Interviews:
Zu Besuch bei…
den Berliner Designern

Von Sarah Gottschalk

 

Bevor die nächste Mercedes-Benz Fashion Week auch schon wieder vor unserer Türe steht, wollten wir mit euch noch mal eine kleine Reise in die Vergangenheit unternehmen, die genau genommen einen Ausblick in die Zukunft wagt:

Zu Besuch bei… – Interview und Preview.

 

Zur MBFWB A/W 2013 im vergangenen Januar schauten wir kurz vor den Präsentationen nämlich flott bei unseren Berliner Lieblingen vorbei, warfen  einen Blick auf die Herbst/Winter Kollektionen und plauderten über Inspirationsthemen, Wünsche und kleine große Ziele.Nun liegt dieses Tête-à-tête zwar schon ein Weilchen zurück, die Winterkollektionen werden allerdings erst demnächst in den Stores landen. Zeit also, euch noch einmal flott daran erinnern, was euch zur frostigen Saison von den Berliner Kreateuren erwartet.

neu Interviews: <br> Zu Besuch bei... <br> den Berliner DesignernET VOILÀ:

 

  • Zu Besuch im Atelier von Hien Le ab Seite 2.
  • Zu Besuch im Atelier von MALAIKARAISS ab Seite 5.
  • Zu Besuch im Atelier von Isabell de Hillerin ab Seite 8.
  • Zu Besuch im Atelier von Michael Sontag ab Seite 12.
  • Zu Besuch im Atelier von Issever Bahri ab Seite 14.
  • Zu Besuch im Atelier von Vladimier Karaleev ab Seite 17

Hien Le Start Interviews: <br> Zu Besuch bei... <br> den Berliner Designern

Zu Besuch im Atelier von Hien Le

 

Punkt 10 Uhr fiel heute der Startschuss der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin für die Saison Herbst/Winter 2013 und niemand geringerer als unser liebster Hien Leeröffnet den Schauenlauf an diesem Dienstagmorgen. Es ist Mittwoch, 10 Uhr, als wir in Hiens Schmiede, einem Souterraine Atelier, das er sich mit Interior-Designer Sigurd Larsen teilt, hineinstolpern. Kleine, müde Augen lächeln uns freundlich an, und wir merken schnell, dass hier seit Tagen ohne Pause gewerkelt und gearbeitet wird. Mit der Eröffnungsschau lastet auf Hiens Schultern nicht nur der Druck, besonders viel Aufmerksamkeit von allen Seiten zu bekommen, auch die Erwartungen an den hochgelobten Jungdesigner scheinen wie dicke Ziegel auf seinen Schultern zu liegen. Die Tage vor der finalen Show sind nicht nur nervenzerreißend, anstrengend und eh schon viel zu kurz, nein, auch das Telefon will niemals still stehen und als Chef vom Dienst muss man mit dem Kopf gleich überall sein, Aufgaben verteilen und keinesfalls den Überblick verlieren. Wer nämlich denkt, Designer würden sich bloß um ein paar schicke Kreationen kümmern und hier und dort eine Nadel durch Stoffe ziehen, der irrt ganz gewaltig. Ein Allround-Talent ist gefragt und Hien Le scheint ohne gleichen eines zu sein – und en plus wieder einmal eine ausnahmslos schöne Kollektion aus dem Hut zu zaubern. Und wer Mark Rothko als Inspirationsvorlage wählt, der hat unser Herz sowieso schon im Sturm erobert.Aber seht selbst: Wir waren bei dem äußerst sympathischen Designer zu Besuch, haben mit Monsieur Le ein bisschen geplaudert und ein gleich ein paar Lieblinge für euch fotografiert.Mehr von der Show seht ihr dann in wenigen Stunden. Hien, keine Sorge, das wird ganz großartig!

Hien Le Seite 2 Interviews: <br> Zu Besuch bei... <br> den Berliner Designern

Hien Seite 1 Interviews: <br> Zu Besuch bei... <br> den Berliner Designern

 

Jane Wayne: Wie geht’s dir?

Hien Le: Ganz gut soweit. Ich könnte ein bisschen mehr Schlaf gebrauchen aber sonst… Aufgeregt bin ich!

 

Jane Wayne: Was erwartet uns?

Hien Le: Am Dienstag um 10 Uhr ist meine Eröffnungsshow. Es erwartet euch eine Winterkollektion mit viel Materialmix und einem hübschen Print. Außerdem erwarten euch hübsche Models und gute Musik.

 

Jane Wayne: Gibt es einen Titel der kommenden Herbst/Winter 2013 Kollektion?

Hien Le: Ja, der Titel lautet „We see what we want“. Die Kollektion ist von den Bildern Mark Rothkos inspiriert, aber eben eher in Kombination mit Falten. Es geht also nicht um dieses typische Color-blocking, sondern um das Mixen von Stoffvarianten. Es geht auch nicht um ein bestimmtes Bild von ihm, sondern eher um seine Farbkombinationen. Während wir allerdings im Sommer ja eher bunt und frisch waren, wird’s im Winter jetzt eher gedämpfter und ruhiger, aber trotzdem hell. Von den Farben her dominiert Dunkelblau und ein gebrochenes Weiß.

 

hien le seite3 Interviews: <br> Zu Besuch bei... <br> den Berliner Designern

 

Jane Wayne: Gibt es etwas Neues oder Untypisches?

Hien Le: Schwer zu sagen. Der im Winter eingesetzte Häkelstrick, wird partiell eingesetzt und mit einem anderen Material gemischt, sodass wir zwei voneinneinander abgrenzende Schichten konstruieren konnten – eben wie bei Rothkos Bildern. Außerdem haben wir einen neuen Print dabei.

 

Jane Wayne: Und welcher Print erwartet uns?

Hien Le: Es handelt sich um einen Farbverlauf in verschiedenen Farben – also wieder in Gedanken an die Rothko Bilder. Wir haben uns nur an vier Farben orientiert, die dann von dunkel zu hell bzw. anders herum verlaufen.

 

Jane Wayne: Wie lange arbeitest Du schon an dieser Kollektion?

Hien Le: Angefangen habe ich im Oktober. Dann habe ich erstmal Inspirationen gesucht, recherchiert, die Farbpalette zusammengestellt und so weiter. Das sind aber alles Prozesse, die sich bis zum Schluss noch entwickeln. Im November habe ich dann ganz intensiv angefangen und die ersten Entwürfe gefertigt. Dann stand auch das Farbkonzept fest, wir haben an den Prints gearbeitet, das Stoffkonzept wurde finalisiert – mit den Schnitten haben wir dann im Dezember intensiv angefangen.

 

Jane Wayne: Gab es irgendeine Katastrophe bei der Produktion?

Hien Le: Ja, das kommt ja immer vor. Komischerweise passiert das immer bei den Teilen, bei denen man denkt sie seien am einfachsten. Das größte Problem sind aber Stofflieferungen, vor allem im Winter. Wir warten momentan auch noch auf einen Stoff, der eigentlich nicht mal der ist, den wir geordert hatten. Der Stoff, den wir jetzt erwarten, haben wir also noch nie gesehen.

Jane Wayne: Gibt es für dich ein Highlight, auf das Du dich besonders freust?

Hien Le: Mein persönliches Highlight ist der Print; der ist echt schön geworden. Es hat halt kein richtiges Motiv drauf, sondern nur Farben die verlaufen.

