Schlagwort-Archiv: Die Sache mit….

Die Sache mit…
dem Reinverknallen in den eigenen Körper.

– 15.04.2014 um 16.34 – Leben Wir

sich selber lieben Die Sache mit... <br/> dem Reinverknallen in den eigenen Körper.

Vor etwa einer Woche habe ich mich in meinen Körper verknallt, inklusive allem, was da noch mit dran hängt und ich sage hängt, weil ich nicht mehr 20 bin und es vermessen wäre, zu behaupten, meine Wackelarme würden stehen, nein, sie klappen seitlich herunter, gleiches gilt für Herr und Frau Brust, sofern ich auf dem Rücken liege. In sich selbst verknallen, und dann auch noch von Außen, das klingt vermutlich ähnlich absurd wie “gestern habe ich im Lotto gewonnen” oder “ich habe einen Dackel auf der Straße gefunden und jetzt ist es meiner”, dabei war’s ganz simpel und doch eindrucksvoll.

Wenn man nämlich mitten im Zentrum einer Hausparty steht, twerkend, und zwar so, dass sich der Hintern kaum bewegt, Haut und Kuchen an den Beinen aber um 180 Grad um selbige schlackern, wenn man dann nicht weint, sondern lacht, dann duftet es nach Friedenspfeifenqualm. weiterlesen

Die Sache mit…
den Besitzansprüchen.
Oder: Ich darf was, was du nicht darfst.

– 04.03.2014 um 15.08 – Allgemein box1 Gesellschaft Leben

kolumne this is jane wayne  Die Sache mit... <br/> den Besitzansprüchen. <br/> Oder: Ich darf was, was du nicht darfst. Manchmal möchte ich mich beim Durchlesen diverser Blogeinträge auf meine Tastatur übergeben, ab und zu möchte ich mir meine eigenen Gedanken aus der Nase ziehen und im Klo herunter spülen und noch öfter rohe Eier auf Unfug-redenden Köpfen zerdrücken. Wegen dieser maßlosen Arroganz, die sich hier und dort und überall breit macht. Und alles nur wegen eines einzigen unausgesprochenen Gesetzes: Ich darf was, was du nicht darfst.

Das Dilemma: Jeder nimmt es für sich selbst in Anspruch, meistens völlig zu unrecht und immer äußerst überflüssiger Weise. Wer den 18. Geburtstag längst gefeiert und etwa zeitgleich Minderwertigkeitskomplexe inklusive Apfel-Berentzen-Bröckchen in die Kanalisation gespült hat, sollte es eigentlich besser wissen. Aber natürlich ist dem nicht so.  weiterlesen

Kolumne: MIND THE (THIGH) GAP – Die Sache mit der Lücke zwischen den Beinen

– 05.12.2013 um 17.36 – Leben

thigh gap Kolumne: MIND THE (THIGH) GAP   Die Sache mit der Lücke zwischen den Beinen Das Internet ist sowas wie die Ober-Glucke des Schwachsinns, eine anonyme Muttergottes, die einen Bastard nach dem anderen gebärt. Einer von ihnen ist mittlerweile zum Trend-Setter herangewachsen und trägt den Namen ‘Tumblr’. Was er ausspuckt, wird Hype. Auch Dinge, die eigentlich gar nicht existent sind; zum Beispiel eine ananasgroße Lücke zwischen den Beinen, genannt ‘Thigh Gap’. 

Platziert ist das ‘Must-Have’ der Saison geradewegs unterhalb der Vagina, genau dort, wo bei den meisten Frauen Oberschenkel aneinander reiben. Um Teil der Bewegung sein zu können, muss man demnach mords-schlank sein oder über ein äußerst breites Becken verfügen. Denn das Verhältnis zwischen dem linken und rechten Bein sollte im besten Fall mit der unerfüllten Liebe zwischen Sonne und Mond zu vergleichen sein. Zarte Berührungen ausgeschlossen, ein Techtelmechtel aus weiter Distanz, die ultimative Fernbeziehung. weiterlesen

Modekolumne:
Von Klonen, Haar-Knödeln
& dem Tod der Individualität.

– 02.10.2013 um 13.01 – Allgemein Mode Wir

modekolumne Modekolumne: <br/> Von Klonen, Haar Knödeln <br/> & dem Tod der Individualität.

