Kategorie-Archiv: Trend

Nike Cortez – Worth the hype? //
Und die Sache mit der Übersättigung

– 11.11.2015 um 11.40 – box3 Schuhe Trend

Nike CortezSarah Jane ist unser Sneaker-Boss im Team, sozusagen die Spürnase für alles rundum um den Turnschuh. Irgendwann einmal, da verguckte sie sich beispielsweise Hals über in Kopf in ein paar mit Kletterschlüssen verzierte zwanzig Jahre alte „adidas Comfort Vintage„, ein Jahr später feierte der Stan Smith samt Klett tatsächlich sein Comeback. Auf das Sarah-Orakel war damals Verlass und so ist es auch diesmal gewesen, im Februar folgte nämlich die Prophezeiung eines Nike Cortez-Revivals, Forest Gump sei Dank. Schon wieder ein Volltreffer.

Jetzt haben wir also den rot-blau-weißen Hype-Salat, denn auf die anfängliche Begeisterung folgte alsbald ein kleiner Anflug von Übersättigung, der vor allem dem lieben Internet, oder besser: Instagram geschuldet war und noch immer ist. Um es in den Worten einiger Follower zu sagen: „Mein Gott, jetzt hat also wieder jeder und seine Mutter das gleiche Paar Schuh geschenkt bekommen, würg.“ weiterlesen

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All Eyes on //
Bergsteigerschuhe & artverwandte Objekte

– 11.11.2015 um 8.04 – box2 Schuhe Trend

wanderschuhe

Man muss kein großer Schlaufuchs sein, um Bergsteigerstiefel aka Wanderschuhe pünktlich zum Winterbeginn auf dem Trendbarometer wieder ganz oben zu finden, aber sein wir mal ehrlich: Habt ihr so richtig und aus voller Überzeugung zu den klobigen Dingern gegriffen und dabei gleichzeitig behauptet, furchtbar en vogue damit zu sein? Quadratisch, praktisch, gut – lautete bisher wohl eher die Devise. Wenn Acne Studios und Alexander Wang allerdings ihre Modell, pardon IHRE Modell der Saison vorstellen, und wir dabei auf einen robusten Mountain Boot stoßen, dann wird eben noch einmal kräftig an der Einstellung geschraubt und das Kaufverhalten ganz nebenbei bemerkt wohl auch ordentlich beeinflusst. Bergsteigerschuhe, ihr erlebt jetzt wohl also wirklich euer großes Comeback. Versprochen!

Auch wenn wir aktuell noch gar nicht wissen, wozu dieser Klotz am Bein ausgeführt werden darf und unsere Schlaghosen allein schon beim Gedanken kräftig mit dem Hosenbein schütteln, halten wir ein ganz besonders waches Auge auf diesen kauzigen, wenngleich wahnsinnig praktischen Winterschuh und merken ihn vor, auf der Winterwonderland-Shoppingliste. Vorhang auf für schöne Modelle, gewöhnungsbedürftige Exemplare und Boots im Wert eines fahrbaren Untersatzes. weiterlesen

Wishlist // Regenbogen Ringel

– 03.11.2015 um 13.35 – Mode Shopping Trend

geringelter pulloverGestern fragte mich jemand, wie man denn eigentlich so bescheuert sein könne, viel Geld für Polyester oder Baumwolle hinzublättern. Weil mir wirklich keine schlaue Ausrede einfiel, blieb ich bei der Wahrheit: Wegen der Muster und Farben, viel sinnvoller wird die Erklärung nunmal nicht. Das Prinzip der teuren Farbharmonien zeigte sich (vielleicht als Karma-Keule) auch heute wieder von seiner charmantesten Seite, denn Gucci verdrehte mir mit seinen Regenbogen-Ringeln erst neulich den Kopf, weswegen ich mich seither also auf der Suche nach einer adäquaten Alternative befinde.

Und genau hier wären wir auch wieder beim Problem des vornehmen Zwirns angelangt: So richtig dolle sehen seine preiswerteren Schwestern im Vergleich nicht aus, bzw findet man erst gar nichts Vergleichbares. Womöglich ist die Zeit aber auch einfach noch nicht reif für grünlilarotorangegelbe Streifen, ich bin mir nämlich ziemlich sicher, dass sämtliche Fast Fashion Giganten dieser Erde irgendwann nachziehen werden. Bleibt jetzt entweder auf genau das zu hoffen, oder auf einen Super-Sale im Gucci-Land. I daut it. Immerhin war die Recherche nicht komplett für die Katz, eine Handvoll schöner Alternativen konnte ich ausfindig machen, wenn auch keine Lookalikes. weiterlesen

Spotted // 50 Shades of Green
Machen oder sein lassen?

