel aus Florida schickte sie mir irgendwann per Air Mail und machte mich zum glücklichsten Mädchen des Schulhofs. Stilsicher gepaart mit meinen Osiris, meiner gelben Hally Hanson Jacke und der pink geringelten Miss Sixty Häkelmütze kombinierte ich gleich alle parallel laufenden Trends der 00er in einem Outfit – und fand mich darin offensichtlich ziemlich cool. Es störte mich bloß eine klitzekleine Kleinigkeit: Das gestickte Blumenmuster am unteren Rand der Jeans. Hätte mir meine Tante nicht einfach zwei Modelle ohne Firlefanz mitbringen können? Während Nike Janes Herz schon damals höher schlug, überlegte ich, wie ich diese bunten Stickereien am besten vom Denim trennen könnte, ohne die Modelle gleich komplett zu zerstören. Wie die Geschichte ausging, kann ich heute leider nicht mehr ganz rekonstruieren, eine Sache steht aber fest: Tante Christel, wärst du noch mal so gut und schickst mir zwei Paar? Heute sehe ich die floralen Muster nämlich mit ganz anderen Augen – und bin spätestens seit der eintrudelnden Pre Fall Looks für 2016 bin ich völlig hin und weg:

2016 steht also auch ganz im Zeichen der 70er, der verspielten Kleinigkeiten und hippiesken Einschläge und trifft in diesem Jahr zarte Noten der 80er. Bereit für Patches, Stickereien und andere Aufnäher? -Na kommt, wir bezirzen euch: weiterlesen

Spotted // Affenzirkus und Katzenstreu –
Die Tiere sind los.

– 05.01.2016 um 12.51 – Mode Trend

animal print 2016 trendGrundsätzlich bin ja der Meinung, wer Tiere nicht mag, mit dem stimmt was nicht. Zumindest Baby-Tiere. Höchstens bei Katzen würde ich eine vorsichtige Ausnahme machen, was aber wohl eher am Katzenstreu als an diesem anschmiegsam-schnippigem Lebewesen an sich liegen dürfte, wobei der gängige Katzen-Charakter auch nicht jedermanns Sache ist. Die Sympathiepunkte der Modewelt stehen allerdings auf einem ganz anderen Blatt geschrieben. Ich erinnere mich noch gut an mein erstes Jeanskleid von Diesel, ich ging damals noch in achte Klasse und nörgelte daheim so lange herum, bis schließlich ein dicker, fetter chinesischer Drache auf meinem Wickel-Etwas prangte. Dann aber wurde es ruhig um Lóng, das berühmteste Fabelwesen des ostasiatischen Kulturkreises. seines Zeichens Haustier des Feuergottes. Meine nächste Erinnerung an Tier-Drucke, die logische Weiterentwicklung von sogenannten großflächigen Animal Prints, startet eigentlich erst bei Kenzo und dem unübersehbaren Tigerkopf, dem ich ob all der Überpräsenz hin und wieder gern ein Öhren abgebissen hätte. Und dann kam (neben der Eule) der Flamingo. Sogar in Plastikform als Wohn-Dekor. Ganz gleich, ob man nun Fan von bösen oder freundlichen Tieren in Print- oder Accessoire-Form ist, wir werden im Jahr 2016 wohl kaum an selbigen vorbei kommen. Sie werden überall hängen, von Gucci bis Zara, die Frage ist bloß, ob wir mitziehen. Immerhin haben wir die Wahl:

Der Drache kehrt dank Valentino zurück, Gucci mausert sich zum Katzen-Liebling, lässt aber auch die Schlange und den Marienkäfer nicht außen vor, Ohrstecker gibt es sogar in Äffchen-Form, Louis Vuitton bekennt sich ebenfalls zum Affenstall und Löwenköpfe prangen demnächst vor allem auf dekadenten Gürtelschnallen. Am meisten Angst jagt mir allerdings der Schmetterling ein. Versteht mich nicht falsch, romantische Flatter-Details an Hochzeitskleidern wie jenen von Kaviar Gauche sind unschlagbar, an alles andere muss ich aber gewöhnen. Was nichts neues wäre. Erst quäke ich rum und am Ende springt doch ein Funke über – alles schon passiert. Sollte dem diesmal auch so sein, dürft ihr mich aber gern für verrückt erklären. Und wie steht es um euren Geschmack? weiterlesen

