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Tokyo Fashion Week: Das Label “Net-Net” – Frühjahr/ Sommer 2012

21.10.2011, 11.48 von

net net spring 2012 Tokyo Fashion Week: Das Label Net Net   Frühjahr/ Sommer 2012

Was in der Modeblogosphäre gern vergessen wird: Auch fernab von Mailand, Paris, New York und Co trifft sich die illustre Modemeute zu kunterbunten Fashion Weeks. Bezüglich des Trubels in Tokyo können wir das Prädikat “kunterbunt” oftmals sogar wörtlich nehmen. Denn was Berlin mit kühler Geradlinigkeit bestreitet und Paris mit einer Extraportion Eleganz und Prunk toppt, definiert sich hier vielmehr durch Andersartigkeit.

Das Label Net-Net zum Beispiel zeigt Looks, wie wir sie aus der modetechnisch gesehenen “Stadt ohne Grenzen” schon halbwegs gewöhnt sind: Es wird munter drauf los gemixt, aber keinesfalls wahllos, sondern überaus gekonnt. Muster treffen auf andere Muster, viel Stoff umhüllt den Körper, Sexyness suchen wir diesmal aber vergebens. Überall auf der Welt spielt man gerade gern mit den eingerosteten Rollen der Geschlechter und somit begegnen uns auch während der Schauen auf der japanischen Hauptinsel Honshū immer wieder Models im “Jungsgewand”. So auch bei Net-Net: Dem Dandy wird gehuldigt, aber auf eine ganz eigensinnige Art und Weise. Da wird ein Tuch zur übergroßen Krawatte umfunktioniert, bunte Socken nehmen Blazern jegliche Strenge. Hinzu kommt eine gesunde Portion kindliche Verspieltheit: Karo-Details in allen Farben und ein Teddy auf der Brust? Wenn es so gemacht wird wie bei Net-Net, dann sind wir sogar damit einverstanden. Weiterlesen »


Trend bei Louis Vuitton: Der Bund rutscht wieder richtung Hüfte

20.10.2011, 17.18 von

louis vuitton 800x390 Trend bei Louis Vuitton: Der Bund rutscht wieder richtung Hüfte

Ich erinnere mich noch gut an all die Jahre, die ca mit Beginn der 6. Klasse eingeleutet wurden, in denen wir Mädchen unsere Hosen so tief auf der Hüfte trugen. dass unsere Mütter besorgt auf unsere beim Sitzen freiligenden Tangas starrten. Was waren doch alle froh, als der typische Miss-Sixty-Schnitt in den Untiefen des Schranks versank und altbewährte Bootcuts wieder ausgegraben wurden. Ein paar Saisons später beäugten vor allem Jungs unsere Experimente mit bis über den Bauchnabel reichenden Jeans. “Karotte” schimpfte man sie, heute gehören Modelle mit sehr hohem Bund bei vielen von uns zur Standart-Ausrüstung. Auch Röcke werden gern hochgezogen, Pullis, Shirts und Blusen fein säuberlich rein gesteckt. Hat das alles bald etwa ein Ende?

Es deutete sich schon in unterschiedlichsten Kollektion großer Designer an und für das kommende Frühjahr wendet nun auch Louis Vuitton sich von nierenwärmenden Schnitten ab: Der Bund rutscht wieder gen Hüfte und wir finden das, was wir sehen gar nicht so schlecht. Nur eines hoffe ich sehr: Dass man niemals wieder in Angst um seine Scham und doe Poporitze leben muss – so tief muss ja dann doch nicht sein. Begrüßt ihr diesen Trend denn oder tragt ihr’s lieber höher? Weiterlesen »


Schuhe & 3D-Prints bei Akris Spring Summer 2012

12.10.2011, 17.42 von

akris spring summer 2012 shoes 800x411 Schuhe & 3D Prints bei Akris Spring Summer 2012

Albert Kriemler, der kreative Kopf hinter “Akris“, scheint neuerdings eine kleine Leidenschaft für Motosport und 60er Jahre Filmmaterial zu hegen: Die kommende Frühjahrskollektion des Schweitzer Labels steht nämlich ganz unter der Schirmherrschaft des Frankenheimer-Streifen “Grandprix“.

