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She’s beautiful when she’s angry

12.09.2016 um 14.40 – box2 Feminismus Film

shes beautiful when shes angry

Wenn es um Feminismus geht, dann weine ich manchmal laut, jedenfalls innerlich. Entweder vor Verzweiflung über die Borniertheit realitätsverweigernder Gegner dieser elementaren Geisteshaltung, oder aber vor Glück. So wie neulich, als ich zum ersten Mal „She’s Beautiful When She’s Angry“ sah, Mary Dores Werk über die Second Wave Feminists der späten 60er Jahre – ein längst überfälliges Stück Geschichte im Bewegbild, das es auf die großen Kinoleinwände der Welt geschafft hat. Ganz im Gegensatz zu den allermeisten Frauenrechtlerinnen übrigens, dabei gäbe es ausreichend Stoff und Sensationen für mindestens zehn Streifen. Diese inzwischen frei zugängliche Dokumentation über jene Frauen, die in den USA den Gleichberechtigungs-Stein ein zweites Mal zum Rollen brachten, über die verschiedenen Ansätze und Absplitterungen der Bewegung, über Mut und Protest und innere Konflikte, entschädigt uns zumindest ein Stück weit für alles bisher Unverfilmte.

Nach 90 Minuten mit Originalaufnahmen von früher und aktuellen Interviews mit den Protagonistinnen von damals kann ich nicht nur auf unzählige Gänsehaut-Momente, etliche Wut-Knoten und feuchte Augen ob des überschäumenden Kampfgeistes der gezeigten Aktivistinnen zurück blicken, sondern ertappe mich außerdem ungewohnt angesteckt von der inspirierenden Kraft, die Regisseurin Mary Dore mit ihrem Werk auf uns los lässt. Man möchte irgendetwas tun und bewegen, endlich wieder laut werden. Und all jene vor den Bildschirm setzen, die immer noch nicht verstanden haben, was Feminismus bedeutet. Und dass die Welt ausschließlich aus Feminist*innen bestehen sollte. weiterlesen

Doku-Tipp //
„Miss Representation“ auf Netflix

30.05.2016 um 9.37 – Feminismus Film

miss representation thisisjanewayne

Media can be an instrument of Change. It can maintain the status quo and reflect the views of the society or it can awaken people and change minds.
It depends on who is piloting the plane. 

Wir leben im Jahr 2016 und trotzdem scheint die Medienlandschaft immer noch fast ausschließlich zwei Schubladen für stereotype Männer- und Frauenbilder zu öffnen. „Wenn Firmen ihre Produkte mit nackten Frauen bewerben, halte ich das für gerechtfertigt, offensichtlich gibt es ja den Markt dazu“, fauchte uns Ronja von Rönne einst in ihrem Artikel „Warum mich der Feminismus anekelt“ zu. Das ist traurig und wir hoffen, die Verfasserin weiß das eigentlich auch. Denn unser Rollen-Bild wird eben sehr stark von medialen Formaten geprägt. Dabei scheint die Medienlandschaft meistens noch so tief in der Vergangenheit zu stecken, dass es beim Zusehen wirklich schmerzt. Das wundert uns im ersten Moment natürlich nicht, ein paar Zahlen und Fakten dazu sind allerdings erschreckend:

In „Miss Representation“ geht’s nämlich genau darum. Die Doku thematisiert fehlende Role Models, antiquierte Rollenmodelle und die Konsequenzen der einseitigen Frauen-Darstellungen, die diese Mainstream-Medien mit sich bringen. Zwar hat sich seit der Erstaustrahlung dieser Doku im Jahr 2011 tatsächlich ein wenig getan (Well hello, Lena Dunham, Emma Watson, Jennifer Lawrence und jawohl, Disney), wer in letzter Zeit aber mal wieder den Fernseher eingeschaltet hat und auch die Werbung nicht ausgespart hat, der weiß, wovon hier die Rede ist. Miss Representation von Jennifer Siebel – ab jetzt auf Netflix. Und hier gibt’s den 8minütigen Trailer dazu:  weiterlesen

