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Die Sache mit der Untreue der Angsthasen.

29.11.2011 um 16.06 – Allgemein Leben
Bild: Lauryn Holmquist.
Meine Freundin A. schon wieder. Das Mädchen mit zu viel Herz und Genital, aber zu wenig Kopf. Ferngesteuert von blutroten Hormonen, die erst dann erwachen, wenn die Sonne schläft, streift sie fiebrig durch die Nacht. Weil sie ihn nicht haben kann. Den, der ihr den Magen umdreht, jedes Mal, wenn sie an ihn denkt. Wenn sie ahnt, dass er nicht anruft, weil er bei ihr ist, der Frau, die er seine Freundin nennt. Die keinen Namen hat und kein Gesicht, die ein Geist ist, den man nicht sehen, aber fühlen kann. Jedes Mal wenn A. seine Lippen spürt, auf ihrem eigenen Körper, den Schenkeln, auf dem Mund.

„Ich verabscheue Menschen, die Beziehungen mit Füßen treten“, hat sie mal gesagt. Seit zwei Monaten schlägt sie ihrer eigenen mit geballten Fäusten ins Gesicht. Denn wenn sie am nächsten Morgen nach Hause kommt, legt sie sich ins warme Bett. Über dem Kopfkissen hängt ein Foto aus dem letzten Urlaub. Ihr eigener Geist hält sie im Arm und drückt ihre Hand. Das Bild ist verblasst, aber die Heftzwecke steckt noch tief in der Wand.

„Ich liebe ihn“, sagt sie immer wieder. Betont, dass das eine nicht das andere ist, dass beides existieren kann und zwar zur selben Zeit. Liebe und Leidenschaft. Bloß getrennt von einander. Zuhause warten Gefühle, in der Welt kalte Küsse. „Ich brauch beides“, weint sie. Weil sie weiß, dass sie sich selbst belügt. Ihr Herz schlägt fest, wenn sie an das Verbotene denkt, das Heimliche bestimmt ihren Tag. Sehnsüchtige Blicke auf das Handy, aus dem Fenster. Vielleicht ist er da irgendwo, vielleicht wartet er, vielleicht will er. Aber was will sie? Liebe oder Leidenschaft? Alltag oder Abenteuer? weiterlesen