Sportjacken, Zipper, Piloten-Elemente und Netzte als Stilmittel sind Herrn Kriemler offensichtlich viel zu subtil – er bedient sich lieber gleich an monegassischen Rennstrecken und dem dazugehörigen Zuschauerstamm und druckt beides auf feinste Stoffe. Was wir von derartigen Prints, die durchaus Humor beweisen, rein optisch betrachtet aber halten sollen, das wissen wir noch nicht so recht. Fest steht aber: Es sind die Schuhe, die unser Herz im rasanten Tempo eroberten. Flatforms und starkes Plateu sind zwar gewöhnungsbedürftig, wir allerdings gehören zum Fanstamm der “Orthopädischen Besohlung”, wie Männer sie gern bezeichnen. Ja, man hasst oder liebt sie. Wir lieben sie. Jawohl. Weiterlesen »


Givenchy S/S 2012 – “Seaworld”

11.10.2011, 10.59 von

givenchy+spring+summer+2012 800x695 Givenchy S/S 2012   Seaworld

Ich kann mir nicht helfen: Seit Givenchy sich doch ernsthaft hat von Roxy Music inspirieren lassen, bin ich Riccardo Tisci schlichtweg verfallen. Wer sich an Musik des grandiosen Brian Enos bedient, der muss irgendwie ein guter Mensch sein. Diesmal bin ich nicht ganz so außer Rand und Band, eher sogar ein wenig ernüchtert – aber das ist, wie ich bereits erwähnte, eher ein Frühjahrskollektions-Problem meinerseits, da der Herbst rein kleidertechnisch gesehen immer ein bisschen mehr meinen Geschmack trifft.

Ganz ohne Motto geht’s bei Herrn Tisci auch diesmal nicht zu: Seine Leidenschaft für die Vielfalt der Meereswelt zeigt sich in der Spring Summer Kollektion für 2012 ausnahmsweise nicht in Form aufwendiger Prints, sondern im Detail: Wir sehen Schaumwellen, die als Volants tallierte Blazer schmücken, Muschelformen und gefährliche Raubfisch-Outits mit schwarzen Schuppen und starren Flossen. Hin und wieder kreuzt eine Nixe unseren Weg, verliebt sich in starke Surfer, um sich am Ende von ihrer zartesten Seite zu zeigen – ja, das Kopfkino darf beginnen. Kontraste zwischen starren Materialien, wellenschlagenden Silhouetten und hauchzarter Seide kreieren ein Unterwassermärchen, vor dem selbst Triton sich verbeugt hätte. Weiterlesen »


Miu Miu S/S 2012 – “Die düstere Seite der Märchenwelt”

06.10.2011, 11.32 von

miumiu+s+s+2012 743x800 Miu Miu S/S 2012   Die düstere Seite der Märchenwelt

Miu Miu, die kleine Schwester von Prada, zeigte sich für den Herbst noch betont adrett und mädchenhaft, aus Feministinnen-Sicht sogar ein klein wenig frauenverachtend. Breitbeinig lümmelten recht jung aussehende Models auf Barhockern herum und schienen quasi ferngesteuert auf die Erlaubnis zu warten, endlich aufstehen zu dürfen – nachdem sie sich dem Betrachter mit kleinen Handtächschen vor der Scham und Glitzer-Sonnenbrillen auf der Nase ganz unschuldig dreinblickend angebidert hatten.

