Schlagwort-Archiv: Film-Tipp

Fridamojis – ein Grund mehr, sich mal wieder „Frida“ mit Salma Hayek anzuschauen.

23.03.2017 um 10.00 – Film Menschen Technik

Vor ein paar Jahren war ich gerade dabei, meine Pizza in acht gleich große Stücke zu zerteilen, als mein Blick plötzlich auf ein überdimensional großes Wandgemälde fiel, das vor allem aus einer einzigen großen Augenbraue bestand. „Ach, Frida“, dachte und sagte ich, als die mich umgebende, entfernt bekannte Geburtstagsrunde plötzlich große Augen machte. Frida wer? „Kahlo“, antwortete ich. „Die mexikanische Künstlerin“. Aha. Kein Interesse. Ich wollte erst nicht glauben, was da geschah, aber auch kein besserwisserisches Arschloch sein. Also bemerkte ich bloß, dass es übrigens einen ganz wundervollen Film über diese einnehmende Persönlichkeit gebe und dass sich ein Abend mit ihr durchaus lohnen würde. „Guckt euch den mal an“. Ich bezweifle, dass es je dazu kam. Was überaus schade wäre.

Fridas Leben, das sie in insgesamt 144 Gemälden (davon 55 Selbstportraits) verarbeitete, war nicht nur ein von Tragödien durchzogenes, sondern vor allem von Stärke geprägt. In der von Männern dominierten Malerei erkämpfte sie sich als eine der ersten lateinamerikanischen Künstlerinnen Respekt und Ansehen. Sie war, nach allem, was wir wissen, vor allem eine tapfere Frau. Aber auch zerbrechlich, wenn es um die Liebe ging. Vielleicht lieben wir den Mythos „Frida“ deshalb so sehr. Weil wir in ihrer Geschichte Motivation, Inspiration, aber auch sehr viel Gefühl finden. Man kann jetzt natürlich darüber streiten, wie die Surrealistin zur Vermarktung ihrer Person wie es heute geschieht, gestanden hätte. Ein kleines Jauchzen ob der gerade im App Store erschienenen Fridamojis kann ich mir aber dennoch nicht verkneifen: weiterlesen

Film- & Doku Tipp //
Hidden Figures & Women in Space

03.02.2017 um 13.55 – Feminismus Film

film tipp hidden figuresMein meist angesehener Instagram Account ist nicht etwa der von Streetstyle-Ikone Gilda Ambrosio, sondern @nasa. Zu meinen Lieblingsfilmen gehören die alte wie auch die neuere Star Wars Saga, funklende Sterne machen mich glücklicher als Pommes Frittes und in die Wüste will ich vor allem, um mir den Himmel bei Nacht anzuschauen. Womöglich ist der kosmonautische Einfluss meines Vaters Schuld daran. Und so kam es, dass ich im vergangenen Jahr viele Stunden vor Youtube verbrachte.

Etwa, um mir anzusehen, wie Astronautin Sunita Williams der Welt eine 25-minütige Tour durch das „Orbital Laboratory“ und zeitgleich Einblicke in den Alltag in der Schwerelosigkeit gibt. Aber auch die Doku „Women in Space“ ist mir im Gedächtnis geblieben. Weil sie aufzeigt, dass Frauen tatsächlich schon immer einen mächtig großen Anteil zu jedweder Raumfahrt-Errungenschaft beigetragen haben – ganz entgegen der öffentlichen Wahrnehmung, in der gefühlt stets männliche Mitarbeiter der Nasa bejubelt wurden. Dabei waren die „Rocket Girls“ von damals, die den Astronauten den Weg ins All berechneten, vor allem eins: Mathe-Genies. Nur mithilfe von Stift, Papier und simplen Rechenmaschinen waren sie allein dazu in der Lage, die komplizierten Gleichungen zu lösen. Ohne Margarete Hamilton, aus deren Feder die On-Board-Flugsoftware für das Apollo Projekt stammt, wäre kein Astronaut je auf dem Mond gelandet, geschweige denn zurückgekehrt. Und auch die mittlerweile 98-Jährige und hochbegabte Katherine Johnson war eine jener Frauen, die das Erkunden des Weltalls erst möglich machten. Sie wehrte sich zudem schnell dagegen, nicht die gleichen Rechte wie männliche Team-Mitglieder genießen zu dürfen und bestand etwa darauf, an sämtlichen Ingenieur-Meetings teilzunehmen. Mit Erfolg. Was zunächst allerdings nichts daran änderte, dass sie als Schwarze in einem separaten Büro sitzen und sogar eine andere Toilette als ihre weißen Kolleginnen und Kollegen benutzen musste.

