Schlagwort-Archiv: Berlinale

Berlinale 2016 // „Mustang“ –
Über Freiheit, Hoffnung & Emanzipation

22.02.2016 um 9.12 – box2 Film

mustang

Fast spurlos zog sie in diesem Jahr an mir vorbei, die Berlinale 2016, die Sieger der Bären, die Filmparties und all die Premieren. Und wenn mein liebster Freund Flo mir am Wochenende nicht noch einen knackigen Rundumschlag seiner Highlights und Empfehlungen bei einem Glas Rotwein mit auf den Weg gegeben hätte, ich könnte beim Thema Berlinale wohlmöglich bloß stumpf mit den Achseln zucken. Über 20 Filme hat er sich im Rennen um den goldenen Bären angeschaut, kümmerte sich um die Presse für Jonathan und legte mir einen Beitrag besonders ans Herz: Mustang, die türkisch-französisch-deutsche Co-Produktion von Regiedebütantin Deniz Gamze Ergüven, die mit so viel Lebensfreude und Freiheit gefüllt ist, mit so viel Mut aufwartet und vor allem eines in den Vordergrund stellt: Girlpower.

Es ist dieses eingebrannte Bild, das uns hierzulande immer wieder erschaudern lässt: Es geht um Unterdrückung, Fremdbestimmung und traditionelle Frauenbilder und gleichzeitig eben auch um Hoffnung, Rebellion, Zusammenhalt und Lebensfreude in einer Welt, die von Traditionen, Vorschriften und Männern geprägt ist. Es geht um den Wunsch nach Freiheit, der hierzulande oft so selbstverständlich ist, in Mustang allerdings schmerzlich erkämpft werden muss. weiterlesen

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Berlinale: Vote für deinen Lieblingsfilm! Der Samsung Smartfilm Award 2013

12.02.2013 um 15.33 – Allgemein Film

Die 63. Berlinale ist zu einem etablierten Filmfestival gewachsen und präsentiert in diesem Jahr eine schier unüberschaubare Auswahl an 400 Filmen aus den verschiedensten Genres. Wer diesmal leider nicht in Berlin weilt oder unter Umständen keine Karte mehr für den ein oder anderen Wunschfilm ergattert konnte, für den bekommen wir Dank Samsung dennoch Berlinale-Feeling. Jap, richtig gehört, der Elektronik-Hersteller ruft erstmal den Samsung Smartfilm Award aus und passt damit wie die Faust auf’s Auge zum Berliner Filmfestival:

Dass das Smartphone immer wichtiger wird, müssen wir euch nicht erzählen, dass die Qualität der Kamera aber durchaus gelungene Kurzfilme herausbringt, war uns neu. Und so präsentierten sechs junge Filmemacher am vergangenen Samstag ihre nominierten Smartfilme im Kino Babylon Berlin. Und wie kommt ihr jetzt ins Spiel? Ihr könnt abstimmen und über den Sieger des ersten Samsung Smartfilm Awards entscheiden und selbstverständlich was gewinnen: weiterlesen

Ab heute im Kino: Schlafkrankheit

23.06.2011 um 12.33 – Allgemein Film

Ein Film, der „Schlafkrankheit“ heißt, lädt zu blöden Witzen und Kalauern ein. Das Gegenteil bewies die Berlinale, denn dort wurde Ulrich Köhlers Wettbewerbsbeitrag von der Jury unter dem Vorsitz von Isabella Rossellini der silberne Bär für die Beste Regie verliehen. Zurecht?

Schleppend und dunkel startet der Film: Wir befinden uns in Schwarzafrika, in Kamerun, wo Entwicklungshelfer und Arzt Ebbo Velten (Pierre Bokma) mit seiner Frau Vera (Jenny Schily) bereits seit 20 Jahren lebt und kurz davor ist, seine Rückkehr nach Deutschland vorzubereiten. Wir stehen an der Grenzkontrolle, auf einer nachtschwarzen Straße, die vom Flughafen in die Stadt führt. Gerade haben Ebbo seine Frau Vera ihre Tochter abgeholt, die ein letztes Mal zu Besuch kommen wird. Ein Kontrollstopp in Afrika folgt. Ein Beamter verlangt die Papiere der Tochter. Doch die scheinen in den tiefen des Kofferraums verschlungen. Der Mann will Geld, so viel ist klar, und Ebbo Velten will es ihm nicht geben. weiterlesen

Film: Pina – Tanzt, tanzt, tanzt, sonst sind wir verloren

23.02.2011 um 16.21 – Allgemein Film

Sicherlich ist bei uns die Sehnsucht nach Körpern, die sich zu zart klingender Musik bewegen, erst wieder so richtig durch Black Swan ausgebrochen. Tanzfilme, die sich ausschließlich um die Körperkunst drehen, gab’s schon viele, aber kaum welche, die uns dadurch packten. Nun steht morgen wieder ein Tanzfilm in den Startlöchern, den wir mit Spannung erwarten: Pina – Tanzt, tanzt, tanzt, sonst sind wir verloren!