Ich wohne in Berlin. Meine Schwestern am anderen Ende des Landes. Sie sagen: Du lebst in einer “Blubberblase”. Ich frage mich: Was meinen sie damit? Dabei ist es ganz einfach und in etwa zu vergleichen mit Gefühlen. Wenn du beim Abspann von “Das Leben ist schön” anfängst zu heulen, dann denkst du, alle anderen bräuchten jetzt sicher auch sehr dringend ein Taschentuch. In Wahrheit brauchen sie aber bloß noch mehr Popcorn. Und nur weil du dich gerade reinverknallt hast in einen Jungen, heißt das noch lange nicht, dass über seinem Kopf ebenfalls rosa Herzen schweben.

Was so viel bedeutet wie: Was ich fühle, fühlt nicht automatisch jeder andere und meine Meinung gilt keinesfalls für jeden. Weil Meinung eben unterschiedlich sind. Außer, wenn’s um Mode geht. Um Mode in unserer Blubberblase. weiterlesen

Die Sache mit den Neidhammeln.

– 26.08.2013 um 9.33 – Allgemein Kopfchaos Leben

komkurrenz Die Sache mit den Neidhammeln. Als ich klein war, da sagte meine Oma gerne: “Ach, Nikchen, du kannst dich glücklich schätzen, wenn du später mal nicht allzu hübsch wirst und auch nicht sehr erfolgreich. Das macht es nämlich nicht einfacher.” In meinem Kopf kollidierten sämtliche Züge noch bevor sie überhaupt den Bahnhof erreichen konnten. Meine Mutter fand: “Wenn du eine Handvoll guter Freunde hast, dann bist du schon ziemlich reich”. Das verstand ich mindestes genau so wenig. Ich hatte doch 50 Freunde. Oder 60. Oder noch mehr. Über all das dachte ich schließlich nie wieder nach. Ich fand mich niemals allzu hübsch, dachte immer, ich könne noch viel erfolgreicher sein und habe, seit ich denken kann, die besten Freunde, die man sich wünschen kann. Menschen, die mich erden und lieben, obwohl die meisten von ihnen nicht verstehen, was ich hier überhaupt treibe. “Irgendwas mit Mode und dem Internet eben.” Und ich würde sagen, es sind durchaus mehr als fünf. 

Dann traf ich Lena wieder. Lena ist so alt wie ich, bildschön und sehr, sehr erfolgreich. Nach der Rechnung meiner Oma dürfte sie also ein ziemlich einsames Leben führen. “Wie geht es dir?”, frage ich. “Gut, gut. Wenn Frauen nur nicht solche Biester wären.” weiterlesen

Kolumne: Zu viele Möglichkeiten,
zu wenig Meinung
– Generation Slash

– 29.07.2013 um 10.44 – Allgemein Leben Wir

a72ec43cd91b11e280b322000a1f9c82 7 Kolumne: Zu viele Möglichkeiten,<br/> zu wenig Meinung <br/>   Generation Slash

Ich habe keinen Stil, eher einen Nicht-Stil und wenn man mich fragt, wie ich diesen Nicht-Stil beschreiben würde, dann zeichne ich mindestens drei Schrägstriche in das leere Feld und fülle den Rest mit frei interpretierbaren Termini wie „Rap/Riot Grrrl/Random“. Das bedeutet am Ende zwar so wenig wie ein im Vollrausch gesäuseltes „Ich kann mir eine Beziehung mit dir vorstellen“, aber immerhin gaukelt es mir selbst und anderen Entscheidungsfreude vor, und auch Selbstkenntnis. Dabei besitze ich zumindest von ersterem nicht die Bohne.

Was ich heute mag, verachte ich schon morgen und anders herum ist es das gleiche Spiel, schon seit der Pubertät. Da wurde Fischaugen-Daniela wegen ihrer knallengen Jeans noch von Bootcut-Trägerinnen mit Carpri-Sonne eingesaut – bis die harte Erkenntnis jeden Skeptiker Schachmatt setzte: Ein halbes Jahr später wackelten all die fiesen Gören kollektiv in Röhren-Hosen an den älteren Jungs vorbei und Daniela hielt das Zepter der Girl-Gang in der Hand. Inklusive des heißesten Typen der Stufe. Der ganz normale Lauf der Dinge. Weil wir uns nicht entscheiden können, weil wir nie wirklich wissen, was wir wollen, heute A sagen und morgen B. Und weil tendenziell eher die gewinnen, die dem Rest der Welt ganz unabsichtlich eine Nasenlänge voraus sind, statt jene, die zwanghaft nach Anerkennung buhlen. Eigentlich weiß ich das. Und eigentlich will ich nichts weiter als ich selbst sein. Trotzdem verliere ich mich ständig, damit ich mich immer wieder neu erfinden kann. weiterlesen

Die Sache mit dem Freudenmädchen.

