“Using nearly nothing what Chanel is known for and still make it look Chanel.” Dass Karl Lagerfeld bei seinen neuesten Genie-Streich für das Traditionshaus einiges anders gemacht hat und doch so Chanel bleibt, dürfte dem ein oder anderen bereits bei ersten Bildern der Kollektion aufgefallen sein. Typische Essentials der Couture-Schmiede wurden einfach missachtet und dennoch hat Monsieur Karl ihn wieder kreiert, diesen unnachahmlichen Mix aus Tradition, Moderne und Zeitlosigkeit. Entgegen der 90s Manier gibt’s auf seinen Stücken diesmal auch keine Logos – “It looks very Chanel without having all those very lovely common places.”
Und wenn der Catwalk aus Solarzellen besteht und gesäumt wird von riesigen Windrädern, dann geht’s ganz offensichtlich um einen neuen und frischen Wind, genauer gesagt: Um “New Energy” – Wind, Luft und Leichtigkeit und die drückt sich vor allem in ganz viel Baumwolle aus, in zarter Transparenz und schulterfreien Kleidern. Kleidung für den Tag, versteht sich, “easy, approachable and wearable”. Für die Nacht gibt’s ja schließlich auch die Couture.
Aber hört am besten selbst, was der Meister zu seiner kommenden Spring/Summer Kollektion zu sagen hat – im sehr sympathischen Interview: Weiterlesen »
Die Resort Saison ist eröffnet! Bereits vergangene Woche sorgte Bottega Venetta für den Auftakt und gestern wanderten unsere Augen auch schon fix nach Paris – Karl Lagerfeld lud nach Versaille, um seine königliche Zwischenkollektion standesgemäß zu präsentieren. Das alljährliche Chanel-Spektakel entführt uns immer wieder zu den schönsten Schauplätzen, denn Kreativköpfchen Karl lässt sich für eine jede Resort-Kollekti0n von den traumhaftesten Orten inspirieren: Vergangenes Mal noch führte er uns zum Hotel du Cap an die Riviera und an die luxuriöse Promenade nach St. Tropez.
Er kreiert seine Cruise Collection passend nach den Schauplätzen, um sie schließlich dort einem höchst exklusiven Kreis vorführen zu lassen. Und was Cara Delevingne, Lindsey Wixson, Saskia de Brauw und andere Topmodels da kredenzten, lässt sich unschwer auf den ersten Blick deuten: Irgendwo zwischen Punk Rock, Marie Antoinette und prinkvollen sowie herrschaftlichen Zeiten des Sonnenkönigs Ludwig XIV, ist es nicht zuletzt das überladene Make-Up und die typischen Haarkreationen samt Perücke und Schleife im Haar, die darauf deuten lassen – nur eben modern umgesetzt: Pastellige Töne, Plateau-Schuhe, bonbonfarbene Pumps und neben Chanels liebstem Stoff, dem Tweed, auch ganz viel Jeans! Weiterlesen »
Es gibt eine Hand voll Klassiker, dich ich irgendwann einmal mein Eigen nenne möchte. Kleine, viel zu überteuerte Marken-Lieblinge, die seit Jahrzehnten durch die Modesphäre geistern und ihr Unwesen treiben. Auf Wartelisten machen sie es sich bequem und sind so überdurchschnittlich kostspielig, dass der Erwerb in die weite Ferne rückt. Ein Erbstück von Omi, ein wunderbarer Flohmarktfund oder vielleicht sogar mal ein Ebay-Schnäppchen würden mir da deutlich weiterhelfen, doch leider konnte ich weder in diversen Kleiderschränken fündig werden, noch traue ich kleinen Bildchen beim Auktionshaus ob ihrer Originalität. Heißt es am Ende also doch, ein bisschen mehr sparen, um sich irgendwann einmal das Objekt der Begierde leisten zu können?
