Schlagwort-Archiv: Die Sache mit….

Der Schönheitswahn auf Instagram
& die etwas kranke Perfect 365 App

perfect 365 Der Schönheitswahn auf Instagram <br/> & die etwas kranke Perfect 365 AppGestern Morgen schlawänzelte ich nichtsahnend und ein bisschen müde ins MTV Büro, wie jeden Montag eben, bloß hatte ich diesmal schon wenige Sekunden nach meiner Ankunft Pipi in den Augen stehen und kugelte mich vor Lachen, ein Kollege hatte nämlich die App “Perfect 365” entdeckt und sich mithilfe diverser Bearbeitungs-Tools ein Elfen-Gesicht samt Wallemähne gezaubert. Zum Schießen, wirklich. Leicht zu beeindrucken wie ich manchmal bin, dauerte es demnach also keine weiteren zwei Minuten bis auch ich in Besitz der vermeintliche Quatsch-App war, mich munter frisierte und tropische Make Ups passend zur Copacabana bestaunte. So weit, so witzig. Dann entdeckte ich allerdings eine ganze Palette erschreckend natürlich wirkenden Filter, die sich wie Feenstaub auf mein Gesicht legten: Jeder Makel wird mit einem einzigen Klick determiniert, auch Tränensäcke, dafür gibt’s Gratis-Blush in Sekundenschnelle, Endlos-Wimpern und eine dezente, aber wirksame Gesichts-Form-Korrektur. 

Irgendwo zwischen “Hammer, jetzt muss ich mich nie mehr für ein Foto schminken” und “Oh Gott, die Welt ist ein einziger Fake”, dämmerte mir, dass diese App wirklich und wahrhaftig ernst gemeint ist. Ich überlegte sogar eine Sekunde lang, diese sagenhafte Entdeckung für mich zu behalten, erschrak glücklicherweise aber sehr schnell vor meinem eigenen Nagel im Kopf und fragte mich gleichzeitig, wer in meinem Umfeld wohl schon längst mit “Perfect 365″ fudelt. weiterlesen

Die Sache mit den ständigen Rechtfertigungen & der Magie des Materiellen.

– 02.07.2014 um 13.00 – Allgemein box1 Leben Mode

chanel boy bag Die Sache mit den ständigen Rechtfertigungen & der Magie des Materiellen.Letzte Woche stand plötzlich eine meiner liebsten Freundinnen vor der Tür, leicht panisch, ein bisschen verknallt und sehr, sehr ratlos. Man kennt das ja: Mit Mitte 20 schrumpft die geistige Leistungsfähigkeit im Angesicht eines gut aussehenden bärtigen Mannes etwa auf die Größe eines vollpubertären Spatzenhirns. Ähnliches war ihr ein paar Tage zuvor selbst passiert. Die Aufregung vor dem nächsten Date maximierte sich daraufhin im Minutentakt und auch die Bedeutsamkeit der Frage nach der richtigen Tasche zum richtigen Outfit und der richtigen Frisur erlangte titanische Ausmaße. “Kannst du mir deine schlichte schwarze Umhänge-Dingsda leihen, bittebitte?”, schnappatmete es aus dem Freundinnen-Mund, während mir ein paar wibbernde Finger eine Chanel Boy Bag entgegen hielten. “Du kannst so lange die hier haben, die magst du doch, oder?”. Ich wurde jetzt auch leicht panisch. 

