Schlagwort-Archiv: Leben

Meet the Team: Powerpuff Jane
– Literatur / Feminismus / Gesellschaft –

– 17.03.2014 um 12.00 – Allgemein box2 Wir

Powerpuff 1 Meet the Team: Powerpuff Jane <br/>    Literatur / Feminismus / Gesellschaft –

Bonjour! Ich bin die dritte Sarah im Bunde aka Powerpuff Jane, die mit Gummistiefeln an den Füssen in der bergigen Schweiz groß geworden ist. Mittlerweile habe ich die Stiefel gegen Turnschuhe eingetauscht und genieße das Leben im hübschen und überschaubaren Zürich.
power Meet the Team: Powerpuff Jane <br/>    Literatur / Feminismus / Gesellschaft –Seit 5 Semestern drücke ich hier die Schulbank an der Zürcher Hochschule der Künste und versuche unter anderem herauszufinden, was politische Philosophie, Gender-Theorien oder Cultural Studies alles mit zeitgenössischer Kunst zu tun haben können. Daneben arbeite ich als ausgebildete Buchhändlerin in einem kleinen Bücherbunker, wo ich probiere, mit viel Enthusiasmus alle Romane von John Irving gleichzeitig auf die Bestsellerlisten zu katapultieren.  weiterlesen

Die Sache mit dem Drama, oder: Art Never Comes From Happiness – echt wahr(.)?

– 22.08.2012 um 18.49 – Allgemein Leben

2a980f98e18f11e1ad5812313804842c 71 Die Sache mit dem Drama, oder: Art Never Comes From Happiness   echt wahr(.)?

Letztens am Küchentisch, eine dieser typischen Szenen. Wein und selbstgemachte Pasta, plötzlich Melancholie. “Glaubst du, wir provozieren die Dramen in unserem Leben, weil wir Angst haben, sonst zu vertrocknen, weil wir das brauchen, um inspiriert zu sein?” -”Ja.”
Die Antwort fiel mir nicht leicht. Weil das alles so nach Geltungsdrang klingt und Freaktum. Aber ja, verdammt. Nach drei Joints sieht man die Dinge manchmal klarer und plötzlich macht es Boom im Kopf. Die Retrospektive gibt mir recht: Die glücklichsten Momente in meinem Leben waren die einfallslosesten.

Versteht mich nicht falsch, ich rede nicht von Glück im klassischen Sinne, ich meine, was ist das, Glück? Ich bin eigentlich immer glücklich, irgendwie, außer die monatlichen PMS-induzierten Hormonschwankungen verknoten mein Gehirn auf absurde Art und Weise. Scheiße fühlt sich das an. So scheiße, dass ich manchmal geneigt bin, mich wieder an der Uni einzuschreiben. Einfach so, bloß, damit ich drei ganze Tage der Woche einfach so verschlafen könnte und Semester schieben, Vorlesungen online streamen und dabei leiden, flach im Bett liegend, wegen der irren PMS. Die Realität sieht anders aus, aber jeder hat schließlich Träume, das ist wichtig. Meiner Logik zufolge müssten das demnach die produktivsten Tage des Monats sein. Aber auch das ist falsch. Diese Art von Traurigeit bringt uns kein Stück weiter. Wir müssen von innen heraus bluten. Worum sich alles dreht, ist doch die Liebe. Was wir brauchen, ist Drama. Und richtig mieser Herzschmerz. weiterlesen

Dreams.

– 30.07.2012 um 17.47 – Allgemein Leben Musik

Wenn man Mitte Zwanzig ist, gleicht das Leben einer Achterbahnfahrt. Rauf und runter, auf und ab, im Sekundentakt. Hauptsache Gefühl und viel davon. Heute füttern sie dich mit Zuckerwatte, morgen stopfen sie dich mit sauren Gurken voll. Schlucken musst du alles, ob du willst oder nicht. Manches ist schnell verdaut, anderes hängt dir noch monatelang im Magen fest. Wenn man Mitte Zwanzig ist, gibt es keinen Kompriss. Schwarz oder Weiß, der Raum dazwischen ist leer. Denn mit langweiligem Einheitsgrau gibt sich keiner von uns zufrieden. Himmelhochjauchzend oder zutodebetrübt. Wenn man Mitte Zwanzig ist, leidet man lieber als Stillstand zu riskieren, man ist auf der Jagd nach guten Momenten und nimmt jeden Schlag auf die Brust in Kauf, solange am Ende nur ein kleiner blauer Fleck übrig bleibt. Ein Stigma, das bei jeder Berührung schreit “du bist am Leben”.

