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Jenna Behrends wirft der CDU Sexismus vor und zeigt, dass auch Frauen sexistisch sind.

28.09.2016 um 16.49 – Feminismus Gesellschaft

jenna behrendsEs gibt, Männer, die bezeichnen sich ganz öffentlich als Feministen. Das sollte zwar selbstverständlich sein, gilt aber noch immer als Ausnahme. Jetzt könnte man natürlich meinen, unter Frauen sei die Stimmung durchweg positiv, aber auch hier: Fehlanzeige. Schon der durch die Jahrzehnte extrem emotional aufgeladene Begriff allein macht die Tatsache, dass die 4. Welle des Feminismus die grundsätzliche Gleichberechtigung des Menschen an sich meint, statt sich allein durch Geschlechter-spezifische Fragen zu definieren, für viele noch immer schwer greifbar. Ein Umstand, der nicht gänzlich unverständlich ist, weshalb mitunter sogar immer mehr Medien zum „Humanismus“ wechseln und dabei das Gleiche meinen.

Wie auch immer wir das Kind aber nun nennen wollen, es kassiert ohnehin von beiden Seiten Schelte, genau wie jedes Thema, das irgendwie mit ihm verbunden scheint. Männer beispielsweise fühlen sich vermehrt zu Unrecht des Sexismus beschuldigt, vor allem seit Gina Lisa, wohingegen Frauen den Sexismus tragischerweise häufig selbst befeuern, ohne sich dessen auch nur im Ansatz bewusst zu sein; Zusammenhalt wird von Konkurrenz überschattet. Schuld ist in beiden Fällen nicht selten der allgemein herrschende Konservatismus, also das Bedürfnis nach Kontinuität, Identität und Sicherheit. Ein Paradoxon in sich. Kontinuität ist durch das Festhalten an alten Strukturen selbstverständlich greifbar, aber wie soll man eine Identität ohne bedingungslose Freiheit entfalten, wie kann man sich sicher fühlen, wenn so etwas wie Respekt sogar am Arbeitsplatz als Mangelware gilt. Jenna Behrends fragt sich gerade ähnliches. Die Jura-Studentin ist seit einem Jahr Mitglied der CDU und hat sich in einem offenen Brief an ihre Partei gewandt. Es geht in ihren Zeilen vor allem um reellen Sexismus innerhalb der eigenen Reihen. Behrends ist es satt, von Kollegen als „süße große Maus“ geneckt zu werden. Auch will sie sich als erfolgreiche Quereinsteigerin keine weiteren (nackten) Spekulationen mehr über ihren Erfolg anhören müssen. Und noch weniger akzeptieren, dass die „Frauenquote“ aus überaus fadenscheinigen Gründen noch nicht einmal Partei-intern funktioniert: weiterlesen

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