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Das Leben als Modeblogger

23.08.2011 um 16.46 – Allgemein Leben

Modeblogger zu sein ist überhaupt nicht schwer. Man muss nicht viel denken und der Kopf muss auch nicht sonderlich groß geraten sein, schließlich brauchen wir gar nicht so viel Hirnkapazität. Wir gucken ja eh den ganzen Tag nur Bilder an und starren verballert auf strahlende Bildschirme. Ab und an bilden sich blutige Blasen an unseren zarten Fingern, weil es nämlich sehr anstrengend ist, den ganzen Tag SMS auf viel zu schweren iPhones zu schreiben und Emails zu checken und ach, das ganze Twittern erst. Und wenn wir noch dazu kein anstößig-erotisches Instagram-Motiv finden, also wir uns zu fett fühlen, um unsere Umwelt mit visueller Scheiße und hässlichen Outifts aus Omis Garage vollzumüllen, dann fühlt sich das so an, als würden wir gar nicht existieren. Manchmal müssen wir dann Magazine kaufen, aber solche, die kein anderer kennt. Aber weil wir die ja gar nicht lesen, sondern uns nur von einer bunten Seite zur nächsten hangeln, neongelbe Post-Its reinkleben und noch dazu motorisch recht unausgebildet sind, schneiden wir uns oft tiefe Kerben in die Pulsadern, ganz ausversehen, manchmal auch Kreuze, weil Kreuze modern sind, das nennt man Grunge.

Nachmittags gucken wir dann, wer alles so online ist und dann verabreden wir uns im Skype zum Fotos machen auf irgend einer Wiese und tun so, als würden wir rosa Eis essen und Spaß haben, dabei mögen wir gar kein rosa Eis, überhaupt finden wir Essen eher doof, bloß Sushi ist okay, aber wie gesagt, das Eis, das passt grad so gut zum Rock. weiterlesen