Kategorie-Archiv: Trend

Trend-Orakel // Lego-Boots
bei Isabel Marant Prefall 2016

02.02.2016 um 16.10 – box3 Schuhe Trend

isabel marant prefall 2016

Wann immer Isabel Marant neuen modischen Firlefanz zeigt, sollte das Augenmerk vor allem gen Füße wandern, seit ein paar Jahren ist es nämlich so, dass die Modebranche der französischen Designerin in gewisser Weise hörig zu sein scheint. Bisweilen haben es immerhin nicht nur die Dicker Boots, sondern auch überteuerte Sandalen und furchtbare Sneaker Wedges auf den Trend-Olymp geschafft. Aber all das ist Geschmacksache, im folgenden lässt sich beispielsweise an meinem eigenen stark zweifeln. Denn die sogenannten Lego Stiefel (Mademoiselle Marant nannte die Bauklötze als Inspiration der Farbgebung) aus dem aktuellen Prefall 2016 Lookbook kommen mir keineswegs verkehrt vor. Zwar bin ich bisher kein Fan von schlackernden Stiefeln wie man sie häufig in Vintage Stores findet gewesen, aber mit dem Cowboy Boot Revival, das im vergangenen Jahr Einzug hielt, eröffnet sich mir nun offenbar ein ganz neuer Horizont. Die roten sind daher dank Gilda Ambrosio meine Favoriten, ist ja klar.

Und was sagt ihr zu alldem – ja, nein oder vielleicht? weiterlesen

Wish List //
Mohnblumen bei Stella McCartney

01.02.2016 um 11.46 – Mode Schuhe Trend

stella mccartneyJahrelang blieb ich stumm und rollte innerlich mit den Augen, wann immer mich jemand nach meiner Lieblingsblume fragte, ich konnte höchstens antworten, dass man mich mit Rosen jagen könne, was unfairer Weise viel mehr mit schaurigen Assoziationen als mit der eigentlichen Optik dieses Romantik-geschwängerten Gewächs zusammen hängt. Als ich aber eines Tages das Glück hatte zur richtigen Jahreszeit am richtigen Ort zu verweilen, nämlich irgendwo auf Rügen, da stand ich plötzlich in einem Meer aus Klatschmohn – der Anfang einer ganz großen Liebe, die Stella McCartney mit ihrer aktuellen Kollektion in schwindelerregend kostspielige Höhen treibt. Beim Anblick der beiden Poppy Flower Taschen wird mir ganz warm ums Herz und auch die Espadrilles machen mich ganz Banane. Wer über einen güldenen Esel verfügt, kann sich jetzt die Hände reiben, alle anderen dürfen aber trotzdem durchatmen: So sicher wie das Amen in der Kirche ist wohl auch das baldige Aufkommen desselben Pflänzchens bei sämtlichen Fast Fashion Ketten, so ist das ja immer.

Ich frage mich jetzt nur, ob ich tatsächlich darauf warten, oder doch lieber Sparen sollte. Auf meine persönliche Sommer-Investition 2016. So oder so, Klatschmohn forever ♥ weiterlesen

Spotted // Gucci
vs. Chanel Slingback – wer gewinnt?

28.01.2016 um 13.10 – Schuhe Trend

gucci slingback loafer

Wer von Außen auf die Modewelt schielt, hat viel Grund mit den Augen zu rollen, das ist klar wie Kloßbrühe und wir sind wirklich die Letzten, die es jedwedem Kritiker versagen würden. Vor allem die unter sogenannten Fashionistas herrschende Klon-Manier bietet in regelmäßigen Abständen, oder eher permanent, Angriffsflächen in der Größe des Mittelmeers. Warum sich Redakteurinnen aller Länder, Stil-Ikonen, Bloggerinen und was weiß ich nicht wer noch alles von Saison zu Saison stets nach ein und demselben Paar Schuhe verzehren, ist mit Gehirn nicht zu erklären, dafür aber mit Gefühl. Nehmen wir als Beispiel die seit geraumer Zeit omnipräsenten Chanel Slingpumps. Ganz abgesehen von deren zeitlos-überwältigenden Optik, befreite Gabrielle Chanel die Frau mit der Erfindung dieses Two-Tone-Schätzchens von „den strengen Regeln antiquierter Eleganz“. Bis dato galt es nämlich, die eine Farbe des Schuhs streng auf jene des Outfits abzustimmen. Wild war das für damalige Verhältnisse und durchaus beeindruckend, weshalb sich schnell eine prominente Fangemeinde um den „Aschenputtel-Schuh“ versammelte. Darunter: Catherine Deneuve, Romy Schneider, Brigitte Bardot, Delphine Seyrig, Jane Fonda oder Jeanne Moreau. Dass besagter Kassenschlager nun ein Comeback feiert, wundert also wenig.

