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„Grow up“ feat. Mercedes-Benz //
Eine Anleitung zum Erwachsenwerden

24.04.2017 um 8.50 – Kampagne Leben Wir

Werdet erwachsen, sagen sie. Und alles, woran ich denken muss, ist ein spaßbefreites Leben. So lange ich denken kann, dreht sich alles ums Erwachsenwerden: Während ich mich mit 16 Jahren erwachsener denn je fühlte und es kaum abwarten konnte, es endlich auch zu sein, wehrte ich mich spätestens mit 25 gegen diese seltsame Begrifflichkeit. Werd‘ erwachsen! Trag‘ Verantwortung! Sei nicht so albern!, schallte es in meinem Kopf, während ich an Staubmäuse dachte, an ultimative Spießigkeit und das Begraben meines alten Lebens. Dass ich inzwischen aber vielleicht längst erwachsen bin, das habe ich erst viel später begriffen. Nämlich als ich anfing, das Großwerden endlich positiv zu sehen. Am Ende ist es doch so: Jede Erfahrung, jeder Meilenstein und jede Entscheidung hat mich zumindest ein Stück weit erwachsener gemacht:

Reifer, zufriedener, selbstbestimmter, vernünftiger und unvernünftiger zugleich, ruhiger und wilder, ernsthafter und impulsiver, strikter, konzentrierter und manchmal eben auch weniger panisch. Mit fast 30 habe ich das Erwachsenwerden für mich ganz einfach neu definiert. Es geht schließlich vor allem um Freiheit im Kopf, um Flexibilität, um innere Ruhe und um eine Art von Selbstsicherheit, von der ich als junges Mädchen noch meilenweit entfernt war. Erinnern muss ich mich an diese Vorzüge trotzdem immer wieder. weiterlesen

Die Sache mit der Angst vor dem Nicht-Erwachsenwerden.

13.09.2011 um 15.38 – Allgemein Leben
Foto via starry eyed.

Manchmal wache ich auf und weiß nicht wie alt ich bin. In meinen Papieren behaupten sie, ich sei dreiundzwanzigeinhalb. Ich bezweifle das. Und dann habe ich Angst, niemals erwachsen zu werden.

Ich könnte einer geregelten Arbeit nachgehen, um neun Uhr in der Früh ein paar Runden auf meinem Bürostuhl drehen, um gähnende acht Stunden später den Feierabend mit einer faden Weißweinschorle zu begießen. Mit Kollegen, die ebenso adrett gekleidet sind wie ich; mit meinem Chef zum Beispiel, der ständig jammert, weil er sich beim Hinsetzten immer wieder am Stock stößt, der ihm bis zum Rand im Arschloch steckt.

Ich habe keinen Chef, immer zu wenig Geld und einen Bürostuhl, der sich vor lauter Rost nicht mehr drehen will. Ich begieße meinen Feierabend oft gar nicht und wenn, dann mit Bier bis tief in die Nacht und Freunden, die Stöcke über dem Knie zerbrechen, sie in Seen werfen, oder Baumhäuser daraus bauen.
Ich könnte tanzen gehen zu sexy Musik, mit dem Hintern wackeln, bis der Raum in Flammen steht. Ich könnte hohe Schuhe dabei tragen und mit den Augen klimpern und mein Make Up nachziehen, sobald der erste Schweißtropfen mein Antlitz ruiniert. Ich könnte mich benehmen und aufhören, wenn’s am schönsten ist und Wasser trinken, um vom Magen nicht auf links gestülpt zu werden. Auch das Rauchen könnte ich sein lassen und das betrunkene Nachrichtenschreiben kurz vor dem Heimweg. weiterlesen