Seit Donnerstag erzählt nun auch der Kinofilm „Hidden Figures“ von ihrem Kampf gegen Vorurteile und um die Anerkennung ihrer fachlichen Qualitäten. weiterlesen

Film-Tipp //
„La Belle Saison“ – eine Sommerliebe

24.05.2016 um 11.00 – Film

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Ich finde ja, Film-Tipps kommen niemals aus dem Wetter. Laue Sommernächte verbringen Turteltäubchen schließlich gern im Freiluftkino, Bahnfahrten raus zum See müssen wohl oder übel ebenfalls überstanden werden und dann gibt es ja noch diesen nicht unwahrscheinlichen Frühlings-Regen. Aber selbst wenn es trocken bleibt, ist so eine kleine eineinhalbstündige Pause auf dem Balkon, samt Wein und Pizza, wirklich nicht die schlechteste Idee. Vor allem, wenn auf dem Bildschirm trotzdem die Sonne scheint. „La Belle Saison“, ihr habt vermutlich schon davon gehört, ist ein französisches Film-Schätzchen. das offenbar dringend angesehen gehört und zwar nicht zuletzt aufgrund von Cécile de France, die in ihrer Rolle als Carole einmal mehr zu strahlen scheint. Es geht, natürlich, um die Liebe. Um eine, die nicht sein darf. Regisseurin Catherine Corsini hat sie selbst erlebt.  weiterlesen

FILM-TIPP // „DIE KOMMUNE“
von Thomas Vinterberg

27.04.2016 um 7.05 – Film

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„Das ist kein Film über eine wahre Geschichte, sondern ein Film über ein wahres Gefühl.“ (Quelle: Süddeutsche)

Thomas Vinterberg lebte bis zu seinem 19. Lebensjahr in einer Kommune. In seinem Film „Kollektivet“ verarbeitet der dänische Regisseur das Erlebte. Obwohl er noch heute an vielen der herrlichen Erinnerungen festhält, verheimlicht er seinen Zuschauern nicht, dass das bedingungslose Miteinander vor allem eins zerstört: Das eigene Ich. In seiner von echten Erlebnissen inspirierten und doch fiktiven Geschichten ist es Anna, die aus Liebe zur Gemeinschaft irgendwann nicht nur ihren Mann verliert, sondern auch den Verstand. Am Anfang steht also wie sooft eine wunderbare Idee voller Ideale, die am Ende an Naivität zerbricht. Und doch bleibt mit dem Abspann der Gedanke an ein besseres Miteinander zurück, eine kleine Hoffnung darauf, dass es mehr gibt als nur das eine klassische Bild der Vater-Mutter-Kind-Familie. weiterlesen

Film-Tipp & Politisches // Wie geht es mit den Hebammen weiter?

30.11.2015 um 15.50 – Allgemein Kolumne

Heute Abend läuft ein Film im ZDF „Nacht der Angst“ ein Film mit der großartigen Nina Kunzendorf – ein Drama und ein Hochaktuelles noch dazu. Sie verkörpert in diesem Film eine freiberufliche Hebamme und die Geschichte, die dort erzählt wird, beruht auf einer wahren Begebenheit. Aber nicht nur das: Der Film zeigt vor allem, wie es um die Hebammen in Deutschland bestellt ist – und ist gerade vor diesem Hintergrund unser TV-Tipp des Tages:  weiterlesen