Lookbook-Liebe: Gucci Prefall 2016 //
10 Dinge, die wir uns abschauen können

– 10.12.2015 um 11.52 – Mode Trend

gucci prefall 2016

Wer „Dexter“ gesehen hat, weiß welche Wortwahl ich zum Ausdruck meiner Freude jetzt am liebsten treffen würde, scheiße nochmal ist das schön. Als ich heute morgen aufwachte und mich zur Begrüßung des Tages vor dem Bildschirm knalle, klebte ich zwei Minuten später schon am Telefon und bat Sarah Jane darum, sich doch bitte eine Notiz zu machen: Sollte ich irgendwann einmal den Löffel abgeben, sorge bitte dafür, dass man mich komplett in Gucci dem Universum übergibt. Danke. Womöglich bin ich der größte Alessandro Michele-Fan des Planeten, denn seit der Italiener zum Kreativ Direktor aufgestiegen ist, glaube ich wieder an die Mode. Wie ein kleines Kind sitze ich jetzt also hier und bete zu Plissé-Röcken, Patchwork und Papageien. Ganz so als sei er ein moderner Lewis Carroll, entführt Michele uns für den Prefall 2016 in ein Wunderland der endlosen Kombinationsmöglichkeiten, auf eine Spielwiese vollgepackt mit feinstem Zwirn, der Kindheitsträume mit Omas Schätzen und Platten von Jimmy Hendrix verknüpft, der aristokratische Details mit Rollschuh-Disco-Fieber-Avancen vermischt und Opulenz vom Protz befreit.

Diese Kollektion ist ein eklektisches Meisterwerk, zusammengesetzt aus der DNA von Guccis Wurzeln, eine intellektuelle wie historische Schlacht der Referenzen, ein wortloses Manifest, das möglicherweise der Wiederbelebung dieser eingeschlafenen Branche dient. Ich kotze vor Glück. Bloß das mit dem Pelz, mi amore, das hättest du dir wirklich verkneifen sollen. Pfui. weiterlesen

Favorite Item //
Ohrenwärmer – ja, nein, vielleicht?

– 25.11.2015 um 10.38 – Accessoire Trend

ohrenpuschel ebayTeil 1 meiner „Wardrobe Tales“ für eBay durfte ich euch schon zeigen, der nächste Mini-Film dreht sich vor allem um Gliterglitzer und vorweihnachtlichen Schabernack, um meine liebste Legitimation dafür, ein bisschen überzuschnappen und die (kitschigen) Dinge nicht allzu ernst zu nehmen. Während des dazugehörigen Interviews fragte man mich nämlich irgendwann, was ich an der eisigen Zeit besonders mag und womöglich ist es deren unschlagbare Festlichkeit. Gegen Schneekugeln zum Beispiel habe ich rein gar nichts einzuwenden und auch mit wohl dosiertem Firlefanz schlägt man mich nicht in die Flucht. Mein Lieblingsbeispiel: Ohrenwärmer. Eine Hassliebe sozusagen, denn so richtig ernst nehmen kann ich die Puschel rechts und links am Kopf nicht, einen Platz in meinem Herzen haben sie aber dennoch sicher. Mützen sind ja schön und gut und omnipräsent, manchmal aber nicht wirklich praktisch, zumindest im Zusammenspiel mit Platthaarköpfen wie mir.

