Schlagwort-Archiv: Angst

Die Sache mit der Panik vor dem Unvorhersehbaren.

24.02.2012 um 18.18 – Allgemein Leben
Foto: Jillian Marleen Becker.

Manchmal hast du Angst davor, dass irgendwann alles zusammen bricht. Dass alles, was du liebst, irgendwann einfach nicht mehr da sein könnte. Deine Freunde, deine Gedanken, das Talent und dein Leben. Deine Gliedmaßen kribbeln als würden tausend Maden auf deinem Körper im Takt des Herzschlags tanzen. Die Stirn heiß, der Nacken feucht. Panik. Weil du weißt, dass du niemanden retten kannst. Sie nicht und dich selbst nicht.

Manchmal zittert deine Stimme und die Knie werden weich. Wie ein krankes Lamm versuchst du dich auf den Beinen zu halten, aber du wirst fallen, egal wie sehr du dich bemühst. Immer dann, wenn das schlechte Gewissen dir mitten ins Gesicht schlägt, wenn dir klar wird, dass nichts vollkommen ist. Weil du nicht da sein kannst, wo man dich braucht, nicht überall zu selben Zeit. Deine Geschwister vermissen dich, während du dich fragst, ob sie dich irgendwann vergessen. Der letzte Besuch in der Heimat ist schon Monate her. Was, wenn jetzt irgendwas passiert, wenn das Schicksal schneller zuschlägt als gedacht oder der Zufall falsche Entscheidungen trifft? Dann schaust du aus der Ferne zu und kannst nichts dagegen tun. In solchen Momenten wünschst du dir, du wärest irgendwann die Erste, die geht; damit du den Schmerz nicht miterleben musst, kein einziges Mal. Wie egoistisch von dir. weiterlesen

Die Sache mit den Zweiflern, die niemals richtig glücklich sind.

17.10.2011 um 17.22 – Allgemein Leben

Es gibt Menschen, die sind niemals richtig glücklich. Weil sie nach dem Haar in der Suppe suchen, weil sie nicht loslassen können und Angst haben vor dem Fall. Wenn es gut läuft, kann es nur schlechter werden. Wenn es schlecht ist, wird es nie mehr besser sein.
Meine Freundin A. ist so jemand. A ist vielleicht nicht bloß diese eine Person, A sind wir alle. Oder zumindest viele von uns. Wer B ist, hat Glück.

Mein Name ist A., mein Alter ist egal. Ich lebe, weil ich muss. Ich bin gern hier, aber es könnte schöner sein. Dass alles gut wird, daran glaube ich nicht. Früher oder später wird alles zusammenbrechen und dann bin ich die, die Recht behalten hat.

Euch allen geht es schlecht, aber mir geht es immer ein bisschen schlechter. Ich muss mich selbst ertragen, meine Gedanken, das Chaos in Herz und Hirn. Ich bin das Mädchen mit dem grauen Schatten. Wenn ich nicht aufpasse, erschlägt er mich. Es ist egal, wohin ich gehe, egal, wer bei mir ist und wie lange. Ich bin ich. Bis zu diesem einen Moment, in dem sich alles dreht und wendet, in dem plötzlich alles dunkel wird. Die Welt, die ich erlebe, formt sich zu einem schwarzen Loch im Bauch, einem Krater, der all mein Gefühl verschluckt und es verdaut, bis es als Gedankenscheiße aus meinen Ohren quillt. Ich mache mir Sorgen. Immer. weiterlesen

Mehr Schein als Sein – deine Angst, du selbst zu sein.

10.08.2011 um 16.02 – Allgemein Leben


Ich möchte dich schütteln. Dir sagen, dass du damit aufhören musst. Aufhören, dieses Spiel zu spielen, dir jeden Tag ein neues Kostüm zu nähen. Jemand zu sein, der du nicht bist. Hör auf. Sonst ist am Ende nichts mehr übrig.

Du sitzt in deinem Zimmer und weißt nicht mehr wohin. Was tun, was denken, was fühlen? Kleine Finger berühren die kahle Haut deines Beins, das eben noch im Leben stand. Nach Tod fühlt es sich an. Kalt und leer und irgendwie fremd. Die Tür ist zu, das Spiel ist aus. So lange hast du an deiner Maske gefeilt, sie sorgsam verziert und mit Mühe poliert. Der kleine Riss wird immer größer und langsam dämmert dir, dass du nichts mehr retten kannst. Nicht schon wieder. Kreidige Fetzen bröckeln von deiner Nasenspitze und hinterlassen ein pudriges Kratzen im Hals. Eine trockene Dürre im Magen und Nebel im Hirn. Verleugne dich, so gut es geht. weiterlesen