– 28.10.2015 um 12.45 – Mode Trend

gruenMit grüner Kleidung konnte man mich lange bis hinter den Horizont jagen, was meiner Meinung vor allem dem seltsam stiefmütterlichen Umgang sämtlicher Designer mit der Lieblingsfarbe der Natur geschuldet war, überall sah man nur ätzendes, zorniges, grantiges oder komplett langweiliges Grün, statt dessen wahre Schönheit. Aber wie sagt man noch gleich? Grün ist die Hoffnung und siehe da, spätestens seit der vergangenen zwei, drei Saisons lässt sich nur noch wenig meckern. Plötzlich schlägt man nämlich ganz neue Farbtöne an, Guacamole zum Beispiel, Sea Turtle oder Evening Primrose.

Der modische wie wirtschaftliche Einfluss der gesamtgrünen Bewegung ist offenbar nicht aus purem Zufall auf dem Vormarsch – Grün bedeutet Harmonie, Sicherheit, Wachstum und Fruchtbarkeit, allesamt Werte, die der illustren Frontwrow-Gesellschaft wohl gerade recht kommen. weiterlesen

Spotted // 10 potentielle It-Bags

– 15.10.2015 um 8.30 – Accessoire Trend

bags ss 16 trendsLange dachte ich, teure Taschen seien was für Quatschnasen, heute bin ich selbst eine, das lässt sich nicht entschuldigen, auch nicht mit der Ausrede, man müsse sich in regelmäßigen Abständen selbst belohnen. Auch das mache ich trotzdem, sofern der Geldbeutel es denn zulässt und ja, das hat eine ganze Weile gedauert. Umso kostbarer ist jeder einzelne Neuzugang an meinem Trage-Arm, das könnt ihr mir glauben. Nicht im materiellen Sinne, vielmehr im ideellen. Leder statt Urlaub, könnte man auch sagen, mir bleibt nämlich außerhalb diverser Pressereisen allerhöchstens eine Woche pro Jahr zum, pardon, Eierschaukeln. Aha! Kompensation! Und wenn schon. Hier, hallo, ich stehe zu meinen Lastern.

Deshalb habe ich während der gerade zu Ende gegangenen Fashion Week Saison, dem Januar der Modewelt, auch ganz genau hin geschaut, als sämtliche Lieblingsbrands nicht nur Pret-a-porter über den Laufsteg jagten, sondern auch Taschen. Beutel, Clutches, Half Moon Bags, Hobos, Totes, Flats und wie sie nicht alle heißen. Ach Marni, du heißer gelber Feger, du könntest mein neuer Lover werden. Obwohl auch die Mondrian’esquen Modelle von Boss keinesfalls zu verachten sind: weiterlesen

Investment Pieces // Belts

– 13.10.2015 um 11.47 – Accessoire Mode Trend

stetement belts logo beltsIch erinnere mich noch an die Faustregel, dass Logos was für, sagen wir mal, Menschen mit viel Bizeps und wenig Hirn sind. Im Angesicht von Handtaschen kneifen wir zwar längst beide Augen zu, aber die Sache mit den Gürtelschnallen wurde hier noch viele Jahre lang als eher heikel eingestuft – bis wir irgendwann eine ältere Dame mit elegant zurückgekämmten silbernem Haar im schwarzen Kaschmirpullover beim vergnügten Teetrinken beobachteten. Sie trug eine Wollhose dazu, aus deren Bund ein zarter Gürtel samt CC-Schnalle hervor blitzte. Chanel, natürlich. Und „mein Gott, wie elegant.“ Es ist vielleicht einfach eine Frage des großen Ganzen, eine, des dezent eingesetzten Prunks. Jedenfalls verstehe ich jetzt das Prinzip „Luxusgürtel“, es ist dem der Handtasche sehr ähnlich: Man kann im Grunde tragen, was man will, Opas Pullover zum Beispiel oder die abgetragenste Hose, mit ein bisschen Tschitschi (?) vergeht das Gossen-Gefühl in Windeseile.