Zeitgleich mit besagter Design-Ikone brachte sich jüngst auch der berühmte Gucci Horsebit Loafer wieder ins Spiel, womöglich ist er sogar omnipräsenter als je zuvor und das seit mehr als einem Jahr. Aber jetzt werden die Tage wieder länger, die Temperaturen steigen, der Frühling rüttelt am Trend-Orakel und die Lust auf Neues wächst. Oder zumindest halbneues. Gucci lässt sich also nicht Lumpen und zieht mit einer eigenen Slingback-Variante nach. weiterlesen

Spotted // Tragbare Couture bei Chanel & Dior – Zwei Trends aus Paris

26.01.2016 um 20.28 – Mode Trend

trends dior chanel haute couture spring 2016Nachdem der große Raf Simons im vergangenen Jahr seinen Posten als Chefdesigner bei Dior gekündigt hatte, munkelte man Branchen-intern schon über das nahende Aus der Luxusmarke; zu groß seien die Fußstapfen, in denen künftige Nachfolger tendenziell unterzugehen drohten. Mit angespannten Nerven und hohen Erwartungen schaute man gestern Abend also nach Paris, als der Schweizer Head Designer Serge Ruffieux und die 33-jährige Lucie Meier ihre erste gemeinsame Dior-Kollektion präsentierten. Man könnte mich jetzt glatt der Blasphemie bezichtigen, aber ich finde, die beiden haben einen ziemlich frischen Wind durch das Musée Rodin wehen lassen. Natürlich schreien nun all jene auf, denen Veränderungen tendenziell übel aufstoßen – es fehle an wahren Red Carpet-tauglichen Couture Roben. Nicht unwahr, allerdings verbirgt sich genau hinter diesem Umstand eine bewusste Entscheidung: Haute Couture soll endlich tragbarer werden. Und das ist sie allemal – mal ganz abgesehen von den Preisen, die sich hinter aber hunderten von Handarbeitsstunden verbergen. Selbst Karl Lagerfeld scheint sich für Chanel einer neuen Gediegenheit, ja fast schon Schlichtheit verschrieben zu haben, die Handwerkskunst schlummert jetzt im Detail, statt in Protz zu ersaufen.

Für uns heißt das: Inspiration aufsaugen. Verrutschte Träger-Schnitte, (halb)freie Schultern inklusive Muschel-Saum, Spaghetti-Top- und Westen-Layering dürfen in unsere Kleiderschränken ebenso gern Einzug halten wie filigrane Bauchtaschen – und Obacht, die Ärmel sind los: weiterlesen

Trend Prefall 2016
Stella McCartney, die alte Cat Lady

15.01.2016 um 13.43 – Mode Trend

stella mccartney cats prefall 2016

Okay Freunde, die Zeit des Brain Washings bricht wieder an. Aber erstmal zurückspulen, bitte. Erst war es Karl Lagerfeld, der mir mit seiner elitären Katze namens Choupette so dermaßen auf die Eier ging, dass ich beim Anblick des Foto-Kalenders, den der König jüngst für ein Automobilunternehmen produziert hatte, ernsthaft an der Zurechnungsfähigkeit einer ganzen Branche zweifelte. Die verhätschelte Flauschkugel, die sogar mehrere Bedienstete ihr Eigen nennt, räkelte sich damals auf diversen Luxusschlitten herum. Mein persönlicher Alptraum. Was nicht heißt, dass ich grundsätzlich etwas gegen lebendige Kater oder gar Karl hätte, ganz im Gegenteil, bloß den maroden Geruch von Katzenstreu ertrage ich nur schwer.

