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TREND // Die 7 Entwicklungen in der Mode – laut Lidewij Edelkoort

28.11.2016 um 14.30 – Gesellschaft Mode

li edekoort

Lidewij Edelkoort dürfte mittlerweile auch fernab der Mode Branche, der Trend- und Konsumforschung für so manch eine oder einen mittlerweile ein Begriff sein, denn die gebürtige Niederländerin gilt als Orakel einer ganzen Branche, fasst Gegenwärtiges auf den Punkt zusammen, benennt Entwicklungen, die wir vielleicht längst spüren, bislang aber nicht in Worte fassen konnten und redet Tacheles in einem Zirkus, der zwar hin und wieder noch glitzert, dem es im Grunde allerdings ziemlich schlecht geht.

Mit ihrer These „Die Mode, wie wir sie kennen, ist totaus ihrem im vergangenen Jahr veröffentlichen Anti-Fashion Manifesto polarisierte damals, sollte allerdings recht behalten: Designer wechselten 2016 so oft wie noch nie die Positionen, das „See now, Buy now“-Konzept wurde fast flächendeckend umgesetzt und scheint den Rubel wider erwarten nicht ins Rollen zu bringen, und während manche Brands auf Extravaganz und laute Ohs setzen, dabei Schweißperlen auf der Stirn haben, drohen sie doch im kommenden Jahr nicht mehr „en vogue“ zu sein, setzen die anderen auf einfachste, aber absatzstarke Produkte ohne Whaows andere Spektakel. Was ist da los? Und wie kommen wir daraus? In einem Interview mit der deutschen Welle setzte man sich mit der Trendforscherin Edelkoort erneut an den Tisch. Das Ergebnis? Eine kleine Bestandsaufnahme ihrer Thesen, ihrer Vorhersagen – und ein Status Quo. Es sind keine völlig neuen Erkenntnisse, die da auf uns warten, aber es sind kleine Belege, die uns die Codes der Mode und die Zeichen der Zeit ziemlich anschaulich erklären: weiterlesen

Interview-Tipp // Li Edelkoort
„Kleidung statt Mode, denn Mode ist tot“

07.12.2015 um 18.18 – Gesellschaft Mode

fashion is dead„Mode wie wir sie kennen ist tot“, behauptet Trendforscherinnen-Urgestein Li Edelkoort. Mit ihrem „Anti-Fashion-Manifesto“ hatte sie Anfang des Jahres für Kopfzerbrechen in der Branche gesorgt, die einen nickten eifrig, andere hingegen distanzierten sich halb eingeschnappt, halb auf bessere Zeiten hoffend von den gewagten Thesen der Niederländerin. Wir warfen unsere Meinung zum Thema bereits an dieser Stelle in Diskussions-Topf, schüttelten hin und wieder den Kopf, verstanden dennoch das Dilemma und blieben am Ende trotzdem optimistisch. Nun stolperten wir allerdings über ein taufrisches Interview, das Edelkoort jüngst einem Schweizer Frauen-Magazin gab – das Fazit: Wir verstehen jetzt ein bisschen besser, worum es dem 1950 geborenen Mutterorakel in ihrem Manifest wirklich geht. „Alles davon ist Provokation. Weil ich will, dass wir uns ändern. Ich glaube, wir haben noch eine Chance auf Genesung“, verrät sie da etwa. Und sie hat Recht. Aus lauter Angst vor dem Ungewissen, vor dem Scheitern und der Wirtschaft, hat die Modebranche irgendwann ihren Mut verloren. Mit der geradezu perfektionierten „Nummer Sicher“ begibt man sich zwar nicht auf Glatteis, ebenso wenig aber auf unbekanntes, neues, visionäres Terrain. So weit, so verständlich. Ganze schweigen von perversen Marketing-Mechanismen, sich beinahe selbst überschlagenden Zeitplänen und dem Muss einer nachhaltigeren Gesellschaft. Aber was ist mit den Alessandro Micheles dieser Welt? Der neue Chefdesigner hinter Gucci macht vieles anders. Seine letzte Kollektion, die das Unternehmen binnen einer 20-minütigen Show auf links krempelte, wirkte wie eine surreale Zusammenkunft zwischen Großmutter Paschulke und Jimmy Hendrix, im besten aller Sinne. Keines der beiden Elemente ist zwar plötzlich aus unbekannten Himmeln zu uns herab geregnet, zusammen genommen waren sie jedoch noch nie so stark. Und irgendwie auch neu, dynamisch, zukunftsweisend, ansteckend und laut. Dennoch: Reden wir hier von Kleidung, statt von Mode?

So sieht es jedenfalls Edelkoort. Wir würden in Vintage und der Sehnsucht nach besseren Zeiten ersaufen. Mode sei, „wenn ein Designer in einer bestimmten Epoche es schafft, den Zeitgeist in Form und Allüre einzufangen. Er transformiert den Körper und damit unser Wesen: wie wir flirten, gehen, sitzen, unsere Haare machen.“ Vielleicht macht Michele also modische Kleidung. Oder kleidsame Mode? Fragt man die Trendforscherin, sucht man zumindest nach modische Menschen vergebens. Die gebe es längst nicht mehr. weiterlesen

Trendforscherin Li Edelkoort behauptet:
FASHION IS DEAD.

04.03.2015 um 15.06 – Mode

fashion is deadLi Edelkoort ist für so gut wie jeden und jede, der oder die irgendetwas mit Mode am Hut hat, so etwas wie das Mutterorakel. Die 1950 in den Niederlanden geborene Expertin auf dem Gebiet „Trendforschung“ lebt nämlich längst in Paris und weiß seit Jahrzehnten, wo der modische und gesellschaftliche Trendhammer hängt. Sie berät Unternehmen rund um den Globus und hat mit ihrem Interview, das sie anlässlich eines Vortrages ihrerseits jüngst dem Deezen Magazine gab, einen Stein ins Rollen gebracht, den man glatt „Fashion Shaming“ nennen könnte. Das berüchtigste Zitat aus dem aufgezeichneten Gespräch mit Redakteur Marcus Fair lautet: „Fashion is dead„. Die Reaktionen darauf changieren meilenweit zwischen Entrüstung und Zuspruch, obwohl sich niemand so recht trauen will, der Old Lady der Branche zu widersprechen. Schließlich stehen ihre kritischen Ausführungen auf einem recht stabilen Gerüst. Aber wenn man genau hinsieht, statt der Welle der Aufruhr blind zu folgen, dann ist die Mode selbst laut Li Edelkoort kein bisschen tot.

Vielmehr ist das große F-Wort in die Jahre gekommen, Fashion ist ganz einfach nicht mehr Fashion, Mode ist heute anders als damals. Das ist so, Punkt, Ende, aus die Maus. Viel wichtiger als die drei von den Medien herausgepickten Wörter „Fashion is dead“, die ohne Zusammenhänge ja beinahe polemisch klingen, ist also der gar nicht mal so fies gemeinte Rattenschwanz, der da an dieser Aussage noch mit dran hängt: „This is the end of fashion as we know it. Fashion with a big F is no longer there. And maybe it’s not a problem; maybe it’s actually a good moment to rethink. weiterlesen

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