In diesem kleinen Klassiker-Spezial geht’s mir persönlich um die allseits beliebte 2.55 aus dem Hause Chanel. Das kleine Schätzchen, das seit dem Februar 1955 eine Erfolgsgeschichte schreibt. Eine kleine Flap Bag aus schwarzem Leder, gestepptem Muster und Kettenriemen, die mein Herz höher schlagen würde. Ein Klassiker eben, genauso wie es sie in den Häusern Céline, Hermès, Proenza Schouler oder Mulberry gibt. Aber was sagt ihr? Sparen für eine trendunabhängige Liaison oder sich doch lieber kostengünstigen und modernen Begleitern widmen?Weiterlesen »
Das Problem ist ja immer folgendes: Es gibt Menschen, die werden alt, weil sie alt werden wollen. Und es gibt Menschen, die überhaupt nicht merken, dass sie älter werden, weil die Jahre zwischen damals und heute wie im Nichts verpufft sind. Ich hatte mir an dieser Stelle bereits eingestanden, dass ich wohlmöglich noch ein wenig Zeit brauche, um mich selbst mit meinen frisch gebackenen 24 Jahren als ernsthaft erwachsene Frau zu fühlen. Und wir hatten auch schon festgestellt, dass das eigentlich gar nicht schlimm ist. Aber schade, manchmal. Also nicht das Nicht-Erwachsen werden, sondern das altern. Das merke ich ganz besonders in Momenten wie diesem.
Gerade eben habe ich mich ein wenig durch aktuelle Prefall-Kollektionen geklickt, um prompt bei Chanel hängen zu bleiben. Hatte ich mich damals ausschließlich auf den indischen Einfluss der Looks konzentriert, fiel mir diesmal auf: Die Models tragen Dreadlocks. Zwar keine waschechten, monatelang verfilzten, aber kurzweilig gedrehte. Und ich bin neidisch. Denn ich gestehe eine kleine Schwäche zu haben für Haarprachten dieser Art – auch wenn die meisten von euch wohl überhaupt nichts mit dem Hänger-Look anfangen können. Früher, es ist wirklich schon lange her, da trug ich ganz kurz auch mal Haare wie diese. Passend dazu wurde im Orient-Shop in der nächsten Stadt eingekauft und viel Reggae gehört. Und gerade stelle ich mir vor, wie es wohl aussehen würde, hätte ich die langen Dreadlocks von früher, aber meine Garderobe von heute. Stilbruch, auf jeden Fall. Irgendwie gut. Aber gut, ich habe so oder so zu kurzes Haar – und die liebe Sarah Jane würde mich zudem auch mit aller Kraft von jeglichen Dreadlook-Plänen abbringen, fürchte ich. Trotzdem: Träumen darf man ja mal. Und bei Chanel macht sogar das Anschauen Spaß.
Ich weiß überhaupt nicht, wie oft ich jetzt schon über dieses Video gestolpert bin. Jedenfalls waren es einige Male. Bis gerade eben war ich vom Anblick der Produktion eines Chanel Jäckchens allerdings eher gelangweilt als begeistert. Schließlich sind wir alle ja nicht vollends auf den Kopf gefallen – dass ein 1000€ Stück im besten Fall eben sehr detailverliebt und mit äußerster Präzision hergestellt wird, war uns doch zumindest im weitesten Sinne klar. Aber heute, da hat es mich gepackt. Das ist schon wirklich verdammt viel Arbeit. Und bewundernswert obendrein. Oder sagen wir eher: All jenen, die das kleine Filmchen bisher noch nicht gesehen haben, möchten wir es auf keinen Fall vorenthalten.