Solange es nicht flockt, klappe ich auf dem Fahrrad also regelmäßig meine Kunstfell-Teller aus, das bringt Schwung in die Frisur und Freude ins Herz. „Lächerlich“, sagen die einen (für mich eines der schlimmscheußlichsten Adjektive dieses Planeten), „herrlich“ die andere. Ich vertrete Team #2 – und ihr? weiterlesen

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MODE ORAKEL // Was Zara, H&M & Co demnächst kopieren könnten

– 23.11.2015 um 17.42 – Mode Trend

top trends ss16

Ich weiß nicht genau, wann ich zum ersten Mal kurz darüber nachdachte, der Modewelt und ihrer scheinbaren Hochnäsigkeit den Rücken zu kehren, wann ich zum ersten Mal sicher war, die Anna Wintours dieser Welt hätten sie nicht mehr alle beisammen. Auslöser war dieses mittlerweile ziemlich berühmte Zitat der fiktiven Grande Dame des amerikanischen VOGUE-Pendants gespielt von Meryl Streep (ich ging damals noch davon aus, im echten Leben liefe der Hase sehr ähnlich):

„I see, you think this has nothing to do with you. You go to your closet and you select out, oh I don’t know, that lumpy blue sweater, for instance, because you’re trying to tell the world that you take yourself too seriously to care about what you put on your back. But what you don’t know is that that sweater is not just blue, it’s not turquoise, it’s not lapis, it’s actually cerulean. You’re also blindly unaware of the fact that in 2002, Oscar de la Renta did a collection of cerulean gowns. And then I think it was Yves St Laurent, wasn’t it, who showed cerulean military jackets? And then cerulean quickly showed up in the collections of eight different designers. Then it filtered down through the department stores and then trickled on down into some tragic “casual corner” where you, no doubt, fished it out of some clearance bin. However, that blue represents millions of dollars and countless jobs and so it’s sort of comical how you think that you’ve made a choice that exempts you from the fashion industry when, in fact, you’re wearing the sweater that was selected for you by the people in this room. From a pile of “stuff.”“ weiterlesen

Spotted // Haarspangen
gegen die Tristesse

– 18.11.2015 um 9.07 – Accessoire Beauty Trend

trend haarspangenWährend draußen der Wind gegen unsere Dachgeschossfenster peitscht und mir vom Geruch der gefühlt dreißig Liter Kamillentee gegen Magenbeschwerden noch ein bisschen übler wird, spielt die Welt aufgrund der Geschehnisse der vergangenen Tage und Jahre so verrückt, dass jeder Versuch, sich mit Schönem abzulenken einer geistlosen Zeitverschwendung gleicht. Aber so soll es nicht sein, darüber sind wir uns einig. In meiner Lesezeichenleiste suchte ich heute morgen also nach der seichtesten Berieselung, die ich mir je markiert hatte, was ich fand war eine Haarspange von Chanel, unbezahlblar, aber hübsch anzusehen. Ich glaube, so war das schon immer. Während der Nachkriegszeit in den 50er Jahren zum Beispiel, während der größten Weltwirtschaftskrise, die die Welt je gesehen hatte, besann man sich entgegen aller Vernunft stets auf das Pompöse, man übertrieb es zuweilen mit der Stoffverschwendung und hüllte sich, vielleicht aus Trotz, in den protzigsten Zwirn, den man finden konnte, um dem Leben zu zeigen, dass es weiter geht, um dem Feind, der Tristesse, den Garaus zu machen. Viele meiner Freunde besuchen jetzt erst recht Konzerte, schenken sich Wein im Restaurant nach oder machen das Wohnzimmer zum Kuchenparadies.

Vielleicht mag einem all das nichtig oder ganz und gar nicht richtig erscheinen, genau wie das Hochstecken des eigenen Haars mit funkelnden Spangen. Ich verstehe das. Aber nicht mehr als den Wunsch nach ein bisschen Ablenkung. Nach kleinen Muntermachern, die das Gemüt noch genau so Erhellen wie vor sechs Tagen. weiterlesen

Nike Cortez – Worth the hype? //
Und die Sache mit der Übersättigung

– 11.11.2015 um 11.40 – box3 Schuhe Trend

Nike CortezSarah Jane ist unser Sneaker-Boss im Team, sozusagen die Spürnase für alles rundum um den Turnschuh. Irgendwann einmal, da verguckte sie sich beispielsweise Hals über in Kopf in ein paar mit Kletterschlüssen verzierte zwanzig Jahre alte „adidas Comfort Vintage„, ein Jahr später feierte der Stan Smith samt Klett tatsächlich sein Comeback. Auf das Sarah-Orakel war damals Verlass und so ist es auch diesmal gewesen, im Februar folgte nämlich die Prophezeiung eines Nike Cortez-Revivals, Forest Gump sei Dank. Schon wieder ein Volltreffer.

