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Lesen // „Walden“
von Henry David Thoreau

17.09.2015 um 13.29 – Buch

walden henry thoreau„I took a walk in the woods and came out taller than the trees.“

Es kommt vor, dass ich das turbulente Leben liebe, meistens sogar, aber manchmal, da geht es mir wie so vielen anderen, die der Stadt dann und wann überdrüssig sind, die fliehen wollen vor dem Lärm, der Hektik und zu viel Menschheit. Zwischen Stadtflucht und Landfrust versuche ich noch immer heraus zu finden, welcher Ort mit mir zusammen alt werden wird, ein kleiner oder ein großer, ob ich Nachbarn haben werde und wenn ja, wie viele. Ich versuche mich darauf zu besinnen, was richtig für mich ist und was falsch, was mir gut tut, aber immer dann, wenn ich meine, mich gefunden zu haben, verliere ich mich erneut im Wust der Möglichkeiten. Ich stelle mir dann vor, wie es wäre, einfach zu gehen. In die Berge oder zurück in die Heimat, ich frage mich, ob ich wirklich brauche, worauf ich gerade nicht verzichten will, ob Schönes nur Ablenkung oder wahre Freude ist, ob es mehr gibt als das hier. Wie wäre das, nicht arbeiten zu müssen, weil man kein Geld braucht, keine Verpflichtungen zu haben, aber Zeit, für sich selbst zu sorgen, irgendwo weit weg. Himmel oder Hölle?

Henry David Thoreau war so alt wie ich, nämlich 27, als er sich 1845 schließlich dazu entschied im Wald zu leben – frei von Konsum und bürgerlicher Etikette. Das aus dieser Erfahrung entstandene Buch „Walden“ gilt bis heute als Inspirationsquelle der 68-Generation, als Musen-Literatur von Tolstoi bis Gandhi und Muss für jeden Freigeist, der ab und zu an Weltflucht denkt. weiterlesen