Schlagwort-Archiv: Liebe

Brain Blah // Keine Angst vor der Liebe!

27.07.2017 um 13.48 – Kolumne Leben

Liebe bedeutet Schmerz, sagt man. Jedenfalls oft und irgendwie ja auch mit großer Wahrscheinlichkeit. Deshalb trauen sich viele auch erst gar nicht, mit Haut und Haar zu lieben, so richtig doll, von irgendwo ganz tief innen drin. Anfangs vielleicht schon, na klar, auf ins Gefecht!, aber nach dem ersten richtigen Knall wird es schon komplizierter, man selbst vorsichtiger und ängstlicher und mitunter schwer zu knacken. Das Hirn vergisst ja noch schleppender als das Herz. Und schaltet dann gern mal in den Selbstschutz-Modus. Geholfen ist uns damit aber nicht wirklich. Ganz im Gegenteil, wir laufen sogar Gefahr, vor lauter Pessimismus das Beste vom Beziehungs-Fest zu verpassen. Das weiß ich allerdings erst, seit ich wieder Optimistin bin. weiterlesen

Bücher, die man bei Liebeskummer lesen kann (aber auch sonst)

13.07.2017 um 16.08 – Buch Leben

Als ich neulich mit einer Liebeskummer-gebeutelten Freundin telefonierte und vergeblich nach aufbauenden Allheilmitteln suchte, fiel mir kurz darauf wieder ein, dass warme Worte nach einer Trennung zwar überaus hilfreich sein können, am Ende aber eben kaum etwas so gut tut wie die irgendwann einkehrende Erkenntnis, dass es weiter geht. Und im Zweifel noch viel besser wird als zuvor. Es braucht nur ein wenig Zeit und Mut und frische Lebensfreude. Die bekam ich damals, als sich mein eigenes Herz nach langem Bangen und Brechen selbst zu vertilgen drohte, zwar einerseits von den treuesten Freunden der Welt eingehaucht, jedoch meine ich mich außerdem daran erinnern zu können, dass es mordsmäßig gut tat, einen kleinen Teil der frisch gewonnen Freiheit einzig und allein mit mir selbst zu verbringen. Und mit Büchern.

Deshalb habe dieser Tage also kurzer Hand ein wenig im Bekanntenkreis nachgeforscht und mit der Hilfe von ein, zwei, drei herzschmerzbewanderten Stehaufmännchen eine runde Liste mit insgesamt 14 Literatur-Tipps erstellt, die in aufregend anstrengenden Zeiten von Eiscreme-Torten, Schnaps-Eskapaden und teigigen Tränensäcken auf ganz unterschiedliche Art und Weise für Linderung sorgen: weiterlesen

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Brain Blah // Ich habe meinem Freund (k)einen Heiratsantrag gemacht.

23.05.2017 um 8.30 – Kolumne Leben Wir

Als ich ungefähr acht Jahre alt war, machte mir ein Junge aus der Parallelklasse einen Heiratsantrag. Das war ganz leicht. Wir hatten uns in einem Heuhaufen auf der Wiese vor dem Haus versteckt, weil er, nennen wir ihn doch einfach Hansjürgen, bald von seinen Eltern abgeholt werden sollte. Die Ehe schien da nur der nächste logische Schritt zu sein, denn wenn man verheiratet ist, so dachten wir, würde man uns endlich als Erwachsene anerkennen und bis in alle Ewigkeit Gameboy spielen und Cola trinken lassen. Ich kramte also ein Haargummi aus der Hosentasche, das Hansjürgen alsbald um meinen Finger wickelte, der schnell rotblau anlief, aber das machte nichts, schließlich duftete die Ackerluft mit einem Mal verlockend frisch nach Freiheit. Händchenhaltend richteten wir uns auf, um der Mutter von Hansjürgen und meiner eigenen die frohe Botschaft zu überbringen. Am Ende half alles nichts. Eine halbe Stunde später marschiere ich noch immer ledig gen Zähneputzen.