Jetzt haben wir also den rot-blau-weißen Hype-Salat, denn auf die anfängliche Begeisterung folgte alsbald ein kleiner Anflug von Übersättigung, der vor allem dem lieben Internet, oder besser: Instagram geschuldet war und noch immer ist. Um es in den Worten einiger Follower zu sagen: „Mein Gott, jetzt hat also wieder jeder und seine Mutter das gleiche Paar Schuh geschenkt bekommen, würg.“ weiterlesen

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All Eyes on //
Bergsteigerschuhe & artverwandte Objekte

– 11.11.2015 um 8.04 – box2 Schuhe Trend

wanderschuhe

Man muss kein großer Schlaufuchs sein, um Bergsteigerstiefel aka Wanderschuhe pünktlich zum Winterbeginn auf dem Trendbarometer wieder ganz oben zu finden, aber sein wir mal ehrlich: Habt ihr so richtig und aus voller Überzeugung zu den klobigen Dingern gegriffen und dabei gleichzeitig behauptet, furchtbar en vogue damit zu sein? Quadratisch, praktisch, gut – lautete bisher wohl eher die Devise. Wenn Acne Studios und Alexander Wang allerdings ihre Modell, pardon IHRE Modell der Saison vorstellen, und wir dabei auf einen robusten Mountain Boot stoßen, dann wird eben noch einmal kräftig an der Einstellung geschraubt und das Kaufverhalten ganz nebenbei bemerkt wohl auch ordentlich beeinflusst. Bergsteigerschuhe, ihr erlebt jetzt wohl also wirklich euer großes Comeback. Versprochen!

Auch wenn wir aktuell noch gar nicht wissen, wozu dieser Klotz am Bein ausgeführt werden darf und unsere Schlaghosen allein schon beim Gedanken kräftig mit dem Hosenbein schütteln, halten wir ein ganz besonders waches Auge auf diesen kauzigen, wenngleich wahnsinnig praktischen Winterschuh und merken ihn vor, auf der Winterwonderland-Shoppingliste. Vorhang auf für schöne Modelle, gewöhnungsbedürftige Exemplare und Boots im Wert eines fahrbaren Untersatzes. weiterlesen

Wishlist // Regenbogen Ringel

– 03.11.2015 um 13.35 – Mode Shopping Trend

geringelter pulloverGestern fragte mich jemand, wie man denn eigentlich so bescheuert sein könne, viel Geld für Polyester oder Baumwolle hinzublättern. Weil mir wirklich keine schlaue Ausrede einfiel, blieb ich bei der Wahrheit: Wegen der Muster und Farben, viel sinnvoller wird die Erklärung nunmal nicht. Das Prinzip der teuren Farbharmonien zeigte sich (vielleicht als Karma-Keule) auch heute wieder von seiner charmantesten Seite, denn Gucci verdrehte mir mit seinen Regenbogen-Ringeln erst neulich den Kopf, weswegen ich mich seither also auf der Suche nach einer adäquaten Alternative befinde.

Und genau hier wären wir auch wieder beim Problem des vornehmen Zwirns angelangt: So richtig dolle sehen seine preiswerteren Schwestern im Vergleich nicht aus, bzw findet man erst gar nichts Vergleichbares. Womöglich ist die Zeit aber auch einfach noch nicht reif für grünlilarotorangegelbe Streifen, ich bin mir nämlich ziemlich sicher, dass sämtliche Fast Fashion Giganten dieser Erde irgendwann nachziehen werden. Bleibt jetzt entweder auf genau das zu hoffen, oder auf einen Super-Sale im Gucci-Land. I daut it. Immerhin war die Recherche nicht komplett für die Katz, eine Handvoll schöner Alternativen konnte ich ausfindig machen, wenn auch keine Lookalikes. weiterlesen

Spotted // 50 Shades of Green
Machen oder sein lassen?