Funktioniert natürlich auch ohne güldene Schnalle, aber irgendwo muss man sich bei der Themenwahl ja ein wenig begrenzen, sonst wirds haltlos. Ich jedenfalls habe soeben einen Aigner-Kauf getätigt, Schande über mein Haupt. Demnächst folgt dann also ein Bild im etwas abgewandelten Sartre-Look, samt Rollkragenpullover. weiterlesen

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Spotted //
Initialen – Say my name, say my name

– 12.10.2015 um 9.00 – Accessoire Mode Trend

initials monogram trendJeder zweite Deutsche fährt auf seinem Autokennzeichen die eigenen Initialen spazieren, der Trend du Jour, alles und deine Mutter mit Großbuchstaben oder gleich dem ganzen Namen bestücken zu lassen, ist im Grunde also ein alter Hund. Die Koffermarke Goyard zum Beispiel arbeitet seit je her mit dem Prinzip „Streichle das Ego deiner Kunden“, vor ein paar Saisons löste Burberry mit über 1000 Euro teuren personalisierten Ponchos aber eine ganz neue Welle der Selbstbeweihräucherung aus. Inzwischen steht auf Bomberjacken nicht mehr „Raiders“ geschrieben, sondern „Pernille“, Prada wirbt mit Nylontaschen, die sich praktischerweise im Handumdrehen mit Wunschbuchstaben bedrucken lassen, bei Louis Vuitton sieht es ähnlich aus und die amerikanische Marke Coach beglückte anlässlich der New York Fashion Week gleich eine ganze Armada von Topmodels mit neuen Taschen samt entsprechender Namen darauf.

Man kann jetzt schimpfen wie ein Rohrspatz, „als sei die Modewelt nicht so oder so schon ein Sammelbecken der Egomanie“ und so weiter, aber ruhig Blut. weiterlesen

Fashion Week Round Up #1 //
Ruffle Mania

– 07.10.2015 um 10.21 – Mode Trend

ruffle trend fashion week 2016Mode funktioniert im Grunde nach ganz simplen Regeln, die auf den ersten Blick zwar nicht immer ersichtlich, aber relativ einleuchtend sind. Nehmen wir das Beispiel der Flora zur Veranschaulichung: Beginnt ein Designer damit, kleine Blüten auf Seide zu drucken, ist es wahrscheinlich, dass in den kommenden Saisons irgendwo extrem großflächige Blumen auftauchen werden, es folgen 2-D-Stickereien, bis man schließlich wieder zum Ursprung zurück kehrt und das innerste der Pflanze womöglich sogar auf extrem abstrahierte Weise darstellt. So einfach ist es natürlich nicht immer, aber oft. Ähnlich ergeht es im Frühjahr 2016 jedenfalls der allseits bekannten Rüsche. Ihre Omnipräsenz auf den Laufstegen der aktuellen Fashion Weeks ist womöglich auch eine Gegenbewegung zur Workwear, zu all der Sportlichkeit, die uns da in letzter Zeit zum Minimalismus bewegte (siehe auch: Der Spaß kehrt zurück!). In Krisenzeiten, egal ob wirtschaftlicher oder politischer Natur, passiert auf den Runways aber häufig etwas, das man frech als „Kompensation“ abtun könnte:

Man ermutigt die Welt dazu, im Kleinen durchzudrehen, aus dem Vollen zu schöpfen, der Tristesse die Stirn zu bieten. Nicht selten mit Prunk, den sich die allermeisten überhaupt nicht leisten können, so wie damals, als man während der Nachkriegszeit sämtliche Stoffe auf pompös wippende Röcke verschwendete. Nicht zu verachten ist in diesem Fall außerdem die Wiederkehr der Weiblichkeit im offensichtlichsten aller Sinne. Rüschen eben, wie sie damals vom blauen Blut getragen wurden. Aber Mode wäre nicht Mode, würde sie nicht den Zeitgeist beachten und Altes in einen neuen Kontext betten – gerüscht wird deshalb im Jahr 2016 überall: An Hosenbeinen, Ärmeln, Röcken, Kragen, Hüften und Bäuchen: weiterlesen