TV-TIPP // „Mode und Individualität“
feat. the Janes

08.03.2016 um 17.29 – box2 Film Wir

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Wieder ein kleiner Clip aus der Reihe Augen (und Ohren) zu und Durch, oder: Meine Güte, wie schnell vergeht denn bitte die Zeit und wie viel kann sich denn bloß binnen so weniger Monate ändern?. In der ARD Alpha Serie „Unsere zweite Haut“ treten wir erstmals in Folge 4 auf und genau jene könnt ihr euch derzeit in der Mediathek zu Gemüte führen. Es gibt nicht nur einiges von der Fashion Week vor gut acht Monaten zu sehen, sondern auch eine hochschwangere Sarah Jane, die beiden Supergirls Pola und Thekla von der Kleiderei, viel Mode und Behind the Scenes Material aus den eigenen vier Wänden (wir hatten damals noch kein neues Büro), sondern auch eine Handvoll Rückblicke in vergangene Zeiten und sogar ein kleiner Schwank über Justin Bieber. „Mode und Individualität“ ist das Oberthema der Sendung, alles dreht sich demnach also um Social Media, Identitäten und Kleider-Inszenierungen, um das Geldverdienen und den Wandel der Zeit.

Irgendwann werden wir telegen sein, ich weiß es. Zumindest in unserer Träumen. Viel Spaß! weiterlesen

Film-Tipp // He named me Malala

28.10.2015 um 9.45 – box2 Feminismus Film

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Malala Yousafzai ist die jüngste Friedensnobelpreisträgerin der Welt. Drei Jahre ist es jetzt her, dass ihr ein Taliban-Kämpfer aus nächster Nähe in den Kopf schießt. Er will endlich das Mädchen töten, das für die BBC im Internet Tagebuch über den Krieg in Pakistan schreibt, darüber, dass ihr Männer mit seltsamen Bärten den Schulunterricht verbieten wollen, das Tanzen, das Tragen ihres Lieblingskleides. Zu diesem Zeitpunkt steht Malala längst auf der Todesliste der radikalen Islamisten, die mit aller Gewalt die Scharia durchsetzen wollen, einen Gottesstaat, in dem Frauen nur noch verschleiert die Straße betreten dürfen. Ein Umstand, den die sie nicht akzeptieren will und kann, Hunderttausende lesen ihre Augenzeugenberichte.

Malala überleb das Attentat und zieht mit ihrer Familie nach Großbritannien, in ihrer Heimat, dem Swat-Tal, jagt man sie weiterhin. Angst hat sie selten, vielleicht kommt sie aber auch einfach nicht dazu, denn es gibt Wichtiges zu tun. An ihrem 16. Geburtstag hält die junge Frau, die nur durch ein Wunder überleben konnte, vor den vereinten Nationen eine Rede, die um die Welt geht. „Ein Kind, ein Lehrer, ein Buch und ein Stift können die Welt verändern“, sagt sie da. Bis heute setzt sich die inzwischen 18-Jährige als Mitbegründerin des Malala Fund für das Recht von Mädchen auf Bildung ein, überall. Ob sie manchmal an Rache denkt? Nie. „Solche Gefühle sind mir fremd,“ erklärt sie Regisseur Davis Guggenheim, der die Heldin seines vielfach ausgezeichneten Dokumentarfilms achtzehn Monate lang begleitete. Dabei lächelt sie schief. Eine Gesichtshälfte ist seit dem Anschlag gelähmt. Ihr Mut ist durch diesen Tag aber nur noch größer geworden. weiterlesen

Doku-Tipp //
„Wir sind Fashion“ auf Arte

25.09.2015 um 10.27 – box1 Film

wir sind fashion arte this is jane wayne
Es ist jetzt fast ein Jahr, dass Arte und Lonamedia uns mit der Kamera durch unseren Arbeitsalltag begleiteten und mir stockt ganz ehrlich der Atem bei dem Gedanken an morgen, den Tag, an dem die einstündige Dokumentation „Wir sind Fashion – die neue Macht der Modeblogger“ um 22.35 Uhr Premiere feiert, um anschließend in die +7 Mediathek zu wandern. Mit dabei sind außerdem VOGUE Chefredakteurin Christiane Arp, Scott Schuman, seines Zeichens Vater der Streetstyle-Fotografie, Stilikone Veronika Heilbrunner mit My-Theresa-Chefeinkäufer Justin O’Shea, das Purple Magazine-Urgestein Olivier Zahm und viele mehr.

