Schlagwort-Archiv: 2012

Gefällt’s oder nicht: Die unperfekte Balenciaga Spring 2012 Kampagne

06.01.2012 um 18.48 – Allgemein Mode

Danke, danke, danke, liebe Balenciaga – Art Direktoren. Ich kann mir nämlich schon aller genauestens vorstellen, wie viele, viele Betrachter dieser Kampagnenbilder nun störrisch mit dem Kopf schütteln werden. Fettiges Haar, eine nicht ganz so schöne Schönheit… ein missratener Schnappschuss eben, von einem zugedröhnten oder wahlweise todmüden Model eben. Hübsch ist das nicht, dieses Freja Beha Erichsen – Lookalike Geschöpf in fragwürdiger Pose. Eher so mittel halt.

Aber genau das ist es. Ich mag ja die schönen Dinge im Leben, aber manchmal ist mir der ganze Modezirkus ein bisschen zu dröge, ein bisschen zu gephotoshopped und glattpoliert. All die lasziv posierenden Mädchen mit ihrem aufgedrehten Haar vergesse ich ohnehin binnen weniger Minuten wieder. Weil alles gleich aussieht, immer und immer wieder. Das hier, das kann ich mir zumindest merken. Den Kopf schütteln oder eben nicht. Aber zumindest ist es möglich, sich überhaupt irgend eine Meinung bilden zu können – das fällt uns in Anbetracht des Einheitsbreis manchmal nämlich gar nicht so leicht. weiterlesen

Inspiration: Topshops Ausblick auf das Jahr 2012

04.01.2012 um 14.46 – Allgemein Mode Shopping

„Weg mit dem Alten, her mit dem Neuen“ – so versucht Topshop uns für das neue Jahr zu motivieren: Altlasten sollen sich gefälligst in den Untiefen des Schranks verstecken, während wir eifrig Platz für neue Stücke schaffen sollen. Ein paar Lieblingsstücke dürfen natürlich weiterhin rausgekramt werden, doch unsere Kleidung wird 2012 in unserem Schrank ganz schön eng haben – zumindest, wenn wir Topshops Mode-Ausblick vertrauen: der Brite wartet nämlich mit ganz schönen Perlen auf uns, setzt auf unsere Lieblingstrends und stellt mal wieder fest, dass die Moderegel für 2012 definitiv lauten sollte: es gibt keine Regeln! Alles ist erlaubt und alles darf kombiniert werden.

Wir dürfen uns also freuen, auf Statementstücke, Bonbonfarben sowie verblasste Neontöne, ein weiteres 90s Revival, Layering und Cut Outs ebenso wie wilde Muster, Unterwasser-Inspirationen und schimmernde Stoffe.  weiterlesen

Happy New Year!

02.01.2012 um 19.44 – Allgemein Wir

HAPPY NEW YEAR, ihr tollsten Leser!

Wir wünschen euch nur das Schönste, Beste, Gesundeste, Erfolgreichste und Liebste für 2012. Wir hoffen natürlich, dass ein ganz großes Jahr vor uns liegt, hübsche Überraschungen auf uns warten und eine gesunde Portion Altbewährtes wieder mit dabei ist! Peux à peux trudeln wir Janes nun wieder im schönen Berlin ein – die Heimat war einfach zu schön, um die Lieben gleich nach dem Weihnachtsfest wieder zu verlassen. Drum kommen wir grad erst ein bisschen an, bevor Jane Wayne ab Mitte der Woche wieder so richtig aufblühen darf. Bis dahin wünschen Nike und ich euch einen bezaubernden Start ins neue Jahr – geht es ruhig an und überarbeitet euch nicht gleich wieder. Und, welche Vorsätze habt ihr für 2012 verlauten lassen?

Celine Resort 2012

21.06.2011 um 15.14 – Allgemein Mode

Phoebe Philo, Chefdesignerin des französischen Luxushauses „Celine„, beförderte sich binnen kürzester Zeit in die Herzen der detailverliebten Modemeute. Schuld daran waren zunächst Taschen und Schuhe – spätestens seit letztem Jahr wünschen wir uns angesichts ihrer Stoffkreationen allerdings einen zusätzlichen 6er im Lotto herbei.