 

Jane Wayne: Wir fiebern ja immer mit unseren Berliner Designern mit. Hand auf’s Herz: Wie läuft der Laden?

 

Hien Le: Gut! Und von Saison zu Saison wird es auch immer besser. Jedes Mal haben wir ein paar neue Kunden.

Jane Wayne: Wo finden wir deine Hauptzielgruppe?

Hien Le: Also Deutschland ist schon eine der Hauptzielgruppe, aber am meisten verkaufe ich in der Schweiz. Die meisten Läden habe ich dennoch in Deutschland, allein in Berlin habe ich drei (u.a. Voo, Department Store 206) . Auch in Asien fängt es langsam an. Ich habe zum Beispiel einen Laden in Tokyo und einen Online Store in Hongkong.Jane Wayne: Was sind deine Ziele oder Träume nach der Fashion Week?

Hien Le: Ein Ziel ist natürlich, dass wir mal eine richtig große Bestellungen bekommen – oder einen eigenen Laden. Zwar noch nicht im Moment, aber doch in vier oder fünf Jahren.

 

Jane Wayne: Welchem deutschen Designer sollten wir außerdem mehr Aufmerksamkeit schenken?

Hien Le: Deutsche Designer zu sagen ist schwer. Ich mag eher internationale Kollegen. Da bin ich zum Beispiel Fan von Dries van Noten, da er einer der wenigen ist, der Materialien und Prints gut kombinieren kann. Auch Celine und Nicolas Ghesquiere finde ich toll. Von deutschen Designern gefällt mir Odeeh, Vladimir Karaleev, Sissi Goetze und im generellen einige der Berliner Designer.

hien le seite5 Interviews: <br> Zu Besuch bei... <br> den Berliner DesignernJane Wayne: Gegenwärtige Lieblingsfarbe?

Hien Le: Dunkelblau.

Jane Wayne: Gegenwärtiges Lieblingsessen?

Hien Le: (lacht) Schokolade! Aber Burger und Pommes liebe ich auch.

Jane Wayne: Lieblingsmaterial?

Hien Le: Alcantara. Das ist ein sehr interessantes Material, was normalerweise in der Automobil und Schiffindustrie. Das schöne daran ist, dass es so vielfältig und pflegeleicht ist. Das gibt es in verschiedenen Dicken, Stärken und Ausführungen. Man kann es auch super gestalten.

Jane Wayne: Was möchtest Du nächstes Jahr nicht mehr sehen?

Hien Le: Es gibt eigentlich keine Trends, die ich nicht mag. Es ist eher etwas generelles. Zum Beispiel kann ich es gar nicht ab, wenn Männer Schlaghosen tragen oder Frauen bauchfrei.

Jane Wayne: Was sollte jede Frau im Kleiderschrank haben?

Hien Le: Eine gut sitzende Jeans, ein weißes T-Shirt und einen roten Lippenstift. Und natürlich ein Hien Le Teil.

Jane Wayne: Welches ist ein Must-have Hien Le Teil?

Hien Le: Eine Bluse.

Jane Wayne: Was sollen die Leser unbedingt wissen?

Hien Le: Dass der Print der Fokus der Kollektion ist.

Jane Wayne: Welche Musik ewartet uns gleich in der Show?

Hien Le: Es wird auf jeden Fall sehr gemischt: ruhig und mit Gesang. Das passt auch gut zur Atmosphäre und in den Winter. Es wird ein Mix aus moderner und älterer Musik, aber auf jeden Fall alles bekannte Stücke.

Merci, lieber Hien <3 Und ganz viel Erfolg!

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Zu Besuch im Atelier von MALAIKARAISS

 

Irgendwie will der Modegott Malaika und ihrem Team Saison für Saison neue Steine in den Weg legen, die die Jungdesignerin aus dem Weg schaffen soll. Der eigens angefertigte Print will einfach nicht aus der Türkei kommen und auch der noch fehlende andere Stoff, das Herzstück ihrer Herbst/Winter 2013 Kollektion, ist einfach noch nicht eingetrudelt. Malaika vom gleichnamigen Label MALAIKARAISS kennt das mittlerweile allerdings schon nicht mehr anders, denn auch in der vergangenen Saison wollte das ein oder andere vorab nicht ganz klappen.
Ende gut, alles gut – auf den letzten Drücker klappte alles hervorragendst und auch dieses Mal wird der schöne Rotschopf das schon hinbekommen.

 

Immerhin treffen wir Malaika gut eine Woche vor der morgigen Präsentation ihrer Herbst/Winter Kollektion 2013 – Zeit genug also, noch flott Alternativpläne zu schmieden, den Lieferanten nochmals ordentlich Druck zu machen oder die sehnlichst erwarteten Stoffe doch noch rechtzeitig in Empfang zu nehmen und nach ihren Vorstellungen zum Key Piece der Kollektion werden zu lassen. Wir jedenfalls drücken Malaika ganz fest die Daumen und sind uns sicher, dass die quirrlige Dame wieder alles hinbekommen hat. Mehr noch: 

eine mindestens genauso wunderbar elegante Kollektion aus dem Hut zauberte wie eben in der Vergangenheit. Nur diesmal mit der aufregenden Inspirationsquelle „Beetlejuice“ und in den Tönen Magenta, Petrolgrün, Braun und Schwarz/Weiß.

Zuhause bei Freunden oder: Ein paar Lieblingsstücke, Galgenhumor und kleine Brocken, die mal wieder irgendwo im Weg rumliegen. Hach Malaika, wir kommen so gern bei dir vorbei <3 Und die Kollektion wird ganz sicher ein Augenschmaus!

MALIKARAISS seite1 Interviews: <br> Zu Besuch bei... <br> den Berliner Designern

 

Jane Wayne: Malaika, wie geht’s euch? 

MALAIKARAISS: Wir sind zwar am Rande des Wahnsinns und gestresst, aber dennoch glücklich.

Jane Wayne: Wie viel Prozent denkt ihr schon geschafft zu haben?

MALAIKARAISS: So um die 70%. Wir warten noch auf Stoffe, die wir auch leider noch nie gesehen haben. Wir haben diesmal nämlich wieder selber Prints entworfen. Der eine ist ein „Gin-Print“ und den anderen nennen wir „Beetlejuice Print“ – und zeichnet sich durch Streifen aus. Der ist eigentlich auch der Kern unserer Kollektion. Falls die Stoffe nicht rechtzeitig ankommen sollten, versuchen wir natürlich einen Plan B zu finden, in dem wir die Prints selbst per Siebdruck herstellen. Außerdem warten wir auf Stickteile und Lederaccessoires, da sind wir aber zuversichtlich. Für die Show an sich müssen wir noch die Musik aussuchen.

Jane Wayne: Was erwartet uns denn überhaupt und wie lautet überhaupt der Titel?

MALAIKARAISS: Also, eigentlich gefällt uns der Titel „The weirdness of being“ aber „Lydia Deetz“ , den Namen der Hauptdarstellerin in Beetlejuice, finden wir auch ganz gut

– das könnte den Zuschauer außerdem noch mehr verwirren.Die Kollektion wird das typische Schwarz-Weiß-Konzept, welches wir dieses Mal mit den Prints ergänzt haben. Hinzu kommen sehr starke Farben, wie kräftiges Rot und Pink. Petrolgrün haben wir auch benutzt, da wir es nach dem Sommer weiterhin dabei haben wollten. Das Grün haben wir als Samt, als filzigen Wollstoff und in den Lederaccessoires benutzt, also eher in kleineren Details. Noch dazu haben wir dieses Mal mit echten Federn gearbeitet, und sie nicht, wie sonst, versucht nachzustellen. Das plissierte Leder, das wir in der letzten Winterkollektion hatten, ist auch wieder dabei, jedoch in einer neuen Form.Jane Wayne: Wie kam es zum Inspirationsthema?

