Normalerweise ist es ja eher so, dass es mir eher schwer fällt, erwachsen zu werden (hier mehr dazu). Meine Schwestern schaffen es neuerdings aber, den Auslöser für meine innere Unruhe komplett umzukrempeln. Seit gestern fühle ich mich offiziell um zehn Jahre gealtert. Ich habe nämlich absolut keine Ahnung, welche Musik gerade so rauf und runter gespielt wird – und das obwohl ich keinen Tag ohne Musik überlebe. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie ich als Teenager nicht fassen konnte, dass meine Eltern nicht wissen, was so geht. Musiktechnisch. Wie man jemals aufhören kann, sich dafür zu interessieren. Es ist aber so: Man hört ja gar nicht auf, sich zu informieren und Neues zu suchen, bloß macht man das irgendwann nicht mehr via Radio, Charts oder ähnlichem. Man weiß, was gefällt, durchforstet Blogs, Plattenläden oder Lieblingsmagazine – die Perlen, die sich dort verstecken, finden aber nur selten das allergrößte Gehör.
Vielleicht ist es auch die eigenen Arroganz, dieses Sich-Was-Auf-Die-Eigene-Musiksammlung-Einbilden, das viele von uns fern hält von massentauglichen Schätzen. Es ist also vielleicht an der Zeit, das Ego kurzzeitig zu verbuddeln und sich von kleinen Schwestern und der großen weiten Popwelt inspirieren zu lassen. HIts sind ja nicht umsonst Hits. Manchmal ist eben doch was Gutes dabei. Wie diesmal, wenn man mich fragt. “Of Monsters an Men” läuft bei uns nämlich gerade in Dauerschleife. Weiterlesen »
Als Sarah euch vor ein paar Tagen die Themenwoche anlässlich des Modespecials auf Arte vorstellte, passte eine unserer Leserinnen ganz besonders gut auf: “Attila” machte uns nämlich prompt auf den Titelsong des dazugehörigen Trailers aufmerksam und zwar aus gutem Grund: Er ist gut. Irgendwie. Und passt hervorragend zu Mädchentagen und Ausflügen mit dem geliehenen Cabriolet. Danke, Attila, denn ohne dich hätten wir ganz bestimmt nicht in alten Plattenkisten gekramt, nachdem das Team von Arte uns endlich verraten hatte, dass die Californische Indie-Pop-Königin “April March” hinter besagtem Ohrwurm-Cover steckt. Plötzlich dämmerte nämlich auch uns, dass wir “hang up the chick habit hang it up, daddy, or you’ll be alone in a quick” nicht zum ersten Mal hörten, denn: Der gute Quentin hatte diese Hymne bereits 2007 zu seinem “Death-Proof”-Soundtrack gemacht. Da kommen Erinnerungen auf, das sagen wir euch. 2007 war nämlich das Jahr, in dem Sarah und ich an ein und der selben Schule unser Abi bestanden hatten.
Wir lassen “Chick Habit” also noch ein wenig in Dauerschleife laufen und träumen von Zeiten, in denen wir uns noch gegenseitig das Haar flochten und jeden Sommertag am See verbrachten. Weiterlesen »
Mode muss nicht immer tragbar sein, manchmal reicht es aus, wenn sie uns inspiriert, fasziniert und den Tellerrand unseres Horizonts ein klein bisschen erweitert. Ist letzteres nicht oft sogar viel wichtiger als der nächste Bestell-Button im Onlineshop? Die Studentin Anna-Sophie Berger schafft es mit ihrer vom Indie-Magazin ausgezeichneten Kollektion, jegliche Grenzen zu verwischen. Ein paar der Outfits würde ich im kommenden Frühjahr mir nichts dir nichts auch auf offener Straße zur Schau tragen, der Rest ist mehr ein spannender und detailverliebter Meisterstreich als ein alltagstauglicher Durchschnitts-Kompott.
