
“In allen wirklich wichtigen Augenblicken seines Lebens ist der Mensch nackt, bei der Geburt, im Liebestaumel, am Urlaubsstrand und als Todeskandidat auf der Intensivstation. Uniformen, Pelzmäntel, Sträflingshemden, Meßgewänder und Maßanzüge, sie sind nichts weiter als Zwangsjacken. Sie zwingen ihre Träger in eine unnatürliche Haltung wie Fischbeinkorsetts. Kleider machen Leute, aber keine Kleider, das macht frei.
Wir haben uns so an unsere Hosen gewöhnt, dass die meisten von uns selbst dann nicht mehr nackt sein können, wenn sie wirklich nackt sind. Wir verbergen unsere Gefühle hinter Feigenblättern. Wer vermag sich schon wirklich zu entblößen, mit ganzem Wesen nackt und hemmungslos unverhüllt zu sein. Das wäre ein Striptease! Keine Königin zeigt ihren Zobenmantel mit der gleichen Würde wie ein Affe sein nacktes Hinterteil. Alle Kleidung ist so lächerlich wie der Mensch und seine unfreiheitliche Ordnung. Alles wirklich Schöne und Natürliche ist nackt. Eine griechische Skulptur mit Hose ist so lächerlich wie ein Reh im Londemantel.”
Aus: “Nur wer träumt, ist frei” von E.W. Heine. Kann man hier bestellen, ist gut.
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Es ist ziemlich selten, dass jemand, den man kaum kennt, uns so von seinen Abenteuern begeistert wie gestern Abend: Tyron Ricketts, Schauspieler, Musiker und einstiger VIVA-Moderator, hat das allerdings gestern im Rahmen seiner kleinen Buchvorstellung geschafft und wir hatten tatsächlich das Gefühl, mit auf seiner halbjährigen Weltreise dabei gewesen zu sein – völlig nachvollziehbar plauderte der smarte Kerl von seiner dringend benötigten Auszeit nach unzähligen Projekten vor rund drei Jahren und ziemlich unterhaltsam sind seine kleine Geschichten, zum Beispiel die, bei der er stundenlang mit einem Baum redete. Das “Wiesoweshalbwarum?” erfahrt ihr ziemlich großartig bebildert und mit witzigen Anekdoten gespickt natürlich in seinem Coffee Table Book “Weltenreiter” – wir werden den Teufel tun, und euch jetzt schon mehr verraten.
Es muss jedenfalls eine wahrlich inspirierende Reise für den Österreicher gewesen sein, mit Erlebnissen, die er nicht länger für sich behalten konnte – und das Resultat ist wirklich ganz schön groß: Nicht nur das Buch ist Ergebnis seines wundervollen Trips, auch sein dazugehöriges Album schmettert der gute Tyron uns nun um die Ohren. Und das findet sich nicht nur irgendwo zwischen intelligenten Texten und der Liebe zum deutschen Hip Hop wieder, sondern macht auch ganz schön Lust aufs Ausreißen und in die Ferne ziehen. Heute erscheint sowohl das Buch als auch das Album und wenn ihr noch ganz schnell seid, könnt ihr gleich mit einer Klappe zwei Fliegen schlagen: Weiterlesen »
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Ich bin ein bisschen spät dran. SOWAS VON DA hätte längst ein paar Zeilen der ernstgemeinten Lobhudelei verdient. Weil dieses Buch sagt, was wir fühlen, wenn wir morgens völlig zerschossen auf dem Weg zur Arbeit in der Ubahn sitzen und nichts weiter denken können als “scheiße”. Das Gute ist: Beim Lesen verknotet sich unser Gehirn so geschickt, dass sich negative Gefühlsdusseleinen plötzlich in positive Emotionsregungen verwandeln. Leichte Kost, aber gar nicht mal so dumm.
Man kann sich das in etwa so vorstellen: Morgens, halb acht in der Früh’, die Party ist vorbei, du total breit, auf dem Bett liegend, alle Viere von dir gestreckt, Konfetti im Haar, Glitzer im Auge, ziemlich viel Schmerz in Herz in Kopf, Depri-Kater, weil die Liebe deines Lebens dieser Erasmusstudentin vom anderen Ende der Welt mitten auf der Tanzfläche einen Heiratsantrag gemacht hat. Du fühlst dich beschissen. Aber statt zu weinen, lachst du nur, weil du der Star deines eigenen Dramas und dabei ziemlich lebendig bist. Und irgendwie ist deine Situation am Ende doch so absurd, dass Selbstronie der einzig richtige Ausweg aus dem Chaos ist. Das ist jedenfalls das, was Tino Hanekamp mit seiner Tonalität beschwört, mit seinen Zeilen, mit seiner Geschichte. Weiterlesen »
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Nachdem ich meinen Sartre-Hunger nun vorerst gestillt habe und euch mit meiner Euphorie bezüglich dieses literarischen Superheldens schon zu Genüge auf den Wecker gegangen bin, begebe ich mich nun in den Sog von Miranda July. Dieses kulleräugige Multitalent schreibt in ihrem Kurzgeschichtenband “No one belongs here more than you” (zu deutch”Zehn Wahrheiten“) über das echte Leben. Es ist bloß so, dass wir anfangs gar nicht begreifen können, dass das, was da passiert, wirklich jeden Tag passiert und nicht bloß in Mademoiselles Lockenkopf.