MALAIKARAISS: Zum einen durch den Film Beetlejuice und die Herangehensweise, wie Humor mit Tod verbunden wird, und zum anderen eine Jugend -oder Kindheits-Aufarbeitung – wie wir es bereits in anderen Kollektionen (Beverly Hills 90210) hatten. Dieses Mal sind wir jedoch eher auf der dunklen Seite. Die Kollektion ist ja auch sehr grunge-ig: sowohl von den Schnitten als auch vom Layering. Das wollten wir mit kräftigen Farben aufbrechen. Grün und Blau hatten wir zwar die letzen Male schon dabei, aber jetzt sind wir einen Schritt weiter gegangen. Es ist also ein großes Puzzle aus vielen Stücken.

MAIAIKARAISS Seite2 Interviews: <br> Zu Besuch bei... <br> den Berliner Designern

 

Jane Wayne: Wie spiegeln sich die knalligen Farben in den Stücken wieder?

MALAIKARAISS: Der Print ist dabei sehr wichtig, er ist quasi die Brücke zwischen dem Schwarz-Weißem und dem Bunten. Bei dem Print sind wir uns jedoch noch nicht ganz sicher, ob er die helle oder die dunkle Seite interpretieren sein soll. Dann haben wir natürlich noch ganz schlichte Teile, die einfarbig sind. Auch Swarovski ist wieder dabei und der Strick wird mit dem Leder kombiniert. In dem Strick selbst haben wir Colorblocking zwischen Schwarz und Weiß benutzt. Außerdem haben wir ein Fake-Fur-Material in Braun.

 

Jane Wayne: Habt ihr schon Ideen zum Styling?

MALAIKARAISS: Ja. Wir werden auf jeden Fall sehr viel layern, also viele Schichten übereinander. Für das Styling der Models arbeiten wir dieses Mal mit MAC und Bumble&Bumble, die natürlich auch etwas mehr edgy sind. Das Make-up wird eher farblos, wir arbeiten hauptsächlich mit Matt und Glanzeffekten, da es nicht im Kontrast zu der Kleidung stehen soll. Die Models, von denen auch manche schon von Malaikaraiss bekannt sind, werden einen starken Gesichtsausdruck haben. Den Schmuck haben wir von Vibe Harslof, der ist jedoch auch noch nicht da. Der Fokus ist dieses Mal auf den Ohren.

 

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Jane Wayne: Welches ist euer Lieblingsstück?

MALAIKARAISS: Da gibt es einen Overall aus grauem Jersey, der eher für den Alltag ist und der gefällt uns sehr. Den Overall gibt es aber auch in Viskose. Den grünen Wollmantel und die braune Baseballjacke finden wir ebenfalls toll. Aber generell kann sich das bei uns jede Woche ändern.

Jane Wayne: Ihr liegt uns ja bekanntlich stark am Herzen, aber mal ehrlich: Wie läuft der Laden?

MALAIKARAISS: Es läuft. Obwohl es manchmal ein Kampf ist, denke ich schon, dass wir eines der Labels sind, die ganz gut dran sind. Da wir kommerzielle Mode machen etabliert sich das auch mehr. Vor allem unsere Taschen haben sich super verkauft. Vor Weihnachten mussten wir sogar nochmal welche nachbestellen. Man muss ja auch dazu sagen, dass wir immer auf gute Qualität achten und wir bieten unsere Mode zu einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis an.

Jane Wayne: Wird es auch neue Taschen geben?

MALAIKARAISS: Ja, auf jeden Fall. Es wird eine größere Tasche geben; eine Mischung zwischen Bowling-bag und Shopper. Ein Portmonnaie wird es auch geben, mit ganz vielen Fächern.

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Jane Wayne: Was würdest Du heute am liebsten machen, wenn du Frei hättest?

MALAIKARAISS: Das ist schwer zu sagen. Ich glaube, am liebsten würde ich mich ausruhen. Oder einfach in die Stadt gehen und genießen. Auch einfach weg gehen wäre schön. Wo ich unbedingt wieder hin will ist zur Garnmesse in Florenz.

 

Jane Wayne: Was passiert nach der Berliner Fashion Week?

MALAIKARAISS: Es geht nach Paris. Da sind wir mit dem Senat und Arne Eberleunterwegs. Ich selbst bin noch nicht so informiert, also bin ich sehr gespannt, was auf uns zukommen wird. Danach wollen wir uns eher auf Deutschland konzentrieren, da wir ja auch einige Messen hier haben.

 

Jane Wayne: Gegenwärtige Lieblingsfarbe?

MALAIKARAISS: Am liebsten Schwarz und Grün.

 

Jane Wayne: Derzeitiger Ohrwurm?

MALAIKARAISS: Dena – alles von ihr. Und das Lied „Higher Love“ von George Vincent geht mir auch nicht aus dem Kopf.

Jane Wayne: Welcher Film oder welche Serie lässt euch am besten abschalten?

MALAIKARAISS: Bei Serien „Homeland“ und „Girls“. Als Film wahrscheinlich „Am Himmel der Tag“ mit Aylin Tezel.

 

Jane Wayne: Auf welchen Designer aus Berlin freut ihr euch bei der Fashion Week?

MALAIKARAISS: Auf Issever Bahri und Lala Berlin.

 

Jane Wayne: Was dürfen wir unseren Lesern auf keinen Fall vorenthalten?

MALAIKARAISS: Dass wir sehr zufrieden mit unserer Arbeit sind und sich unser Team um einiges weiterentwickelt hat. Und dass sich die viele Arbeit auch auszahlt.

 

Jane Wayne: Noch ein Zusatz: Wo finden wir euch, neben eurem Online Store, in Berlin?

MALAIKARAISS: Bei „Wald“ und bei „BAERCK“, da das auch die Shops sind, die am Besten zu uns passen. Wir wollen uns aber auch in Richtung Westen ausbreiten!

Merci, ihr Lieben! Wir wünschen euch ganz viel Erfolg bei der Show!

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Zu Besuch im Atelier von Isabell de Hillerin

Uns umgibt ein ruhiges, wohliges Gefühl als wir Isabell de Hillerins Atelier betreten – schummriges, warmes Licht und ein großer, bunter Strauß aus wilden Blumen zaubern eine ganz fantastische Atmosphäre. Das kleine Zimmer scheint mehr als nur ein Arbeitszimmer zu sein, denn es wirkt ungewöhnlich aufgeräumt und liebevoll gestaltet für eine Kreativschmiede so kurz vor der Fashion Week. Aber es passt. Es passt zum zarten Erscheinungsbild der schönen Isabell und zu ihrer Leidenschaft für das Besondere:

Dass was Isabell de Hillerins Kreationen ausmacht, ist die Verschmelzung von traditionell rumänischen Knüpfereien und tiefschwarzer Eleganz – immer auf der Suche nach spannenden Handwerkskünsten ihrer Wurzeln reist die junge Designerin nämlich regelmäßig in ihr Ursprungsland, um dort nach besonderen Techniken zu suchen und gemeinsam mit den dort lebenden Frauen längst vergessene Stick-Muster ausfindig zu machen und nachzuknüpfen.