In der Mode aber sträubte sich bisweilen alles in mir gegen die Akzeptanz von Kitty Cat Prints, womöglich ist ein Trauma Schuld, dass ich mir dank eines Frauentausch-Youtube-Clips einfing. Darüber hinaus ging in der Grundschule jemand in meine Klasse, der mir im Vorbeigehen permanent in den Oberarm kniff – die Eltern des Jungen waren große Fans von eingerahmten Tierpuzzles, die noch dazu im Dunkeln leuchteten. Über dem Esstisch hing eine Katze. Ganz zu schweigen von diesen mit Katzenköpfen bestickten Gobelin-Täschchen, die gern von älteren Damen durch die Stadt geschleppt werden. Meist sind es genau jene, die mich außerdem mit größtem Vergnügen für das kurzzeitige Radfahren auf dem Bürgersteig (weil kaum eine andere Wahl) zusammen schreien. Ihr könnt euch in etwa vorstellen, was ich empfand, als ich einen ersten Blick auf das Prefall 2016 Lookbook von Stella McCartney warf. Auf die Kreationen einer meiner Göttinnen. Ich musste husten und prusten als hinge mir ein Katzenhaar am Zäpfchen fest. weiterlesen

Shopping // Heart Beats

15.01.2016 um 12.08 – Shopping Trend

shopping trend heart prints herzenEs wundert mich nicht im Geringsten, dass eigentlich jedes einzelne Herzstück von dort oben sofort in meine Garderobe wandern dürfte. So war das schon immer – mit sämtlichen sich gerade durchaus auf dem aufsteigenden Ast befindenden Katzen-Prints kann mich jagen, der abstrahierte Muskel des Lebens aber weicht schon lange nicht mehr von meiner Seite. Auch im wahrsten Sinne des Wortes, seit einer feuchtfröhlichen Nacht in Seattle trage ich nämlich ein unsauber hingekritzeltes Herz auf meinem linken Handgelenk, für immer.

Jedenfalls hatte Burberry Prorsum uns 2013 auf dem Laufsteg vorgemacht, wie man dieses tendenziell doch eher kitschige Muster recht romantisch und durchaus erwachsen wirken lässt. So richtig übergesprungen ist der Funke bei mir aber erst jetzt, selten war mein Lieblings-Druck so schön anzusehen wie in der aktuellen Saison. Dabei kommen und gehen und kommen und gehen sie seit Jahren, diese kleinen niedlichen Scheißerchen. Das hier sind meine Favoriten aus den einschlägigen Online Shops: weiterlesen

Pre Fall 2016 //
Es wird kariert.

14.01.2016 um 10.37 – Inspiration Trend

kariert

Ein Besuch in meinem Heimatdorf macht schnell klar: Hier weiß man schon seit vielen Jahren, dass Karo das einzig wahre Muster für adrette Männerhemden ist. Dort tummelt man sich gleich in einheitlichen Karo-Club-Grüppchen, um das modische Statement zu unterstreichen. Karierte Hemden gehören in Schützenfestzelten also längst zum guten Ton – und wir? Wir haben’s jetzt erst wieder richtig auf dem Radar. Ihr habt’s längst gemerkt: Die Pre Fall Kollektionen kredenzen uns dieser Tage ein Zuckerstückchen nach dem anderen – und die Parallelen zwischen den Linien scheinen für 2016 so häufig wie nie vorzukommen. Gleich 16 Modehäuser auf einen Streich sind sich jedenfalls einig: Ohne Karo kommen wir nicht durch das laufende Jahr: Ein gemeinsamer Nenner, zig verschiedene Interpretationen. Während Gucci sich also dem klassischen Herrenhemd bedient, bringt Acne Studios gleich ein bisschen Struktur mir ins Muster. Joseph zeigt, wie es traditionell und trotzdem 2016 aussieht, während Marco de Vincenzo die Musterparade auf die Spitze treibt.