Film-Tipp // He named me Malala

28.10.2015 um 9.45 – box2 Feminismus Film

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Malala Yousafzai ist die jüngste Friedensnobelpreisträgerin der Welt. Drei Jahre ist es jetzt her, dass ihr ein Taliban-Kämpfer aus nächster Nähe in den Kopf schießt. Er will endlich das Mädchen töten, das für die BBC im Internet Tagebuch über den Krieg in Pakistan schreibt, darüber, dass ihr Männer mit seltsamen Bärten den Schulunterricht verbieten wollen, das Tanzen, das Tragen ihres Lieblingskleides. Zu diesem Zeitpunkt steht Malala längst auf der Todesliste der radikalen Islamisten, die mit aller Gewalt die Scharia durchsetzen wollen, einen Gottesstaat, in dem Frauen nur noch verschleiert die Straße betreten dürfen. Ein Umstand, den die sie nicht akzeptieren will und kann, Hunderttausende lesen ihre Augenzeugenberichte.

Malala überleb das Attentat und zieht mit ihrer Familie nach Großbritannien, in ihrer Heimat, dem Swat-Tal, jagt man sie weiterhin. Angst hat sie selten, vielleicht kommt sie aber auch einfach nicht dazu, denn es gibt Wichtiges zu tun. An ihrem 16. Geburtstag hält die junge Frau, die nur durch ein Wunder überleben konnte, vor den vereinten Nationen eine Rede, die um die Welt geht. „Ein Kind, ein Lehrer, ein Buch und ein Stift können die Welt verändern“, sagt sie da. Bis heute setzt sich die inzwischen 18-Jährige als Mitbegründerin des Malala Fund für das Recht von Mädchen auf Bildung ein, überall. Ob sie manchmal an Rache denkt? Nie. „Solche Gefühle sind mir fremd,“ erklärt sie Regisseur Davis Guggenheim, der die Heldin seines vielfach ausgezeichneten Dokumentarfilms achtzehn Monate lang begleitete. Dabei lächelt sie schief. Eine Gesichtshälfte ist seit dem Anschlag gelähmt. Ihr Mut ist durch diesen Tag aber nur noch größer geworden. weiterlesen

Film-Tipp // The Diary of a Teenage Girl
Weibliche Pubertät ganz ohne Klischees

06.08.2015 um 8.11 – box3 Feminismus Film

the diary of a teenage girl filmWir erinnern uns wahrscheinlich alle nur zu gut, dass es wirklich nicht leicht war, ein Teenager zu sein. Überschäumende Hormone, all die kleinen und großen Veränderungen, die da mit dem eigenen Körper passieren und irgendwie reicht auf einmal auch die kleinste Kleinigkeit aus, um die Emotionen mit einem Schlag hochkochen zu lassen. Vor allem als Mädchen wird es spätestens dann auch noch einmal richtig unangenehm, wenn auf einmal die halbe Welt glaubt, sich in deine Sexualität einmischen zu müssen. Denn während unsere Gesellschaft Jungs seit Jahrzehnten weiß machen will, dass es völlig in Ordnung ist, Sex zu haben, und ein echter Kerl seine Jungfräulichkeit gar nicht schnell genug verlieren kann, wird von Mädchen verlangt enthaltsam zu sein, sich aufzusparen und sich bloß nicht auf den erstbesten Kerl einzulassen. Kurz gesagt, sobald Frauen und Mädchen praktisch dazu in der Lage sind, Kinder in die Welt zu setzen, stehen sie unter permanenter Beobachtung ihrer Mitmenschen. Schließlich muss das hilflose Geschlecht ja beschützt werden.

Der britische Indie-Film The Diary of a Teenage Girlwill damit jetzt endlich aufräumen. Geschrieben und produziert von Frauen wird uns die Pubertät mit all ihren chaotischen Gefühlszuständen aus Sicht eines Mädchen gezeigt. Schade nur, dass gerade das in England jetzt eine Kontroverse ausgelöst hat. weiterlesen