Wenn man Mite Zwanzig ist, gibt es kein Falsch, denn alles ist richtig. Jeder Satz, jeder Rausch, jede Emotion, jede Tat. Leben und lernen, jeden Tag, egal wie. Das, was am Ende dabei rauskommt, bist du. Und bis dahin ist nur wichtig, dass du dich lebendig fühlst.

(Gedanken, die beim Anhören des neuesten Tracks von Taken by Trees aufkamen) weiterlesen

Für die Wohnung: Der Urban Outfitters Home Catalog 2012

– 12.07.2012 um 11.14 – Allgemein Wohnen

uo catalog 800x764 Für die Wohnung: Der Urban Outfitters Home Catalog 2012

Während es draußen gerade Sturzbäche regnet und wir den Sommer damit langsam aber sicher gedanklich begraben, könnte der amerikanische Retailer nicht mehr Fingerspitzengefühl zeigen und uns mit seinem Urban Outfitters Home Catalog 2013 glücklich machen. Während Nike bereits in ihre neuen vier Wände gezogen ist, ziehe ich seit einem halben Jahr von Wohnungsbesichtigung zu Wohnungsbesichtigung, um endlich eine geräumige Bleibe für zwei zu finden – uns beiden steht also der Sinn nach einem räumlichen Wechsel, den wir am liebsten gleich mit ganz wunderbaren Möbeln und Accessoires bestücken würden.

So ein bisschen Home-Shopping kommt da nicht gerade ungelegen und wir sind dankbar für jede neue Inspiration, selbst wenn wir vielleicht beim amerikanischen Retailer letztendlich doch nicht zuschlagen werden.

Hereinspaziert in vier unterschiedliche Wohnungen, hereinspaziert in Urban Outfitters gelungenen Home Katalog: weiterlesen

Die Sache mit den “Never Ending Stories”

– 30.04.2012 um 15.14 – Allgemein Leben

IMG 0701 Die Sache mit den Never Ending Stories

Manchmal, mitten am Tag, lässt du alles fallen, auch dich. Auf den Boden, in die Kissen, damit du keine Kraft mehr brauchst zum Stehen. Dein Kopf saugt dir in diesen Momenten alle Energie aus den Gliedern und statt zu denken, träumst du bloß. Von früher. Von dem, was hätte sein können. Wärest du nicht zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen. Oder zur richtigen Zeit genau dort, wo ihr euch zum ersten Mal gesehen habt.

Neue Stadt, neues Glück und mehr Möglichkeiten als Lichter im Club. Hier ein Kuss, da ein Drink und mittendrin dein Herz. Erinnerungen, die im Weltraum kreisen, die das Vergangene fangen, um es dir immer wieder vor die Füße zu schmeißen. Wie ein unsichtbarer Geist lenkt Mister Never Ending Story deine Gedanken. Und egal, was jetzt kommt, du fällst immer wieder zurück. Entfernungen verschwimmen, es ist egal, wo du dich versteckst. Das Gefühl findet dich, ungeachtet dessen wie sehr du dich dagegen wehrst. Der Grund dafür ist einfach, aber wirksam: Was man nicht kriegen kann, das will man haben. Jahrelang das gleiche, ziemlich vorhersehbare Spiel: Verlieben, entlieben, nie wieder lieben. Um am Ende doch betrunkene SMS tippen, an Haustüren klingeln, den Kopf verlieren. Nächtelange Abenteuer, niemals Alltag. Spannung, Spaß und Spiel – nur dass sich diesmal echtes Fleisch unter der glitzernden Verpackung verbirgt, ein schlagendes Herz, das nur darauf wartet, verletzt zu werden. Es sein lassen könnt ihr trotzdem nicht. Ihr seid süchtig nach eurer Story, nach der Never Ending Story, die vielleicht niemals sterben wird.trans Die Sache mit den Never Ending Stories weiterlesen

Wochenrückblick

– 11.03.2012 um 11.36 – Allgemein Wochenrückblick

wochenrückblcik Wochenrückblick

Von Jessica Oemisch.

Letzten Donnerstag, am Weltfrauentag, hatte ich eine wunderbare Begegnung. Auf der Zugfahrt von Berlin nach Hamburg, stieg in Berlin Spandau ein älteres Päärchen zu. Sie trug ihr schulterlanges, voll ergrautes Haar offen und wirkte mit ihren fragilen 1,60 m wie eine gealterte Elfe. Die alte Dame reichte ihm bis zur Brust. Er trug einen schwarzen Hut im Charly-Chaplin-Style und einen marinefarbenen Anzug.