Wie es sich anfühlt, sich selbst im Bewegbild zu sehen und, noch schlimmer, zu hören, das muss ich euch bestimmt nicht erzählen, wenn man nämlich nicht gerade überdurchschnittlich arg auf das eigene Antlitz fliegt, dann ist es schlichtweg absurd, verrückt und dann und wann auch wirklich unangenehm, was nicht zuletzt an seltsamen Frisuren und viel durchschimmerndem Sprach-Kaudawelsch (hallo Rheinland!) liegt. Aber wisst ihr was? Alles egal. Vielleicht ist es an der Zeit, endlich aufrichtig stolz zu sein. Auf euch und uns, auf das, was wir hier in fünf Jahren aufgebaut haben, als beste Freundinnen und Partner in Crime, die nunmal lieber stampfen als zu stöckeln. Danke Nicola Graef, Kira Pohl und Lonamedia. von Herzen. Es war ein Fest, mit euch zu drehen. weiterlesen

Doku-Tipp // „Chef’s Table“
– wieso ich neuerdings Möhrchen respektiere

25.06.2015 um 15.10 – box1 Film

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Ich bin kein Fan von Food Trends, aber von gutem Essen. Ich verstehe die hohe Kunst der Selbstgeißelung durch freiwilligen Verzicht (auf kesse Kohlenhydrate, geile Gluten oder zauberhaften Zucker) nicht, den Appetit auf Experimente aber umso mehr. Ich habe keine Ahnung von Fisch und Fleisch, dafür koche ich bombenmäßige Chili Sin Carne. Kurzum: Ich kenne mich nicht aus, in keinster Weise, bloß mit Tischmanieren, aber auf meine Zunge ist ausnahmslos Verlass. Vor ein paar Monaten hätte ich mir beim Anblick einer Miniatur-Möhre samt millimeterdünner Möhrenhaube plus Möhrenschaum vor lauter Unwissenheit vermutlich also noch hämisch ins Fäustchen gelacht, ähnlich wie es Clairette an dieser Stelle tat. Was soll beim Herrichten dieses köstlichen Naturgewächses schon großartig schief gehen, richtig?

Heute weiß ich: Jede Menge. Auch, dass Polemik, wann immer Köche und Köchinnen involviert sind, die ihre Seele für jedes noch so zarte Möhrchen hergeben, fehl am Platze ist. Wollte man nun pöbeln, könnte man auch fordern: Wenn man keine Ahnung hat, ihr wisst schon. An diese Regel halte ich mich spätestens seit über sechs Stunden kulinarischem Genuss der Extraklasse, der mir kürzlich dank Chef’s Table beschert wurden – einer Netflix Original Serie, die zwar in Weltklasse-Küchen schaut, aber vor allem die vor Leidenschaft und Hingabe glühenden Persönlichkeiten, die Künstler und Kreuzundquerdenker dahinter portraitiert. weiterlesen

Film-Tipp // „Seht mich verschwinden“
– Die berührende Geschichte der Isabelle Caro