Da werden sorgfältig Linien gezogen, Nadeln gesetzt, es wird vorgenäht und ausgeschnitten. Und irgendwann ist das kostbare Wunderwerk vollbracht: Das traditionsreiche Jäckchen ist bereit für den Verkauf. Seit Mitte der 20er war es noch Madame Coco höchstselbst, die Hand anlegte an ihren Entwürfen, heute erlernen die talentiertesten Schneiderinnen weltweit das Geheimnis des französischen Luxushauses, so sagt man. Da schließen wir uns doch gleich mal Maries Frage an: Wären wir nach dieser kurzen Einführung in das Handwerk Chanels bereit so viel Geld für eine einzige Jacke auszugeben? Ich fürchte, Nachdenken hilft da nicht. Denn wer ein derartiges Budget in petto hat, den kümmern wohlmöglich auch noch höhere Preise nicht die Bohne. Für alle anderen gilt: Weiterträumen. Was uns aber doch sehr interessiert: Nehmen wir den Machern dieses Clips die uns suggerierte perfekte Atelier-Welt wirklich ab? Ich weiß ja nicht. Aber ich bin auch manchmal viel zu skeptisch. Vertrauen wir dem Medienwirbel heute also einfach mal ganz widerstandslos und erfreuen uns an den unerreichbar schönen Dingen des Lebens. Weiterlesen »
Als das französische Modeunternehmen Chanel im Jahr 1914 geboren wurde, ahnte noch niemand, dass Gründerin Gabrielle Bonheur Chanel, genannt Coco, die Kleiderwelt schon bald auf den Kopf stellen würde. Ihr Ziel war die Befreiung der Frau, deren Unabhängigkeit von einer maskulin dominierten Gesellschaft. Um ihren Traum von der selbstbestimmten Dame des 20. Jahrhunderts umsetzen zu können, benötigte sie kaum mehr als ein cleveres Köpfchen, ein bisschen Geschick und eine Prise Mut.
Statt aber auf extreme Rebellion zu setzen, leitete La Mademoiselle ihren Siegeszug äußerst galant ein: Sie setzte zwar voll und ganz auf eleganten Chic, bediente sich dabei aber an der Garderobe des Mannes. Uniformknöpfe, Tweed und kragenlose Jäckchen – Chanels Look spielte ganz subtil mit den Geschlechterrollen, war bequem und vor allem eins: robust. Die in Cocos Entwürfen gekleidete Frau war zwar höchst attraktiv (und das sollte sie auch sein, schließlich liebte die Modeschöpferin selbst lockere Verbindungen mit diversen Herren sehr), musste ihren Körper dabei aber nicht unter den Scheffel der Fleischbeschauung stellen. Weiterlesen »
Fotos via style.com: Acne, Kenzo, Burberry Prorsum, Kanye West, Chloé, Chanel, Chanel, Kenzo, Isabel Marant, Yves Saint Laurent, Céline, Chloé.
Dass es eine Zeit vor dem Pullover gab, können wir uns heute beinahe nicht mehr vorstellen. Tatsächlich hielt genau dieser aber erst Mitte der 20er Jahre Einzug in den Alltagskleidung – nämlich etwa zur selben Zeit, als die Mode grundsätzlich bequemer wurde, als die Rocklänge ihre erste Rekordkürze von etwa fünf Zentimetern oberhalb der Knie erreichte und selbst die adrettesten Damen allmählich keine Lust mehr hatten, sich dem strengen Modediktat von damals zu unterwerfen. Kurzerhand wurden schließlich auch Blusen gegen Jumper ausgetauscht, die frühe Version des Pullovers war salonfähig geworden.