Was so dramatisch klingt, hat auch einen traurigen Beigeschmack: Filmemacher Wim Wenders wollte zunächst gemeinsam mit seiner gute Freundin, der Choreografin Pina Bausch, einen Film über ihre Tanzleidenschaft und ihr Theater drehen, doch der Tod Pinas während der Filmarbeiten schwingt irgendwie immernoch schwer mit und macht ihn für Wenders zu einer Hommage an die Wupperthalerin. Es ist kein Film mit Pina, keiner über sie, sondern für die liebe Freudnin: „Pina – tanzt, tanzt, sonst sind wir verloren“ ist ein schmerzhaft-liebevoller Nachruf auf eine Künstlerin, der ihre Leistungen und ihr Wesen einmal wieder in unser Gedächtnis rufen soll. weiterlesen

Großer Gewinner der Berlinale: “Nader And Simin – A Separation”

22.02.2011 um 15.13 – Allgemein Film

Am Potsdamer Platz wird nun auch der letzte Scheinwerfer abmontiert, der Müll und die Deko entsorgt und der Glanz wird weggefegt. 10 Tage Berlinale sind vorrüber und zur Überraschung vieler ist der diesjährige große Gewinner, der iranische Produzent und Drehbuchautor Asghar Farhadi, der mit seinem Film “Nader And Simin – A Separation” die Jury vollends begeistern konnte. So gewann er am Samstagabend den Goldenen Bären für den besten Film und auch das weibliche und männliche Ensemble gewann den Silbernen Bären.

Farhadi zeigt in seinem preisgekröntem Film das emotionale Familiendrama, das sich mit dem Leben und den Schwerigkeiten der Menschen im religösen Iran beschäftigt. Damit will er die Probleme und die anhaltende Strenge seines Heimatlandes zu skizzieren und seine westlich fremdem Sitten und Rituale näher zu bringen. weiterlesen

Film-Tipp: Miranda July “The Future” – Berlinale 2011

10.02.2011 um 17.09 – Allgemein Film

Am liebsten spielt Miranda July selbst die Hauptrolle ihrer Filmen. Diesmal an der Seite des braungelockten Hamish Linklater. Bekannt geworden als Performancekünstlerin, begeistert July bereits im Jahr 2005 mit ihrem Filmdebut “Me and You and Everyone We Know”. Mit “The Future” präsentiert die Künstlerin, Autorin und Produzentin ihren nunmehr zweiten Film auf der diesjährigen Berlinale.

Sophie und Jason sind Anfang 30 und ein Paar. Ein vom Leben angewidertes Paar, das eine lieblose, eintönige und ziemlich öde Beziehung führt. In einer mickrigen Einzimmerwohnung hocken die beiden permanent aufeinander und verschwenden ihre Zeit im Internet, ganz zu schweigen von ihren scheiß Jobs. Die letzte Hoffnung der frustrierten Sinnsuchenden scheint eine gemeinsame Aufgabe zu sein: Die Adoption einer Katze.

Eine ganz normale Katze wäre natürlich keine Herausforderung, nein, es muss schon ein recht labiles, krankes Kätzchen sein, welches rund um die Uhr nach Aufmerksam schreit. Allmählich bekommen Sophie und Jason es aber mit der Angst zu tun, sehen ihre Freiheit angesichts des bevorstehenden “Eltern-Glücks” untergehen wie eine zentnerschwere Bleiente. Doch bevor es so weit ist, schmeißen sie ihre Jobs und beschließen noch einmal alles zu tun, was sie schon immer machen wollten.

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Film-Tipp: Submarine | Berlinale 2011

08.02.2011 um 15.42 – Film

Am Donnerstag starten in Berlin die 61. Internationalen Filmfestspiele und es erweist sich als äußerst kompliziert, den Überblick über die vielen filmischen Werke zu behalten. Deshalb stellen wir euch ab heute täglich Filme und Shorts vor, die uns besonders am Herzen liegen. Den Anfang macht „Submarine“.

Oliver Tate, der Held aus Submarine, spielt seine Rolle als überaus durchgeknallter Teenager perfekt. Er ist Traumtänzer und Hans-Guck-In-die-Luft, ein wahrhaftiger Spinner. Die Tatsache, dass er gemeinsam mit seinen Eltern in der beige-braunen walisischen Provinz lebt, trägt natürlich keineswegs zu seiner Besserung bei. Und so spinnt und spinnt er und zwar am liebsten mit der schönen Jordana als Protagonistin seiner Gedanken. Im Klassenzimmer sitzt sie schräg hinter ihm, seine Liebe zu ihr scheint unglaublich und todessüchtig.

Als Kind seiner Zeit ist sich Oliver andererseits halb bewusst, dass seine Gefühle vielleicht nur ein Wiederaufguss der Liebesbeziehung seiner Eltern sind. Oder der ersten Liebe seiner Mutter zu dem Esoteriker-Freak und Immer-noch-Nachbarn Graham? Oder ist seine Liebe zu Jordana doch dieses unkopierbar-ozeanische Gefühl, das ihn zuweilen eins werden lässt mit den Sonnenuntergängen am Strand – während all die berufstätigen Erwachsenen um ihn herum die echten Spinner sind? weiterlesen