16.06.2015 um 13.46 – box2 Feminismus Film

seht mich verschwinden

„Wir leben in einer anorektischen Gesellschaft“, behauptet der italienische Fotograf Oliviereo Toscini. Vor allem die Modewelt habe mit Magersucht und Bulimie zu kämpfen, sie sei krank, sehr krank. Wie recht er hat, beweist nicht nur eine vor Kurzem öffentlich gewordene Studie, in der 70 von 241 essgestörten Patientinnen angaben, Heidi Klums Germany’s Next Topmodel habe „einen sehr starken Einfluss auf ihre Erkrankung gehabt“. Das jüngste Beispiel einer Saint Laurent Kampagne, die aufgrund der zu dünnen 18-Jährigen Kiki Willems schon kurz nach Veröffentlichung von der Advertising Standards Authority verboten und verbannt wurde, lässt tiefe Einblicke in das zunehmend unverantwortliche Treiben der Global Player der Branche zu. Wie aber macht man am besten auf eine Krankheit aufmerksam, die nur haarscharf am geltenden Schönheitsideal vorbei schrammt? Für die einen ist Anorexie zu abstrakt, zu weit weg, zu unwirklich. Andere stecken selbst schon viel zu tief drin.

Magersucht als omnipräsentes Thema kommt trotz der beiwohnenden Tragik häufig ohne anteilnehmende Emotionen aus. Statt Empathie erzeugen Bilder wie jene von Isabelle Caro, die 2007 gerade einmal 32 Kilo wog und vor Toscinis Linse nackt für eine No-Anorexia-Kampagne posierte, tendenziell eher Ekel und Entrüstung. Manchmal werden sie aber auch übersehen. Vielleicht weil wir abgestumpft sind, womöglich wegen der Gewöhnung. Der jüngst in den Kinos angelaufene Dokumentarfilm „SEHT MICH VERSCHWINDEN“ fordert seine Zuschauer auf, unsere mediatisierte Welt durch die Augen von Isabelle Caro und Kiki Allgeiger zu betrachten. Er macht uns bewusst, dass man gegen Essstörungen, gegen den Magerwahn in der Modeindustrie und der damit verbundenen schweren Erkrankung Magersucht, kämpfen muss, immer wieder. weiterlesen

DOKU-TIPP // „The True Cost“ ab heute online
– über die Folgen der Billig-Mode-Industrie

01.06.2015 um 13.44 – box2 Film

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“ Einige Menschen haben alle Möglichkeiten, weil andere Menschen gar keine haben.“

Über Billigmode und deren Folgen, über unser Handeln und Nicht-Handeln, über gute Vorsätze, schlechte Umsetzungen, kleine Fortschritte, persönliche Gradwanderungen und große Ethik-Fragen haben wir auf Jane Wayne schon häufig diskutiert. Mit kritischen Texten über grausame Gegebenheiten macht man sich nicht immer Freunde, vor allem dann nicht, wenn man man selbst im Hexenkessel rührt, das ist wenig verwunderlich und unumgänglich. Trotzdem werden wir keinesfalls damit aufhören, uns selbst und euch und das, was in dieser Welt passiert, zu hinterfragen, wir werden trotz Gegenwind nicht müde, auf Projekte zu verweisen, die dazu da sind, der westlichen Welt die Augen zu öffnen. Und auch uns.

Wer uns regelmäßig liest, der weiß, dass wir in den letzten Jahren Konsequenzen gezogen haben, die längst nicht ausreichen. Dass wir mehr falsch machen als richtig. Aber wir sind auf einem Weg, der auch durch Dokumentationen wie „True Cost“ immer weiter gepflastert wird. Seit heute ist das Werk des kalifornischen Regisseur Andrew Morgan online verfügbar. weiterlesen

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Trailer & Doku-Tipp //
„IRIS“ über Mode-Ikone Iris Apfel