“m/m2” erinnert mich auf eine seltsame, aber gute Art und Weise an ein altes Sofa meiner Eltern, das wohl irgendwann Mitte der 80er Jahre Einzug gehalten haben muss, in der Studentenbude von damals. Schwarze Raster auf weißem Hintergrund, mal ganz zart, mal aufdringlich, aber immer mit einer Portion Mondrian-Assoziation (niederländischer Künstler † 1994) im Hinterkopf. Anna-Sophie, die gerade noch als Schülerin von Bernhard Wilhelm an der Universität für angewandte Kunst in Wien lernt, schneidert Cashmere-Wollgemische, Baumwolljersey, Lodenstoffe und blaue Seidendetails zu einer stofflichen Hommage an das Viereck zusammen. Und so findet auch der russische Maler Kasimir Malewitsch Einzug in die Kollektion, die sich irgendwo zwischen Konstruktivismus und trendlastigen Details wie Cut Outs und Layering bewegt. Weiterlesen »
Ihr stellt euch die Frage, wie ein Bündel bunt bedrucktes Papier mich so emotional in den Bann ziehen kann? Ganz einfach: Man nehme eine Riesenportion Mädchenattitüde, eine ordentliche Ladung “Liebe-zum-Detail”, die schönsten Produktneuerscheinungen und unbekanntere Designer, vermische das Ganze mit viel Trendgespühr und überziehe es zu guter Letzt mit einer dicken Schicht Puderzucker – Et voilà, herauskommt das material girl.
Viermal im Jahr schleiche ich wie ein kleines Mädchen vorm Barbie-Regal um sämtliche Zeitschriften-Läden herum und erwarte es sehnsüchtig, um es mein Eigen zu nennen. Mit Ausgabe 15 “Let the Soft breeze carry you away” ist nun vergangenen Freitag das neueste materielle Mädchen zu meiner Sammlung dazu geschlüpft und macht sich prächtig nebst den hübschen Schwestern im Hochglanz-Spiegelpapier-Mäntelchen. Weiterlesen »
Sommerzeit heißt Tütensuppenzeit! Wieso? Bärtige Musiker, elektronische Klänge und Zelte inklusive Sauna-Athmosphäre durchkreuzen derzeit unseren Alltagstrott. Scharen von feierwütigen Matsch-Erprobten plündern Supermärkte, packen Reisetaschen und schmeißen zur Einstimmung Mixtapes ins Kassettendeck – Für den Spaß ihres Lebens, für die Zeit der Festivals, für Momente, die bloß noch ein Regenbogenfeuerwerk perfekter machen könnte.
Achtung, Achtung: Für so viel Exzess, Freude und Glückssekunden sollte man gewappnet sein. Denn Instant-Food, ein kälteresistenter Schlafsack und eine Familienpackung Aspirin reichen noch längst nicht aus – nein, vor allem brauchen wir zum Tanzen und Hüpfen und Springen eins: Unsere Füße! Und die wiederum freuen sich über adequates Schuhwerk, das nicht nur gemütlich, sondern obendrein noch hübsch ausschaut – wie wär’s zum Beispiel mit dem obrigen Schuhwerk, hm?
Um euch an dieser Stelle für’s eifrige Lesen zu danken und euch gleichzeitig für die Festivalsaison zu rüsten, verschenken wir heute eines unserer Lieblingsmodelle des californischen Streetwear Brands C1RCA : Den schmal geschnitten Denim – Canvas Sneaker “INDIE”. Erst seit diesem Frühjahr ist er erhältlich und schon gleich hat er sich mit seiner hellblauen Jeansoptik und dem rot-weiß-karierten Innenfutter auf Platz 1 unseres imaginären Sommersneaker-Rankings katapultiert. Weiterlesen »
Lange Nächte sind schön. Nicht immer hat man nach dem allwöchentlichen Geschufte oder der Uni-Lernerei aber noch Lust auf großes Tamtam. Nein, wir werden nicht alt, wir brauchen bloß ab und an eine kleine Auszeit – schon allein der Leber zuliebe.
Eine nette Alternative zu freitaglichen Szene-Putzereien bietet uns seit geraumer Zeit die Kurzfilm-Reihe “Shorts Attack“. Ein Mal im Monat wird hierzu neben der Berlinerischen Kinolandschaft auch der Rest der deutschen Popcorn-Säle aufgwirbelt. Im März (heute zum Beispiel im Babylon Berlin Mitte um 20 Uhr) dreht sich alles um das Sein in der Stadt, um Visionen, Spieltrieb und Urbanität.