Eine beeindruckende Passion und ein noch beeindruckenderes Resultat, von dem uns Isabell mit ziemlich glücklichen Augen erzählt – et voilà: Zu Besuch bei Isabell de Hillerin:

 

isabell seite3 Interviews: <br> Zu Besuch bei... <br> den Berliner Designern

 

Jane Wayne: Einige unserer Leser werden dich noch nicht kennen. Was muss man von dir wissen?

Isabell de Hillerin: Mein Name ist Isabell de Hillerin und ich habe mein eigenes, gleichnamiges Label seit ca. 3,5 Jahren. Ich komme uhrsprünglich aus München, habe aber vor Berlin, fünf Jahre in Barcelona gelebt und dort Modedesign studiert.

 

Jane Wayne: Du bist nun zum ersten Mal bei der Fashion Week Berlin. Was ist so aufregend an ihr?

Isabell de Hillerin: In diesem Rahmen ist es etwas Neues für mich. Ich hatte zwar in den letzten Saisons schon mehrere Modenschauen, aber in einem Studio zu sein ist natürlich was ganz anderes. Ich glaube, dass das Publikum und die Aufmerksamkeit, die man bekommt, auch ganz anders sein werden.

 

Jane Wayne: Was erwartet uns im Studio?

Isabell de Hillerin: Die Kollektion heißt  „Quiet“ und ist deswegen selber sehr dunkel und schlicht. Es gibt sehr viel Schwarz und einige Petrolgrüne und Marineblaue Töne. 

Dem entsprechend wird es auch eine dunkle aber ruhige Atmosphäre geben. Die Musik ist sehr klassisch und ruhig, wird aber durch elektronische Töne gebrochen.

 

Jane Wayne: Wie wird die Präsentation umgesetzt sein?

Isabell de Hillerin: Im Hintergrund wird es eine Bespielung mit vielen Jalousien geben hinter denen auch Models sein werden. Der Zuschauer weiß also, dass noch etwas kommt. Dem entsprechend wechseln sich die Models auf den Podesten ab. Man kann also nicht ein Mal rumgehen, sondern man schaut eher drauf.

 

Jane Wayne: Zurück zur Kollektion: Welche Materialien erwarten uns?

Isabell de Hillerin: Es gibt Wolle, Angoramischungen und Viskose. Ganz wichtig sind natürlich wieder die Stickereien. Ich arbeite mit Frauen in Moldavien und Romänien zusammen, die diese handgemachten Details fertigen

 

Jane Wayne: Hast Du ein Lieblingsstück?

Isabell de Hillerin: Nein, noch nicht. Dieser Effekt kommt bei mir meistens erst beim Fotoshoot.

isabell seite4 Interviews: <br> Zu Besuch bei... <br> den Berliner DesignernJane Wayne: Was geschieht in deinem Kopf, kurz vor der Präsentation?

Isabell de Hillerin: Auf jeden Fall Aufregung und der Gedanke, nichts zu vergessen. Ich mache mir Gedanken wie die Stimmung sein wird, wie die Looks wohl am Besten wirken, und wie am Besten alles stimmig ist. Aber im Endeffekt geht vor der Show alles ganz schnell.

 

Jane Wayne: Du gehörst zu den jungen Labels. Kannst du uns trotzdem schon verraten, wie der Laden läuft?

Isabell de Hillerin: Das ist je nach Saison total unterschiedlich. Jedoch würde ich schon sagen, dass es gut läuft, dafür dass ich erst drei Jahre im Business bin. Pressetechnisch läuft es total gut. Da muss ich mich auch nochmal bei der Vogue bedanken, da sie mich sehr gepusht haben. Diese Unterstützung macht sich dann auch bemerkbar, da alles immer größer wird.

 

Jane Wayne: Hast Du einen Traum, wo Du dein Label irgendwann sehen möchtest?

Isabell de Hillerin: Ich finde jetzt schon alles total verrückt. Ich bin sehr glücklich, so wie es gerade ist. Aber klar, in Paris würde ich auch gerne eine Show haben.

 

Jane Wayne: Gab es mal eine Katastrophe bei der Produktion dieser Kollektion?

Isabell de Hillerin: Ja, mit ein paar Lieferungen von Stoffen. Auch die Stickereien aus Moldavien kamen etwas spät an. Aber das ist auch sehr schwer zu planen. Die Damen, die das für mich herstellen, leben in kleinen Dörfern ohne Wasser und Elektrizität. Wenn man also etwas zuschicken will, gibt es keine Adresse, sondern einfach nur einen Familiennamen.

 

Jane Wayne: Gegenwärtige Lieblingsfarbe?

Isabell de Hillerin: Die Unfarbe Schwarz.

 

Jane Wayne: Gegenwärtiges Lieblingslied?

Isabell de Hillerin: Ich habe kein spezielles Lied, aber im generellen höre ich am liebsten klassische Musik, wie Ludovico Einaudi oder Gonzalez. Das wird es dann auch in der Show geben.

 

Jane Wayne: Welchen Film schaust du gerne zum Abschalten?

Isabell de Hillerin: Zum Abschalten sind eigentlich Freunde und Familie am Besten. Serien und Filme schaue ich eigentlich sehr selten.

 

Jane Wayne: Gibt es etwas, was dich stets inspiriert?

Isabell de Hillerin: Das ist ganz unterschiedlich. Manchmal sind es Bilder oder Erlebnisse. Manchmal entsteht es aber auch erst, wenn ich die Kollektion anfange. In der jetzigen Kollektion war meine Inspiration eingefrorenes Eis, also ein eingefrorener See bei dem man durchsehen kann und Kleinigkeiten erkennt. Wie Fossilien; man erkennt zwar etwas, aber es ist nicht wirklich sichtbar.

 

Jane Wayne: Was ist dir besonders wichtig, was unsere Leser auf jeden Fall wissen sollten?

Isabell de Hillerin: Meine Leidenschaft: Die Arbeit mit den Damen in Rumänien. Das ist eine sehr persönliche Geschichte, da ich selbst auch Rumänin bin. Wir haben eine sehr starke Verbindung, was auch das schönste an der ganzen Arbeit ist. Es ist toll zu sehen, wie diese Frauen arbeiten und leben und was für uralte Techniken diese Frauen beherrschen.

 

Jane Wayne: Und welcher Designer darf nicht unerwähnt bleiben?

Isabell de Hillerin: Augustin Teboul. Ich weiß nicht, ob ich es selbst tragen würde aber die Kleidung finde ich großartig!

 

Liebe Isabell, es war so schön bei dir! Wir wüschen dir Riesenerfolg für die Präsentation!

 

michael sontag teaserstart Interviews: <br> Zu Besuch bei... <br> den Berliner Designern 

 

michael sontag seite3 Interviews: <br> Zu Besuch bei... <br> den Berliner DesignernZu Besuch im Atelier von Michael Sontag

 

Er ist Vollprofi, dieser Michael Sontag, und deshalb treffen wir ihn am vergangenen Freitag nicht nur in seinem tiptop aufgeräumten Atelier bei bester Laune, sondern auch voll konzentriert und gleichzeitig ziemlich relaxt zum verabredeten Interview-Termin. Seine Kollektion steht, das Fitting ist auch bereits fast abgeschlossen – fehlt nur noch die Musik und der zündende Idee, wie genau die Schau nun dramaturgisch in Szene gesetzt werden soll.