Film-Tipp für graue Tage & Soundtrack //
„17 Filles“

23.02.2015 um 20.03 – box3 Film

7 filles film„Mit 17, da bist du nicht vernünftig. Du träumst und du hast ’ne wahnsinns Energie. Niemand kann dich aufhalten. Nicht’s auf der Welt hält ein Mädchen auf, das träumt.“ Der letzte Satz des französischen Films „17 Filles“ hat gesessen. Denn am Wochenende hatte ich einen Abend nur für mich allein, also tat ich, was ich gerne tue, wenn niemand stört, nämlich im Früher versinken, Fotos rauskramen und alten Freunden schreiben, an wilde Zeiten denken, mich fragen, ob es das Leben mit 17 mehr Sinn macht oder mit 26, Caprisonne trinken und Filme schauen, solche, die ich eigentlich längst gesehen haben wollte, aber nie dazu kam, weil das Erwachsenwerden immer wieder dazwischen grätschte. Abgesehen davon, dass mich der Soundtrack zum Spielfilm-Debüt der beiden Regisseurinnen Delphine und Muriel Coulin schon nach den ersten zehn Minuten um den Finger gewickelt hatte, versank ich auch in den restlichen 70 Minuten ohne den klitzekleinsten Anfall von Langeweile. Womöglich schon allein aus einem einzigen Grund: 

Ich glaube nämlich, als Mädchen hörst du niemals auf Mädchen zu sein, selbst wenn andere schon „Frau“ zu dir sagen. weiterlesen

Film-Tipp // „Cinderella“
& Lala Berlins „Red Carpet Collection“

12.02.2015 um 8.59 – Film Mode

cinderella 2015 film lala berlin

Lala Berlin steht eigentlich für Mode, die uns ganz schön adrett, aber niemals zu schick durch den Alltag geleitet. Weil aber immer wieder Anfragen von befreundeten Schauspielerinnen eintrudelten, die an der Suche nach passender Abendgarderobe verzweifelten, nahm sich Chefdesignerin Leyla Piedayesh ein Herz und zelebrierte die vergangene Fashion Week anstatt mit einer Ready-To-Wear Runway Show mit einem Cinderella-Dinner, bei dem außerdem ausnahmslos Kleider für den roten Teppich oder sonstige glamouröse Termine präsentiert wurden. Leyla wäre allerdings nicht Leyla, hätte sie das Thema des Aschenbrödels wahrlich prinzensinnenhaft umgesetzt. Ihre Heldin ist vielmehr eine starke, selbstbewusste Frau, die normalerweise eher „die Hosen anhat“, wenn man das an dieser Stelle mal so salopp daher sagen darf. Orientalische Vibes im Kaftan-Gewand wurden selbstredend nicht außen vor gelassen, ist doch das subtile Spiel mit den eigenen deutsch-iranischen Wurzeln mittlerweile quasi zur Königsdisziplin von Leyla avanciert.

Woher aber wusste Leyla, dass (Cinder)-Ella sich in der am 12. März in die Kino kommenden Realverfilmung des Märchenklassikers in einen Traum aus Blau hüllen würde? Na, weil Disney ihr den Streifen zu Inspirations-Zwecken tatsächlich schon vorab zukommen ließ. Wenn das mal kein Ritterschlag im echten Leben ist. weiterlesen

Kino // Nicht verpassen:
Heute startet die 14. französische Filmwoche in Berlin

04.12.2014 um 14.03 – Film

franzoesische filmwoche

Dass wir eine Schwäche für französische Filme haben, müssen wir euch nicht schon wieder auf die Nase binden, damit haben wir euch an dieser Stelle schon genug genervt. Wem es allerdings ganz ähnlich wie uns geht, der sollte zackig die Ohren spitzen, denn Berlin steht ab heute ganz im Zeichen der Französischen Filmwoche. Was das bedeutet? Zum 14. Mal in Folge laufen in unseren Leinwand-Lieblingsadressen gleich eine ganze Reihe von französischen Perlen wie Girlhood, Das blaue Zimmer oder 3 Herzen – von Spielfilmen, Kurzfilmen, Zeichentrickfilmen bis hin zu Koproduktionen – 30 Filme, die üblicherweise nicht in den großen Sälen unserer Stadt laufen. 