– 07.01.2013 um 14.59 – Allgemein Leben

261427 2263577229121 303330 n Die Sache mit dem Freudenmädchen.

Gutes Mädchen, böses Mädchen, Heilige und Hure, heute alles, morgen nichts. Wer gern küsst, aber Single ist, hat ein Problem. Der neigt zu temporärer Geisteskrankheit im Alkoholrausch, schreibt SMS, nach deren Absenden eigentlich nur noch ein Kopfschuss hilft und steckt seine Zunge in Männermünder, die im nüchternen Zustand tendenziell zugeklebt gehören. Egal, weshalb. Zu schöne Exemplare sollte man nicht küssen, weil am Ende immer einer weint, keine, die es richtig ernst meinen und Don‘t fuck the company. Keine Ahnung, wer dann noch übrig bleibt. Im Grunde ist das auch egal, denn gemeinhin gehören Singles eher zur Menschengruppe der schwer Erziehbaren und machen, was sie nicht dürfen, während sie lassen, was sie sollten. Alles Schlampen. Meine Freundinnen und ich.

Nach einer ewigen Beziehung und einer 2-jährigen konnte ich all meine Liebschaften noch an einer einzigen Hand abzählen. Innerhalb eines halben Jahres der Vogel- und Vögelfreiheit haben sich die Kerben in meinem Badezimmerregal in etwa verdreifacht. Ab und an finde ich Handynummern auf biergetränkten Kassenbons, Visitenkarten in Hosentaschen, Party-Sticker auf meiner Haustür und Kaffee Latte am Morgen danach, ich bin in Besitz eines Notizbuches, auf dessen Deckel „Lovers I had and liked“ steht, meine beste Freundin bekam zum Geburtstag einen selbstgemalten Stammbaum geschenkt, der bloß Jungsnamen und dazugehörige Eckdaten enthält. Ein Vertrauensbeweis, die Freude war groß. Sie könnte damit mein Leben ruinieren. weiterlesen

Die Sache mit der Kapitulation im Kopf.

– 26.11.2012 um 11.59 – Allgemein Leben

e7e594b0216e11e3994c22000ae81dc4 7 Die Sache mit der Kapitulation im Kopf.

Aus gegebenem Anlass (hallo, ihr verzweifelten Freunde, hallo unschlüssiges Ich!), habe ich kurzer Hand diesen alten Text hier reanimiert. Eine Ode an Tocotronic, Rio Reiser und die Hamburger Schule.

Gedankenfäden, die im Dreisekundentakt reißen. Ein Donnerwetter im Kopf und Massaker im Herzen. Zu viele Möglichkeiten, zu wenig Meinung. Das Leben kommt dir vor wie ein mieser Keks aus dem Wunderland. Ein einziger Biss reicht aus und es geht bergab. Im freien Fall verknoten sich Erinnerungen mit Visionen und all die Steine im Magen schütteln dir die Seele aus der Brust. Das Gute daran ist, dass es irgendwann alles vorbei ist. Dass du an all dem wachsen wirst. Aber bis es so weit ist, musst du bluten.