Ganze fünf Minuten lang schwieg ich (Boy und ich standen noch immer wie festgenagelt im Flur) und sah der Verknalltüte aus der Ferne dabei zu, wie sie dreiundzwanzig Mal um meinen Wohnzimmertisch herum kreiste, während sie sieben Mal ihren Haarknoten löste, wieder zusammen steckte, löste, wieder zusammen steckte und mich dann bierernst ansah, um die Quintessenz ihrer Sorgen auf den Punkt zu bringen: “Wenn ich da jetzt mit meiner Chanel auflaufe, dann denkt der doch, ich hab’ nur Stroh und Tussikram im Kopf”. Sie ahnte ganz offensichtlich, dass ich ihr nicht wenige Sekunden später einen Vogel hätte zeigen wollen und irgendetwas von wegen “Jetzt bist du übergeschnappt, anders kann ich mir nicht erklären, dass du meinen Vintage-Eumeln vorziehst”, geblubbert hätte. Jetzt aber verschluckte ich all meine geplanten klugen Worte und glotze nur blöd und Antwort-suchend in der Gegend herum. Wie Recht sie doch womöglich hatte. weiterlesen

Die Sache mit dem Alltags-Sexismus //
Pfeif mich nicht an, denn ich pfeif nicht zurück.

– 18.06.2014 um 14.23 – Allgemein Feminismus Leben

alltags sexismus Die Sache mit dem Alltags Sexismus // <br/> Pfeif mich nicht an, denn ich pfeif nicht zurück.Wie man es macht, man es falsch, das ist klar und ganz gewiss gibt es immer jemanden, der irgendetwas zu meckern hat, egal was man tut oder lässt, das ist wahrlich keine große Überraschung, sondern ein Grundsatz, über den selbst Harald Martenstein ganze Lieder singen könnte. Logisch also, dass ich seit der Veröffentlichung diverser Artikel, zum Beispiel jenem über diesen ominösen “Feminismus mit Titten”, immer wieder auf ganz abstruse Gegenstimmen stoße, auf feine, wohl dosierte Seitenhiebe. Ganz getreu dem Motto: “Mädchen, wo liegt eigentlich dein Problem, ist doch alles Friedefreudeeierkuchen hier in Deutschland”. Ach ja? Andere argumentieren “Ach weißt du, ich beschäftige mich gar nicht groß mit diesem Thema, ist für mich halt selbstverständlich.” Der Haken an beiden Einstellungen ist bloß folgender: Gleichberechtigung zwischen den Menschen, also das, wofür ein gesunder Feminismus nun mal stehen sollte, ist auch 2014 noch ein kleines aber feines Märchen, eine Utopie, die selbst Oma und Mami noch längst nicht zur blumigen Realität reden, kämpfen und machen konnten. Vor allem im täglichen Miteinander zwischen Männlein und Weiblein und allem dazwischen.

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Die Sache mit … dem Wort, das wir nie wieder benutzen sollten.

– 15.05.2014 um 15.30 – box1 Wir

GIRLS lacherlich Die Sache mit ... dem Wort, das wir nie wieder benutzen sollten.Es gibt ja diese Momente, in denen man gerne ein bisschen mehr wie Itchy oder Scratchy wäre, weil man sich dann entweder selbst verspeisen oder auf links stülpen könnte, aus reinem Fremdschutz. Ich erlebe solche Augenblicke zwar relativ selten, aber wenn, dann schäumt es gelegentlich vor meinem Mund, ab und zu wird mir auch übel oder mein Kopf krebsrot, vor lauter Aufregung, Wut und Unverständnis. So ging es mir auch letztens, als ich mit ein paar eigentlich unschuldigen Freundinnen in einem unschuldigen Café saß, an welchem in regelmäßigen Abständen noch unschuldigere Passanten vorbei schlawänzelten. Alles FriederFreudeErdbeerkuchen also, bis jemand einen Fehler machte.

Besser gesagt machten gleich zwei Jemande jeweils einen Fehler. Dass dort auf der anderen Straßenseite nämlich eine fremde weibliche Person Badelatschen-und-gleichzeitg-Socken-tragend versuchte, ihr Rad aufzuschließen, veranlasste einer der kuchenessenden Freundinnen zum plötzlichen Herauskehren ihres inneren Teufels, von dessen Existenz ich bis dato noch nicht einmal eine leise Ahnung gehabt hatte: “Maaan ey, lächerlich, diese Socken-in-Sandalen-Hipster-Scheiße”, posaunte das neuerdings spitzzüngige Fräulein neben mir. Ich hingegen schwieg. Und biss mir vor Schreck auf die Zunge. weiterlesen

Gar nichts wird sich ändern,
wenn wir groß sind.

