Schlagwort-Archiv: Elektro

Angehört: D E N A – “Game” & “Boyfriend”

– 16.05.2012 um 15.04 – Allgemein Musik

Es gibt Lieder, die sich schon mit dem ersten Beat in deinen Gehörgang fressen. Meist bleiben sie dort ein paar Tage lang, bis schließlich die Übersättigung einsetzt, die Ernüchterung. Aus Euphorie wird plötzlich Langeweile und was wir eben noch in den Himmel gelobt haben, wird im nächsten Moment in der letzten Ecke des Plattenkellers vergraben. Und es gibt D E N A. Denas Musik ist das Gegenteil von Stillstand. Sie klingt nach Kaugummiapparat und Diskokugel, nach einem Mädchen, dem das Herz auf der Zunge liegt. Es braucht vielleicht ein paar Anläufe, bis all die Töne und Denas Stimme vom Kopf ins Herz rutschen und am Ende unsere Füße schütteln als gäbe es kein Morgen mehr. Aber wenn genau das passiert, dann kapitulieren wir vor den Beats der in Bulgarien geborenen Wahlberlinerin und fragen uns, wieso es nicht mehr Denas auf der Welt gibt. Die Antwort darauf ist einfach: Weil Dena eben Dena ist. Kein Fake, kein vom Musikbusiness geformtes Püppchen, sondern eine extrem talentierte junge Dame, die ihre Träume lebt, statt auf das Irgendwann zu warten. Ihre Texte sind so ehrlich wie sie selbst. Ungeschönt und geradeaus. Denn wer braucht schon pathetische Poesie, wenn die Realität dir genug Stoff für Silben liefert, die wir uns am liebsten fett gedruckt über’s Bett hängen würden.

Ganz unbekannt ist Dena nicht: Wer genau hinhört, der findet ihre Stimme längst in einigen Tracks der Whitest Boys Alive wieder – Erlend, Marcin, Sebastian und Daniel haben nämlich schon längst begriffen, dass da was Großes im Anmarsch ist. Miss Denitza “Dena” Todorova, wir würden gern noch viel, viel mehr von dir hören. weiterlesen

Musik: Morgen erscheint “Hurry Up, We’re Dreaming” von M83!

– 13.10.2011 um 14.23 – Allgemein Musik

m83 hurry up were dreaming Musik: Morgen erscheint Hurry Up, We’re Dreaming von M83!

Es dauerte eine Weile, bis ich mich an all die elektronischen Töne der Jetztzeit gewöhnt hatte. Geschmäcker ändern sich, du änderst dich. Höchstwahrscheinlich ist das ganz in Ordnung so, denn sonst hätte ich M83 wohl niemals lieben gelernt.

Anthony Gonzales, der Frontmann-Franzose hinter dieser Dreampop-Kombo ist einer dieser Helden, die uns mit perfekt aneinander gereihten Kopositionen taumeln lassen und vernebeln – ganz ohne Drogen und sonderlich viel Klimbim. Das sechste Werk und Doppelalbum der auf “Shoegaze-Pfaden” wandelnden Fünf, Hurry Up, We’re Dreaming, gleicht laut Spex einer “Traumerfahrung“. Auch wir denken an eine seichte Schiffsreise über das gleichmäßige Meer aus Synthesizern und Streichern, aus orchestralen Wellenhügeln und Chören und Saxophon-Einlagen. Anregungen holte sich Gonzales offenbar bei den ganz Großen: Im Rolling Stone nennt er das “White Album” der Beatles, “Ummagumma” von Pink Floyd oder Smashing Pumpkins’ “Mellon Collie and the Infinite Sadness” als Inspirationsquelle. Ja, das Erstellen eines Doppelalbums ist keine Leichtigkeit, auf diese drei Urgestein-Platten wurde allerdings alles richtig gemacht. Ob M83 aber mit ihnen konkurrieren kann? Das, was im Stream zu hören ist, lässt auf’s erste Hören jedenfalls darauf schließen. weiterlesen

Angehört: Oh Land – White Nights

– 10.03.2011 um 16.56 – Allgemein Musik

Eigentlich wollte die engelsgleiche Nanna Øland Fabricius Ballerina werden. Ihr Leben verlief in geregelten Bahnen, gerade so wie es ihrer Opern-Sängerinnen-Mama recht war. Im Kopf der hübschen Dänin bahnte sich allerdings etwas ganz anderes an: 2008 veröffentlichte sie unter dem Namen Oh Land schließlich ihr Debütalbum “Fauna” – damit dürfte ihr Entschluss wohl gefasst gewesen sein: Das Tutu wurde in die Ecke geschmissen, stattdessen konzentriert das grazile Wesen mit dem langen blonden Haar sich auf das Besingen und Erzeugen von futuristischem Elektro-Pop.

„Ich möchte klingen, als wäre ich aus dem Jahr 2050“, sagt sie einmal. Naja, fast. Zumindest ist Oh Land aber endlich mal eine nette Alternative zu Lykke Li und Konsorten. Merci, liebe Nanna. weiterlesen

Angehört und angesehen: Digitalism – Blitz

– 09.11.2010 um 13.49 – Allgemein Musik

Wirft man die beiden Hamburger Jens Moelle und Ismail Tüfekçi in einen Topf, rührt das Ganze kräftig um und lässt es eine Zeit lang brodeln, so erhält man eingängige Elektro Tunes, die durchaus zu ekstatischen Zuständen führen können. Nach knapp drei Jahren melden sich Digitalism nun endlich zurück. Hits wie Idealistic und Pogo haben sich bereits in unsere Köpfe gebrannt, jetzt liefert uns das Duo aus der Kitsuné Familie ihren neusten auditiven Leckerbissen: Blitz. Für meinen Geschmack ist der aktuelle Track ein bisschen zu trocken, ganz angetan bin ich hingegen vom Video dazu. Schwarzweiß-Optik, Strobo-Effekte und Live-Aufnahmen hauchen dem Filmchen beinahe künstlerische Anwandlungen ein. weiterlesen