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Kino-Doku: „Taste the Waste“ – „Wir sollten uns mäßigen“

07.09.2011 um 16.01 – Allgemein Film Leben

„Warum schmeißen wir unser Essen auf den Müll? Allein in Deutschland werden jedes Jahr 15 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen. Die Halbierung des Lebensmittelmülls würde ebenso viele Klimagase vermieden wie die Stillegung jedes zweiten Autos weltweit.“ Der Trailer des DokumentarfilmsTaste the Waste“ beginnt mit seinen fettgedruckten Schriftzügen beinahe pathetisch. Ein Moralapostelfilm, denkt sicher manch einer. Aber irgendwie scheinen wir es nicht anders zu begreifen.

Es fängt früh morgens an, wenn wir unseren Kühlschrank öffnen, nach dem Erdbeerjoghurt greifen und das Haltbarkeitsdatum checken, bevor wir den Aluminiumdeckel überhaupt abgezogen haben. Ich kenne viele, viele Menschen, denen eigentlich sehr bewusst ist, welche Katastrophen sich tagtäglich auf der Welt ereignen und das gerade wir eine Mitschuld an vielem, vor allem der Zerstörung unserer Umwelt, tragen. Und trotzdem: Zeigt der Becher das Datum des selbigen Morgens, landen im Schnitt 200 Gramm Milchspeise einfach so im Müll. Der Ekel vor verdorbener Nahrung ist zu groß, als dass man das Risiko eingehen würde, einem verdorbenen Quark ins Auge zu sehen. Dabei müsste doch jedes Kind wissen, dass „Mindesthaltbarkeit“ ungleich „Abgelaufen“ ist. Und dass die meisten Lebensmittel auch Tage nachher nicht an Qualität verlieren. Die Nahung befindet sich schlitweg nicht mehr in ihrem alten Zustand, was bei Vanillepudding in etwa so viel heißt, wie: Einmal durchrühren, damits wieder cremig ist, fertig, weiterlesen