Kaum hatten die beiden ihre Sitzplätze gefunden, half er ihr aus ihrem viel zu langen Wintermantel. Als der Zug langsam anrollte, zauberte er aus seiner Reisetasche zwei Piccolos und eine rote Rose. „Du bist doch verrückt!“, sagte sie mit flattriger Stimme zu ihm, während seine trüben Augen glänzten. „Zum Frauentag!“ Er öffnete die Fläschchen und beide genossen morgens, kurz nach neun, das leichtprozentige Prickeln.

Während der Zugfahrt fiel es mir richtig schwer meine Augen von dem alten Pärchen zu lassen. Wahnsinnig liebevoll gingen die Beiden miteinander um, ein Lächeln da, ein Tätscheln dort. Wie viele Jahre die Zwei wohl schon zusammen verbringen?

Als die Durchsage „In wenigen Minuten erreichen wir Hamburg Hauptbahnhof“ ertönt, hilft er ihr den Mantel und sie versucht nervös die Rose zu verstauen. „Das war eine dumme Idee. Ich weiß doch jetzt gar nicht wohin damit.“ „Nein“, sagt er und küsst sie auf die Stirn. weiterlesen

Die Sache mit dem Sozialstress.

– 06.02.2012 um 16.27 – Allgemein Leben

sozialstress Die Sache mit dem Sozialstress.Fotos: Nike van Dinther

Existieren ist anstrengend, manchmal sogar lästig. Die Zeit hört niemals auf zu rasen und meistens überholt sie dich. Wegrennen gilt nicht. Bloß Vergraben, das ist ab und an erlaubt. Aber selbst dann, wenn du zwischen Wolkenkissen und Eiscreme vom Bett aus an die Decke starrst, passiert irgendwas Beschissenes. Urin in der Blase, Telefon-Lärm im Ohr – und alles, was du brauchst scheint viel zu weit weg.

Der Wecker klingelt und dein Herz rast im Takt. Langsam fängt es in deinem Hirn an zu rattern und aus vernebelten Gedanken wird Panik, wird Stress. Dein Kopf ist schwer und müde, will nicht mitkommen in den Tag, sondern weglaufen und vergessen – bis er sich die Beine bricht und am Boden liegt vor lauter Last. 13.00: Meike, 16.00: Lena und Abends noch Paul. Aus Vorfreude wird Verantwortung. Verabredungen zum Pflichtprogramm. Wie Abrissbirnen metzeln Termine durch deinen Alltag und legen sich wie schweres Geröll in deiner Magengrube ab. Verplanen, vertrösten, versetzen. Der Alltag pumpt Botox in deinen Körper, hält ihn aufrecht, bis er völlig gelähmt in der letzten Ecke des Wahnsinns steht. Liegen lernen, sagt man. Aber du kannst nicht mehr stehen. weiterlesen

Die Sache mit den verlorenen Prinzipien.

– 30.09.2011 um 17.27 – Allgemein Leben

Bildschirmfoto 2011 09 30 um 17.24.23 Die Sache mit den verlorenen Prinzipien.

Zweifel schmerzen in deinen angespannten Schultern, zerknautschen deine Stirn und zerfetzen das Hirn. Immer dann, wenn dein Leben nach Sicherheit riecht, nach Ankommen und süßem Selbstbewusstsein. Wenn die Straße dir zulächelt, statt dir ins Gesicht zu schlagen. Sorgen aus, Kopf an. Und dann kommt alles anders. Statt wie üblich zu verdrängen, suchst du nach dem Riss in der Fassade, nach dem Haken, weil du Zeit hast. Du atmest ein und atmest aus, alles ist gut, solange du du bist. Aber was bist du? Bist du gut oder böse?

Als du klein warst, hast du sie verabscheut. Die großen Leuten mit ihren noch größeren Köpfen, mit den bösen Worten und überflüssigen Floskeln. Heute bist du einer von ihnen, redest mehr als gesund ist und weniger als du solltest, zu viel Unwichtiges, zu wenig Wichtiges. Deine Stimme quietscht, wenn du mit Kindern redest, so als stünde ein Hundewelpen vor dir. Als seien sie dumm, diese kleinen Geschöpfe. Dabei verstehen sie oft viel mehr vom Leben als du.
Früher, da hattest du noch Prinzipien, heute tust du bloß noch so. Weil Existieren anstrengend ist, weil Zeit Geld und Bequemlichkeit so verlockend ist.