Die Jahre vergingen und mit ihnen mindestens drei missglücke Versuche meinerseits, um jemands Hand zu bitten. Weder Otto, noch Erik oder Rasputin wollten mich zur Frau nehmen. Nur einer begründete seine Entscheidung mit meiner einnehmenden Zahnspange, die anderen beiden fühlten sich laut eigener Aussage in ihrer durch Disneyfilme geprägten Ehre gekränkt. weiterlesen

Short Chat // Wer femdgeht muss ehrlich sein – oder besser doch nicht?

15.05.2017 um 11.42 – Janes Leben

Unsere Autorinnen Sarah Radowitz aka Scalamari und Fabienne Sand diskutieren in unserer neuen Serie „Short Chat“ ab sofort die wichtigen Fragen unseres (Beziehungs-)Lebens. Von Freundin zu Freundin:

„Puh, das Thema hat es in sich. Da scheiden sich die Geister, wenn nicht sogar Welten oder ganze Universen. Also, Folgendes: Da führt man eine Beziehung und hat eine große Liebe an der Angel und ein gemeinsames Leben und dann bricht auf einmal die Hölle los. Da ist man fremdgegangen und hat urplötzlich alles auf den Kopf gestellt, mindestens ein Herz zerpflückt und diese bis eben noch recht solide und liebevolle Kiste mit einem einzigen Fingerschnips und Zungenschlag zu Grunde gerichtet. Wenn man denn gesteht. Man könnte natürlich auch einfach die Schotten dicht machen – Klappe zu, Ausrutscher-Affe tot und weitermachen wie zuvor? Lieber totschweigen als totreden? Na, was denn nun?“ weiterlesen

Slow Sunday // Partnerschaft: Warum Liebe allein einfach nicht reicht

02.04.2017 um 13.03 – Slow Sunday

This is Jane Wayne - Slow Sunday - Kann man die Liebe berechnen?

Achtung, es wird jetzt etwas unromantisch. Ich werde nämlich in aller Vollständigkeit das Konzept von ausschließlich romantischen Liebesbeziehungen in Frage stellen. Warum? Weil erstens ein großer Teil von mir glaubt, dass man nur mit einem Lieblingsmenschen für immer zusammenbleiben kann, wenn er zu einem passt. Und weil zweitens um mich herum links und rechts Beziehungen in die Brüche gehen – und ich überraschend oft überraschend wenig überrascht bin. Und weil ich mich deswegen in letzter Zeit immer öfter frage: Läuft man eventuell gradewegs in sein Unglück, wenn man bei der Partnersuche Input- und Outputmenge nicht ganz genau gegeneinander abwiegt? Ist es möglich, dass die anfängliche große Liebe einfach nicht ausreicht?

Es ist doch so: Wollen wir ein Auto oder ein Haus kaufen, eine neue Versicherung abschließen oder in den Urlaub fahren, möchten wir gerne die beste Schnittmenge, einen fairen Deal und bloß nicht die Katze im Sack kaufen. Wir recherchieren, testen und wägen ab. Völlig verständlich, schließlich geht es hier um unsere Zukunft, unser Wohlbefinden und um Sicherheit. Warum aber wenden wir so viel Vernunft nicht grade und insbesondere auf den wohl wichtigsten Lebensbereich überhaupt an – unsere romantischen Beziehungen?  weiterlesen

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Brain Blah //
Über Mut, Trennungen & Neuanfänge