– 05.05.2014 um 12.44 – Allgemein Leben Wir

schwanger hurra Gar nichts wird sich ändern, <br/> wenn wir groß sind. Bevor wir hier in “das war der glücklichste Moment meines Lebens”-Phrasen ersaufen, mache ich es kurz: Wir bekommen eine Mini-Jane, die vielleicht aber auch ein Junge sein wird und ganz sicher einen anderen Namen bekommt. Wir wissen jetzt seit knapp fünf Monaten davon und nein, der Moment der Wahrheit glich weniger einem ekstatischen Freudentanz mit Tränen in den Augen als vielmehr einer unerwarteten Ufo-Landung inklusive euphorisiert-debilem Lächeln oben drauf. Passiert ja nicht alle Tage, sowas Unglaubliches und unglaublich wahnsinnig Schönes. Glücklicherweise sind meine Frauenärztin und ich uns einig: Das Schlimmste am Schwangersein sind andere Schwangere. Und das Schlimmste am Muttersein sind andere Mütter. 

Ich schwöre hiermit nämlich hoch und heilig, dass mein Kind sich künftig nicht ausschließlich mit Dinkelbrot vergnügen muss, dass mich keine zehn Esel zu so etwas wie einem Hechel-Kurs überreden können und mich auch niemand kurz vor der Geburt auf ein Trampolin mit Fototapeten-Hintergrund bekommt. Entgegen aller Vorurteile und Einwände muss nämlich jeder selbst entscheiden, wie er lebt, gebärt (urgh) und erzieht. Viele Millionen Frauen vor mir haben das alles außerdem auch schon geschafft, und zwar ohne viel Klimbim. Erinnert mich bitte an diese Worte, falls die Hormone doch noch am Hirn schrauben sollten.  weiterlesen

Die Sache mit der “Don’t mess with me”-Haltung

– 24.04.2014 um 10.55 – Allgemein Leben Wir

dont mess with me nike van dinther Die Sache mit der Dont mess with me Haltung Wenn jemand sagen würde “Don’t mess with me”, so richtig ernsthaft und aufrichtig und mitten raus, zum Beispiel in mein Gesicht, dann zweifelte ich vermutlich an der psychischen Konstitution jenes Menschen, aus dessen Mund diese viereinhalb Wörter da gerade gekrochen kämen. Sowas denkt man für gewöhnlich, manch einer schreibt’s sich auch ins Tagebuch oder rahmt ein Concept-Store-Poster mit selbiger Aussage ein, um es neben oder über den mit Schnittblumen geschmückten Eames Chair zu hängen, mag ja sein. Aber wer sagt denn sowas? Vermutlich niemand, weil man dazu ziemlich große Eier haben müsste, die aber irgendwie niemand zu haben scheint, außer vielleicht im Traum. Ich träume sehr häufig. Manchmal vor lauter Wut oder aus Verzweiflung.

Es ist nämlich so: Am liebsten würde ich ständig “Don’t mess with me” schreiben und schreien. Gerne würde ich dann auch gehört und gelesen werden, damit ich mich nicht wiederholen bräuchte. Ich würde “Don’t mess with me” mit Schwarzlichtfarbe auf meine Stirn kritzeln und mich regelmäßig unter blaue Glühbirnen stellen. Ich würde “Don’t mess with me” denken und leben und mich nie wieder aus der Ruhe bringen lassen. DON’T MESS WITH ME. Nicht, weil ich nicht zu besiegen wäre. Sondern weil ich mich weigere, mitzumachen. 

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Die Sache mit…
dem Reinverknallen in den eigenen Körper.