Wir durften uns vorab einen ersten Eindruck von seinen Kreationen machen und sind wahnsinnig gespannt, wie das Ergebnis auf dem Laufsteg wirkt. Eines hat uns der werte Herr Sontag nämlich bereits verraten: Es wird Stücke geben, die lassen sich nicht in Schubladen stecken, sondern dürfen von der Trägerin selbst interpretiert uns ausgeführt werden. Das modische Resultat ist wie immer nicht unter dem Deckmäntelchen eines Kollektionsnamen gefasst, sondern besticht durch jede einzelne Kreation, die als Fortführung bisher gezeigter Roben angesehen werden darf.

Was das genau bedeutet, verrät Michael im lockeren Gespräch mit uns – und vielleicht könnt ihr ja jetzt schon genauer skizzieren, was uns gerade live im Zelt der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin erwartet. Mehr gibt’s auf jeden Fall in wenigen Stunden. Nun aber erst einmal: Vorhang auf für MICHAEL SONTAG!

 

Jane Wayne: Michael, du bist schon ein alter Hase auf der Fashion Week – und überraschst uns doch Saison für Saison. Was erwartet uns für den Winter 2013?

Michael Sontag: Wie immer habe ich nicht wirklich a) einen Titel und b) viele drapierte Stücke. Dieses Mal habe ich jedoch mehr Asymmetrie als sonst und die Kleidung ist freier gestaltet. Das heißt: sie ist nicht so sehr definiert. Es ist also manchmal nicht sicher, ob es sich nun um ein Kleid oder eine Hose handelt. Ich wollte, dass die Kollektion einen freieren Spirit hat und nicht diese Strenge, die ich normalerweise drin habe. Ich habe mir etwas mehr Freiheit beim Gestalten gegönnt. Fand ich also etwas gut, habe ich es auch so gelassen und nicht noch mehr perfektioniert. Mir ist es jedoch auch wichtig, dass der Träger sich die Kreation selbst aneignen und etwas Neues entdecken kann.

 

 

Jane Wayne: Wie kann man sich deine Arbeitsweise vorstellen?

Michael Sontag: Mein Thema ist die Form und die Komposition. Es geht mir darum, die Kleidungsstücke, deren Proportion und Materialien, auszuarbeiten und letzten Endes dann auch die Kombination der Farben und die finale Präsentation. Ich bin eher ein Gestalter und kein Konzeptionierer. 

Jane Wayne: Was für Farben und Materialien erwarten uns für den Wintern 2013?

Michael Sontag: Ich habe sehr hochwertige und natürliche Materialien benutzt und auf eine gewisse Weichheit geachtet. Zum Beispiel habe ich einen Mantel gefertigt, der zu 100 Prozent aus Cashmere besteht und mit einem Futter aus einem Baumwoll-Cashmere-Mix aufwartet. Dann habe ich noch einen anderen Mantel der aus einem Baumwoll-Angora-Mix besteht und auch ganz weich ist. Ansonsten wird es viele verschiedene Wolle-Seide-Mischungen geben. Von den Farben her, wurden gedeckte Töne benutzt, wie zum Beispiel Dunkelblau, das Tendenzen zum Grau hat. Dann gibt’s auch noch einen Mahagoni-Ton, Schwarz, Grau, ein bisschen Weiß und eine Art Rougeton!

 

Jane Wayne: Das hört sich in der Gesamtheit ein bisschen untypisch für Sontag an – stimmt’s?

Michael Sontag: Ich denke schon, dass es Überraschungen geben wird, aber das ist schwer zu beschreiben. Das habe ich schon an den Reaktionen von Leuten, die die Kollektion bereits gesehen haben, gemerkt. Sie meinten es sei ganz anders, was ich jedoch nicht ganz nachvollziehen kann.

 

 

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Jane Wayne: Du hattest uns vergangenen Winter mit sehr ausdrucksstarken

Dreidimensionalitäten überrascht. Gibt es solche Details wieder?

Michael Sontag: Ich habe diesmal zwar nicht mit solchen Elementen gearbeitet, aber es gibt schon Teile, die an sich Dreidimensional sind. Zum Beispiel gibt es Stücke, die erst Außen lang führen, dann Innen verschwinden und schließlich wieder Außen auftauchen.

 

Jane Wayne: Wir haben bereits deine Kollegen gefragt: Und wie läuft bei dir der Laden?

Michael Sontag: Ich kann mich nicht beschweren (schmunzelt).

 

Jane Wayne: Wieso sollte man bei dir kaufen und nicht z.B. bei einer großen Modekette? Dein Argument:

Michael Sontag: Meine Sachen sehen einfach anders aus und ich wüsste nicht, wo man es sonst bekommen sollte.

 

Jane Wayne: Gegenwärtige Lieblingsfarbe?

Michael Sontag: Ich würde sagen Dunkelblau, aber das ändert sich auch immer mal wieder.

michael sontag 5 Interviews: <br> Zu Besuch bei... <br> den Berliner Designern

 

Jane Wayne: Gegenwärtiges Lieblingslied?

Michael Sontag: Das ist schwer zu sagen, ich höre so viel Musik momentan. Wenn ich mich jedoch entscheiden müsste, dann wäre es Nada Surf.

 

Jane Wayne: Lieblingsserie oder Film?

Michael Sontag: Als Serie definitv „Downton Abbey“.

 

Jane Wayne: Lieblingsbuch?

Michael Sontag: Ich habe ein tolles Buch zu Weihnachten bekommen, und zwar dieMemoiren von Grace Coddington. Das würde ich auch definitiv weiterempfehlen.

 

Jane Wayne: Welchem Berliner Designer sagt du noch Großes Voraus?

Michael Sontag: Am Besten finde ich Vladimir Karaleev und Perret Schaad.

 

Jane Wayne: Mit welchem Essen kann man dich glücklich machen?

Michael Sontag: Risotto mit Fenchel.

 

michael sontagseite 4 Interviews: <br> Zu Besuch bei... <br> den Berliner Designern

Jane Wayne: In welchem Jahrzehnt würdest Du dich gerne wiederfinden?

Michael Sontag: Ich glaube in den Siebzigern und Achtzigern, sowohl musikalisch als auch wegen des Spirits. Die Siebziger wegen der ganzen Freiheit und die Achtziger eher wegen der Musik.

 

Jane Wayne: Wie würdest Du deinen persönlichen Stil beschreiben?

Michael Sontag: Auf jeden Fall hat er wenig mit meinen eigenen Kreationen zu tun. Ich trage gerne Mal weite Baggysachen, aber manchmal auch körperbetonte Stücke. Das hängt aber auch vom Anlass und Befinden ab. Das versuche ich natürlich auch in meinen Kollektionen hin zu bekommen; etwas, das sowohl für den Alltag als auch für den Red Carpet tauglich ist.

 

Jane Wayne: Was würdest Du tun, wenn du Heute Frei hättest?

Michael Sontag: Ich würde gerne mal nach Vietnam reisen

 

Jane Wayne: Was möchtest Du erreichen, sowohl persönlich als auch beruflich?

Michael Sontag: Für die Zukunft hoffe ich natürlich, dass ich mir selbst treu bleibe und ich mich immer weiter entwickele, sowohl künstlerisch als auch im Business.

 

Jane Wayne: Was sollten die Leser auf jeden Fall über die neueste Kollektion wissen?

Michael Sontag: Dass alle etwas freier ist und sie sich darin wohlfühlen sollen.