28.02.2017 um 10.05 – box2 Kolumne Leben Wir

Ich werde nicht selten gefragt, wie ich das eigentlich alles so wuppe als Alleinerziehende. Zunächst einmal muss ich mein Gegenüber dann sehr schnell korrigieren, denn ich bin ja gar nicht allein, das Kind hat glücklicherweise nach wie vor einen Vater und wenn man mich fragt, sogar den besten. Wir leben das 50/50 Modell – etwa alle drei Tage wechseln wir uns ab. Lio hat demnach also nicht nur ein Zuhaue, sondern gleich zwei. Das findet der kleine Mann prima. Und auch seine Eltern. „Ja, aber klappt das denn?“ lautet meist die nächste Frage, und: „Ist das nicht komisch, sich trotz Trennung ständig zu sehen?“ – Nein, kein bisschen. Dann kommen die ungläubigen Blicke, hin und wieder legt sich auch die Stirn, die mir da gegenüber steht, in hässliche Falten, aha. Ganz selten, wenn ich auf Krawall gebürstet bin (was mir mit zunehmendem Alter tatsächlich häufiger passiert), liefere ich im Angesicht der aufkeimenden Skepsis quasi auch schon rein prophylaktisch eine kurze Erklärung zum Ist-Zustand. Dass das alles so wunderbar funktioniert, höre ich mich regelmäßig runterrattern, liegt vor allem daran, dass wir uns rechtzeitig dazu entschieden haben, das gewohnte Familien-Konstrukt aufzugeben, um uns einem neuen Modell zu widmen. Im Namen der Freundschaft.

„Man soll gehen, wenn’s am schönsten ist“, heißt es schließlich und ich finde, da ist auch in Beziehungsdingen was dran. Zwar bin ich keineswegs der Meinung, dass man schon mit Schmetterlingen im Bauch die Biege machen sollte, um sich ja frühzeitig vor potenziellen Messerspitzen in der Magengrube zu bewahren. Aber immerhin rechtzeitig. Obwohl das Abbiegen auf den Solo-Weg oft viel mehr Mut erfordert als das Bleiben. Kämpfen kann helfen und ist unabdingbar, solange noch ein Funken Liebe da ist. Und parallel dazu die Gewissheit, dass man trotz aller widrigen Umstände und Durstrecken noch immer gewillt ist, sich irgendwann einmal gemeinsam ins Rentner-Exil zu verabschieden, um wackelige Enten dick zu füttern. Allerdings fürchte ich, dass wir allzuoft versuchen, an etwas festzuhalten, das mehr Mittelmäßigkeit als echtes Glück verspricht. Aus Bequemlichkeit, vor allem aber aus aus Angst. Vor der Ungewissheit, lästigen Konsequenzen und dem Alleinsein. weiterlesen

Slow Sunday //
Wenn Liebe weh tut (ohne Grund)

22.01.2017 um 9.41 – Slow Sunday

liebe

Liebe: War das nicht mal dieses Gefühl, von dem wir alle mit Anfang 20 träumten und gar nicht recht wussten, wie es sich anfühlt? Von dem wir dachten, es wäre das Beste was uns je passieren könnte? Klar, hatten wir schon damals Recht, aber es ist doch so anders, als wir es uns vorgestellt haben. Oder geht das nur mir so?

Vor fünf Jahren noch, da hätte ich ganz klar formulieren können, was ich mir unter dem Gefühl Liebe vorstelle. Es wäre eine blumige Antwort geworden, irgendwas zwischen Schwerelosigkeit und Freiheit – eben etwas, von dem ich gedacht hätte, dass es sich wahnsinnig erwachsen und tiefgründig anhört. Es ist schon eine ziemlich gute Sache, die die Natur da eingerichtet hat, diese schön naive und unschuldige Vorstellung von Dingen, die man bis dato nicht mal im Ansatz selber erlebt hat. Denn die Realität ist nicht unbedingt weniger schön, ganz im Gegenteil. Das Problem der Liebe ist eher, dass sie unheimlich schmerzhaft ist. Und dabei spreche ich nicht mal von Trennungen, sondern von Liebe in völlig intakten Beziehungen. Regelmäßig frage ich mich, warum etwas so Schönes gleichzeitig manchmal so schmerzhaft sein muss.  weiterlesen

KOLUMNE // Brauche ich ein Post-Beziehungs-Knigge?

