Schlagwort-Archiv: Israel

Von morgens bis Mitternacht:
24h durch Tel Aviv mit Mirna Funk

24.07.2017 um 16.48 – Travel

Reisaus nehmen und die Welt kennen lernen, neue Kulturen aufsaugen und aus dem Staunen nicht mehr heraus kommen: Unsere neue Travel-Serie „Von morgens bis Mitternacht“ soll mit euch aus dem Alltag ausbrechen, euer Fernweh ankurbeln und euch in 24 Stunden das Schönste und Sehenswerteste einer Stadt mit auf den Weg geben. Und weil wir meist sowieso viel zu wenig Zeit haben, uns im Vorfeld durch Travel Guides zu durchforsten, haben wir Menschen gefragt, die uns dabei helfen, von längst platt getrampelten Pfaden abzukommen, die uns mit an ihren Sehnsuchtsort nehmen, in ihre Stadt, die voller Wunder steckt. Den Anfang machen wir heute mit einem Reiseziel, das bei uns schon viel zu lange auf der Liste steht: Tel Aviv!

Und wer wäre an dieser besser geeignet, als Journalistin, Buchautorin und Mama Mirna Funk? Geboren 1981 in Ostberlin, reist die deutsche Jüdin regelmäßig mit ihrer Tochter im Gepäck nach Tel Aviv, hat dort „gelebt, geliebt und gelitten“, saugt das Leben, die Menschen und den entspannten Vibe auf, arbeitet von dort und hat dort ganz still und leise sogar ihren Debüt-Roman „Winternähe“ geschrieben. Wenn uns also jemand etwas über diese Hafenstadt verraten kann, dann ganz sicher Mirna selbst. Gesagt getan: Von morgens bis Mitternacht Tel Aviv! weiterlesen

Bild des Tages: 1200 Nackte für Fotograf Spencer Tunick & das tote Meer

19.09.2011 um 13.48 – Allgemein Fotografie Kunst
Foto: Spencer Tunick via Focus.

Mit Nacktheit in der Kunst tue ich mich dann und wann schwer. Nicht, weil ich prüde wäre oder konservativ bis in die Knochen, sondern vielmehr, weil sich mir der Sinn des freiliegenden Fleisches oft nicht recht erschließen will. Sicherlich, der ästhetische Aspekt zieht so gut wie immer, denn Stoff kann durchaus das Gesamtbild stören. Aber manchmal macht das alles einfach keinen Sinn. Ich denke da zum Beispiel an Jürgen Goschs Inszenierung von Shakespeares Klassiker „Macbeth„. Von der ersten Sekunde an standen die Schauspieler splitterfasernackt auf der Bühne, bloß der eine, der König, trug eine trostlose Papierkrone auf dem Kopf. Ein jämmerlicher Anblick im Ekeltheater. Denn beim freien Umherschwingenlassen und schmerzhaften Einklemmen des Genitals blieb es nicht, es wurde Schokopudding gekackt, gekotzt un uriniert.

Der amerikanische Fotograf Spencer Tunick geht da schon um einiges Bedachter mit dem naturgegebenen Hautkleid der Menschheit um. Er vermag es seit geraumer Zeit immer und immer wieder, Abertausende für das Blankziehen zu begeistern. Für seine Bilder, für seine Kunst, für den Protest. So auch dieser Tage in Tel Aviv, wo sich rund 1 200 Israelis und Touristen für die Aktion „Nacktes Meer“ am Wasser versammelten, um ein Zeichen zu setzen: „Gegen die Gefährdung des tiefsten Sees der Welt durch Austrocknung„, schreibt die Monopol. Bis hierher verstehe ich einmal mehr nicht, wieso Nackheit hier ein Muss sein sollte. Weil es einerseits Aufmerksamkeit auf sich zieht und andererseits schlichtweg besser aussieht, schon klar. Das reicht mir aber nicht, auch wenn es das Ganze rechtfertigt. Am Ende ist es vielmehr der 25-jährige Teilneher Raffe Gold, der mir begreiflich macht, dass auch eine weitere Dimension, die politische nämlich, nicht zu unterschätzen ist: «Ich tue das, weil ich überzeugt bin, dass Israel das einzige Land im Nahen Osten ist, wo eine Fotoserie von nackten Menschenmassen aufgenommen werden kann», zitierte die Monopol weiter. Und plötzlich ergibt alles doch irgendwie Sinn. weiterlesen