“Putzmunter gehen die Helden vor: Die einen machen das Urbane zur Projektionsfläche, andere sind sportlich oder politisch, ordnungsversessen oder verträumt. Graffity zeigt sich als Kür, Wahlkampf wird ironisch beobachtet, Kinder arbeiten, und jede Menge durchgeknallte Ideen freuen sich auf die Begeisterung der Massen. Ob als Realfilm, Animation, Kunst oder Dokumentarfilm, die weit über ein Dutzend Beiträge zeugen vom Mut, den öffentlichen Raum zu erobern. Mitmachen, reclaim your streets!” Weiterlesen »
Es ist mal wieder Zeit für einen Klassiker. Mein guter Freund Max entstaubte soeben mein anscheinend extrem in Mitleidenschaft gezogenes Hirn und erinnerte mich an The Notwist. Wie konnte ich sie nur vergessen, diese Band. Den Inbegriff der deutschen Indie-Schrammelei, falls man Indie überhaupt noch sagen darf. Die Band, die einen Teil des Soundtracks zu “Absolute Giganten” lieferte. “Wandelbar wie ein Chamäleon sind diese Herren aus Bayern”, titelten Magazine. Überraschend ist das ganz und gar nicht, schließlich gründeten Mecki Messerschmidt und die Brüder Markus und Michael Acher bereits 1989 ihre kleines Musikprojekt, das später aus dem Kellerraum entspringen sollte wie ein Phönix aus der Asche. Nichts ist doch schlimmer als Stillstand und so kam irgendwann Martin Gretschmann dazu, um ab un an ein wenig Elektro-Dingding dazu zu mischen.
One with the Freaks stammt vom grandiosen Album “Neon Golden”, bedarf weniger Worte, dafür aber einem aufmerksamen Gehör. One with the Freaks? – I’m in.
Alter Falter, ich werd verrückt. Erstens: Bands, die ich mag haben meist ein Tier im Namen, aber das stellte ich bereits fest, obwohl ich mich noch kürzlich über dieses Hipster-Phänomen brüskierte. Zweitens: Es ist wie ein Fluch, aber gefühlte 80% der Musiker, dessen Klänge meine Ohren bezirzen stammen zudem aus Portland. Anscheinend ein wahres Künstler-Nest, diese Stadt im amerikanischen Oregon. Heute mag ich euch die Jungs von “Horse Feathers” wärmstens ans Herz legen. Was sie da fabrizieren ist überaus beruhigend, ohne auf die Stimmung zu drücken. Ein bisschen wie ein warmes Bad an regnerischen Arschlochtagen.
Im September erschien Post Paradise, das Debutalbum der australischen Band The Holidays. Lobeshymnen und Traumkritiken folgten prompt, jetzt gibt’s ein erstes Video zur Singleauskopplung Broken Bones. Eine wirkliche Geschichte steckt nicht dahiner, dafür sehen wir aber allerhand surreale, abstrakte und zugleich skurrile Momentaufnahmen in kühler Ästhetik. Brrr. Da weiß man die heimische Gemütlichkeit doch gleich noch mehr zu schätzen. Lässt man das Filmchen weg, ist der Song allerdings ganz Sofa-tauglich. Um was für Musik es sich da überhaupt handelt? Im Büro munkelt man irgendwas von tropischem Indie. Ahja.
Garage? Noise Pop? Lo-Fi? Was genau die Smith Westerns da veranstalten, weiß ich nicht, aber es klingt gut und erinnert mich an die Strange Boys, die ich wiederum auch sehr mag. Dass die Burschen aus Chicago noch recht jung sind (um die 20) hört man – macht aber nichts, denn genau dieses Geschrammel plus Jungs-Stimmen macht das ganze zu einem Sommerbrisen-Sound mit Keller-Rock-Attitüde. Ich finde gerade keine anderen Worte dafür, daher mein Vorschlag: Einfach anhören. Weiterlesen »
This is Jane Wayne ist ein Herzprojekt. Ein Projekt aus Berlin für die Janes allerorts, das News, Features, Blogs, Interviews und Streetstyles zu einer umfangreichen Präsenz vereint. This is Jane Wayne sind Nike & Sarah. Zwei Autorinnen, die sinnieren und informieren über Mode, Musik und Menschen, Kunst und Kultur und im Eigenversuch Getestetes. Mehr
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TEA&TWIGS ist das virtuelle Zuhause von Isabella und Jasmin und beherbergt unter anderem die Dokumentation des persönlichen Stils der Damen, Beauty-Videos und einfache DIY Ideen: von den pinken Haarspitzen bis zur selbstgemachten Marmelade. Mehr