Weltfremde Protagonisten befördern sich in komischste Situationen und erzählen abstruse Geschichten. Irgendwann, nach den ersten 20 Seiten vielleicht, da dämmert uns plötzlich, dass all die Zeilen wohlmöglich überhaupt kein Ergebnis stundenlanger Tagträumereien sind, keine sorgfältig durchdachte Fiktion, sondern bloß das Tor in eine Welt, die genau so existiert – für Menschen wie Miranda July, für Menschen, die jedes noch so kleine Detail des Lebens bestaunen, die ihre kindliche Begeisterung für die Dinge niemals verloren haben und Gedankenwürste mit einem kleinen Hauch erwachsener Intelligenz garnieren. Weiterlesen »
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Wie ist es eigentlich in Guatemala? Was sollten man tunlichst in Kuba unterlassen? Worauf sollte man in Mexiko achten? Und warum hat dich Norwegen eigentlich so fasziniert? Wenn Freunde von ihren kleinen, großen Reisen zurückkehren, dann werden sie mit Fragen durchlöchert, Bilder werden ausgetauscht und kommende Reiseziele werden gesponnen. Nicht nur das entdeckte Land interessiert und fasziniert, nein, vor allem der persönliche Bezug macht das Erlebte zu einem kleinen Abenteuer für den daheimgebliebenen Zuhörer.
Da aber natürlich nicht unser gesamter Freundeskreis ständig damit beschäftigt ist, durch die große, weite Welt zu reisen, empfehlen wir seit langer Zeit das Blog “Travelettes - Backpacking in Heels” – gegründet von Katja Hentschel und täglich gefüllt von elf großartigen Weltenbummlerinnen: Ein bunter Haufen junger Ladies berichtet dort regelmäßig von lustigen Abenteuern fernab von Reisezielen aus dem TUI-Katalog, schnappt sich den Rucksack oder trampt durch die Lande.
Mal selbstironisch, ständig witzig und vor allem immer eines: sehr persönlich. Nun bringen die Ladies, 20 Weltenbummlerinnen genauer gesagt, ihr erstes Buch auf den Markt: “In High Heels um die Welt” aus dem Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag - für mehr Nahbarkeit im Reisegewusel, abenteuerliche Ausflüge und selbstverständlich für ganz viel Unterhaltung!
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Jürgen Teller ist und bleibt einer der einflussreichsten deutschen Modefotografen unserer Zeit und umso hoch erfreuter sind wir über die Nachricht, dass der obendrein sympathische Motivjäger am kommenden Donnerstag im hippen Magazinlädchen “do you read me?!” Berlin einkehrt und dort sein Buch “Bilder und Texte” vorstellt. Das jüngst erschienene Werk ist ein kleiner Rundumblick aus seiner anderthalbjährigen Schaffensphase als Fotokolomnuist beim ZEITmagazin – schenkt uns nicht nur einen visuellen Schmaus, sondern auch gesammelte Textpassagen und Auszüge von Leserbriefen.
Im ZEITmagazin-Gespräch mit Chefredaktuerz Christoph Amend erwartet uns am kommenden Donnerstag also nicht nur ein hautnahes Treffen mit dem Fotografen, sondern ebenso Tellers Anekdoten sowie Erklärungen zum Buch und eine kleine feine Signierstunde darf selbstverständlich auch nicht fehlen.
Der Eintritt ist frei und ihr seid selbstverständlich allesamt eingeladen! Sehen wir uns? Weiterlesen »
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Von Rainald Goetz hatte ich bisweilen nur “Rave” gelesen. Es geht um die Nacht, um Drogen, Musik und die ewige Sinnsuche. Klingt platt, ist es aber auf eine verstörende Art und Weise alles andere als das. Weiß der Teufel, weshalb ich mich daraufhin also nicht intensiver mit den literarischen Ergüssen des 1954 geborenen Wahlberliners beschäftigt habe. Schließlich schrieb der eigentlich studierte Mediziner, Theaterwissenschaftler und Geschichtler sein Werk “Irre” schon viel, viel früher, nämlich irgendwann in den 80ern.