10.12.2015 um 9.05 – Leben

sclamari knigge kolumneWas passiert eigentlich wenn der Beziehungsdrops offiziell beidseitig aufgelutscht ist, die Scherben weggekehrt wurden und jeder wieder seine eigene Single-Suppe kocht, dabei immernoch mehr oder weniger stark aus kleinen oder großen hinterlassenen Fleischwunden am offenen Herzen blutet. Immerhin teilt man sich ja leider noch die gleiche Stadt, die gleichen Social Media Plattformen, den gleichen Freundeskreis und häufig sogar den gleichen Planeten. Ist es überhaupt möglich den guten alten „Schlussstrich“ unter das „uns“ zu ziehen – oder handelt es sich da eher um den ewigen Schlusskreis? Und geht das dann nur mit hochgezogener Mauer durchs ehemalige Liebesland? Oder kann man sich da irgendwie „arrangieren“ – und will ich das überhaupt? Mit Ende zwanzig kannst du ja schlecht im Morgengrauen mit dem Schlüssel an seinem Kia Picanto langratschen, nein, da benimmt man sich so erwachsen wie möglich. Richtig? Aber gibt es für die täglichen Post-Beziehungs-Konfrontationen eine offizielle Guideline, einen Knigge oder ein Tafelwerk woran man sich krallen und sich im Zweifel vor Gericht berufen kann? Was würde Drake tun, ist doch hier die Frage? weiterlesen

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Brain Blah //
Der Hutkarton voll alter Liebe

25.11.2015 um 17.47 – Leben

liebeIch besitze einen alten Hutkarton, den ich nur sehr selten öffne, eine Büchse der Pandora sozusagen, deren Inhalt auf mich ganz ähnlich wirkt wie ein Tropfen feinster Vodka auf einen trockenen Alkoholiker. Auf dem Deckel kleben Weinränder und das einstige Weiß des Kartons gleicht jetzt den fleckigen Wänden einer Kettenraucherwohnung. Vielleicht, weil wegen dieser kleinen Kiste tatsächlich so viele Zigaretten vor die Hunde gegangen sind. Und noch mehr Pinot Grigio von Rossmann. Handgeschriebene Liebesbriefe schlummern in ihr, auch eine kurze Schlussmach-Notiz, Erinnerungen, viel Müll wie Konzertkarten, ein Ring, selbstgedreht aus dem Aluminiumpapier einer Bierflasche und Fotos. Die meisten zeigen Menschen in Zweisamkeit, einer davon bin immer ich. Der Hutkarton ist die letzte Ruhestätte meiner jugendlichen Verliebtheiten. Eine Chronik der gescheiterten Konservierungsversuche von etwas, das man „für immer“ nennt. Hat natürlich nie geklappt. Zu bereuen gibt es trotzdem nichts und genau das ist das Problem.

Die meisten meiner Freundinnen sind ziemlich froh, wenn einer ihrer Exfreunde das Land verlässt, je weiter das Ziel entfernt ist, desto besser. Eine der besonders Traumatisierten hat es einst fertig gebracht, ganze sieben Minuten lang unter unserem Tisch nach imaginären Kontaktlinsen zu suchen, bloß weil Jonas, „der Irre“, plötzlich am anderen Ende des Restaurants auftauchte. Wieder eine andere findet, ihr Männergeschmack sei Jahre lang konstant schlechter geworden, beim Gedanken an Verflossene werde ihr außerdem manchmal ganz heiß vor Ekel. Ich hingegen winke meist wie eine dieser Chinakatzen, sobald einer der Ritter meiner Vergangenheit im Anmarsch ist. Glück im Unglück, Segen und Fluch zugleich, aber vor allem eins: irritierend. Weil man zwar loslassen, aber nicht vergessen kann. weiterlesen

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Blog-Tipp:
„IM GEGENTEIL“ – Single in Berlin
(und bald auch in anderen Städten!)