 

 

Lieber Monsieur Sontag, viel Erfolg und liebsten Dank für das Interview!

 issever bahristartteaser Interviews: <br> Zu Besuch bei... <br> den Berliner Designern

issever bahri seite4 Interviews: <br> Zu Besuch bei... <br> den Berliner DesignernZu Besuch im Atelier von Issever Bahri

Es ist nicht nur lausig nasses Wetter in Berlin, nein, es sind auch nur noch rund sechs Tage vor dem Startschuss der Fashion Week Berlin als wir Derya Issever und Cimen Bachri in ihrem kleinen Atelier im Herzen von Kreuzberg besuchen.

Ihr kleines Reich im Hinterhof eines unsanierten Altbaus ist voll – voll von Kollektionsstücken,  die sich fein auf einer Stange mitten im Raum und an Seilkonstruktionen an der Wand aufreihen, voll von längst erwarteten Lieferungen in Kartons mit rohen Materialien, die darauf warten, endlich verarbeitet zu werten und einem großen Tisch, an dem fleißige Helferlein Schablonen auf Stoffe legen, schneiden und nähen oder organisieren und herumtelefonieren. Nur ein liebevoll gestaltetes Moodboard lässt hier bislang erahnen, was uns am heutigen Tag ihrer finalen Präsentation im Zelt der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin erwarten wird: Eine Kollektion mit so viel Herzblut, Tiefgang und der Verschmelzung von Cimens und Deryas Wurzeln, ihrer Osmanischen Herkunft, und der modernen Interpretation von Zeitgeist und Handwerk.

 

Issever Bahri bei unserem Interview zu lauschen, macht jedenfalls so viel Spaß, dass sich der Weg aus dem Haus in die Kälte an diesem Tag doppelt gelohnt hat: Da spricht die volle Ladung Passion für Mode, Geschichte und Architektur gepaart mit einer ordentlichen Portion kulturellem Durst und Teampower – und wir werden einfach nicht müde zuzuhören, um alles rund um’s Wiesoweshalbwarum zu erfahren. Eines jedenfalls steht fest: Fortan sind wir noch größere Issever Bahri Fans und wir freuen uns wie Schneekönige auf ihre Präsentation, die JETZT in diesem Moment startet.

Für euch gibt’s nun schon mal einen ersten Vorgeschmack – Vorhang auf für das wohl sympathischste Duo der Fashion Week:

issever bahri seite1 Interviews: <br> Zu Besuch bei... <br> den Berliner Designern

 

Jane Wayne: Wie geht es euch?

Issever Bahri: Es geht, der Wahnsinn ist natürlich schon eingetreten. Aber, auch wenn es immer ein paar Probleme gibt, sind wir sicher, dass wir das schaffen.

 

Jane Wayne: Was erwartet uns am Freitag um 10 Uhr?

Issever Bahri: Es erwarten euch viele, schöne Farben! Wir haben zum Beispiel ein dunkles Grün, dunkles Lila, Rosa, Schwarz und Weiß. Die Silhouetten sind dieses Mal, auch wenn sie sehr geradlinig sind, mit vielen organischen Kurven. Es sind also runde, aber trotzdem geradlinige Schnitte, die sich der Silhouette anpassen.

 

Jane Wayne: Unter welchem Oberthema steht die Kollektion?

Issever Bahri: Unsere Inspiration war dieses Mal das vergessene Istanbul. Bei unserem letzten Besuch ist uns aufgefallen, dass es ganz viele kleine Ecken im Jugendstil gibt. Und nachdem wir recherchiert haben, haben wir gemerkt, dass es eine kleine Zeitspanne in der Türkei gab, in der dieser Jugendstil rübergeschwappt ist. Im Vergleich zum Orientalischen ist es viel geradliniger, obwohl die Jugendzeit eigentlich eher verspielt und organisch ist. Und anhand dieser Muster haben wir uns für unsere Schnitte inspirieren lassen.

 

Jane Wayne: Wie kann man sich die nächste Kollektion vorstellen? Spiegelt sie einen kompletten Jugendstil oder gar ein Gebäude wieder?

Issever Bahri: Ja, jedoch ist das in der Gesamtheit nur sehr wenig zu betrachten. Wir haben nur leichte Schwünge übernommen, die man zum Beispiel in der Häkelei wiederfindet. Wir haben auch eine Neuheit, denn wir haben dieses Mal mit Satin und Satinbändern gearbeitet, die wir dann in die Teile einbauen. Das macht es ein wenig schicker und purer.

 

Jane Wayne: Habt ihr ein Lieblingsstück?

Ja. Das Problem ist, das es noch nie das war, bei dem wir am Anfang gedacht haben, dass es das wäre. Es ändert sich auch im Laufe der Zeit und wenn wir dann das fertige Produkt sehen.

 

Jane Wayne: Könnt ihr euch vorstellen, dass ein bestimmter Look viel Anklang finden wird?

Issever Bahri: Ja, wir haben ein paar Teile bei denen wir denken „entweder es wird ganz geil oder es wird gar nicht auffallen“. Wir haben zum Beispiel mit Kurzhaarsamt in einem Roseton gearbeitet, bei dem wir uns noch nicht so sicher sind, ob es so wird wie wir uns es vorgestellt haben.

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Jane Wayne: Manche Designer konstruieren erst nach der Kollektion eine Geschichte, bei euch ist das ja anders herum.

Issever Bahri: Ja, das ist uns auch total wichtig. Das Problem ist, das man manchmal gar nicht die Zeit dazu hat stundenlang in Büchern zu versinken. Aber ich bemühe mich, meine Zeit für Recherche nutzen.

 

Jane Wayne: Achtet ihr bei euren Kollektionen sehr auf Basics und All-time-lovers?

Issever Bahri: Nein, so arbeiten wir nicht. Das gute an unserer Mode ist ja, dass sie, obwohl viele Details dran sind, sehr tragbar ist. Wir designen mit dem Gedanken, dass jedes Teil direkt tragbar ist. Das wichtigste für uns ist es, dass in jedem Kleidungsstück unsere Handschrift ist.

 

Jane Wayne: Wie läuft der Laden? Seit ihr zufrieden?

Issever Bahri: Bei uns läuft es echt super. Über Presse können wir uns auch überhaupt nicht beschweren. Und obwohl wir noch Jungdesigner sind, gelten wir in der Szene nicht mehr als solche. Auch aus dem Ausland bekommen wir immer mehr Aufmerksamkeit. Trotzdem müssen wir natürlich versuchen größere Produktionen an Land zu ziehen, um weiterhin voran zu kommen.

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Jane Wayne: Habt ihr ein Ziel oder eine Vision für euer Label?

Issever Bahri: Wir wollen auf jeden Fall weiterkommen. Da sind wir sehr optimistisch, da momentan sehr viel bei uns passiert. Wir würden auf jeden Fall gerne ein größeres Atelier und vielleicht sogar einen Festangestellten haben wollen – auch für mehr Entlastung. Und natürlich haben wir das Ziel, national und international anerkannt zu werden.

 

Jane Wayne: Es ist Freitag, es ist 10 Uhr – Wie wird die Präsentation in Szene gesetzt sein?

Issever Bahri: In Bezug auf die Musik haben wir zwei Songs, zwischen denen wir uns noch nicht entscheiden können. Entweder wird es laut mit grellem Licht, oder es wird leise und eher gediegen. 