In the mood for //
Velvet Underground

– 06.10.2015 um 9.30 – box2 Shopping Trend

shop the trend velvetEs gibt Samt-Hasser und leidenschaftliche Samtfans, dazwischen bleibt nicht viel Raum für Unentschlossenheit, ich glaube, so war das schon immer. Damals, als ich mein Haar noch zu Dreadlocks drehte, musste es unbedingt der braune Blazer meiner Mutter zum floralen Alptraum sein, heute trage ich Bomberjacke mit Rollkragen dazu – ebenfalls Geschmacksache. Spätestens seit Sarah aber Velvet Dreams par excellence performte, ist der Staub ab vom einstigen Export-Schlager des Osmanischen Reiches. Ähnlich sehen das seit ein paar Saisons etliche Designer, allen voran Saint Laurents Chefhengst Hedi Slimane oder Dries van Noten. So richtig zur Masse durchsickern wollte das Revival des sanften Stoffes bisweilen trotzdem nicht, jetzt besteht aber erneut Grund zu Hoffnung – sobald sich nämlich sämtliche vertikale Unternehmen wie Topshop, Mango & Co dem Trendzug anschließen, scheint das Schicksal einstiger Nischen quasi besiegelt. Na also, das passt mir gut in den Kram.

Einmal einen Ganzkörper-Look zum Mitnehmen, bitte: weiterlesen

J.W. Anderson & Dries van Noten S/S 16
– All about the titties

– 01.10.2015 um 10.38 – Mode Trend

dries van noten jw anderson ss16Dries van Noten gehört zu meinen ganz großen Lieben der Modewelt, es kann also durchaus sein, dass ich an dieser Stelle jegliche Objektivitiät an den Nagel hänge, wenn auch unabsichtlich. Der „Antwerp Six„-Sprössling ist ein Meister der delikaten Stoffe; für das Frühjahr 2016 verheiratete er auf dem Pariser Laufsteg Brokat mit Tüll, Jacquard, Satin und Seide, dazwischen Denim, Transparenzen, etliche Codes der 30er und 40er Jahre, bloß befreit von aller Melancholie. Im Fokus der oft körperfernen, aber immer femininen Looks: Möpse. Herr Noten dreht den Lingerie-Spieß keineswegs als erster aller Designer um, aber diesmal verstehe ich zumindest ansatzweise den Sinn dahinter und verspüre beinahe selbst eine minikleine Lust danach, eingemottete Bustiers vom Staub zu befreien. Warum? Weil Brüste zur Frau gehören wie das Knie zum Bein, es ist also an der Zeit, die zwei prächtigen Stücke, die wir da mit uns herum tragen, endlich zu entsexualisieren und sie als das zu nehmen, was sie sind: Schön, weiblich, vorzeigbar, zumindest mit ein bisschen Stoff darüber.  Ich meine damit nicht, dass der Busen im allgemeinen an Sexyness einbüßen sollte, bloß wäre mehr Gleichberechtigung wünschenswert, ebenso wie weniger Stilaugen seitens des anderen Geschlechts – Dann ist das Bandeau des Dekolletees vielleicht irgendwann das Pendant zur Socke am Fuß. Über baunchnabeltiefe Ausschnitte regt sich schließlich auch nur noch der Kleingeist auf.

Unmut kam bei mir hingegen angesichts der von J.W. Anderson präsentierten Nippel-Schmeichler auf, mit Ausnahme der Volant-Schnitte. Winzigkleine Brüste sind ein Traum, aber ein bisschen mehr Größenvielfalt auf dem Runway hätte der gesunden Einstellung vieler Betrachterinnen zum eigenen Körper womöglich gut getan. Und überhaupt: Die Bras schauen nicht nach Freude, sondern nach kleinen Gefängnissen aus, da hilft auch die klügste Inspirationsquelle nicht: “A woman’s odyssey” nennt Anderson seine Kollektion laut VOGUE.  Dahinter steckt “the idea that if you took a date in time and sliced it through and looked at what everyone was doing at that time—would it mean anything? And would it matter if it didn’t?” Gegenfrage: Wann wird aus gut gemeint endlich gut gemacht? weiterlesen

Fashion Week Tendenzen //
Über Mode, die Spaß machen darf.

– 28.09.2015 um 12.29 – box3 Mode Trend

spring summer 16 fun in fashionManchmal tut mir Mode leid, vor allem, wenn sie sich auf den spitzen und kritischen Zungen ihrer Betrachter herumtreibt. Es ist, als könne sie kaum etwas richtig machen, als zehre der ständig zu bestehende Drahtseilakt zwischen Tragbarkeit und Euphorie langsam aber sicher an ihren Nerven, als sei sie selbst nicht mehr sicher, was sie überhaupt will, wen sie bezirzen und kleiden mag. Vielleicht liegt der Fehler aber auch nicht bei der Mode selbst, sondern bei der Einstellung, mit der wir ihr gegenüber treten. Wer definiert überhaupt, was straßentauglich, wer, was zu viel ist? Meist die, die am Ende sowieso nicht für das brennen, was die Designer dieser Erde sich von Saison zu Saison für uns überlegen. „Alles langweilig“, hört man von hier, während dort hinten jemand brüllt „Verkleidungskiste!“. Na, was denn jetzt? Ich weiß, ich weiß, es gibt einen goldenen Mittelweg. Aber der ist nunmal nicht jederfraus Sache.