Auch, wenn ihre Kollektion für die meisten von uns unerschwinglich bleiben werden, vermag es der blonde Kreativkopf dennoch, uns eine ganze Menge Inspiration mit auf den Weg zu geben. weiterlesen

Die Sache mit dem ACNE-Hype | Resort 2012 Collection

10.06.2011 um 13.16 – Allgemein Leben Mode Wir

Mode ist Geschmackssache. Farben können gefallen oder eben nicht, Schnitte das Auge ansprechen oder Kotzbröckchen den Rachen hochtreiben. Qualtität darf beim Blick auf das Oberflächliche nicht vernachlässigt werden, aber auch Preiswertes kann hübsch aussehen. Das geschulte Auge erhebt für sich dennoch den Anspruch, Gutes von Schlechtem unterscheiden zu können.

Trotz der Tatsache, dass ich aufgrund meines Studiums eigentlich Ahnung haben müsste, liegt der Fokus meiner Kritik diesmal eher auf den Nebensächlickeiten der neuen Ressort-Kollektion des schwedischen Brands Acne, als auf dem Gezeigten an sich. Denn nein, mit meinen 23 Jahren bin ich sicher kein Profi in der Beurteilung neuer Entwürfe und großer Designer. Auch ich habe bloß zwei Augen. Und einen Bauch, der mir sagt, dass da irgendwas falsch läuft. weiterlesen

Rrrrrrrraa! – Givenchy schaut bei Roxy Music ab

07.03.2011 um 13.32 – Allgemein Mode

Sarah war kürzlich ob der derzeit herrschenden Animal-Print-Thematik noch ganz verzückt gewesen – im Fokus: Leo-Drucke. Riccardo Tisci wagt sich für die Herbst/Winter Kollektion 11/12 von Givenchy auf neues Raubkatzen-Eis und bedient sich des gefährlich anmutenden Gesichts des schwarzen Panthers. Um einiges Freizügiger als gewohnt kommen die Entwürfe des italienischen Chefdesigners daher – zwischen hochgeschlossenen Blusen und Pencilskirts tummeln sich allerhand Transparenzen, die tiefe Einblicke gewähren. Handelt es sich hier etwa um eine Neuinterpretation des Cat Women – Suits? Durchaus nicht, die Inspirationsquelle ist glücklicherweise anspruchsvoller: Zum einen wäre da nämlich  Roxy Musics Album For Your Pleasure zu nennen, auf dem sich Amanda Lear im hautengen schwarzen Dress räkelt und so ganz nebenbei einen Panther an der Leine hält – mein Unverständnis bezüglich der Tierkopf-Optik hat sich hiermit in Zuspruch verwandelt.

Nicht alles dreht sich bei Tisci gerade aber um die niedlichen Raubkätzchen – Muse Nummer Zwei heißt Bettie Page und gilt als Ikone eines jeden Pin-Up Girls. weiterlesen

Geschmacksache: Sternstunden bei Dolce & Gabbana

04.03.2011 um 16.11 – Allgemein Mode

2008 hatte uns schon Yves Saint Laurent mit Sternen penetriert, allmählich gesellte sich auch die schwarz-pink schimmernde Emo-Riege dazu. Ein kleiner Schwarzer Stern auf der Wade, dann vielleicht noch einer an der Hüfte und schwupps war man total en vogue. Blöd nur, dass das Image der Himmelboten inzwischen hinkt, wenn es nicht gar vollends zerstört ist. Dolce & Gabbana scheint jegliche Übersättigung hingegen völlig wurscht zu sein. Auf ihrer Herbst/Winter Kollektion 2011/2012 tummeln sich in etwa so viele Sterne wie Pickel auf dem Gesicht eines 14-Jährigen – und ja, dieser Vergleich drückt in etwa meine Begeisterung für diese voranpreschende Idee aus. Neu ist das Ganze schließlich nicht – oder ist das nun D&Gs Interpretation des Galaxie-Themas? weiterlesen

Mood Boards der New York Fashion Week

17.02.2011 um 18.19 – Mode

Jeder, der irgendwie und irgendwo den kreativen Kochlöffel in der Medienbranche schwingt, ist bestens mit ihnen vertraut: Moodboards. Während des Studiums hingen sie mir zum Halse raus und hätte ich auch nur eines mehr zusammenstellen müssen, ich wäre schwer traumatisiert auf dem Fußboden der Akademie zusammengesackt. Mussten sich allerdings fremde Finger die Hände wund schneiden und kleben, macht das Anschauen der bunten Inspirations-Wände durchaus Spaß. Hier also ein paar Exemplare, die während der New York Fashion Week bei diversen Designenr gesichtet wurde. Obriges gehört zu Tory Burch. weiterlesen

