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Feministische Pornos – gibt’s das?
Ein Gespräch mit Regisseurin Erika Lust

05.02.2015 um 9.07 – Feminismus

erika lustIch mochte Pornos lange Zeit gar nicht. Als Teenie führte mich meine Neugier als erstes, klar, zu YouPorn, so ehrlich bi ich jetzt einfach mal. Die Filme, die ich dort fand, enttäuschten mich allerdings über alle Maßen: Ein bisschen Rumrubbeln, ein paar Stellungswechsel, kurz Rein-Raus und am Ende folgt das klebrige Frauengesicht, immer die gleiche Leier. Nicht cool. Mein Interesse verpuffte im Nichts.

Als Feministin störte mich ausserdem die dämliche, oft erniedrigende Darstellungen von der Frau als reinem Sexobjekt und Wackelhäschen, das, natürlich, immer und überall bereit ist. Sämtliche Pornos waren für mich fortan gegessen – bis ich die Erotikfilme von Erika Lust entdeckte. Was ich sah, waren Menschen, die Spaß daran haben, miteinander Sex zu haben und dabei auch noch aussehen, wie normale Menschen eben aussehen, wenn sie miteinander schlafen. Erikas Filme gelten als „feministische Pornos“. Weil sie authentisch sind, Geschichten erzählen und nicht, pardon, ausnahmslos mit einem „glorreichen“ Cumshot enden. Ihr mögt euch jetzt vielleicht fragen, wie Feminismus und Porno überhaupt zusammen passen können, ob das überhaupt möglich ist. Geht mir genau so – deshalb habe ich mir Erika geschnappt, um mit ihr über Stereotypen in Pornos und “50 Shades of Grey” zu sprechen, darüber, warum die Pornobranche Feministinnen dringend braucht. weiterlesen