Zu meiner Erleichterung scheint die Zeit der Koketterie nun endlich vorrüber zu sein. Miuccia Pradas Welt wendet sich nach der Präsentation ihrer mit “Sweeteness” gespickten Prada-Kollektion für den kommenden Frühling nun endlich wieder der düsteren Seite der Mode zu. Weiterlesen »


Meine Lieblingskollektion der Paris Fashion Week: Hermès SS 2012

05.10.2011, 13.20 von

hermes+spring+2012 Meine Lieblingskollektion der Paris Fashion Week: Hermès SS 2012

Reisen, die Welt entdecken, Wüstensand mit den Zehen verstreichen, Gewürze schnuppern und die Füße im Meer abstellen - Christophe Lemaires zweite Kollektion für das in meinen Augen wunderbarste Luxushaus dieses Planeten, nämlich Hermès, hält an einer Welt fest, in der Ländergrenzen ganz langsam verschwimmen und Kulturen sich gegenseitig bereichern, statt bekämpfen.

Edel und Luxuriös auszuschauen bedeutet nämlich längst nicht mehr, dass es überall funkeln, oder strotzen muss vor pompösen Blickfängen. Man muss sich auch nicht mehr in enge Kleidchen zwängen um adrett und adäuquat gekleidet zu sein. Nein, ganz im Gegenteil: Man erlaubt sich jede Menge Stofflicheit, Volumen und fließende Materialien, die den Körper leger umspielen. Das Besondere liegt hierbei im Detail, der Luxus schwingt wie eine unsichtbare Decke über jedem einzelnen Entwurf. Starke Farben, die an Lehm, indische Gerichte und asiatische Trachten erinnern, sprechen Bände. Sie erzählen von Sonnenaufgänge in der Sahara, von Abenden in mediterranen Gefilden, erinnern an das bunte Treiben in Marocco und Abenteurgeschichten der Indios. Schon etliche Designer hatten bereits vor Lemaire versucht, den Multikulti-Gedanken zu visualisieren, traditionelle Kleidung neu umzusetzen (wir denken da gerade zum Beispiel an Michalsky) – beim Anblick dieser Meisterleistung vom Hermès Chefdesigner aber, werden sich ihre Gesichter Tiefgrün färben müssen vor Neid. Denn das hier ist Perfektion, rundum. Ohne wenn und aber. Daran ändern auch Ledersocken in Sandalen und Kopftücher nichts. Weiterlesen »


Fashion Week Berlin: Schumacher im Neon-Rausch

07.07.2011, 15.01 von


schumacher 800x388 Fashion Week Berlin: Schumacher im Neon Rausch

Die Ampel wird grün, Motoren dröhnen. Der Nebel steht in der Luft, die Sonne verschwindet hinter dicken, grauen Wolken und berührt nur noch selten den heißen Asphalt. Dann ein elektronischer Remix von Feists “My Moon, my Man”. Ein zartes Wesen kreuzt meinen Weg, ein Mädchen mit langem blonden Haar, um dessen Silhouette cremefarbenes Organza schwingt. Sie friert nicht, denn Strick wärmt ihre Brust, ein Kleid zusammengefügt aus zwei Elementen: Urbaner Futurismus – Sportswear prallt auf handwerkliche Couture-Glanzleistung.

Das deutsche Label Schumacher wagt es in der kommenden Sonnensaison 2012 Grenzen zu durchbrechen und sich einer facettenreichen Zukunft voller Kontraste zuzuwenden – eine Hommage an eklektisches Stilwerk, ein Drahtseilakt zwischen Couture-Chic und Utility-Appeal. In meinem Kopf formt sich ein Bild von modernen Großstadt-Nomaden, von Überlebenskünstlern unserer Zeit. Zeit fließt und Stoff fließt, aber irgendetwas muss dich halten, wärmen, erden. Jersey trifft auf Lochstickerei, grob auf zart. Seide formt mit festem Leinen eine Einheit. Sei verrückt, falle auf und leuchte, aber bleib mit beiden Beinen auf dem Boden stehen. Überrasche, aber schockiere nicht. Orangefarbene Paspeln, Neon-Kristalle, Pink und Acid Green, Metallic Blue und dazu Popcorn-Farben, die uns davor bewahren verrückt zu werden und uns auf Hochhaus-Safari begleiten. Pink allerdings darf auch als Solist auftreten, denn weich fließende Stoffe nehmen der Signalfarbe all ihre Härte. Weiterlesen »


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