 

Jane Wayne: Bei welcher bekannten Person würdet ihr gerne Issever Bahri sehen?

Issever Bahri: Das ist schwierig zu sagen; wir haben kein Testimonial und gehen auch nicht an Frauenbilder, um daraufhin Kollektionen zu kreieren. Aber es gibt schon ein paar deutsche Schauspielerinnen, denen das unserer Meinung nach gut stehen würde, wie zum Beispiel Jessica Schwarz. Im generellen ist unsere Mode aber für jeden tragbar, ob jünger oder älter.

 

Jane Wayne: Wie versucht ihr euch zu entspannen und Energie zu sammeln?

Issever Bahri: Cimen hat einen Sohn, und der erdet sie ganz schön, denke ich. Und sie geht gern joggen. Ich (Derya) mache am liebsten nichts. Einfach nichts tun oder schlafen. Ich gehe aber auch gerne tanzen. 

Jane Wayne: Derzeitiges Lieblingsmaterial?

Issever Bahri: Eine Art Cashemere-Schur-Langhaar-Wolle. Damit haben wir Mäntel gemacht.

 

Jane Wayne: Liebster Berliner Designer?

Issever Bahri: Vladimir Karaleev.

 

Jane Wayne: Derzeitiger Ohrwurm?

Issever Bahri: Chromatics.

Jane Wayne: Da die Kollektion sehr persönlich ist, schmerzt da manchmal die Kritik?

Issever Bahri: Schmerzen eigentlich nicht. Aber oft entsprach die Kritik einfach nicht der Realität. Oft erkennen die Leute nicht, was wir aussagen wollen. Das wollen wir aber an Hand Kollektionstexten ändern.

 

Jane Wayne: Sind eure Eltern stolz auf eure herkunftsverliebten Kollektionen?

Issever Bahri: Ja, auf jeden Fall. Aber sie sehen auch, wie schwer es ist. Ohne sie wären wir wahrscheinlich auch nicht so weit gekommen. Es ist eher eine Art Familienunternehmen. Cimens Mutter macht zum Beispiel alle Häkeleien, meine Mutter kocht immer und mein Vater bringt uns alles von ihr.

 

Jane Wayne: Was darf nicht unerwähnt bleiben? Was ist euch wichtig?

Issever Bahri: Uns ist das lockere Lebensgefühl sehr wichtig. Die Kollektion ist anteilig schicker als die Letzte. Außerdem haben wir neue Elemente eingeführt, wie zum Beispiel dezente Volants, die alles etwas freudiger machen. Dennoch ist die Kollektion recht streng, durch die hochgeschlossenen Teile, wie Steh-und Rollkrägen. Dennoch sind die Röcke kurz, was das etwas ausgleicht. Wir wollen das Jung sein und Spaß vermitteln.

 

Jane Wayne: Und zu guter Letzt: Wo findet man euch in Berlin?

Issever Bahri:Im F95, im Voo-Store und ganz bald auch im Temporary Showroomund im Konk. Einen Online Store gibt es zwar noch nicht, jedoch haben wir das im Hintergedanken für 2013.

Mädels, ganz viel Glück und natürlich Spaß bei eurer Kollektion. Wir sind uns sicher: das wird großartig <3

 

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vladimir karaleev seite2 Interviews: <br> Zu Besuch bei... <br> den Berliner DesignernZu Besuch im Atelier von Vladimir Karaleev

Herrgott, wird das großartig! Selbstverständlich haben wir auch Vladmir Karaleev, Meister der offenen Nähte und der Fertigung direkt an der Puppe und der wohl aufregendste Modedesigner der Berliner Modewoche in seinem Atelier in Mitte besucht. Gefühlte zehn Minuten etwa standen wir suchend vor den 3 Dutzend Klingelschildern bis wir das dicke fette Schild darüber fanden, das uns den Weg zu „Vladis“ Reich rechts daneben verriet. Wir waren und sind große Fans und fühlen uns seit diesem Tag noch ein bisschen mehr wie kleine Groupies, denn Monsieur Karaleev hat uns mit seinen Kreationen für den Winter 2013 und seiner wahnsinnig sympathischen Art gleich mehrfach um den Finger gewickelt.

 

Nicht nur, dass dieser Modedesigner eine so unglaublich angenehme Ruhe ausstrahlt und verbreitet, er nimmt sich auch gleich die Zeit, um uns seine schon nahezu komplett fertige Kollektion zu zeigen – eine Woche vor der Präsentation! Vladimirs Konzept, direkt an der Puppe zu arbeiten, scheint aufzugehen – seine Ungeduld nicht erst zu skizzieren und warten zu müssen, ihm viel Zeit zu sparen: Eines ist klar: Bereits im Sommer wird ein Sparschweinchen aufgestellt, um das ein oder andere, ausgewählte, wunderhübsche, aussagestarke, so karaleev’sche Design zu erwerben: Allen voran der Pullover in Vladimirs ganz eigener Patchwork-Interpretation. Hach <3 

Jane Wayne: Wie geht’s Dir?

Vladimir Karaleev: Mir geht es ganz gut. Die Kollektion steht schon fast und eigentlich kann es auch nur noch besser werden. Ich finde, wenn das Hauptgerüst da ist, dann kann eigentlich auch nichts mehr passieren. Außerdem ist es ja auch meine dritte Show und da wird das auch zur Routine.

 

Jane Wayne: Ohja, tatsächlich: Du siehst wahnsinnig tiefenentspannt und relaxt aus: Erzähl uns doch etwas über deine neue Kollektion!

Vladimir Karaleev: Es wird auf jeden Fall Blau. Diesmal ist aber auch ein bisschen mehr Weiß dabei. Schwarz und Grau haben wir aber auch. Und selbst wenn sich Patchwork vielleicht nicht immer so toll anhört, muss ich sagen, dass ich viele verschiedene Stoffstrukturen gesammelt habe, die starke Materialkontraste ergeben.
Ich habe zum Beispiel einen High-Tech Stoff aus der Schweiz benutzt, den man normalerweise nur bei Snowboard Ausrüstungen findet und den dann mit Strick vermischt – damit eben diese Kontraste entstehen.

 

Dieses Mal habe ich zwar nicht mehr mit Prints gearbeitet, dafür habe ich allerdings versucht, diese durch Materialkombinationen nachzuempfinden. Dennoch bleibt alles sehr monochrom. Es gibt sogar eine kleine Männerkollektion, bei der diese Kombination und Kontraste super funktioniert. Von den Kombinationen gibt es diesmal eine Hosen-Pulli Kombination oder Kleider; Röcke haben wir ausnahmsweise weggelassen. 

Jane Wayne: Was ist das Prägnante der kommenden Herbst/Winter Kollektion 2013?

Vladimir Karaleev: Es gibt eine Männerkollektion (lacht). Wichtig ist auch, dass ich viel mit Flächen und Stoffkombinationen gearbeitet habe und mich nicht auf kleine Details fokussiert habe. Durch diese Kombinationen sind die Teile noch tragbarer und sicherlich auch ein Stück weit kommerzieller. Trotzdem ist es einer Fortsetzung meiner vorherigen Kollektionen. Ich versuche mich und meinen Stil immer weiter zu entwickeln. Wer also meine Mode an sich mag, wird es dieses Mal sicherlich auch tun. Wer jedoch noch kein Fan ist, wird dieses Mal aber auch nicht begeistert sein. 

 

Jane Wayne:  Was ist, deiner Meinung nach, bezeichnend für Vladimir Karaleev?