– 15.04.2014 um 16.34 – Leben Wir

sich selber lieben Die Sache mit... <br/> dem Reinverknallen in den eigenen Körper.

Vor etwa einer Woche habe ich mich in meinen Körper verknallt, inklusive allem, was da noch mit dran hängt und ich sage hängt, weil ich nicht mehr 20 bin und es vermessen wäre, zu behaupten, meine Wackelarme würden stehen, nein, sie klappen seitlich herunter, gleiches gilt für Herr und Frau Brust, sofern ich auf dem Rücken liege. In sich selbst verknallen, und dann auch noch von Außen, das klingt vermutlich ähnlich absurd wie “gestern habe ich im Lotto gewonnen” oder “ich habe einen Dackel auf der Straße gefunden und jetzt ist es meiner”, dabei war’s ganz simpel und doch eindrucksvoll.

Wenn man nämlich mitten im Zentrum einer Hausparty steht, twerkend, und zwar so, dass sich der Hintern kaum bewegt, Haut und Kuchen an den Beinen aber um 180 Grad um selbige schlackern, wenn man dann nicht weint, sondern lacht, dann duftet es nach Friedenspfeifenqualm. weiterlesen

Die Sache mit…
den Besitzansprüchen.
Oder: Ich darf was, was du nicht darfst.

– 04.03.2014 um 15.08 – Allgemein box1 Gesellschaft Leben

kolumne this is jane wayne  Die Sache mit... <br/> den Besitzansprüchen. <br/> Oder: Ich darf was, was du nicht darfst. Manchmal möchte ich mich beim Durchlesen diverser Blogeinträge auf meine Tastatur übergeben, ab und zu möchte ich mir meine eigenen Gedanken aus der Nase ziehen und im Klo herunter spülen und noch öfter rohe Eier auf Unfug-redenden Köpfen zerdrücken. Wegen dieser maßlosen Arroganz, die sich hier und dort und überall breit macht. Und alles nur wegen eines einzigen unausgesprochenen Gesetzes: Ich darf was, was du nicht darfst.

Das Dilemma: Jeder nimmt es für sich selbst in Anspruch, meistens völlig zu unrecht und immer äußerst überflüssiger Weise. Wer den 18. Geburtstag längst gefeiert und etwa zeitgleich Minderwertigkeitskomplexe inklusive Apfel-Berentzen-Bröckchen in die Kanalisation gespült hat, sollte es eigentlich besser wissen. Aber natürlich ist dem nicht so.  weiterlesen

American Apparel und das Schamhaar.

– 21.01.2014 um 15.32 – Allgemein Gesellschaft Leben

american apparel schaufensterpuppe schamhaar American Apparel und das Schamhaar.Man hasst die Marke American Apparel gerne. Man hasst sie aufgrund des sagenumwobenen Gründers, wegen sexistischer Werbekampagnen, Scheinheiligkeit oder zu viel schöner Basics, für die man zu viel Geld ausgibt. Nur selten lässt jemand öffentlich ein gutes Haar an dem Konzern. Und wann immer ich selbst AA für irgendetwas lobte, beispielsweise für das Period Power Shirt, welches in Zusammenarbeit mit der wunderbaren Petra F. Collins entstand, hasste man mich ebenso. Zu Recht? Einmal schlecht, immer schlecht? Wer weiß das schon. Ich jedenfalls bin Fan vom Vagina-Shirt, habe wenig Probleme mit den aktuellen Kampagnenbildern des Hauses uns staunte obendrein nicht schlecht über das neuste Marketing-Wunder der PR-Genies hinter “der Hipster Marke” (urgh). 