Du weißt nicht, was passiert ist und noch nicht einmal wann, geschweige denn warum. Zeiten ändern sich und dich. Wie ein Puzzelteil, das beim wilden Kinderspiel im falschen Karton gelandet ist, suchst du nach Anschluss, nach deinem Platz. Und plötzlich ist da nichts mehr, was dich hält. Bitte gebt mir meinen Verstand zurück, denkst du. Und danke. Tocotronic. Orientierungslos geisterst du durch das Labyrinth, das du dir selbst gebaut hast. Vergiss nur nicht, dass es einen Ausgang gibt, immer. Bloß das Finden fällt manchmal schwer. Do more of what makes you happy, sagen sie. Aber was ist das, dieses happy? Wenn du nicht einmal weißt, was dich in diesem Moment so unglücklich macht. Wir sind zu jung zum Verzweifeln und zu alt für immer-dieselben-Fehler. Trotzdem passiert es schon wieder – Wir verlieren uns, auf der Suche nach dem ultimativen Glück. Mission Impossible, zum Scheitern verurteilt. Wir können nicht alles haben, nicht immer nur zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Häufig sind wir schlichtweg zur falschen Zeit am richtigen Ort. Wo bleibt der Pause-Knopf, wenn man ihn am meisten braucht? Kassettenrekorder vs. Mensch: 1:0. weiterlesen

Unsere Woche in Bildern und die Sache mit dem Singlesein.

– 26.10.2012 um 15.56 – Allgemein Leben Wir

Unsere woche in Bildern 800x530 Unsere Woche in Bildern und die Sache mit dem Singlesein.(Bei Instagram könnt ihr uns unter sarah_jane, nikejane und thisisjanewayne folgen)

“Her heart was a secret garden and the walls were very high.”

Dieser Satz wurde mir letztens von einer lieben Freundin rüber gereicht, hingekritzelt auf ein altes Kaugummipapier, mit einem listigen Grinsen im Gesicht während der Übergabe. Was sie mir damit sagen wollte: You’re single, not dead. Danke, das verstehe ich. Und: “Sei doch mal wieder offen für Neues”. Ich erzähle das jetzt nur, weil es eigentlich egal ist, ob es nun um mich geht oder nicht. Denn sowas kennt jeder, der je verlassen wurde oder verlassen hat, diese im Grunde genommen sehr gut gemeinten Ratschläge. Das Problem ist nur: Sowas prallt an Solisten grundsätzlich erst einmal ab.

Viel lieber wirft man sich mit dem Kopf zuerst in die nächste Katastrophe, oder aber man schiebt einen Riegel vor diese ganzen Herzdinge und stellt sich in Anwesenheit von Männern schlichtweg tot und demonstriert peinlich auffällig, wie gern man denn allein ist. Dabei liegt die Wahrheit eigentlich irgendwo dazwischen. Single sein kann sich gut anfühlen, Spaß bringen und heilend wirken. Aber eben nicht für immer. Und dann, wenn eine gewisse Zeit ins Land gegangen ist, dann spalten sich Singles plötzlich in unterschiedliche Kategorien auf. Jene, die wirklich leiden zum Beispiel, voller Hingabe. Meist sind das Langzeitsingles mit der größten Berechtigung zum Jammern. Denen darf man irgendwann ruhig raten, dass man sich auch mal was trauen muss. Dass man sich auch vor dem Glück schützt, wenn man versucht, der Scheiße aus dem Weg zu gehen. Am kompliziertesten ist es aber mit jenen, die darauf beharren, sich rundum wohl zu fühlen. Die gern Eisklotz spielen, aber heimlich von Tatort-Abenden auf dem warmen Sofa in trauter Zweisamkeit träumen. Diese Exemplare stehen sich gerne selbst im Weg, verfluchen knutschende Pärchen in der Ubahn, aber hassen es, allein zu schlafen. Jede Bemühung der externen Hilfe durch aufmunternde Worte bringt das Chaos in deren Köpfen allerdings nur temporär unter Kontrolle. Es dauert meist nur ein paar Stunden, bis das nächste Drama per SOS-SMS zur besten Freundin rüber fliegt. Kopfschütteln ist das Einzige, was hilft. Gruppe Drei lebt getreu dem Motto “Fuck the Pain away”. Alles mitnehmen, was kommt. Spaß und Exzess, aber bloß kein Gefühl. Das kann gut gehen. Oder irgendwann zur inneren Leere führen, in einem Teufelskreis münden, aus dem man nur noch schwer ausbrechen kann. Das ist dann wie Drogen nehmen: Erst Euphorie, dann ein ziemlich mieser Aufprall auf dem Boden der Realität. Irgendwann verliebt man sich nämlich doch. Aber dann hat man längst verlernt, damit umzugehen. Statt im richtigen Moment richtig zu Handeln, handelt man im falschen Moment falsch. Und dann liegt plötzlich alles in Schutt und Asche, bevor es überhaupt einen Anfang gab.  weiterlesen

Die Sache mit dem Drama, oder: Art Never Comes From Happiness – echt wahr(.)?