Vladimir Karaleev: Einerseits natürlich die offenen Nähte. Das habe ich schon immer gemocht, da es die Teile leichter fallen lässt. Und sonst habe ich für mich selbst keine Bezeichnung. Dennoch ist es natürlich schon öfter vorgekommen, dass jemand meinte etwas sei typisch “Vladimir Karaleev”. Da ist es natürlich schön zu sehen, dass die Leute meine Sachen erkennen und so zu sagen meine Handschrift sehen.

 

 

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Jane Wayne: Hast Du ein bestimmtes Ziel für “Vladimir Karaleev” vor Augen?

Vladimir Karaleev: Natürlich fände ich es toll, wenn ich mich in Deutschland etablieren kann, da ich momentan nur in Berlin bekannt bin. Auch der Rest Europas wäre mein Ziel, jedoch sehe ich das momentan etwas schwieriger. Beklagen kann ich mich dennoch nicht, da der Laden sowohl in Asien als auch in Amerika sehr gut läuft.

 

Jane Wayne: Achtest du stark auf die Wünsche deiner Kunden, wenn es um eine neue Kollektion geht?

Vladimir Karaleev: Ja, auf jeden Fall. Mittlerweile verstehe ich den Markt und auch, was die Leute von mir erwarten. Zum Beispiel habe ich mitbekommen, dass meine Kunden gerne wieder etwas drappiertes dabei haben wollten, deswegen habe ich das auch in die jetzige Kollektion mit eingebaut.

 

Jane Wayne: Wird es dieses Mal auch wieder eine Schuhkooperation geben?

Vladimir Karaleev: Jein. Teilweise haben wir welche gekauft, aber wir haben diesmal auch unsere Eigenen – Schwarze Boots, die in Japan hergestellt wurden.

 

Jane Wayne: Schon ein Lieblingsstück ausgemacht?

Vladimir Karaleev: Ja, aber das ändert sich täglich. Gestern war es zum Beispiel eine graue Männerhose mit kleinen Details. Wir haben in der Hosenfalte ein extra Stück Stoff eingebaut, damit es so aussieht, als würde es sich um die Hosentasche handeln. Und da es dadurch etwas merkwürdig ausschaut, ist es für den Zuschauer total verwirrend; und das ist, was wir erreichen wollten.

 

Jane Wayne: Gab es einen Look, der dich fast verrückt gemacht hat oder dir schließlich gar nicht mehr gefiel?

 

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Vladimir Karaleev: Ja, das passiert öfter. Da fängt man etwas an, und dann klappt vielleicht etwas nicht. Das ist ja auch verständlich; es können nicht alle Teile Highlights sein.

 

Jane Wayne: Gibt es dieses eine Gefühl kurz vor der Show?

Vladimir Karaleev: Für mich fühlt es sich an als hätte man Wasser in den Händen, das ausläuft. Man kann einfach nichts mehr zurück halten. Manchmal stehen die Models schon in der Schlange, um auf den Laufsteg zu gehen, und dann entdecke ich noch einen kleinen Fehler. Den kann ich dann aber nicht mehr ändern. Es geht nichts mehr zurück, man kann  nichts stoppen. Das ist ein ganz komisches Gefühl, eine Art Kontrollverlust. Wie, wenn man in einem Albtraum rennen will, es aber nicht kann.

 

Jane Wayne: Deine Kollegen haben so starke Probleme mit der Stofflieferung gehabt. Wie sah das bei dir aus?

Vladimir Karaleev: Stoffe kommen nie so, wie man sie sich vorstellt. Aber wenn es nicht klappt, muss man sich nun mal eine Alternative suchen. Wenn man mir zum Beispiel ein falsches Material schickt, dann komme ich damit auch klar und benutze es dann trotzdem. Im Bezug auf die Farben ist es dann doch schwieriger. Ich habe mal etwas in Rot bekommen, das konnte ich natürlich nicht nehmen, da es gar nicht zu meiner Kollektion passte. Klar sind Farben und Stoffe wichtig, aber das Wichtigste ist die Idee im Kopf.

 

Jane Wayne: Wo wir schon beim Thema sind: Welche andere Designer in Berlin gefallen dir?

Vladimir Karaleev: Da gibt es einige. Ich finde zum Beispiel Augustin Teboul großartig, ihre Kollektion ist so schön! Auch Michael Sontag und Sissi Goetze finde ich toll. Hien Le ist aber auch super.

 

Jane Wayne: Wie wird die Musik für deine Show nächste Woche?

Vladimir Karaleev: Eher langsam. Schnelle Beats mag ich eigentlich nicht. Trotzdem haben sie viel Bass – ganz in Anlehnung an die neunziger Jahren.

 

Jane Wayne: Momentaner Lieblingsfilm?

Vladimir Karaleev: Einen Lieblingsfilm habe ich eigentlich nicht, da schaue ich lieber Serien. Da gäbe es zum Beispiel “Homeland” und “2 broke girls“, aber generell finde ich alle Blockbuster-Serien toll. Einen der wenigen Filme, die ich jedoch auf DVD habe und auch gerne mal gucke ist das Musical “All that Jazz“.

 

Jane Wayne: Derzeitige Lieblingsfarbe?

Vladimir Karaleev: Cremeweiß. Früher fand ich helle Farben eigentlich gar nicht toll, aber das hat sich jetzt geändert.

 

 

 

Jane Wayne: Wo wärst Du gerne, wenn du heute frei hättest?

Vladimir Karaleev: Am liebsten würde ich reisen. Wenn ich aber nur einen einzigen Tag hätte würde ich wahrscheinlich trotzdem arbeiten. Ich verbinde Berlin nicht mit Freizeit. Ich gehe zum Beispiel gerne in Austellungen, aber nur, wenn ich im Ausland bin. Hier in Berlin besuche ich keine Austellungen.

 

Jane Wayne: Wo würdest Du nach der Show am liebsten hin?

Vladimir Karaleev: In New York war ich schon öfters, und da würde ich gerne nochmal hin. Auch London wäre spannend. Aber vor allem würde ich gerne nach Miami. Nach Tokyo würde ich auch gerne nochmal hin, die Stadt fand ich sehr faszinierend.

 

Jane Wayne: Was ist dir besonders wichtig, was die Zuschauer und unsere Leser verstehen sollen?

Vladimir Karaleev: Ich glaube, das Problem oftmals ist, dass die Menschen denken meine Mode wäre untragbar. Das ist aber überhaupt nicht der Fall. Leute brauchen immer einen Anlass für alles und einen Anlass um schön auszusehen. Das verstehe ich nicht. Man kann sich auch für das Büro chic anziehen. Ich glaube deswegen habe ich in Asien auch mehr Erfolg. Die Asiaten schauen sich die Mode an und wenn sie ihnen gefällt, dann kaufen sie sie, ohne zu überlegen, wann man die Kleidung anziehen kann. Ich würde mir wünschen, wenn die Menschen hierzulande diese Stereotypen bei Seite schieben könnten.

 

Jane Wayne: Noch eine wichtige, letzte Frage: Wo finden wir Dich in Berlin?

Vladimir Karaleev: In zwei Stores: Im BAERCK und im XXX.

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Es wird großartig. Das wissen wir! Hab ganz viel Spaß und natürlich Erfolg!

Fotos, Interviews und Text: This is Jane Wayne
Mit fleißiger Unterstützung: Marisol Reuter.