Wir sind dank Isabel Marant schon ein klein wenig länger angefixt und freuen uns schon jetzt wie Bolle, demnächst mit den traditionsbewussten Herren in direkte Konkurrenz zu treten. Macht ihr mit? weiterlesen

Lookbook // 6 Dinge, die wir uns bei Topshop Unique Prefall 2016 abschauen können

12.01.2016 um 16.35 – box1 Mode Trend

topshop unique prefall 2016

Topshop Unique, die Premium-Kollektion des britischen Retailers, haut mich in regelmäßigen Abständen aus den Socken, bloß meist erst auf den dritten, vierten oder fünften Blick. Auch diesmal saß ich wieder hab gelangweilt, halb wohlwollend, aber auch ein bisschen auf Krawall gebürstet vor den Bildern des gerade frisch erschienenen Prefall Lookbooks – bis ich entdeckte, dass der camelfarbende Mantel aus Kord gefertigt wurde. Funke #1 war übergesprungen. Ich scrollte weiter an den floralen Kleider-Ergüssen vorbei, bis ich nach ein paar Sekunden Halt machte, um das Taubenblau erneut auf mich wirken zu lassen. Funke #2, so ein bisschen Farm-Leben im städtischen Alltag kann nicht verkehrt sein. Dann schließlich entdeckte ich die mit Lammfell ausgestatteten Jeansjacken und rollte aus Versehen mit den Augen. „Wie furchtbar neu“, dachte ich erst mit innerer Hexenstimme, um noch im selben Augenblick vor Selbstscham rot anzukaufen; mir fiel nämlich auf, dass ich deren Existenz bisweilen recht lange ignoriert hatte und ich für einen kleinen Reminder wie diesen in Wahrheit sogar wirklich dankbar war. Was ich sagen will:

Topshop Unique ist kommerziell bis in die Fußspitze, mal ganz abgesehen von den happigen Preisen, aber was die Designer dort drüben in London wirklich raus haben, ist das Wiederbeleben des längst Vergessenen. Das Gierigmachen auf neue alte Schätze, die wir vor ein paar Jahren nur in Filmen von damals oder Fotos aus unserer Jugend sahen, das Erzeugen von Bauchkribbeln wegen all der dazugehörigen Erinnerungen. Ich jedenfalls wünsche mir gerade mehr den je, dass der Winter schnell Platz machen möge für lange Tage in Jeansjacken (plus Pins und Patches!), Mäntel aus Kord und  Walle-Kleider: weiterlesen

Pre-Fall 2015 //
Suit up mit Wide Leg Power

08.01.2016 um 10.41 – Inspiration Trend

suit up

Ich weiß nicht warum, aber Blazer wollen mir einfach nicht stehen. Genauso wenig wie Ohrringe im Übrigens, aber das ist eine andere Geschichte. Beides verleiht mir einen furchtbar biederen Touch und manövriert mich ohne Umwege in die Schublade spießig, ultra konservativ und leicht angestaubt – ich sehe damit auf einen Schlag einfach gleich zwanzig Jahre älter aus. Eine Ausnahme gibt’s: Longblazer, denn die machen irgend etwas anders, als die gut sitzenden Schwestern, die uns so gern mit einem seriösen Mäntelchen kleiden will. Ein Grund, mich dem Thema jetzt nun doch wieder zu widmen, liefern uns die kommenden Pre Fall 2016 Linien auf dem Silbertablett: Denn die stehen ganz im Zeichen von körperfernen Komplettlooks, die immer eine Nummer zu groß aussehen und dem adretten Zweiteiler so spielend leicht die Strenge mopsen, die wir ihm so oft unterstellen. Das Ergebnis? Unangestrengt schick, ziemlich alltagstauglich und furchtbar nachahmenswert. Ich werde mich dem Thema also erneut widmen, noch mal auf die Suche nach dem perfekten Blazer gehen und meine liebsten Wide Leg Hose mit ihm vermählen. Wäre doch gelacht, wenn’s mit uns nicht doch irgendwann noch einmal was wird, non?

