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Buch-Tipp: Ich befinde mich im Sartre-Rausch.

15.03.2011 um 14.58 – Allgemein Buch

„Und es stimmte, ich war mir dessen immer bewusst gewesen: Ich hatte kein Recht zu existieren. Ich war zufällig erschienen, ich existierte wie ein Stein, eine Pflanze, eine Mikrobe. Mein Leben wuchs auf Geratewohl und in alle Richtungen. Es gab mir manchmal unbestimmte Signale; dann wieder fühlte ich nichts als ein Summen ohne Bedeutung.“

Jean-Paul Sartre ist mein Lieblingsschriftsteller. Nicht, weil das, was er schreibt „ach so intellektuell ist“ und auch nicht weil ich dem Existentialismus sonderlich verfallen wäre. Ich mag diesen feschen, aber leider toten Franzosen so sehr, weil er mit Worten umgeht als seien sie Stecknadeln im Heu. Er sucht behutsam nach dem einen Ausdruck, der einen Umschreibung, die alles Gesagte bettet wie ein Federkern-Plümo den Arsch der Queen. Wörter legen sich um Gegebenheiten wie Latex um die Haut – alles passt perfekt.

Vor ein paar Jahren fing alles mit der „Geschlossenen Gesellschaft“ an. „Die Hölle, das sind die anderen“, yeah, Jean-Paul, du bist mein Mann. Dann „Das Spiel ist aus“, „Die Fliegen“, „Das Sein und das Nichts“. Später bekam ich „Die Wörter“ vorgelegt – ein Fehler, denn nach dieser Biografie wandte ich mich vom Liehaber der schrägen Simone de Beauvoir ab und widmete mich protestvoll ihren Werken. Vor ein paar Wochen trat sein Roman „Zeit der Reife“ in meinen Leben und mit ihm auch die neuentfachte Liebe zum hippsten französischen Intellektuellen des 20. Jahrhunderts. Ich versuche nun, Verpasstets aufzuholen, denn irgendwann will ich sagen können „Ich hatte sie alle“. „Der Ekel“ sollte es nun sein und wieder bin ich gefangen in Satres Wörter-speiendem Werk zwischen Existenz und Sein. weiterlesen