Schlagwort-Archiv: Konzert

Track des Tages // Konzert-euphorisiert:
Sleater Kinney – „Modern Girl“

19.03.2015 um 10.10 – Musik

slater kinney konzert berlinMir ist noch immer ganz schwindelig vom Konzert. SLEATER KINNEY sind für mich, seit meine Superfreundin Betty mir deren fauchende Ergüsse einst in unserem eigenen Proberaum (ja, wirklich, wir waren jung, trugen Netzstrumpfhosen und rauchten Kette) vorspielte, Göttinnen. Im Grunde wollte ich Gitarristin Carrie Brownstein (die inzwischen auch für die Kracher-Serie „Portlandia“ verantwortlich zeichnet) sein, oder zumindest mit ihr und Corin Tucker durch die Welt touren, um feministische Parolen und politischen Rock durch Konzertsäle zu schreien, was natürlich eine schlaufuchsdämliche Idee war, ich beherrschte damals ja noch nicht einmal einen gekonnten Barré-Griff und meine Finger verknoteten sich eher als dass sie auch nur ansatzweise so etwas großartiges wie „Dig me out“ zustande gebracht hätten. 

„Dig me out“, die dritte Platte der Band, die mit Vorliebe in die „Rot Grrrll“ Schublade gequetscht wird, obwohl damit nur die halbe Wahrheit gesagt ist, machte das Trio aus Portland 1997 zur Mädchen-Sensation, zu gewaltigen Stimmen der dritten Welle des Feminismus, zum nächsten großen Ding nach Bikini Kill oder L7. Vielleicht auch, weil die Gitarristinnen Carrie und Corin damals noch zusammen mit Drummerin Lora Macfarlane, die später durch Janet Weiss ersetzt wurde, den Funken Pop, den es zum Großwerden braucht, geschickt einzusetzen wussten – ohne auch nur im Geringsten an knurrender Attitüde einzubüßen. Mit dem Wechsel zum sagenumwobenen Label „Kill Rock Stars“ nahmen die Dinge seinen Lauf, die Alben „The Hot Rock“, „All Hands On The Bad One“ und „The Woods“ folgten, 2006 war dann vorerst Schluss – bis in diesem Jahr „No Cities To Love“ den Geist von damals zu neuem Leben erweckte. Und so standen wir also gestern da, mit Dr. Martens an den Füßen, die wir schon mit 15 trugen, um den Heldinnen unserer Jugend zum ersten Mal in unserem Leben live dabei zuzusehen, wie sie dem Rock in kurzen Kleidern den Sexismus austreiben. weiterlesen

Wir verlosen mit „Liebeskind Berlin“ 2×2 Konzertkarten und ein Date mit Joy Denalane in BERLIN!

02.11.2011 um 17.22 – Allgemein Event Musik

Wer von euch Mädels träumte 1999 beim Anhören des Freundeskreis Lieblingslieds „Mit Dir“ nicht davon, selbst Joy Denalane zu sein, davon, mit Max Herre im Duett zu singen und flirtend irgendwo in Griechenland zu stecken? Hand aufs Herz, auch wir zählten uns dazu. Fortan galt unsere liebe Joy also als absolutes Vorbild und wir hätten liebend gerne Coolness, Korkenzieher-Locken und diese unnachahmliche Stimme mit ihr getauscht.

Nun ist die Powerfrau wieder zurück auf der Bühne, diesmal zwar ohne Max, dafür aber mit neuem Album im Gepäck: „Maureen“ heißt ihr drittes Werk und spätestens seit unserem Interview mit der Lady hat sie unsere Herzen erneut entflammt. Nun ist es endlich soweit und Deutschlands wohl schönstes Soulstimmchen geht endlich auf Tournee. Unterstützt wird das Goldkehlchen dabei von dem Accessoire-Label Liebeskind Berlin –  und von dem Beginn dieser kreativen Freundschaft sollt ihr nun selbstverständlich auch etwas haben:

Mit ein bisschen Glück könnt ihr Joy Denalane schon ganz bald live auf der Bühne sehen und für einen von euch  plus Begleitung) geht’s sogar ab zum persönlichen Meet’n Greet während des Sound Checks der jungen Dame. Wie ihr gewinnen könnt? 

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Kasabian LIVE in Berlin bei Tape.tv – Wir verschenken 2×2 Tickets!

25.10.2011 um 15.02 – Allgemein Musik

Ich möchte mir mit dem weißen Rippshirt des bärtigen Jünglings neben mir den Schweiß von der Stirn wischen, schreien und springen bis der Putz der schwarzen Wand bröckelt und dabei mit meinen bierverklebten Fingern Konfetti in den Himmel werfen. Weil das immer so war, wenn Kasabian lief.