15.11.2013 um 16.08 – Allgemein Berlin

im-gegenteil

Wenn man Jules und Annis neuesten Meisterstreich betrachtet, nämlich eine Single-Börse für Berlin, die das Gegenteil von sozialem Abstieg bedeutet, dann ist man als Nicht-Single kurz davor, heimlich den eigenen Beziehungsstatus zu verfluchen. Weil man nicht dabei sein darf, weil das Suchen nach dem allseits bekannten Deckel so schön sein kann und Verliebtsein noch besser. Und genau hier klinken sich die fleißigen Kuppel-Feen hinter „Im Gegenteil“ ein –  mithilfe von Bild & Text sorgen sie nämlich für’s Gefunden-werden. 

Liebevolle Texte über Eins-A-Alleinstehende und dazu Home Stories samt ausstellungswürdiger Fotografien, die statt des gewohnten Einheitsbreis Menschen portraitieren, die mehr im Kopf haben als den zwanzigsten Eames-Stuhl: „Wir zeigen Menschen in ihrer heimischen Umgebung auf ehrliche Weise. Massenware ist out, handverlesene Porträts sind in.“  weiterlesen

Die Sache mit der Einsicht, die meist zu spät kommt.

09.08.2012 um 8.03 – Allgemein Leben

Mit dem Gesicht in die Matratze gedrückt liegst du auf dem Bett, die Arme und Beine weit ausgestreckt. Fünf Minuten lang, zehn, dann 15. Nichts passiert. Kein wirkliches Gefühl, nur dieser beschissene Druck auf der Brust, der dich bald zum Platzen bringt. Und Lethargie. Dir dämmert, wie sie sich fühlen müssen, die Irren. Jetzt schweben können und abheben, damit alles ganz leicht wird. Aussichtslos, denn dein Hirn ist tausend Tonnen schwer. Wie eine Bleiente kriechst du ins Bad, um der Realität ins zerknautschte Gesicht zu blicken. Hallo, du. Alles wird gut, irgendwann.

Seit ein paar Tagen fühlst du dich wie dein eigener Geist, der irgendwo an der Decke hängt, um dreckig lachend mit dem Finger auf dich zu zeigen. Jeder deiner Fehler brennt sich langsam ins Bewusstsein, vertreibt den Nebel, der so lange jedes Gefühl betäubt und dir die Sicht auf das versperrt hat, was man Wirklichkeit nennt. Aufwachen aus dem Schockzustand, begreifen, was passiert ist. Die Einsicht kommt immer, aber meistens zu spät.

Mach kaputt, was dich kaputt macht, heißt es. Und daran hast du dich gehalten. Aber Regeln sind zum Brechen da, weißt du noch? Statt zu kämpfen, bist du fort gerannt, statt zu Lieben hast du kapituliert. Vor der Herausforderung und der Versuchung. Der einfache Weg ist nie der bessere, bloß der schnellste. Und du schaust nach vorne statt zurück. Die Zukunft beschwören, nicht in Erinnerungen ertrinken – Vorsätze, die an kläglichen Versuchen scheitern, immer, wenn das Denken einsetzt. Denn jede Mauer stürzt irgendwann ein unter zu viel Last. Das was übrig bleibt, ist das rohe Fundament, das Fangbecken, in dem Gefühle wie tote Fische an der Oberfläche schwimmen. Reanimation. Und plötzlich regnet es Heftzwecken aus verdrängten Gefühlen, die sich kribbelnd in deinen Körper bohren und dich zusammen zucken lassen, bei jedem Schritt.

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Happy Valentine’s Day!

14.02.2012 um 14.59 – Allgemein Film

Irgendwann hatten wir ihn euch schon einmal gezeigt, diesen überaus zauberhaften Kurzfilm zum Thema „Liebe“. Verantwortlich ist – natürlich- unsere Lieblingsmaus. Kinder können die Welt eben doch erklären – und zwar mit dem Herzen, anstatt mit dem Kopf. Eine Scheibe abschneiden, bitte. weiterlesen

Die Sache mit der Untreue der Angsthasen.