Vorbeischauen und Tickets reservieren unbedingt empfohlen <3 Wo ihr wann zwischen dem 4. und 10. Dezember hin müsst, erfahrt ihr hier. Und welche Filme ihr im Programm findet, lest ihr wiederum hier. Nicht in Berlin? -Kein Problem: weiterlesen

Film-Tipp // Woody Allens
„Magic in the Moonlight“

27.11.2014 um 13.22 – box2 Film

woody allen magic in the moonlight

Es gab mal eine Zeit, da verbrachte ich viele Herbstabende im Kino, aber irgendwann hatte es sich, auch aus Zeitgründen, ausgekinosesselt. Ich bin also ganz klammheimlich einer dieser langweiligen Halberwachsenen geworden, die sich tatsächlich zum Filmeschauen verabreden müssen, statt es einfach so und ganz spontan zu tun. Aber immerhin bleibt mir noch die Vorfreude – zum Beispiel auf Filme wie diesen hier. „Magic in the Moonlight“ von Woody Allen erscheint am 4. Dezember und wird sowas von angeschaut; ich kann mich nämlich an kaum ein Woody-Werk erinnern, das mich nicht hätte träumen, lachen oder grübeln lassen. Und zwar auf diese ganz leiuchtfüßige Art und Weise, die schlau, aber nicht gehirnverknotend und immer ein bisschen kitschig ist.

„Magic in the Moonlight“ spielt irgendwo im Südfrankreich der 20er Jahre, wo die dekadente Oberschicht es einigermaßen knallen lässt. Ein gemachtes Nest also für Hochstapler, die den Reichen und Schönen klammheimlich das Geld aus den Taschen zaubern wollen – ist die Wahrsagerin Sophie (Emma Stone), die noch dazu behauptet, eine Art Medium zu sein, etwa auch ein Scharlatan? Ein gewiefter Gentlemen, gespielt von Colin Firth, soll genau das herausfinden, gerät während seiner Aufklärungsarbeit allerdings recht schnell ins Schleudern. Denn womöglich ist am Abrakadaba der vermeintlichen Betrügerin ja doch ein Funken Wahrheit dran? Wenn ein Misantroph auf eine Mystikerin trifft, kann daraus jedenfalls beinahe nichts anderes als eine ganz wunderbare Geschichte entstehen, die vor allem von Magie, Romantik und Bildern wie aus Gemälden lebt: weiterlesen

Film-Tipp // „Männer zeigen Filme
und Frauen ihre Brüste“

13.08.2014 um 11.28 – Allgemein box3 Feminismus Film

Maenner_zeigen_Filme-F-B-1Bis heute hat erst eine einzige Frau den renommierten Academy Award in der Kategorie “Best Director” gewonnen. Überhaupt sind die meisten Preisträger im Bereich Film männlich, vor allem mit Blick auf die ganz großen internationalen Film Festivals  – obwohl Unis in etwa exakt so viele Regisseurinnen wie Regisseure ausspucken. Seltsam, nicht? Findet jedenfalls auch Isabell Šuba, die mit ihrem Regie-Debüt „Männer zeigen Filme und Frauen ihre Brüste“ auf genau diesen Misstand aufmerksam macht. Aber nicht schnöde und trocken und Klischee-behaftet. Sondern so, dass auch Branchen-ferne Nicht-Cineasten wie ich ihre Freude an dem charmanten 83-Minüter haben, versprochen.

Denn „Männer zeigen Filme und Frauen ihre Brüste“ ist ein Experiment mit der Wirklichkeit, gedreht in nur fünf Tagen: Als die echte Isabell zu den 65. Filmfestspielen in Cannes eingeladen wird, beschließt sie, ihre Persönlichkeiten für die kommende Zeit in Frankreich an Schauspielerin Anne Haug abzugeben – die muss sich daraufhin an der Seite des chauvinistischen Filmemachers David durch eine Welt kämpfen, in der heimlicher Sexismus und Blingbling aufeinander treffen. Irgendwann können wir als Zuschauer selbst nicht mehr unterscheiden, was real ist, was geplant und oder gescriptet. Und genau hier fängt’s an, spannend zu werden.
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Kino // 5 Filme, die wir jetzt sehen wollen:
BOYHOOD, Stereo, Suzanne & Maleficent

