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Kommentar //
Herr Trump, der größenwahnsinnige Donald.

09.11.2016 um 14.43 – Gesellschaft

trumpEin Clown zieht ins weiße Haus ein, so schreibt es der Postillon, nur dass so etwas wie Satire diesmal kaum spürbar ist. Wer Trump als Narr mitsamt weißem Haar, teigigem Gesicht und roter Nase bezeichnet, entledigt sich automatisch jeder Übertreibung, der vergisst bei aller Oberflächlichkeit nicht das Wesentliche, weil es ohnehin kaum Wesentliches und insbesondere nur ein verschwindend unauffälliges Maß an Intellekt zu erwähnen gibt, der bedient sich weniger des Pamphlets als vielmehr reiner, schmerzlicher Wahrheit.

Der 9. November 2016 ist ein Schlag in den verwundeten Magen des gesunden Verstandes, ein tragischer Witz auf Kosten der Menschenrechte, eine plötzlich reale Dystopie für jeden Freund der Demokratie, für das denkende Individuum an sich. So schnell abzusehen der fatale Ausgang der US-Wahlen schien, so irrsinnig und unglaublich hallt er nach. Aus „Make America Great Again“ ist „Make America Vote Again“ geworden, Studierende protestieren, Journalist*innen schimpfen und Lena Dunham wähnt sich laut Twitternachricht nur noch in Lady Gagas Vagina in Sicherheit. Sicher vor dem Donald Duck der republikanischen Vollpfosten. Dabei hätte wohl niemand außer der Trump’schen Jünger selbst an den Sieg eines hundsgemeinen Obskuranten, machtgeilen Größenwahnsinnigen, sexistischen Rassisten und strunzdummen Lügners geglaubt. weiterlesen

Kommentar // Von der Schwierigkeit,
Raum einzunehmen.

17.10.2016 um 11.22 – Feminismus

julia korbik feminismus heute

Letztens saß ich im Zug neben einem Mann der, ohne zu zögern, die mittlere Armlehne für sich beanspruchte. Innerlich ärgerte ich mich maßlos darüber (ich wollte die blöde Armlehne gar nicht, aber es hätte ja sein können), äußerlich lächelte ich nett und las weiter in einem Buch. Nachher war ich dann sauer auf mich selbst, weil ich nichts gesagt hatte.

Solche Situationen passieren mir immer wieder. Es ist nicht nur der Mann, der die Armlehne in Besitz nimmt. Es ist auch der Mann, der sich in der U-Bahn über drei Sitzplätze ausbreitet, weil Sitzen ohne weit geöffnete Beine eben nicht lässig-männlich ist. Es ist die Frau, die mir auf dem schmalen Gehweg entgegenkommt und von mir zu erwarten scheint, dass ich diejenige bin, die ausweicht. Was ich dann auch mache. Manchmal bin ich kurz davor, etwas zu sagen – lasse es dann aber doch. Das ist es nicht wert, denke ich. weiterlesen