– 22.08.2012 um 18.49 – Allgemein Leben

2a980f98e18f11e1ad5812313804842c 71 Die Sache mit dem Drama, oder: Art Never Comes From Happiness   echt wahr(.)?

Letztens am Küchentisch, eine dieser typischen Szenen. Wein und selbstgemachte Pasta, plötzlich Melancholie. “Glaubst du, wir provozieren die Dramen in unserem Leben, weil wir Angst haben, sonst zu vertrocknen, weil wir das brauchen, um inspiriert zu sein?” -”Ja.”
Die Antwort fiel mir nicht leicht. Weil das alles so nach Geltungsdrang klingt und Freaktum. Aber ja, verdammt. Nach drei Joints sieht man die Dinge manchmal klarer und plötzlich macht es Boom im Kopf. Die Retrospektive gibt mir recht: Die glücklichsten Momente in meinem Leben waren die einfallslosesten.

Versteht mich nicht falsch, ich rede nicht von Glück im klassischen Sinne, ich meine, was ist das, Glück? Ich bin eigentlich immer glücklich, irgendwie, außer die monatlichen PMS-induzierten Hormonschwankungen verknoten mein Gehirn auf absurde Art und Weise. Scheiße fühlt sich das an. So scheiße, dass ich manchmal geneigt bin, mich wieder an der Uni einzuschreiben. Einfach so, bloß, damit ich drei ganze Tage der Woche einfach so verschlafen könnte und Semester schieben, Vorlesungen online streamen und dabei leiden, flach im Bett liegend, wegen der irren PMS. Die Realität sieht anders aus, aber jeder hat schließlich Träume, das ist wichtig. Meiner Logik zufolge müssten das demnach die produktivsten Tage des Monats sein. Aber auch das ist falsch. Diese Art von Traurigeit bringt uns kein Stück weiter. Wir müssen von innen heraus bluten. Worum sich alles dreht, ist doch die Liebe. Was wir brauchen, ist Drama. Und richtig mieser Herzschmerz. weiterlesen

Die Sache mit der Einsicht, die meist zu spät kommt.

– 09.08.2012 um 8.03 – Allgemein Leben

 Die Sache mit der Einsicht, die meist zu spät kommt.

Mit dem Gesicht in die Matratze gedrückt liegst du auf dem Bett, die Arme und Beine weit ausgestreckt. Fünf Minuten lang, zehn, dann 15. Nichts passiert. Kein wirkliches Gefühl, nur dieser beschissene Druck auf der Brust, der dich bald zum Platzen bringt. Und Lethargie. Dir dämmert, wie sie sich fühlen müssen, die Irren. Jetzt schweben können und abheben, damit alles ganz leicht wird. Aussichtslos, denn dein Hirn ist tausend Tonnen schwer. Wie eine Bleiente kriechst du ins Bad, um der Realität ins zerknautschte Gesicht zu blicken. Hallo, du. Alles wird gut, irgendwann.

Seit ein paar Tagen fühlst du dich wie dein eigener Geist, der irgendwo an der Decke hängt, um dreckig lachend mit dem Finger auf dich zu zeigen. Jeder deiner Fehler brennt sich langsam ins Bewusstsein, vertreibt den Nebel, der so lange jedes Gefühl betäubt und dir die Sicht auf das versperrt hat, was man Wirklichkeit nennt. Aufwachen aus dem Schockzustand, begreifen, was passiert ist. Die Einsicht kommt immer, aber meistens zu spät.

Mach kaputt, was dich kaputt macht, heißt es. Und daran hast du dich gehalten. Aber Regeln sind zum Brechen da, weißt du noch? Statt zu kämpfen, bist du fort gerannt, statt zu Lieben hast du kapituliert. Vor der Herausforderung und der Versuchung. Der einfache Weg ist nie der bessere, bloß der schnellste. Und du schaust nach vorne statt zurück. Die Zukunft beschwören, nicht in Erinnerungen ertrinken – Vorsätze, die an kläglichen Versuchen scheitern, immer, wenn das Denken einsetzt. Denn jede Mauer stürzt irgendwann ein unter zu viel Last. Das was übrig bleibt, ist das rohe Fundament, das Fangbecken, in dem Gefühle wie tote Fische an der Oberfläche schwimmen. Reanimation. Und plötzlich regnet es Heftzwecken aus verdrängten Gefühlen, die sich kribbelnd in deinen Körper bohren und dich zusammen zucken lassen, bei jedem Schritt.