Inzwischen ist der Pullover nicht mehr nur für uns unverzichtbar. Auch große Modehäuser wie Chanel, Burberry Prorsum oder Céline wollen nicht mehr auf das gemütlichste aller Kleidungsstücke verzichten und bemühen sich von Saison zu Saison immer neue Variationen zu schaffen. Während Acne voluminöse Stepp-und Schlauchformen zeigte, lenkte Yves Saint Laurent den Fokus seiner Lederkreation mithilfe von strengen Gürteln auf die Taille. Céline setzt im kommenden Herbst auf 60er-Jahre Ski-Manier, Burberry Prorsum hingegen gibt sich verspielt und greift auf das oft gesichtete Eulen-Motiv zurück, Kenzos bestickte Entwürfe sind wild und grell und Chanel verblüffte die halbe Modeschar mit ungewohnt bunten Oversize-Modellen, die, wie böse Zungen meinen, auch geradewegs aus dem Second-Hand-Laden stammen könnten. Hätten besagte Kritiker Recht, würde das trotzdem nichts an unserer Begeisterung für die vom Kubismus inspirierte Kollektion von Karl dem Großen ändern. Aber zurück zum Thema: Wären wir Prinzessinnen und sehr, sehr reiche Töchter, für welchen Pullover würden wir uns denn bloß entscheiden? Weiterlesen »
Es klingt schon fast banal, wenn man behauptet, eine Nagellackfarbe könne zum Trendindikator avancieren – stimmt aber dennoch irgendwie. Schauen wir uns nämlich mal das farbliche Lackorakel aus dem Hause Chanel an, liegt kaum ein anderes Label ein jedes Mal so goldrichtig und lässt damit eine ganze Nagellack-Industrie hinter sich her ziehen:
“Gold Fingers” und “Diwali” heißen die goldgelben und weißgoldenen Lacke aus dem Traditionsunternehmen und wir müssen beschämt auf den Boden schauen, wenn wir zugeben, dass wir uns schon wieder ein bisschen davon haben anstecken lassen. Von Gold können wir dieser Tage sowieso gar nicht genug bekommen, wenngleich auch Silber und Bronze sich ordentlich in unser Herz schleichen. Vergangenen Sommer war es noch Gelb, für diesen Winter gab es leuchtende Blautöne und nun eben Gold aus dem Hause Chanel – wir sind uns ziemlich sicher, dass das wieder einmal ein Signal ist. So banal das auch klingen mag. Oder was sagt ihr? Weiterlesen »
Fotos via style.com – die gesamte Kollektion seht ihr ebenfalls dort.
Ärmel könnten durchaus das facettenreichste Detail unserer Kleidung darstellen. Ständig wird Altbekanntes adaptiert und neuinterpretiert, aber auch die Suche nach neuen Formen geht weiter und weiter und weiter. Wirft man allerdings einen genaueren Blick auf aktuelle Kollektionen, so wird man feststellen, dass die meisten Designer es derzeit eher ruhig angehen. Hie und da entdecken wir ein ein bisschen Transparenz, vielleicht auch minikleine Highlights im Detail, aber so richtig pompös erscheint uns die aktuelle Ärmelmode eher nicht.
Karl Lagerfeld hingegen scheint für seine kommende Chanel Couture Kollektion nun auch wieder auf den Trichter gekommen zu sein, dass weniger zwar oft mehr ist – aber eben nicht immer. Oder vielleicht doch? Denn würde man tatsächlich in eine derart voluminöse Trompeten- oder Ballonärmelige Kreation hineinschlüpfen, dann bedürfe es wahrlich keinem weiteren Klimbim mehr. Eine schlichte Hose dazu, oder eben ein dezenter Rock, und der Auftritt wäre perfekt. Wir würden uns über mehr dieser ausladenden Entwürfe freuen – ihr denn auch?
Hättet ihr euch Coco Chanels Appartement so vorgestellt? Wir irgendwie schon, wenngleich ihre Designs alles andere als überladen waren. Ein gemütlicher Rückzugsort war es, dieser Ort in der 31 Rue Cambon in Paris, in dem sie lauter Schätze und Fundstücke speziell aus orientalischen Ländern beherbergte. The Coveteur hat selbstverständlich noch mehr Bilder und ein paar interessante Fakten für euch. Zum Beispiel Karl Lagerfelds Inspirationsquellen für seine Kollektionen für das Traditionshaus, die wir in Gabrielle Bonheur Chasnels Appartement zuhauf aufstöbern können. Hier geht’s lang!
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