04.06.2014 um 10.00 – box1 Film

5-besten-kinostarts-im-juniMeine persönliche Kino-Saison und Filmlust hat sich im Grunde genommen schon mit den ersten sommerlichen Temperaturen erledigt. Bloß Wes Anderson konnte mich mit seinem „Grand Budapest Hotel“ noch ein letztes Mal vor die Leinwand locken, ansonsten leuchtete mir bisweilen aber wirklich so gut wie gar nicht ein, weshalb man es sich in einem dunklen Raum gemütlich machen solle, obwohl draußen noch die Luzi strippt. Nun sollte man aber niemals nie sagen und außerdem liegen graue Regentage sogar noch im Juni auf der Lauer. Und was soll man da schon machen, außer irgendetwas überdachtes? (Von romantischen Wir-Tanzen-Durch-Den-Regen-Visionen sehen wir an dieser Stelle einfach mal ab.)

Unerwarteter Weise habe ich in einem Anfall akuter Trägheit also dazu hinreißen lassen, das Internet zu durchstöbern und am Ende tatsächlich fünf Filme ausgemacht, für die ich in diesem Monat vielleicht doch noch mal die Kinobank drücken würde: weiterlesen

Film-Tipp: „KILL YOUR DARLINGS“
mit Daniel Radcliffe

06.02.2014 um 11.02 – Allgemein box2 Film

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Vielleicht wird „Kill Your Darlings“ zum neuen „Club der toten Dichter“, in etwa so, wie „Der Fänger im Roggen“ irgendwann „Die Leiden des jungen Werthers“ entpflichtete. Ganz sicher aber ist der neue Film von John Krokidas ein Drama, das eine Geschichte voll wahnsinniger Momente erzählt, voll Rausch und Schwermut und Satire. Ein Appell gegen das Ersaufen in der gleichgeschalteten Masse, eine Ode an die Beat Generation. Frei nach der Gesichte von Ginsberg, Kerouac und Burroughs. 

In „Kill Your Darlings“ erlebt Daniel Radcliffe als Allen Ginsberg ein erstes Mal nach dem anderen: Er wird zum Proteststudenten, zum Literaten, er frönt dem Drogenkonsum und feiert exzessive Parties im Underground von Greenwich, er findet Verbündete und zu sich selbst, zur Homosexualität und zum Anderssein. Wir schreiben zudem das Jahr 1943 an der Columbia University, dem Geburtsort der vielleicht unkonventionellsten Literaten-Gruppe aller Zeiten. Im Grunde ist „Kill your Darlings“ ein mit gutem Jazz vertontes Portrait dreier Freunde, die eine komplett neue Jugendkultur erfanden. Bis ein Mord geschieht und alles droht, auseinander zu brechen. weiterlesen

Vorgemerkt // Kino-Tipp: „HER“
– mit Joaquín Phoenix, Scarlett Johansson & Amy Adams

22.01.2014 um 12.51 – box2 Film

her the movie

Im ersten Moment klingt Spike Jonze neuester Film „Her“ nach einer unrealistischen Zukunftsvision, die wenig mit unserer Realität zu tun hat. Dass das allerdings nicht so ist, verrät im zweiten Moment einer der besten Trailer seit langem, der dazugehörige Soundtrack zum Film und gleich im Anschluss der ganze Film. Dort nämlich glänzen nicht nur der unfassbar wandelbare Joaquín Phoenix als introvertierter Schriftsteller, sondern ebenso Scarlett Johansson, die der Computer-Figur Samantha nicht nur ihre Stimme mit außerordentlichem Talent und ganz viel Hingabe schenkt, sondern ihr en Top ganz viel Leben und einen wahnsinnig tiefen Charakter einhaucht. 

In „Her“ geht’s um Trennungsschmerz, um Liebe, um ganz viel Gefühl und die Aufarbeitung derer, um das Auseinanderleben zweier Personen und um die Verschmelzung von Realität und virtueller Welt. Von wegen Zukunftsvision: „Her“ trifft genau ins Herz, lässt uns über das Leben sinnieren, über eigene Gefühle nachdenken und erinnert uns daran, dass wir Veränderungen oft nicht aufhalten können – und dass wir uns alle manchmal in eine ganz andere Richtung entwickeln als der Partner, ohne daran immer etwas ändern zu können.  weiterlesen