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Die Sache mit den “Never Ending Stories”

– 30.04.2012 um 15.14 – Allgemein Leben

IMG 0701 Die Sache mit den Never Ending Stories

Manchmal, mitten am Tag, lässt du alles fallen, auch dich. Auf den Boden, in die Kissen, damit du keine Kraft mehr brauchst zum Stehen. Dein Kopf saugt dir in diesen Momenten alle Energie aus den Gliedern und statt zu denken, träumst du bloß. Von früher. Von dem, was hätte sein können. Wärest du nicht zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen. Oder zur richtigen Zeit genau dort, wo ihr euch zum ersten Mal gesehen habt.

Neue Stadt, neues Glück und mehr Möglichkeiten als Lichter im Club. Hier ein Kuss, da ein Drink und mittendrin dein Herz. Erinnerungen, die im Weltraum kreisen, die das Vergangene fangen, um es dir immer wieder vor die Füße zu schmeißen. Wie ein unsichtbarer Geist lenkt Mister Never Ending Story deine Gedanken. Und egal, was jetzt kommt, du fällst immer wieder zurück. Entfernungen verschwimmen, es ist egal, wo du dich versteckst. Das Gefühl findet dich, ungeachtet dessen wie sehr du dich dagegen wehrst. Der Grund dafür ist einfach, aber wirksam: Was man nicht kriegen kann, das will man haben. Jahrelang das gleiche, ziemlich vorhersehbare Spiel: Verlieben, entlieben, nie wieder lieben. Um am Ende doch betrunkene SMS tippen, an Haustüren klingeln, den Kopf verlieren. Nächtelange Abenteuer, niemals Alltag. Spannung, Spaß und Spiel – nur dass sich diesmal echtes Fleisch unter der glitzernden Verpackung verbirgt, ein schlagendes Herz, das nur darauf wartet, verletzt zu werden. Es sein lassen könnt ihr trotzdem nicht. Ihr seid süchtig nach eurer Story, nach der Never Ending Story, die vielleicht niemals sterben wird.trans Die Sache mit den Never Ending Stories weiterlesen

Die Sache mit der Panik vor dem Unvorhersehbaren.

– 24.02.2012 um 18.18 – Allgemein Leben

Bildschirmfoto 2012 02 14 um 13.09 Die Sache mit der Panik vor dem Unvorhersehbaren. Foto: Jillian Marleen Becker.

Manchmal hast du Angst davor, dass irgendwann alles zusammen bricht. Dass alles, was du liebst, irgendwann einfach nicht mehr da sein könnte. Deine Freunde, deine Gedanken, das Talent und dein Leben. Deine Gliedmaßen kribbeln als würden tausend Maden auf deinem Körper im Takt des Herzschlags tanzen. Die Stirn heiß, der Nacken feucht. Panik. Weil du weißt, dass du niemanden retten kannst. Sie nicht und dich selbst nicht.

Manchmal zittert deine Stimme und die Knie werden weich. Wie ein krankes Lamm versuchst du dich auf den Beinen zu halten, aber du wirst fallen, egal wie sehr du dich bemühst. Immer dann, wenn das schlechte Gewissen dir mitten ins Gesicht schlägt, wenn dir klar wird, dass nichts vollkommen ist. Weil du nicht da sein kannst, wo man dich braucht, nicht überall zu selben Zeit. Deine Geschwister vermissen dich, während du dich fragst, ob sie dich irgendwann vergessen. Der letzte Besuch in der Heimat ist schon Monate her. Was, wenn jetzt irgendwas passiert, wenn das Schicksal schneller zuschlägt als gedacht oder der Zufall falsche Entscheidungen trifft? Dann schaust du aus der Ferne zu und kannst nichts dagegen tun. In solchen Momenten wünschst du dir, du wärest irgendwann die Erste, die geht; damit du den Schmerz nicht miterleben musst, kein einziges Mal. Wie egoistisch von dir. weiterlesen