– 28.10.2015 um 12.45 – Mode Trend

gruenMit grüner Kleidung konnte man mich lange bis hinter den Horizont jagen, was meiner Meinung vor allem dem seltsam stiefmütterlichen Umgang sämtlicher Designer mit der Lieblingsfarbe der Natur geschuldet war, überall sah man nur ätzendes, zorniges, grantiges oder komplett langweiliges Grün, statt dessen wahre Schönheit. Aber wie sagt man noch gleich? Grün ist die Hoffnung und siehe da, spätestens seit der vergangenen zwei, drei Saisons lässt sich nur noch wenig meckern. Plötzlich schlägt man nämlich ganz neue Farbtöne an, Guacamole zum Beispiel, Sea Turtle oder Evening Primrose.

Der modische wie wirtschaftliche Einfluss der gesamtgrünen Bewegung ist offenbar nicht aus purem Zufall auf dem Vormarsch – Grün bedeutet Harmonie, Sicherheit, Wachstum und Fruchtbarkeit, allesamt Werte, die der illustren Frontwrow-Gesellschaft wohl gerade recht kommen. weiterlesen

Spotted // 10 potentielle It-Bags

– 15.10.2015 um 8.30 – Accessoire Trend

bags ss 16 trendsLange dachte ich, teure Taschen seien was für Quatschnasen, heute bin ich selbst eine, das lässt sich nicht entschuldigen, auch nicht mit der Ausrede, man müsse sich in regelmäßigen Abständen selbst belohnen. Auch das mache ich trotzdem, sofern der Geldbeutel es denn zulässt und ja, das hat eine ganze Weile gedauert. Umso kostbarer ist jeder einzelne Neuzugang an meinem Trage-Arm, das könnt ihr mir glauben. Nicht im materiellen Sinne, vielmehr im ideellen. Leder statt Urlaub, könnte man auch sagen, mir bleibt nämlich außerhalb diverser Pressereisen allerhöchstens eine Woche pro Jahr zum, pardon, Eierschaukeln. Aha! Kompensation! Und wenn schon. Hier, hallo, ich stehe zu meinen Lastern.

Deshalb habe ich während der gerade zu Ende gegangenen Fashion Week Saison, dem Januar der Modewelt, auch ganz genau hin geschaut, als sämtliche Lieblingsbrands nicht nur Pret-a-porter über den Laufsteg jagten, sondern auch Taschen. Beutel, Clutches, Half Moon Bags, Hobos, Totes, Flats und wie sie nicht alle heißen. Ach Marni, du heißer gelber Feger, du könntest mein neuer Lover werden. Obwohl auch die Mondrian’esquen Modelle von Boss keinesfalls zu verachten sind: weiterlesen

Investment Pieces // Belts

– 13.10.2015 um 11.47 – Accessoire Mode Trend

stetement belts logo beltsIch erinnere mich noch an die Faustregel, dass Logos was für, sagen wir mal, Menschen mit viel Bizeps und wenig Hirn sind. Im Angesicht von Handtaschen kneifen wir zwar längst beide Augen zu, aber die Sache mit den Gürtelschnallen wurde hier noch viele Jahre lang als eher heikel eingestuft – bis wir irgendwann eine ältere Dame mit elegant zurückgekämmten silbernem Haar im schwarzen Kaschmirpullover beim vergnügten Teetrinken beobachteten. Sie trug eine Wollhose dazu, aus deren Bund ein zarter Gürtel samt CC-Schnalle hervor blitzte. Chanel, natürlich. Und „mein Gott, wie elegant.“ Es ist vielleicht einfach eine Frage des großen Ganzen, eine, des dezent eingesetzten Prunks. Jedenfalls verstehe ich jetzt das Prinzip „Luxusgürtel“, es ist dem der Handtasche sehr ähnlich: Man kann im Grunde tragen, was man will, Opas Pullover zum Beispiel oder die abgetragenste Hose, mit ein bisschen Tschitschi (?) vergeht das Gossen-Gefühl in Windeseile.