17.03.2015 um 15.38 – box3 Film Menschen

iris apfel dokumentation tis„I never judge. It’s better to be happy than well dressed.(..) and I don’t have any rules, cause I would only be breaking them so it’s a waste of time.“ Eigentlich möchte ich Iris Apfel jedes Mal durch den Bildschirm die Füße küssen, sobald sie ihren inzwischen charmant verschrumpelten, aber immer noch äußerst spitzzüngigen, 93-jährigen Mund aufmacht. Die New Yorkerin ist seit jeher der schrillste Vogel der Upper Class, aber spätestens seit 2005, als das Metropolitan Museum of Art eine Ausstellung mit Namen „The Irreverent Iris Apfelzeigte, ist die Grande Dame auf der ganzen Welt bekannt wie ein bunter Hund. Dabei kann sie deutlich mehr Talente als das irrwitzige Stapeln und Kombinieren etlicher Muster und großer Klunker ihr Eigen nennen. Nachdem sie Kunstgeschichte studiert hatte, begann sie mit 20 für “Women’s Wear Daily” zu schreiben und schnupperte erstmals Inneneinrichtungs-Luft. Anfang der 50er Jahre gründete sie schließlich die Designfirma „Old Weavers“ und bereiste gemeinsam mit ihrem Mann den halben Erdball. Aus Indien, Asien oder dem Orient brachte sie fortan immer neue Ideen mit nach Hause, von denen unter anderem Persönlichkeiten wie Greta Garbo oder Estée Lauder profitierten. Nicht einmal das Weiße Haus blieb vor dem scharfem Auge des Paares und all ihren exotisch-stilsicheren Wohnideen verschont. Noch heute noch berät Frau Apfel höchst persönlich die Creme de la Creme, wenn es um deren äußere Erscheinung oder jene ihrer eigenen vier Wände geht. Ganz zu schweigen von sämtlichen Modehäusern wie beispielsweise & other stories, die die bebrillte Dame hin und wieder sogar als Model buchen.

Eine Dokumentation namens „IRIS“ war also längst überflüssig. Wer allerdings denkt, das Werk von Albert Maysles drehe sich nur um Äußerlichkeiten, der irrt. Iris Apfel würde nämlich niemals den Blick für das Wesentliche verlieren. In Modefragen vertrauen ihrem Wort aber weiterhin: “The greatest fashion-faux-pas is looking in the mirror and seeing someone else – relax.” weiterlesen

TRAILER // Kurt Cobain-Dokumenation
„Montage of Heck“

13.03.2015 um 12.57 – box3 Film

kurt cobain documentary

Man kann nah am Wasser gebaut sein, oder eben nicht, aber der Trailer zur Kurt Cobain-Doku „Montage of Heck“ ist zweifelsohne dazu in der Lage, aus Männern Mäuse zu machen, inklusive dicker Krokodilstränen. Denn obwohl wir die Geschichte der Grunge-Legende vermeintlich in und auswendig kennen, womöglich sogar seine längst veröffentlichten Tagebucheinträge lasen und Nirvanas „Nevermind“ im Schlaf mitsingen können, bekommen wir diesmal (neues) Film- und Tonmaterial von der hinreißendsten und zugleich schonungslosesten Sorte serviert.

Insgesamt acht Jahre lang arbeitete der Oscar-nominierte Regisseur Brett Morgan mit Cobains Familie zusammen, um im Mai diesen Jahres endlich das erste voll autorisierte Werk über den 1994 verstorbenen Gitarristen und Sänger veröffentlichen zu können. Als Produzentinnen wirkten Courtney Love und ihre Tochter Frances Bean diesmal höchst persönlich mit – Und das merkt man. Selten wurden Cobains seelische Qualen so deutlich, intensiv und ehrlich transportiert. „Ich weiß nicht, wie irgendjemand damit klarkommen soll, wenn ihn die gesamte Familie zurückweist“, hört man eine Stimme aus dem Off. „Ich bin Kurt Cobain“, sagt daraufhin ein kleiner blonder Junge. Spätestens hier fällt der Vorhang und Curt wird vom Mysterium zum Menschen: weiterlesen

Doku-Tipp //
Kleider-Recycling: Humbug oder sinnvoll?

27.01.2015 um 20.10 – Film Mode

macht recycling sinnIch erinnere mich noch gut an einen Aufruf H&Ms, in dem es hieß: Her mit eurer alten Kleidung! Und damit stand der Modegigant nicht alleine da, immer Läden bieten inzwischen die Rücknahme von gebrauchter Kleidung an, oft auch gegen bares Geld. Das Versprechen: Alles wird recycelt. Aber kann das überhaupt sein? Werden aus unseren alten Lappen wirklich neue T-Shirts? Oder haben wir es hier mit einer reinen Bauchpinselei des eigenen Gewissens zu tun, ganz nach dem Motto „gutes Tun rechtfertigt jeden weiteren Konsum“, mit einem Marketing-Mechanismus, der uns bloß zu weiteren Käufen anstiften soll?