Umso glücklicher bin ich darüber, dass eine Handvoll Modeschöpfer und -Schöpferinnen an ihrem Mut zur optischen Dekadenz und Exzentrik festhalten und immer wieder dafür einstehen, dass Mode, ganz gleich in welchem Gewand sie daher kommt, vor allem eins muss: Spaß machen. Oder besser: Spaß machen dürfen. Wo kämen wir auch hin, ohne Leidenschaft und Experimente? Nach ein paar Jahren, die vor allem im Zeichen elegant-smarter Geradlinigkeit standen, die geprägt waren von schneeweißen Sneakern und Gemütlichkeit, wird eine Gegenbewegung jedenfalls immer deutlicher: Plötzlich wollen wieder dieses Bauchkribbeln ob des Besonderen spüren, wir wollen gesehen werden, statt in vornehmer Zurückhaltung zu verschwinden. Nicht immer, aber manchmal. Zumindest aber wollen wir die Freiheit genießen, uns in schreiende Farben, geschicktes Layering und verspielte Prints zu tunken, wann immer das Gemüt danach verlangt. Das wäre doch mal was. Wenn wir endlich begreifen würden, dass es tatsächlich Menschen gibt, die Mode lieben, in all ihren Facetten, aus tiefstem Herzen. Denen es Spaß macht, gelegentlich zu übertreiben, in Rollen zu schlüpfen und herum zu probieren bis Ananas-Früchte auf rosa Krawatten prangen. weiterlesen

Ausprobiert // Das Comeback von Lurex
– machen oder sein lassen?

– 24.09.2015 um 12.40 – box3 Outfit Shopping Trend Wir

lurex trendIch bin wohl neuerdings die Elster unter den Menschen, nach jahrelanger Verabscheuung von allem, was glitzert und funkelt, könnte ich mich spätestens seit des Einzugs meiner Blingbling-Schuhe in meinen Kleiderschrank von oben bis unten in Gitter tunken. Seinen neuen Höhepunkt hat diese schräge Geschmacksverlagerung jetzt mit dem Comeback von Lurex erreicht. Saint Laurent, der Deutsche Bobby Kolade und Missoni teilen längst mein heimliches Laster, als dann aber auch noch H&M nachzog und den Schrecken von damals in royales Blau tunkte, war ich sozusagen machtlos. Ein paar Tage lang wartete ich also auf den passenden Abend zum Ausführen, der kam aber nicht, also entschied ich mich dazu, dem Wurstpellen-Top ein paar Sonnenstrahlen zu gönnen – plus Chucks an den Füßen, man muss es ja nicht gleich übertreiben.

Ich finds dufte, manch ein Café-Nachbar eher verstörend. Ich hab mich trotzdem für den Funken-Overload entschieden, bleibt nur noch die Frage: Wie schauts bei euch aus – machen oder sein lassen? weiterlesen

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Trend // Fake Snakeskin & Python Boots
– Do oder Don’t?

– 09.09.2015 um 10.43 – box2 Schuhe Trend

snakeskin reptile

Wir wissen spätestens seit Petas Aufklärungskampagnen alle, warum wir um Schlangen- und Reptilienleder einen größtmöglichen Bogen machen sollten: Quälerei ist kein Ausdruck – hier wird auf allerschlimmste Art und Weise ein Tier mit Wasser vollgepumpt, festgenagelt und gehäutet: Bei lebendem Leib, versteht sich. Ein Grund, warum ich lange Zeit auch einen großen Bogen um Fake Sknakeskin machte und auch Reptilien-Imitate mir nicht in die Tüte kamen. Noch dazu spielte es mir in die Karten, dass ich der Optik rein gar nichts abgewinnen konnte. Blöderweise bis jetzt. Streetstyle-Bilder von Snakeskin-Boots zu hochwasser Hosen bahnen ihren Weg durch das WWW und ich schlage beide Hände vor den Kopf vor lauter Inkonsequenz.