In New York sieht man neuerdings buschige Schaufensterpuppen aus dem Store heraus starren. Das ist erstmal gut, wenngleich es sich hierbei natürlich um einen erneuten Verkaufs-Streich handelt, aber so ist das immer bei Marken, da macht man nichts. Ich bleibe also dabei: Die Schamhaar-Offensive missfällt mir keineswegs. Denn vor allem in den USA hat das Schönheitsideal des weiblichen Körpers wenig mit Behaarung und viel mit Regularien zu tun. Kahl rasierte Venushügel sind das Nonplusultra, ansonsten wird höchstens noch die klassische Landebahn toleriert. Platz für eigene Entscheidungen bleibt wenig, denn inzwischen sind wir bei Adjektiven wie “ekelhaft” angelangt, sobald jemand gesteht, Waxing Studios konsequent zu meiden. weiterlesen

#mundpropaganda – Knutschen gegen Homophobie

– 11.12.2013 um 12.20 – Allgemein Leben

GQ mundpropaganda #mundpropaganda   Knutschen gegen HomophobieWenn wir aufwachen, Zeitung lesen und uns kurz darauf fragen, ob die Welt noch richtig tickt, dann schreiben wir das Jahr 2013. Wenn wir aufwachen, Zeitung lesen und uns kurz darauf fragen, ob das mit der Zahl 2013 überhaupt sein kann, dann ist vermutlich Russland mitsamt seiner Putin-Partei wie eine Abrissbirne durch die Medien gejagt. Jede neue Nachricht aus der föderal-mittelalterlichen Höhle der Menschenrechtsverletzungen ein Volltreffer, der das Gesicht der denkenden Weltbevölkerung zur hässlichen Fratze zermalmt.

In Wladimir Wladimirowitschs persönlichem Königreich gilt Homophobie als Konsens, Schwulenhass als “mildernder Umstand” vor Gericht und Gewalt gegen Fremde, Andersdenkende und Minderheiten als „eine natürliche Reaktion völlig normaler Menschen“. Mit dem jüngst verabschiedeten Anti-Homosexuellen-Gesetzt übertrifft sich “das Land der traditionelle Werte” selbst: “”Mehr als 90 Prozent der Bevölkerung unterstützten das Verbot homosexueller Propaganda unter Minderjährigen”, heißt es. Wie zutreffend diese Aussage tatsächlich ist, lässt sich nur vermuten, denn Meinungsfreiheit wird dort, wo Minderjährige vor “schmutziger” Homo-Propaganda geschützt werden sollen, wo Aktivisten verschwinden oder weggesperrt werden, klein geschrieben. Fakt ist aber: Das öffentliche Reden über Schwule und Lesben steht fortan unter Geldstrafe. Wer petzt, wird mit 114 Euronen belohnt. Glücklicherweise führen derartige Umstände zu lautem Protest. Jetzt zieht sogar der Condé Nast Verlag mit und mit ihm die GQ: Für die Aktion “#mundpropgadanda – Gentlemen gegen Homophobie” küssen sich deutsche, heterosexuelle und zugleich prominente Männer und sagen damit:  Auch ich könnte schwul sein – na und? Wichtig ist: Der Zuspruch gilt nicht nur Schwulen, Lesben und Transgendern, sondern der gesamten Menschheit. Vor allem aber all jenen, die in Russland diskriminiert und zu niederen Lebensformen degradiert werden, allen, die trotzdem aufstehen und sich das Recht auf Liebe nicht verbieten lassen wollen. weiterlesen

Kolumne: MIND THE (THIGH) GAP – Die Sache mit der Lücke zwischen den Beinen

– 05.12.2013 um 17.36 – Leben

thigh gap Kolumne: MIND THE (THIGH) GAP   Die Sache mit der Lücke zwischen den Beinen Das Internet ist sowas wie die Ober-Glucke des Schwachsinns, eine anonyme Muttergottes, die einen Bastard nach dem anderen gebärt. Einer von ihnen ist mittlerweile zum Trend-Setter herangewachsen und trägt den Namen ‘Tumblr’. Was er ausspuckt, wird Hype. Auch Dinge, die eigentlich gar nicht existent sind; zum Beispiel eine ananasgroße Lücke zwischen den Beinen, genannt ‘Thigh Gap’. 