In der 25-minütigen Doku „Kleider Recycling – Humbug oder sinnvoll?“ wird schon nach wenigen Minuten klar: Man führt uns da ein Stück weit an der Nase herum. Von etwa 11 Tausend Tonnen Altkleidern pro Jahr landen in etwa 50% in Second Hand Läden, die andere Hälfte endet im Schredder. Mehr als Putzlappen, Stoffe für Autoinnenverkleidungungen oder Malerfilze kann aus diesen Resten allerdings nicht hergestellt werden. Fakt ist also: Aus einem alten Shirt kann kein neues werden, und wenn doch, dann grenzt dieser Vorgang an wirtschaftlichen Unsinn. Die Alternative: Bewusster Shoppen, nachhaltiger Gebrauchen und viel häufiger die Freude des Kleider-Swappings zelebrieren. Gibt es denn keine andere Möglichkeit? Jein. Aber die Hochschule Reutlingen hat da noch eine andere Idee: weiterlesen

Doku-Tipp// „God Save My Shoes“

01.09.2014 um 7.50 – Film Schuhe

god-save-my-shoes-doku„Sind sie nicht schön? Wie Bonbons!“ / „Die Schuhe in meinem Schrank haben alle Namen!“ / „Ich trage sie gar nicht so oft, aber ich liebe sie. Sie sind mein kleiner Schatz“. / „Wenn ich mich in Schuhe verliebe, kaufe ich sie sofort.““ / „Meine Füße sind mein liebstes Körperteil und ich dekorierte es mit Schuhen.“ / Schuhe machen, dass unser Hirn aussetzt, genau wie der Verstand. Aber warum? Während ein zu großer Po in einer zu kleinen Jeans zu zwicken beginnt und im schlimmsten Fall zu schwer überwindbaren Komplexen führt, funktioniert Schuh-Shopping in den allermeisten Fällen ganz ohne das Heraufbeschwören größerer Traumata. Vielleicht liegt genau in dieser einfachen Rechnung der offensichtlichste aller Gründe dafür verborgen, dass Schuhe selbst bei eigentlich sehr kontrollierten Frauen eine unkontrollierbare Lust hervorrufen, ein waschechtes Begehren und viele zuckersüße Emotionen. Darüber hinaus sind Schuhe aber nicht nur des Auslösens diverser Gefühlsduseleien imstande, viele von uns benutzen die gar nicht mal so unschuldigen Zehen-Schmeichler vor allem dazu, Macht und Kaufkraft zu demonstrieren. Schuhe gelten längst als akzeptiertes Statussymbol, Amerikanerinnen legen sich im Schnitt 7-8 Paar jährlich zu, dicht gefolgt von den Französinnen, deren Sammlungen schnell ein paar Tausend Dollar wert sein können.

Die Dokumentation „God Save My Shoes“ von 2011 lässt Trash und Historie aufeinander treffen, beleuchtet „psychologische, soziokulturelle und erotische Aspekte dieser Leidenschaft“ und lässt neben Sammlerinnen auch Historikerinnen, Moderedakteurinnen, Psychologen und Designer zu Wort kommen. Der Schuh als Ausdruck von Emanzipation, Weiblichkeit und Selbstbestimmung? Als feministisches Statement? Barbie vs, Betty Boo? Auch darum geht’s: weiterlesen

Film-Tipp // „Pretty Ugly
– Schön kann jeder“

25.08.2014 um 10.23 – Allgemein Film

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Mut zur Macke? Wie soll das gehen, in einer Gesellschaft, die Botox zum Abendbrot serviert, Fett-speichernde Tabletten zum Dessert verspeist und Gott Photoshop verehrt? Wer nicht schön ist, muss leiden. Es sei denn, man bietet dem Wahnsinn die Stirn. David gegen Goliath? Kann klappen. Während der 90er Jahre gelangte ein gewisser Del Keens, das bis dato „hässlichste Model der Welt“, zu Weltruhm, trotz, oder gerade weil er anders war, das Gegenteil vom Stereotyp des Perfekten eben, interessant und ausdrucksstark, ein Blickfang der garantiert für Gesprächsstoff sorgen würde. Levi’s buchte ihn, genau wie Diesel und andere Modegiganten – die Rechnung ging auf. Bis das Feuer des Ungewohnten nach ein paar Jahren erloschen war und niemand in der Bracnhe mehr nach optischen Individualisten gierte.