Funktioniert natürlich auch ohne güldene Schnalle, aber irgendwo muss man sich bei der Themenwahl ja ein wenig begrenzen, sonst wirds haltlos. Ich jedenfalls habe soeben einen Aigner-Kauf getätigt, Schande über mein Haupt. Demnächst folgt dann also ein Bild im etwas abgewandelten Sartre-Look, samt Rollkragenpullover. weiterlesen

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Spotted //
Initialen – Say my name, say my name

– 12.10.2015 um 9.00 – Accessoire Mode Trend

initials monogram trendJeder zweite Deutsche fährt auf seinem Autokennzeichen die eigenen Initialen spazieren, der Trend du Jour, alles und deine Mutter mit Großbuchstaben oder gleich dem ganzen Namen bestücken zu lassen, ist im Grunde also ein alter Hund. Die Koffermarke Goyard zum Beispiel arbeitet seit je her mit dem Prinzip „Streichle das Ego deiner Kunden“, vor ein paar Saisons löste Burberry mit über 1000 Euro teuren personalisierten Ponchos aber eine ganz neue Welle der Selbstbeweihräucherung aus. Inzwischen steht auf Bomberjacken nicht mehr „Raiders“ geschrieben, sondern „Pernille“, Prada wirbt mit Nylontaschen, die sich praktischerweise im Handumdrehen mit Wunschbuchstaben bedrucken lassen, bei Louis Vuitton sieht es ähnlich aus und die amerikanische Marke Coach beglückte anlässlich der New York Fashion Week gleich eine ganze Armada von Topmodels mit neuen Taschen samt entsprechender Namen darauf.

Man kann jetzt schimpfen wie ein Rohrspatz, „als sei die Modewelt nicht so oder so schon ein Sammelbecken der Egomanie“ und so weiter, aber ruhig Blut. weiterlesen

Fashion Week Round Up #1 //
Ruffle Mania

– 07.10.2015 um 10.21 – Mode Trend

ruffle trend fashion week 2016Mode funktioniert im Grunde nach ganz simplen Regeln, die auf den ersten Blick zwar nicht immer ersichtlich, aber relativ einleuchtend sind. Nehmen wir das Beispiel der Flora zur Veranschaulichung: Beginnt ein Designer damit, kleine Blüten auf Seide zu drucken, ist es wahrscheinlich, dass in den kommenden Saisons irgendwo extrem großflächige Blumen auftauchen werden, es folgen 2-D-Stickereien, bis man schließlich wieder zum Ursprung zurück kehrt und das innerste der Pflanze womöglich sogar auf extrem abstrahierte Weise darstellt. So einfach ist es natürlich nicht immer, aber oft. Ähnlich ergeht es im Frühjahr 2016 jedenfalls der allseits bekannten Rüsche. Ihre Omnipräsenz auf den Laufstegen der aktuellen Fashion Weeks ist womöglich auch eine Gegenbewegung zur Workwear, zu all der Sportlichkeit, die uns da in letzter Zeit zum Minimalismus bewegte (siehe auch: Der Spaß kehrt zurück!). In Krisenzeiten, egal ob wirtschaftlicher oder politischer Natur, passiert auf den Runways aber häufig etwas, das man frech als „Kompensation“ abtun könnte:

Man ermutigt die Welt dazu, im Kleinen durchzudrehen, aus dem Vollen zu schöpfen, der Tristesse die Stirn zu bieten. Nicht selten mit Prunk, den sich die allermeisten überhaupt nicht leisten können, so wie damals, als man während der Nachkriegszeit sämtliche Stoffe auf pompös wippende Röcke verschwendete. Nicht zu verachten ist in diesem Fall außerdem die Wiederkehr der Weiblichkeit im offensichtlichsten aller Sinne. Rüschen eben, wie sie damals vom blauen Blut getragen wurden. Aber Mode wäre nicht Mode, würde sie nicht den Zeitgeist beachten und Altes in einen neuen Kontext betten – gerüscht wird deshalb im Jahr 2016 überall: An Hosenbeinen, Ärmeln, Röcken, Kragen, Hüften und Bäuchen: weiterlesen