Platziert ist das ‘Must-Have’ der Saison geradewegs unterhalb der Vagina, genau dort, wo bei den meisten Frauen Oberschenkel aneinander reiben. Um Teil der Bewegung sein zu können, muss man demnach mords-schlank sein oder über ein äußerst breites Becken verfügen. Denn das Verhältnis zwischen dem linken und rechten Bein sollte im besten Fall mit der unerfüllten Liebe zwischen Sonne und Mond zu vergleichen sein. Zarte Berührungen ausgeschlossen, ein Techtelmechtel aus weiter Distanz, die ultimative Fernbeziehung. weiterlesen

Karl Lagerfeld: “No one wants to see
curvy women on the catwalk”
– und er hat Recht.

– 05.11.2013 um 11.28 – Allgemein Leben

5c41ee54b41411e19e4a12313813ffc0 7 Karl Lagerfeld:  No one wants to see <br/> curvy women on the catwalk <br/>   und er hat Recht.

König Karl Lagerfeld steht aufgrund seiner spitzzüngigen Aussagen immer wieder im Rampenlicht der Kritik. Sängerin Adele findet er “a little too fat” und außerdem seien “die Dicken” ohnehin nicht sonderlich gesund für unsere Gesellschaft: ”The hole in social security, it’s also [due to] all the diseases caught by people who are too fat.” In seinem gerade veröffentlichten Werk “The World According to Karl” schreibt er schließlich “No one wants to see curvy women on the catwalk” und bringt damit nicht nur Betty Aubriere, Präsidentin von “Belle, Ronde, Sexy et Je M’assume“, zur Weißglut – Über 500 Menschen unterschrieben bereits die von der Frauengruppe eingereichte Petition gegen Lagerfelds Einstellung und öffentliche Äußerungen. “These insults by celebrities must stop. We’re sick of it. (…) There are a lot of young girls who don’t feel comfortable in their skin, and for them to hear comments like that is terrible,” so Aubriere (via).

Das Problem an der Sache: Karl hat Recht. So gut wie niemand will im Jahr 2013 noch “normalgebaute” Frauen auf dem Laufsteg sehen. Sogar Magazine, die es mit Entrismus versuchten, also mit dem Ändern dieser Gegebenheiten von Innen heraus, die in ihren Editorials hoffnungsvoll Durchschnittsgewichtige gegen magere Models austauschten, ernteten dafür nur wenig Applaus, stattdessen aber Augenrollen mit einem darauffolgenden Aufprall auf dem harten Boden der Tatsachen. Zurückspulen, bitte. Und nochmal von vorn anfangen, mit Size Zero. Unsere Augen sind schließlich längst anderes gewöhnt. weiterlesen

Instagram
mag keine Schambehaarung
und Frauen mögen keine Frauen.

– 30.10.2013 um 11.53 – box1 Gesellschaft Leben

TITLE Instagram <br/> mag keine Schambehaarung <br/> und Frauen mögen keine Frauen.

Vermutlich liegt es an dieser Post-Urlaubs-Resozialisierung-Problematik, aber auf mich wirkt es, als befinde sich die Medienlandschaft gerade in einer Hoch-Zeit frauenverachtender Beitragswellen. Nicht zuletzt sind die Autoren, Macher oder Denker von Pipimädchenartikeln selbst Busenträgerinnen.