Wie der Look mit der ultraweiten Hose außerdem funktioniert, zeigen uns Tibi, Elizabeth & James, Victoria Beckham und Calvin Klein heute in ihren schönsten Interpretationen. Nachmachen empfohlen! weiterlesen

Pre-Fall 2016 // All eyes on:
Stickereien & Patches

06.01.2016 um 12.16 – box2 Inspiration Trend

stickereien

Ich erinnere mich genau an meine zwei allerersten Schlaghosen im alter von 13 Jahren. Meine Tante Christel aus Florida schickte sie mir irgendwann per Air Mail und machte mich zum glücklichsten Mädchen des Schulhofs. Stilsicher gepaart mit meinen Osiris, meiner gelben Hally Hanson Jacke und der pink geringelten Miss Sixty Häkelmütze kombinierte ich gleich alle parallel laufenden Trends der 00er in einem Outfit – und fand mich darin offensichtlich ziemlich cool. Es störte mich bloß eine klitzekleine Kleinigkeit: Das gestickte Blumenmuster am unteren Rand der Jeans. Hätte mir meine Tante nicht einfach zwei Modelle ohne Firlefanz mitbringen können? Während Nike Janes Herz schon damals höher schlug, überlegte ich, wie ich diese bunten Stickereien am besten vom Denim trennen könnte, ohne die Modelle gleich komplett zu zerstören. Wie die Geschichte ausging, kann ich heute leider nicht mehr ganz rekonstruieren, eine Sache steht aber fest: Tante Christel, wärst du noch mal so gut und schickst mir zwei Paar? Heute sehe ich die floralen Muster nämlich mit ganz anderen Augen – und bin spätestens seit der eintrudelnden Pre Fall Looks für 2016 bin ich völlig hin und weg:

2016 steht also auch ganz im Zeichen der 70er, der verspielten Kleinigkeiten und hippiesken Einschläge und trifft in diesem Jahr zarte Noten der 80er. Bereit für Patches, Stickereien und andere Aufnäher? -Na kommt, wir bezirzen euch: weiterlesen

Spotted // Affenzirkus und Katzenstreu –
Die Tiere sind los.

05.01.2016 um 12.51 – Mode Trend

animal print 2016 trendGrundsätzlich bin ja der Meinung, wer Tiere nicht mag, mit dem stimmt was nicht. Zumindest Baby-Tiere. Höchstens bei Katzen würde ich eine vorsichtige Ausnahme machen, was aber wohl eher am Katzenstreu als an diesem anschmiegsam-schnippigem Lebewesen an sich liegen dürfte, wobei der gängige Katzen-Charakter auch nicht jedermanns Sache ist. Die Sympathiepunkte der Modewelt stehen allerdings auf einem ganz anderen Blatt geschrieben. Ich erinnere mich noch gut an mein erstes Jeanskleid von Diesel, ich ging damals noch in achte Klasse und nörgelte daheim so lange herum, bis schließlich ein dicker, fetter chinesischer Drache auf meinem Wickel-Etwas prangte. Dann aber wurde es ruhig um Lóng, das berühmteste Fabelwesen des ostasiatischen Kulturkreises. seines Zeichens Haustier des Feuergottes. Meine nächste Erinnerung an Tier-Drucke, die logische Weiterentwicklung von sogenannten großflächigen Animal Prints, startet eigentlich erst bei Kenzo und dem unübersehbaren Tigerkopf, dem ich ob all der Überpräsenz hin und wieder gern ein Öhren abgebissen hätte. Und dann kam (neben der Eule) der Flamingo. Sogar in Plastikform als Wohn-Dekor. Ganz gleich, ob man nun Fan von bösen oder freundlichen Tieren in Print- oder Accessoire-Form ist, wir werden im Jahr 2016 wohl kaum an selbigen vorbei kommen. Sie werden überall hängen, von Gucci bis Zara, die Frage ist bloß, ob wir mitziehen. Immerhin haben wir die Wahl:

Der Drache kehrt dank Valentino zurück, Gucci mausert sich zum Katzen-Liebling, lässt aber auch die Schlange und den Marienkäfer nicht außen vor, Ohrstecker gibt es sogar in Äffchen-Form, Louis Vuitton bekennt sich ebenfalls zum Affenstall und Löwenköpfe prangen demnächst vor allem auf dekadenten Gürtelschnallen. Am meisten Angst jagt mir allerdings der Schmetterling ein. Versteht mich nicht falsch, romantische Flatter-Details an Hochzeitskleidern wie jenen von Kaviar Gauche sind unschlagbar, an alles andere muss ich aber gewöhnen. Was nichts neues wäre. Erst quäke ich rum und am Ende springt doch ein Funke über – alles schon passiert. Sollte dem diesmal auch so sein, dürft ihr mich aber gern für verrückt erklären. Und wie steht es um euren Geschmack? weiterlesen

Lookbook-Liebe: Gucci Prefall 2016 //
10 Dinge, die wir uns abschauen können

10.12.2015 um 11.52 – Mode Trend

gucci prefall 2016

Wer „Dexter“ gesehen hat, weiß welche Wortwahl ich zum Ausdruck meiner Freude jetzt am liebsten treffen würde, scheiße nochmal ist das schön. Als ich heute morgen aufwachte und mich zur Begrüßung des Tages vor dem Bildschirm knalle, klebte ich zwei Minuten später schon am Telefon und bat Sarah Jane darum, sich doch bitte eine Notiz zu machen: Sollte ich irgendwann einmal den Löffel abgeben, sorge bitte dafür, dass man mich komplett in Gucci dem Universum übergibt. Danke. Womöglich bin ich der größte Alessandro Michele-Fan des Planeten, denn seit der Italiener zum Kreativ Direktor aufgestiegen ist, glaube ich wieder an die Mode. Wie ein kleines Kind sitze ich jetzt also hier und bete zu Plissé-Röcken, Patchwork und Papageien. Ganz so als sei er ein moderner Lewis Carroll, entführt Michele uns für den Prefall 2016 in ein Wunderland der endlosen Kombinationsmöglichkeiten, auf eine Spielwiese vollgepackt mit feinstem Zwirn, der Kindheitsträume mit Omas Schätzen und Platten von Jimmy Hendrix verknüpft, der aristokratische Details mit Rollschuh-Disco-Fieber-Avancen vermischt und Opulenz vom Protz befreit.

Diese Kollektion ist ein eklektisches Meisterwerk, zusammengesetzt aus der DNA von Guccis Wurzeln, eine intellektuelle wie historische Schlacht der Referenzen, ein wortloses Manifest, das möglicherweise der Wiederbelebung dieser eingeschlafenen Branche dient. Ich kotze vor Glück. Bloß das mit dem Pelz, mi amore, das hättest du dir wirklich verkneifen sollen. Pfui. weiterlesen

Favorite Item //
Ohrenwärmer – ja, nein, vielleicht?

25.11.2015 um 10.38 – Accessoire Trend

ohrenpuschel ebayTeil 1 meiner „Wardrobe Tales“ für eBay durfte ich euch schon zeigen, der nächste Mini-Film dreht sich vor allem um Gliterglitzer und vorweihnachtlichen Schabernack, um meine liebste Legitimation dafür, ein bisschen überzuschnappen und die (kitschigen) Dinge nicht allzu ernst zu nehmen. Während des dazugehörigen Interviews fragte man mich nämlich irgendwann, was ich an der eisigen Zeit besonders mag und womöglich ist es deren unschlagbare Festlichkeit. Gegen Schneekugeln zum Beispiel habe ich rein gar nichts einzuwenden und auch mit wohl dosiertem Firlefanz schlägt man mich nicht in die Flucht. Mein Lieblingsbeispiel: Ohrenwärmer. Eine Hassliebe sozusagen, denn so richtig ernst nehmen kann ich die Puschel rechts und links am Kopf nicht, einen Platz in meinem Herzen haben sie aber dennoch sicher. Mützen sind ja schön und gut und omnipräsent, manchmal aber nicht wirklich praktisch, zumindest im Zusammenspiel mit Platthaarköpfen wie mir.