Lookbook: Potipoti – CULT Autumn/Winter 2011/2012

11.02.2011 um 16.39 – Allgemein Mode

Ende letztens Jahres waren wir noch ganz verzückt gewesen von den schlicht-schönen Holzklotz-Ketten aus dem Hause Potipoti und auch die Sommer-Looks des Designer-Duos trafen ins Schwarze. Soeben trudelte schlussendlich auch das fertige Lookbook zur Herbst/Winter Kollektion 2011/2011 bei uns ein. Was uns erwartet? Strick, Strick, Strick und nochmals Strick. Schöner Stick, wohlbemerkt.

Silvia Salvador und Nando Cornejo haben sich für ihre herbstliche Kollektion auf eine Reise durch die Zeit begeben und sich längst vergessenen Traditionen zugewandt. Sie ließen sich inspirieren von der Bedeutung des Lebens und des Todes, von mysthischen Ritualen unserer Urahnen und dem Ursprung des Seins. Dabei blicken sie zurück auf ihre eigenen Wurzeln und den magischen Ort, an dem das Leben seinen Lauf nahm.

„The seeds of the collection are the ancient festivities that have taken place in Castilla y Leon for hundreds of years: pagan traditions that celebrate the circle of life and reveal the never ending fight between good and evil. “ weiterlesen

BFW: Perret Schaad Herbst/Winter 2011/2012

20.01.2011 um 20.11 – Allgemein Mode

Sanfte elektronische Töne. Die Füße wollen mitwippen, aber der Kopf bremst sie, ist konzentriert. Kein Detail will man übersehen, kein Outftit verpassen, wenn man in der Show der beiden jungen Designerinnen sitzt. Die hungrige Modemeute erwartete viel von ihnen und wurde am Ende mit einer Kollektion zwischen Harmonie und Widerspruch gefüttert.

Johanna Perret und Tutia Schaad studierten gemeinsam an der Kunsthochschule Weißensee, bevor sie vor einem Jahr ihr eigenes Label gründeten. Wir haben es hier also mit gleich zwei jungen Damen zu tun, mit zwei Einflüssen und zwei unterschiedlichen Auffassungen von Ästhetik. Chaos und Reibungen sucht man in ihren Entwürfen allerdings vergebens. Das seichte Spiel der fließenden Stoffe wirkt beruhigend auf uns, alles ergibt eine Einheit. Mode, Musik, Models – Perret Schaads Show ist für uns die Verkörperung des Einklangs. „Schlicht“ würde der ein oder andere die Kreationen der beiden Jungdesignerinnen nennen, vielleicht auch „unspektakulär“ – dabei ist es eben diese angenehme Unaufgeregtheit, die Selbsverständlichkeit der geradlinig konstruierten Schnitte, die den Kreationen erlauben, eine Symbiose zwischen bildhauerischer Eleganz, zwischen Harmonie und Widerspruch einzugehen. weiterlesen

BFW: Morbide Stimmung bei Patrick Mohr Herbst Winter 2010/2011

20.01.2011 um 14.13 – Allgemein Mode

Man hatte den Super-Gau erwartet. Man hatte erwartet, dass Patrick Mohr die Riegen der Modewelt kompromisslos entzweit. Auf der einen Seite die Fans, auf der anderen Seite die schockierten Weichbeseiteten. Man hätte Wetten darauf ageschlossen. Gestern kam alles anders – aber nur auf den ersten Blick.

Ein dröhnender Bass setzt sein, mysthische Klänge. Mein Kopf vibriert, der Nacken wird immer schwächer und ich bin gewillt, mir die Hände über die Ohren zu legen. Models betreten den Laufsteg, barfuß. Blass sehen sie aus, morbid, wie frisch Verstorbene. Helles Puder bedeckt jeden Zentimeter Haut, der ihnen auch nur einen Hauch Leben einflößen würde. Der Bass hat sich bis in meine Magengegend vorgekämpft, brummt tief und dumpf und ohrenbetäubend.