Kasabian, das waren bis zum Jahre 2006 noch Chris Karloff, Tom Meighan, Sergio Pizzorno und Chris Edwards – ersterer verabschiedete sich irgendwann, obwohl er es doch war, der dieser britischen Band zu einem solch respekteinflößenden Namen verhalf: Nachdem Mister Karloff nämlich einen Artikel über den Massenmörder Charles Manson in die Finger bekam, in dem es hieß, eine Dame namens Linda Kasabian habe dessen Fluchtwagen gelenkt, war die Entscheidung für eine Umbenennung so gut wie in Stein gemeißelt. Hinzu kam offensichtlich, dass eben jener armenischer Nachname nicht weniger bedeutet als „Schlachter„. Joa, klingt einleuchtend, dass eine Band wie diese auch einen Namen wie diesen tragen muss. Ebenfalls sehr unbescheiden zeigt man sich hinsichtlich gigantischer Vorbilder wie z.B. Brian Eno, Air, Joy Division, The Doors und gelegentlich auch diverse Motown-Alben – man sollte also gar nicht versuchen, die New Wave/BritPop/Irgendwas-Jungs in derartige Schubladen zu stecken. Genug um den heißen Brei geredet, bei Musik zählen schließlich weniger Worte als Klänge – wer Kasabian kennt, der weiß, dass diese meist laut ausfallen und sollte nun alles tun, um am 3. November ab 21 Uhr live bei deren musikalischem Echtzeit-Erguss in den Studios vom göttlichen Tape.tv dabei zu sein. Wem die Töne und hübschen Gesichter der vier Rotzjungs jedoch nicht geläufig sind, der sollte dies schnell nachholen, ebenfalls live und in Farbe, am 3. November bei Tape.tv!

Ihr wisst, was wir sagen wollen: Lasst’s euch nicht entgehen und gewinnt mit uns und den netten Herren von Tape.tv 2×2 Tickets! Wie? weiterlesen

Film-Tipp für Phoenix-Fans: „Wolfgang Amadeus Phoenix“ auf ARTE

18.10.2011 um 19.06 – Allgemein Film Musik

Auf ARTE ist einfach verlass: Denn wer zaubert sonst auch immer wieder spannende Dokumentationen aus dem Hut, die sich thematisch nicht eingrenzen lassen wollen und uns doch ein jedes Mal aufs Neue interessieren? Neuester Clou: Die Dokumentation „Wolfgang Amadeus Phoenix„, die die Band Phoenix während ihrer einjährigen Tournee und auf rund 500 Bühnen dieser Welt begleitete.
Aber nicht nur vor die Kulissen folgte die Kamera den Jungens auf Schritt und Tritt, sondern auch im Tourbus, bei Proben und während Promo-Zeugs war sie stets mit von der Partie.

Uns erwartet also ein rundum Phoenix-Programm mit musikalischem Hochgenuss und bester männlicher Unterhaltung. weiterlesen

Interview: Metronomy!

10.05.2011 um 14.14 – Allgemein Menschen Musik

Wir hatten es bereits angekündigt, gestern war es dann endlich so weit: METRONOMY spielten im Kreuzberger Club „Lido“. Kurz voher haben wir drei der vier Briten, nämlich Oscar, Anna und Joseph, noch schnell getroffen und herausgefunden, dass eine solch grandiose Konzeptplatte wie „The English Riviera“ es ist, tatsächlich nicht von Idioten stammen kann. Zum Interview hier entlang, bitte. Eine musikalische Kostprobe gibt’s vorweg hier.

Angehört: Sufjan Stevens

06.05.2011 um 17.11 – Allgemein Musik

Eigentlich ist er ein alter Hund der Musikbranche. Es kann allerdings auf keinen Fall schaden, einmal mehr an ihn zu erinnern, diesen Wunderknaben und Multiinstrumentalisten Sufjan Stevens. Nach mehr als vier Jahren meldet der Amerikaner sich nämlich mit einem Berlin-Konzert im Admiralspalast zurück. Die Tickets – ausverkauft. Ich.muss.da.hin. Komme was wolle. Ebay vielleicht?

Sein aktuelles Album „The Age Of Adz“ hatten wir bereits vorgstellt und ich empfehle dringendst, es sich dann und wann mal anzuhören – ist nämlich irgendwie heilend. „Size too small“ bleibt aber trotzdem mein Lieblingslied des Burschen.

Toiletten-Interview: Gini von „Milenka & The Pyramids“

09.02.2011 um 13.26 – Allgemein Musik

Gestern Abend machte ich mich recht schläfrig auf den Weg gen Kreuzberg. Nur noch mal kurz frische Luft schnappen, Freunde treffen, im Madame Claude versacken. Irgendwer meinte kurz zuvor, dass dort eine recht gute Band spielen würde, irgendwas aus Frankreich, nichts besonderes, so was ruhiges eben. Milenka. Oder Milenka and The Pyramids. Wie auch immer, der Name sagte mir jedenfalls nichts. Ohne große Erwartungen, aber guter Dinge schlenderte ich also die Treppen Richtung Konzertkeller hinunter. Leichtes Säuseln, Flöten, dann sphärische Klänge.

Irgendwie außerweltlich klingen die Töne, zu denen die junge Frau in ihrem langen Kleid und den bunten Strupfhosen ab und an in die Hände klatscht. Langsam mischt sich ihre eindringliche Stimme dazu. Lange rote Haarsträhnen wippen im Takt der Muschelrassel, die sie jetzt in den Händen hält. Ab und an lösen sich Glitzerpartikel von ihrer Wange und flattern funkelnd zu Boden. Die Wand ist in einen körnigen, verschwommenen Film getaucht, seltsame Szenen und Phantastereien reihen sich aneinander. Ich befinde  mich in einer Welt, in der Tiere sprechen können, in der Mädchen bunte Federn im Haar tragen und Hippies sich die Friedenspfeife reichen. In einer Welt, in der Musik nicht nur die Ohren, sondern den ganzen Körper einnnimmt. weiterlesen