Es ist in etwa so wie mit Fake Fur Mänteln oder hervorragend imitierten Lammfelljacken – und trotzdem gibt’s in meinem Universum einen Unterschied: Die Nummer ist völlig akzeptiert. Während ich bis vor kurzem also noch lauthals wetterte, auch Prints in Schlangenlederoptik würden zum Hype beitragen und Petas Ausfklärungs-Kampagnen dem Erdboden gleich machen, hat sich die Sicht ein klein wenig geändert: Warum nicht aus optischen Gründen auf das Imitat setzen, hmm? Immerhin steht Stella McCartney hinter dem Look, setzt auf geprintetes Kunstleder und sorgt damit für ein 1A Lookalike, an dem es optisch rein gar nichts auszusetzen gilt. Eine Bewegung, der wir vielleicht sogar beitreten sollten, um für Aufklärung zu sorgen? Ich werde meinem Credo aus dem vergangenen Jahr mit ziemlich großer Sicherheit auch 2015 treu bleiben und nicht zuschlagen, wenngleich sich der Blick auf nachgemachtes Reptilienleder ein ganzes Stückchen gewandelt hat. Aber was sagt ihr: Fake Snakeskin & Pythonleder – Do oder Don’t? weiterlesen

Spotted // Clogs – Ja, nein, vielleicht?

– 06.08.2015 um 9.00 – box3 Mode Trend

trend clogsIch für meinen Teil war mir eigentlich immer Sicher, dass Clogs aus der Ideenkiste unserer holländischen Nachbarn stammen – bis man mich eines Besseren belehrte. Die pantoffelartigen Schuhe samt Holzsohle wurden lange Zeit vornehmlich in Großbritannien getragen, als klassischer Arbeitsschuh, irgendwann schwappte das Phänomen dann nach Schweden rüber, wo heute auch der womöglich bekannteste aller Clogs-Spezis sitzt, nämlich Swedish Hasbeens. In den Niederlanden finden wir in Souvenir-Shops hingegen waschechte „Klompen“.

Clogs wie wir sie seit ein paar Saisons wieder vermehrt an diversen schönen Füßen sehen, wurden während der 70er Jahre mainstreamtauglich, im Angesicht des Schlaghosen-Revivals von heute war es also im Grunde nur eine Frage der Zeit, bis wir wieder Gefallen an dem übrigens Namens-gebenden „Clog, clog, clog“ auf Sommer-Straßen finden würden. Jetzt ist es passiert, Chloe Sevigny, Alexa Chung, Sarah Jessica Parker und Co tragen die Sandale längst in verschiedensten Formen und Farben. Womöglich ist unter anderem Prada nicht ganz unschuldig am Holz-Hype, den wir ehrlich gesagt nur zu gern mitmachen, dort klackerte es nämlich ganz gehörig auf dem S/S 15 Laufsteg. Dabei hatte Chanel es bereits 2010 auf die Spitze getrieben – offensichtlich zu früh für unsere Gemüter, die nicht selten ein bisschen mehr Eingewöhnungszeit benötigen. weiterlesen

Spotted // Schmuck aus Perlmutt
von Sophia Zarindast

– 05.08.2015 um 12.05 – Accessoire box3 Trend

sophia zarindast perlmuttWomöglich kennt ihr die fast schon frech übertalentierte Sophia Zarindast bereits von ihrem Blog Kabutar, seit 2012 entwirft die 25-Jährige allerdings auch Schmuck für eigenes, gleichnamiges Label, und zwar solchen, ohne den wir spätestens seit dieser Saison nicht mehr durch den Sommer kommen und wollen. „Riviera“ heißt die neue Cruise Collection, im Fokus: Perlmutt. Ich würde sagen, die innere Schalenschicht der Mollusken hat es sichtlich verdient, schleunigst wieder aus der Versenkung geholt zu werden, weiß der Teufel, wie wir so viel Schönheit so lange verdrängen konnten. Danke, Sophia. Die Natur erschafft am Ende eben doch die schönsten aller Materialien.

Sophias Entwürfe passieren übrigens mehr zufällig als geplant, keines ihrer Schmuckstücke zeichnet sie vor, vielleicht weil sie all der herrschenden Perfektion längst überdrüssig ist. Wenn allerdings Kulturen, Farben und rohe Natur aufeinander treffen, dann sind wir da angelangt, wo Sophia, deren Nachname womöglich nicht zufällig „goldene Hand“ bedeutet, nach Inspiration gräbt. Am liebsten offline. Mehr erzählt sie im Video-Portrait, das Lisa Ostwaldt und Swantje Fehling produziert haben: weiterlesen