Solange es nicht flockt, klappe ich auf dem Fahrrad also regelmäßig meine Kunstfell-Teller aus, das bringt Schwung in die Frisur und Freude ins Herz. „Lächerlich“, sagen die einen (für mich eines der schlimmscheußlichsten Adjektive dieses Planeten), „herrlich“ die andere. Ich vertrete Team #2 – und ihr? weiterlesen

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MODE ORAKEL // Was Zara, H&M & Co demnächst kopieren könnten

23.11.2015 um 17.42 – Mode Trend

top trends ss16

Ich weiß nicht genau, wann ich zum ersten Mal kurz darüber nachdachte, der Modewelt und ihrer scheinbaren Hochnäsigkeit den Rücken zu kehren, wann ich zum ersten Mal sicher war, die Anna Wintours dieser Welt hätten sie nicht mehr alle beisammen. Auslöser war dieses mittlerweile ziemlich berühmte Zitat der fiktiven Grande Dame des amerikanischen VOGUE-Pendants gespielt von Meryl Streep (ich ging damals noch davon aus, im echten Leben liefe der Hase sehr ähnlich):

„I see, you think this has nothing to do with you. You go to your closet and you select out, oh I don’t know, that lumpy blue sweater, for instance, because you’re trying to tell the world that you take yourself too seriously to care about what you put on your back. But what you don’t know is that that sweater is not just blue, it’s not turquoise, it’s not lapis, it’s actually cerulean. You’re also blindly unaware of the fact that in 2002, Oscar de la Renta did a collection of cerulean gowns. And then I think it was Yves St Laurent, wasn’t it, who showed cerulean military jackets? And then cerulean quickly showed up in the collections of eight different designers. Then it filtered down through the department stores and then trickled on down into some tragic “casual corner” where you, no doubt, fished it out of some clearance bin. However, that blue represents millions of dollars and countless jobs and so it’s sort of comical how you think that you’ve made a choice that exempts you from the fashion industry when, in fact, you’re wearing the sweater that was selected for you by the people in this room. From a pile of “stuff.”“ weiterlesen

Spotted // Haarspangen
gegen die Tristesse

18.11.2015 um 9.07 – Accessoire Beauty Trend

trend haarspangenWährend draußen der Wind gegen unsere Dachgeschossfenster peitscht und mir vom Geruch der gefühlt dreißig Liter Kamillentee gegen Magenbeschwerden noch ein bisschen übler wird, spielt die Welt aufgrund der Geschehnisse der vergangenen Tage und Jahre so verrückt, dass jeder Versuch, sich mit Schönem abzulenken einer geistlosen Zeitverschwendung gleicht. Aber so soll es nicht sein, darüber sind wir uns einig. In meiner Lesezeichenleiste suchte ich heute morgen also nach der seichtesten Berieselung, die ich mir je markiert hatte, was ich fand war eine Haarspange von Chanel, unbezahlblar, aber hübsch anzusehen. Ich glaube, so war das schon immer. Während der Nachkriegszeit in den 50er Jahren zum Beispiel, während der größten Weltwirtschaftskrise, die die Welt je gesehen hatte, besann man sich entgegen aller Vernunft stets auf das Pompöse, man übertrieb es zuweilen mit der Stoffverschwendung und hüllte sich, vielleicht aus Trotz, in den protzigsten Zwirn, den man finden konnte, um dem Leben zu zeigen, dass es weiter geht, um dem Feind, der Tristesse, den Garaus zu machen. Viele meiner Freunde besuchen jetzt erst recht Konzerte, schenken sich Wein im Restaurant nach oder machen das Wohnzimmer zum Kuchenparadies.

Vielleicht mag einem all das nichtig oder ganz und gar nicht richtig erscheinen, genau wie das Hochstecken des eigenen Haars mit funkelnden Spangen. Ich verstehe das. Aber nicht mehr als den Wunsch nach ein bisschen Ablenkung. Nach kleinen Muntermachern, die das Gemüt noch genau so Erhellen wie vor sechs Tagen. weiterlesen