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Die Sache mit der Scheiße am Schuh der Hoffnungslosen.

26.07.2011 um 18.14 – Allgemein Leben Wir

Es gibt Menschen, die treten ständig in Scheiße, statt auf Asphalt. Nicht etwa in getrocknete Scheiße, die wie Gummi schwingt, ganz sanft und harmlos, sondern in brodelnde, dünnflüssige Scheiße, die sich erst durch das Schuhleder ätzt und schließlich den ganzen Fuß auffrisst. In Alltagsscheiße, Herzscheiße, Hirnscheiße. Der fiese Geruch von modriger Erinnerung und abgestorbenen Gefühlen schleicht sich durch die Nase in den Kopf. Totalausfall. Der bärtige Mann da oben hasst dich.

Hass, Hass, Hass. Ich habe eine Freundin, die kann ein mehrstündiges Lied davon singen. Seit Jahren wird ihr aus höchster Höhe ins Gesicht gespuckt, immer und immer wieder. Dann ein Licht am Ende des Dunkeln, der gehässige Funken Hoffnung, der alsbald wieder verglimmt. Die große Liebe, da ist sie, er will sie, sie will ihn. Turteltauben-Niemalsland und kein Happy End in Sicht. Denn vor dem Ring kommt der Knall. Die spitze Nadel bohrt sich tief in die Seifenblase, bis sie schließlich platzt und sich abermillionen glitzrige Regenbogenseifenfetzten ganz langsam auf ihre Haut legen. Der feuchte Schimmer am Rücken, am Arm, auf dem Bauch. Tagelang und wochenlang starrt die Hoffnungslose auf die durchsichtig schimmernde Hülle all dessen, was gestern noch ihre Träume waren. Versucht sie mit den abgekauten Nägeln abzukratzen, sich zu befreien. Aber die Fetzen bleiben. Auf der Haut, in Hirn und Herz. weiterlesen