Heute lebt Dan in Berlin. Der Dokumnetarfilm „Pretty Ugly – Schön kann jeder“ portraitiert sein Leben zwischen Sozialhilfe und dem einen, ganz großen Traum: Misfits Models – einer Agentur für Models jenseits sämtlicher Ideale. Geht der Plan auf? Und: Wie sehr unterstreicht ein Außenseiter-Projekt wie dieses unabsichtlich die Macht des gängigen Schönheits-Irrsinns und besteht vielleicht sogar die Gefahr, dass aus Menschen mit Makeln Öffentlichkeits-wirksame Clowns werden? weiterlesen

Tv-Tipp: Themenabend auf Arte – „Forever Jean Seberg“ & „Außer Atem“ auf Arte

15.01.2014 um 10.13 – Film Menschen

Raspelkurze Haare, ein unschuldiger Blick und ein ziemlich selbstbewusster Auftritt: Jean Seberg gehört zu meinem ganz persönlichen Stil-Vorbild der 60er Jahre – durch ihre jungenhafte Anmut und engelhafte Zartheit. Während sich um ihren mysteriösen Tod immer noch Verschwörungstheorien reihen, ist es ihre Rolle in Jean-Luc Godards Klassiker „Außer Atem„, die sie über Nacht berühmt werden lässt und zur Kultfigur der Nouvelle Vague ernennt. Aber wer war Jean Seberg überhaupt und warum verblasst ihr Zauber selbst nach Jahrzehnten einfach nicht?

Arte geht dem Mythos „Jean Seberg“ heute Abend einmal genauer auf den Grund, zeigt bislang unveröffentlichte Bilder und Interviews von Freunden und Zeitzeugen in „Forever Jean Seberg„, der Doku über die schöne Amerikanerin, die ganz unweigerlich in ihrer Rolle gefangen blieb, das Ideal der Gerechtigkeit nie aus den Augen verlor und, laut Erzählungen, das persönliche Glück scheinbar nicht finden sollte. En top wartet Godards Klassiker „Außer Atem“ ab 20.15 Uhr auf euch – an der Seite von Jean Paul Belmondo als zuckersüße Zeitungsverkäuferin in Paris. Nicht verpassen! weiterlesen

Doku-Tipp: „Scatter My Ashes at Bergdorf’s“

23.04.2013 um 15.29 – Allgemein Film Mode

Gegründet 1899 von dem deutschen Maßschneider Herman Bergdorf und seinem Mitarbeiter, Designer Edwin Goodman, gehört das Luxuskaufhaus Bergdorf Goodman heute zu den teuersten Adressen auf New York’s Fifth Avenue. Es ist nicht bloß irgendein Modemekka, das die teuersten Designer der Gegenwart unter einem Dach vereint, es ist der wahr gewordene, Amerikanische Traum – eine Manhattaner Institution, ein Ort, der über Erfolg bestimmt und zu unvorstellbaren Umsätzen verhelfen kann – sowohl in der Vergangenheit als auch heute.

Anlässlich des 111. Geburtstags im Vergangenen Jahr (man zählt ab 1901) gab’s bereits einen ersten Einblick in die Geschichte des Familienunternehmens – in dem Buch „Scatter My Ashes at Bergdorf’s„. Nun darf der Inhalt natürlich nicht länger auf der Leinwand fehlen und erscheint ab dem 3. Mai in ausgewählten Kinos. Eine Zeitreise durch die Mode, durch die New Yorker High Society und eine Dokumentation, die sich der Geschichte eines Erfolgsmodells annimmt. weiterlesen