Erst jetzt, sehr viele Jahre später, wurde ich durch eine ungeplante Ubahnfahrt auf sein offensichtlich grandioses Lektüre “Irre” aufmerksam. Mir gegenüber saß nämlich eine junge Dame, die eben jenes tiefblaue Taschenbuch in den Händen hielt. Den Urheber konnte ich allerdings beim besten Willen nicht ausfindig machen, ich Blindschleiche. Bloß die fetten Letter auf dem Buchrücken “DON’T CRY – WORK:” konnte ich entziffern und eben jene waren es auch, die mich in sekundenschnelle vom sofortigen Kauf überzeugten – ohne dass ich überhaupt geahnt hätte, dass es sich hier um den grandiosen Herrn Goetz handelt. Natürlich kann ich euch beim besten Willen nicht sagen, ob dieses Werk es wert ist, gelesen zu werden. Aber ich gehe schwer davon aus. Denn im Groben geht es laut Kurzbeschreibung um folgende Fragen: “Wie, bitteschön, geht das Leben? Muß man wirklich so zerrissen und zerfetzt sein?” Weiterlesen »
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Lange Zeit hatte ich keine Antwort auf die Frage “Wer ist eigentlich deine Lieblingsbloggerin?”. Und “Schmuck” war bis vor kurzem auch eher ein sehr stiefmütterlich behandeltes Thema in meinem Minikosmos. Zeiten änder sich und so kann ich inzwischen doch von mir behaupten, ein klein bisschen mehr Durchblick zu haben. Hasst mich dafür, aber ich kriege nicht genug von Leandra, der Ulknudel hinter “The Man Repeller“. Und seit ich dieses lässige Outfit mit schlichtem Shirt und großzügiger Stetementkette an ihr entdeckte, träume ich durchaus auch von einem ähnlich gigantischem Klunker am Hals. Verantwortlich für das prachtvolle Schmuckstück sind die beiden Schwestern Danni & Jo, zusammen genommen Dannijo, die mit ihren Kreationen nicht nur uns, sondern außerdem der halben Glamourwelt den Kopf verdrehen.
Ich kann also quasi gar nicht anders, als schwer neugierig auf das zu sein, was uns morgen erwartet: Dannijo und Leandra machen gemeinsame Sache, der Teaser dazu lässt ahnen, dass das Ganze eventuell ziemlich gut werden könnte. “Eye Spies” kommen demnach auf uns zu, was so viel bedeutet wie: Viele große Augen, die künftig an vielen Füßen, Armen und Hälsen baumeln werden. Im gleichen Zuge komme ich nicht umher, euch den Tipp der bezaubernden Bloggerinnen von Très Plus Cool weiterzuleiten: Der Gestalten Verlag hält nämlich “A Girl’s Best Friend – Creative Jewelery Design” für euch bereit. Weiterlesen »
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Unglaublich aber wahr: 1892 erschien die allererste Ausgabe der legendären Vogue in den USA im New Yorker Condé Nast Verlag. Wir Deutschen zogen erst 1928 nach und dann auch nur für rund ein Jahr. Erst seit 1979 gibt’s die monatliche Dosis Mode allmonatlich aus München in eben kontinuierlichem Abstand und Dank Anna Wintour und den 17 weiteren Chefredakteurinnen kann das Erfolgsmagazin seit Jahren großen Einfluss auf die internationale Branche ausüben.
Nun feiert die Vogue im kommenden Jahr ihren 120 Geburtstag und was liegt da näher als einen kleinen Rückblick zu wagen? Gesagt getan: Das Coffee Table Buch “Vogue: The Covers” zeigt rund 300 der schönsten Cover und kann somit durchaus als kleine Hommage an die wunderbaren Fotografien und Illustrationen über all die Jahre angesehen werden. Highlights gab es viele – wir haben für euch schon mal ein paar im Gepäck: Weiterlesen »
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Was trugen Frauen Anfang des 20. Jahrhunderts und wodurch wurden sie geprägt? Welchen Einflüssen unterlag die Mode und wer gehörte zu den mutigen Designern, die geliebte Gewohnheiten durchbrochen haben? “100 Ideas That Changed Fashion” ist mal wieder ein Buch, das sich mit diesen Fragen auseinandersetzt und könnte nicht nur zu einem äußerst interessanten Buch für Modeliebhaber avancieren, sondern auch zum perfekten Nachschlagewerk. Denn die Autorin Harriet Worsley muss es wissen: Sie studierte Mode an der Kreativschmiede Central Saint Martins College of Art & Design und lehrt dort bis heute sogar in den Fächern “Fashion Communication” und “Fashion Journalism”.
Neben einflussreichen Dekaden widmet sich Worsley vor allem den bedeutenden Klassikern von 1900 bis heute und verschafft uns somit einen perfekten Rundumblick über Gegebenheiten, die zu großen Veränderungen in der Mode beitrugen. Kritiker beschreiben ihr Werk als visuellen Augenschmaus, aufregendes Modelexikon und inspirierende Mode-Bible – wir sind gespannt, was uns erwartet, denn das 216 Seiten dicke Buch ist bereits bestellt. Das Besondere an Harriet Worsleys Werk ist nämlich, dass sie bloß einzelne Veränderungen in der Mode datiert, sie erklärt uns ebenfalls warum es dazu kam. Vom Einzug der Stiletto-Heels oder des Jumpsuits bis hin zum Bikini und selbstverständlich über einflussreiche Designerinnen wie Coco Chanel – Worsley lässt nichts aus. Weiterlesen »
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