Als du sechs warst hast du mal ein Nummernschild aufgeschrieben von dem alten Mann, der im Auto vor euch fuhr. Er hatte Müll aus dem Fenster geworfen und eine Zigarette. Du hattest Angst, dass der Wald anfängt zu brennen. Heute kaufst du Dosenbier und Knicklichter um im Park zu tanzen, du rauchst Kette, wirfst die Glut auf die Blätter und Papier auf den Boden. Es ist dir egal, denn irgendwer räumt morgen schon auf. weiterlesen

Der veränderte Blick auf dünne Körper.

– 22.08.2011 um 15.08 – Allgemein Leben

shoulders 360 Der veränderte Blick auf dünne Körper.

Meine Mutter fragt oft, was alle Mütter fragen: “Kind, isst du denn auch genug?” Klaro. In letzter Zeit waren es deshalb viel eher Bekannte und Freunde, die dem wahrhaftigen Problem auf den Zahn fühlten. Nämlich: “Sag mal, wird man nicht ein bisschen Plemplem, wenn man tagtäglich nur so dünne ModeModelMädchenBilder sieht?” Ja, das wird man. Allerdings brauchte ich ein wenig Zeit, um mir selbst eingestehen zu können, dass was dran ist am Klischee. Ein kurzer Gedankengang.

Ich meckere ja furchtbar gern. So war ich auch immer an vorderster Front mit dabei, wenn es galt, den Magerwahn rot anzukreiden. Gechimpft habe ich über sie, die allzu dürren Models, über Freundinnen, die frei raus gestanden, auf herausstehende Hüft- oder Schlüsselbeinknochen zu stehen. “Das darf ja wohl nicht wahr sein” und “verdammt, was für eine kranke Gesellschaft” zählten wohl zu meinen Lieblingssätzen. Und dann, in diesem Jahr, folgte ein Schlüsselmoment, wegen welchem ich noch heute die Hände über dem Kopf zusammen schlage – und zwar ob meiner selbst. Da saß ich also tatsächlich dort auf meinem Stühlchen, während der diesjährigen Fashion Show von unserer üppigen 50er-Jahre-verliebten Lena Hoschek und dachte ganz still und heimlich: Irgendwie sieht das an den etwas zu runden Models billiger aus als an den ganz, ganz schlanken. Poom. Ich dachte plötzlich, ich hätte nicht mehr alle Tassen im Schrank und erschrak vor mir selbst. Die paar Models auf dem Laufsteg, die ausnahmsweise mal keine Striche in der Landschaft waren, brachten bei einer Körpergröße von 1,75m doch trotzdem nicht mehr als 58 Kilogramm auf die Wage – mir war also offensichtlich schon ein ganz normales Frauen-Becken zu üppig? Jap, Tatsache. weiterlesen

Musiktipp: Lana Del Rey – Video Games

– 10.08.2011 um 15.21 – Allgemein Musik

Eine dunkle Welle aus Verwirrung und Traurigkeit erfasst mich. Das laute Gekreische des Bilderwalds macht meine Ohren sausen. Wirklichkeit und Schein, ich kann und traue mich manchmal gar nicht mehr zu unterscheiden. Überall ist Wut, Angst, Hilflosigkeit. Da draußen tobt es, aber eigentlich stürmt es in jeder kleinsten Pore. Überdrehte Welt, torkelnd verläßt sie bald die Umlaufbahn. weiterlesen

Doku: Peter Lindbergh | Der Fotograf, der Supermodels erfand

– 11.04.2011 um 19.12 – Allgemein Fotografie

Naomi Cambell, Kate Moss, Keith Richards, Julia Roberts. Fotomodels, Schauspieler, Musiker – sie alle standen schon vor seiner Kamera. Und sie alle lieben ihn. Sie lieben diese kleine Brechung, die jedes Bild echter aussehen lässt. Sie lieben es, wie er ihrer Persönlichkeit gerecht wird, ohne voyeuristisch zu sein. Und sie lieben es, wie er sie geschminkt ungeschminkt aussehen lässt. Die Rede ist von Peter Lindbergh – einem deutschen Fotografen der Hollywood erobert hat. Irgendwann musste ich einmal eine Semesterarbeit über ihn schreiben und ich erinnere mich noch genau daran. Plötzlich war auch ich dem mir zuvor etwas unsympathischen Kamera-Künstler erlegen. Arte zeigt nun eine Doku über den Mann, der absichtlich Makel zeigt. weiterlesen