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Chucks 4ever // Was macht den Converse „Chuck Taylor“ All Star eigentlich so besonders?

11.07.2016 um 9.50 – Mode

converse all star chuck taylor die erfolgsgeschichte this is jane wayneIch frage mich das schon ungefähr seit immer, warum alle Welt ganz unbedarft und konstant Converse Chucks trägt, dieses Schuhwerk mit über 100-jähriger Geschichte. Ein Joaquin Phoenix heute ebenso wie damals die junge Jane Birkin. Prollos wie Punks. Schauspieler wie Studenten. Das sind immerhin etwa 36000 Tage, an dem das ein oder andere Image-Unwetter diesem amerikanischen Dinosaurier binnen weniger Schritte locker den Garaus hätte machen können. Aber nichts dergleichen ist je geschehen, ganz im Gegenteil. Der All Star (im wahrsten Sinne des Wortes) vermehrt sich rege weiter (erst letzten Sommer wurde der Chuck Taylor II mit gemütlicher Sohle und weiteren Updates gelauncht) und ist tatsächlich Lichtjahre davon entfernt, unter die bedrohten Arten zu rutschen. Stattdessen mimt er nicht nur den immergrünen Siegertyp im Alltag, sondern erklimmt überdies in regelmäßigen Zyklen den stilsicheren Mode-Ikonen Olymp. Was im Grunde nur logisch ist, gleich und gleich gesellt sich nunmal gern – dass eine Stil-kone wie Veronika Heilbronner heute also kaum einen Schuh häufiger zum Designerfummel wählt als den ikonischen Converse ‚Chuck Taylor‘ All Star: geschenkt. Dass aber nicht einmal eine Kim Kardashian an dieser Liebe zu rütteln vermag: erstaunlich. Im Großen, aber auch im Kleinen.

Ich selbst beispielsweise erinnere mich noch überaus lebendig an mein erstes Paar Chucks, an das zweite, dritte und vierzehnte Paar, so viele sind es mittlerweile. Ich fühlte mich in Teenagertagen unwillkürlich erhaben über den durchschnittlichen Turnschuh-Pöbel und auf gewisse Weise als Teil etwas Größerem, dem rebellischen Glanz eines James Dean der 50er Jahre verbunden, dem modischen Erbe von Kurt Cobain so nah wie nie zuvor, wie ich da in meinen eierschalenweißen mit Bierflecken verzierten Gummisohlen über unseren Proberaumboden rutschte. Seltsamerweise änderte schon während der 90er Jahre noch nicht einmal die Tatsache, dass sich der Nirvana-Musiker irgendwann in den Kopf schoss, etwas an der allgemeinen Faszination für den damaligen Lieblingsschuh der Kinder des Grunge. Bis heute nicht, obgleich aus Teenagern inzwischen Erwachsene geworden sind, die ihre Chucks nun nicht mehr zum Bandshirt, sondern zum Anzug kombinieren. Oder zur Abendkleid. Oder zum Kinderwagen. weiterlesen

Old but Gold – Streitpunkt: Comeback des Chuck Taylor All Stars

04.04.2011 um 16.41 – Allgemein Schuhe Trend

Ist die Zeit reif für ein weiteres Comeback?

Die Erfolgsgeschichte dieses legendären Schuhweks reicht so ungefähr bis ins Jahr 1921 zurück. Damals verhalf der gleichnamige Basketballspieler Chuck Taylor dem Gummisohlen-Exemplar zu einem fulminanten Aufstieg auf der Beliebtheits-Skala. In den 90ern war es die Grunge-Bewegung und mit ihr der große Kurt Cobain, welcher das epische Turschuhmodell in die Szene der Schrammel-Musiker emporstiegen ließ. In der 5. Klasse besaßen viele von uns bereits ihr erstes Paar, dann gerieten sie in Vergessenheit. Ein paar Jahre später stiegen die bis dato verdrängten Chuchs erneut aus dem Schuhregal-Inferno auf wie Phönix aus der Asche.

Ein ewiges Hin und Her, ein ewiger Kampf der Jugendkulturen. Punks der Gymnasialoberstufe hätten am liebsten ein Vorrecht auf die Treter angemeldet, während auch Großraumdisco-Gänger so langsam Gefallen am lässigen Stoffschuh fanden. Die größte Konfliktsituation der Modegeschichte bahnte sich an. Indiemädchen verfluchten ohrringtragende Jünglinge in schneeweißen Modellen, die Jünglinge hingegen hatten Angst, fälschlicherweise als Zecken tituliert zu werden. Bei allem Umwohlsein, war sich dennoch eine ganze Generation einig: Jeder trug sie, die Chucks. Beinahe jeder. weiterlesen