Mein jüngstes Beispiel: Wäis Kiani, die allseits bekannte Kolumnistin, die ich für ihre scharfe Zunge bisweilen immer auf einem Siegertreppchen positioniert hätte. Sie schwadronierte noch kürzlich darüber, weshalb Mädelsabende “einfach nicht funktionieren” würden. “Weil zu viele Frauen auf einem Haufen entweder zu hysterisch oder total langweilig sind”, zitiert sie dort eine Freundin und macht in etwa genau so weiter: “Mit Frauen wird es nie richtig lustig, weil sie sich für nichts interessieren (…), stattdessen wird darüber geredet, wer sich wann und wo hat botoxen lassen und wer zurzeit was aus seinem Diätplan gestrichen hat”. Wer jetzt meint, das Blatt würde sich zum Ende hin noch wenden, aus Anti-Feminismus würde eventuell doch noch Feminismus werden, der befindet sich auf dem Holzweg. Erstens denke ich, die gute Wäis sucht sich eventuell extrem falsche Freundinnen für falsche Erlebnisse aus, zweitens gratuliere ich an dieser Stelle für diese formidable Stereotypiserung des dümmlichen Weibchens und drittens frage ich mich nun, in welcher Sackgasse der Karren letztendlich wohl vor die Wand gesetzt werden wird. Wie zum Geier uns Frauen (aber bitte im übertragenden Sinne) irgendwann einmal richtig dicke “Cojones” wachsen sollen, wenn wir uns doch ständig selbst degradieren und uns immer wieder gegenseitig oder selbst an besagten Karren pissen. weiterlesen

Modekolumne:
Von Klonen, Haar-Knödeln
& dem Tod der Individualität.

– 02.10.2013 um 13.01 – Allgemein Mode Wir

modekolumne Modekolumne: <br/> Von Klonen, Haar Knödeln <br/> & dem Tod der Individualität.

Ich wohne in Berlin. Meine Schwestern am anderen Ende des Landes. Sie sagen: Du lebst in einer “Blubberblase”. Ich frage mich: Was meinen sie damit? Dabei ist es ganz einfach und in etwa zu vergleichen mit Gefühlen. Wenn du beim Abspann von “Das Leben ist schön” anfängst zu heulen, dann denkst du, alle anderen bräuchten jetzt sicher auch sehr dringend ein Taschentuch. In Wahrheit brauchen sie aber bloß noch mehr Popcorn. Und nur weil du dich gerade reinverknallt hast in einen Jungen, heißt das noch lange nicht, dass über seinem Kopf ebenfalls rosa Herzen schweben.

Was so viel bedeutet wie: Was ich fühle, fühlt nicht automatisch jeder andere und meine Meinung gilt keinesfalls für jeden. Weil Meinung eben unterschiedlich sind. Außer, wenn’s um Mode geht. Um Mode in unserer Blubberblase. weiterlesen

Die Sache mit den Neidhammeln.

– 26.08.2013 um 9.33 – Allgemein Kopfchaos Leben

komkurrenz Die Sache mit den Neidhammeln. Als ich klein war, da sagte meine Oma gerne: “Ach, Nikchen, du kannst dich glücklich schätzen, wenn du später mal nicht allzu hübsch wirst und auch nicht sehr erfolgreich. Das macht es nämlich nicht einfacher.” In meinem Kopf kollidierten sämtliche Züge noch bevor sie überhaupt den Bahnhof erreichen konnten. Meine Mutter fand: “Wenn du eine Handvoll guter Freunde hast, dann bist du schon ziemlich reich”. Das verstand ich mindestes genau so wenig. Ich hatte doch 50 Freunde. Oder 60. Oder noch mehr. Über all das dachte ich schließlich nie wieder nach. Ich fand mich niemals allzu hübsch, dachte immer, ich könne noch viel erfolgreicher sein und habe, seit ich denken kann, die besten Freunde, die man sich wünschen kann. Menschen, die mich erden und lieben, obwohl die meisten von ihnen nicht verstehen, was ich hier überhaupt treibe. “Irgendwas mit Mode und dem Internet eben.” Und ich würde sagen, es sind durchaus mehr als fünf. 

Dann traf ich Lena wieder. Lena ist so alt wie ich, bildschön und sehr, sehr erfolgreich. Nach der Rechnung meiner Oma dürfte sie also ein ziemlich einsames Leben führen. “Wie geht es dir?”, frage ich. “Gut, gut. Wenn Frauen nur nicht solche Biester wären.” weiterlesen