Ich wende den Blick von den Lippen der Mädchen und Männer ab, die starr über den Laufsteg schweben. Schenke den schmerzhaft zugeklebten Mündern ab jetzt keine Beachtung mehr und konzentriere mich allein auf Mohrs Entwürfe. Tunnelblick, denn die Begleitmusik bringt meinen Kopf zum platzen, wahrscheinlich bin ich inzwischen ähnlich blass wie die elfenhaften Wesen auf dem Laufsteg. weiterlesen

BFW: Hippieske Stimmung bei Dimitri – Herbst|Winter 2011/2012

19.01.2011 um 17.20 – Allgemein Mode

Hippiesk sollte die Kollektion des italienischen Designers sein, eine Hommage an die wunderbaren 70er Jahre, in denen das Leben und die Liebe ach so frei waren. Elemente des Flower-Power-Jahrzehnts sehen wir en masse, Maxi-Längen und Schlaghosen teilen sich den Laufsteg mit Schlapphut und Pelzweste. Bis hierhin nimmt auch noch alles seinen gewohnt Trendthemen-lastigen Lauf: Wir sehen einen knielangen Pencilskirt mit Reißverschluss, transparente Blusen soweit das Auge reicht, sogar Karo-Muster schwingen an den filigranen Modelkörpern. Auch die bodenlangen Kleider aus Seidenchiffon passen noch perfekt in unser Bild der 70er. Was aber eigentlich viel interessanter ist, sind die kleinen, kaum merkbaren Ausflüge in andere Dekaden und Kulturkreise.

Plötzlich taucht der uns altbekannte Fransenlook wieder auf, aber irgendwie anders, irgendwie abgewandelt und um einiges extremer. Die Lederröcke wirken, als hätte man sie Gladiatoren vom Leib gerissen, um sie kurz darauf in Schulmädchen-Manier umzunähen. Spätestens wenn brombeerfarbene Zotteln sich im Scheinwerferlicht hin und her wiegen, werden wir auch aus diesem Traum wieder herausgerissen. Was vorher zartgrau, creme und erdig daher kam, wird verdrängt von tiefem Schwarz, Rottönen und der unumgänglichen Trendfarbe Orange. Plissée-Kleider versetzen mich urplötzlich in die Zeit der römischen Antike zurück, kurz darauf sehe ich Hawaiianische Tänzerinnen in langen Fransenröcken okkultisch den Laufsteg entlang schweben. Später begegne ich sogar einer Piratin auf offener See und die Zwanziger sind stiltechnisch auch dabei. Meine Gedanken schweifen ab, treffen sich hie und da um sich dann in einem gewaltigen Knoten zu einem Ganzen zusammenzufügen. So in etwa verhält es sich auch mit der Kolletkion Dimitrios Panagiotopoulos – als das letzte Model die Bühne verlässt, bleibe ich befriedigt zurück. Weil viele kleine Schätze am Ende eine Kollektion ergeben, die sich mehr als nur einem Modetraum hingibt und damit etwas ganz Neues erschafft. Etwas wunderbar unkompliziertes, zurückhaltendes und zugleich doch so provozierendes. weiterlesen

BFW: Lena Hoschek Herbst|Winter 2011/2012

19.01.2011 um 13.43 – Allgemein

Von der Rockgöre Lena Hoschek sind wir einiges gewohnt. Wir hätten da zum Beispiel die Kollektionen des letzten Jahres, in der Bondage ein Kernthema und die Unterröcke überdimensioniert waren – ein wahrgewordener Traum für alle Rockabily-Fans also. Heute Morgen zeigte die Designerin aus Graz allerdings ein überraschend gediegenes Potpourri aus 50er Jahre Schnitten gepaart mit britischem Landhausstil und Bravmädchen-Elementen – Sarah plädiert allerdings eher für die Beschreibung „Grafenfamilie macht Urlaub in Afrika“.

Wie dem auch sei, wir sehen geknotete Schärpen an knielangen Röcken, Pencilskirts, Blusen mit Biesen und stehenden Krägen, die Taille sitz hoch – Lena ist eben immer noch Lena. Satten Farbtöne wie Rot und Blau werden von Sandtönen geerdet, Karo und florale Muster geben den Ton an. Die Österreicherin ist augenscheinlich den Filmstars der 40er und 50er Jahre verfallen, Sophia Loren und Marilyn Monroe vorne weg –  Frauen, die sexy, selbstbewusst, aber vor allem auch selbsironisch waren, genau wie die Mode der detailverliebten Designerin selbst. Mit ihren Entwürfen plädiert sie für Weiblichkeit und verwischt die Grenzen zwischen Mode und Spiel, zwischen Niedlichkeit und Dominanz – und erobert damit unser Herz. weiterlesen