29.11.2011 um 16.06 – Allgemein Leben
Bild: Lauryn Holmquist.
Meine Freundin A. schon wieder. Das Mädchen mit zu viel Herz und Genital, aber zu wenig Kopf. Ferngesteuert von blutroten Hormonen, die erst dann erwachen, wenn die Sonne schläft, streift sie fiebrig durch die Nacht. Weil sie ihn nicht haben kann. Den, der ihr den Magen umdreht, jedes Mal, wenn sie an ihn denkt. Wenn sie ahnt, dass er nicht anruft, weil er bei ihr ist, der Frau, die er seine Freundin nennt. Die keinen Namen hat und kein Gesicht, die ein Geist ist, den man nicht sehen, aber fühlen kann. Jedes Mal wenn A. seine Lippen spürt, auf ihrem eigenen Körper, den Schenkeln, auf dem Mund.

„Ich verabscheue Menschen, die Beziehungen mit Füßen treten“, hat sie mal gesagt. Seit zwei Monaten schlägt sie ihrer eigenen mit geballten Fäusten ins Gesicht. Denn wenn sie am nächsten Morgen nach Hause kommt, legt sie sich ins warme Bett. Über dem Kopfkissen hängt ein Foto aus dem letzten Urlaub. Ihr eigener Geist hält sie im Arm und drückt ihre Hand. Das Bild ist verblasst, aber die Heftzwecke steckt noch tief in der Wand.

„Ich liebe ihn“, sagt sie immer wieder. Betont, dass das eine nicht das andere ist, dass beides existieren kann und zwar zur selben Zeit. Liebe und Leidenschaft. Bloß getrennt von einander. Zuhause warten Gefühle, in der Welt kalte Küsse. „Ich brauch beides“, weint sie. Weil sie weiß, dass sie sich selbst belügt. Ihr Herz schlägt fest, wenn sie an das Verbotene denkt, das Heimliche bestimmt ihren Tag. Sehnsüchtige Blicke auf das Handy, aus dem Fenster. Vielleicht ist er da irgendwo, vielleicht wartet er, vielleicht will er. Aber was will sie? Liebe oder Leidenschaft? Alltag oder Abenteuer? weiterlesen

Die Sache mit der Verdorbenheit von Fräulein Unsinn.

01.11.2011 um 15.03 – Allgemein Leben
Bild ohne Hörner: Nicolás Santiñaque

Dieser Text handelt von einem Mädchen, das ohne Rast ist und ohne Ziel, von einem Fabelwesen ohne Grenzen, von einem Geschöpf, das Gutes will und Böses tut. Diese Geschichte ist deine Geschichte. Guten Tag, Frau Unsinn.

Anna Unsinn, das bist du. Du hast zwei Köpfe, viele Herzen, aber bloß ein Leben. Das ist dein Schicksal, das ist deine Last und Freude zugleich. Deine Welt ist bunt, solange du entscheidest ohne zu denken. Dann fängt das Grübeln an und du knallst mit voller Wucht auf den grauen Beton. Zwischen Prinzipien und Irrsinn wandelst du hin und her, bist zufrieden, solange sich die Möglichkeiten verstecken. Und dann, wenn die Gelegenheit günstig ist, dann explodiert dein Gefühl und alles was du tust ist mit sorgenlosen Glitzerpartikeln überhäuft. Du drehst dich und tanzt und schüttelst dich, lässt dich begehren, bis das Gold zu Boden fällt, genau wie du. Der schwarze Sog, das Monster, das Gewissen, ziehen dich ins Loch, in dem keine Luft zum Atmen bleibt. Das ist deine Geschichte. Werde mit ihr fertig. weiterlesen

Die Sache mit den Zweiflern, die niemals richtig glücklich sind.

17.10.2011 um 17.22 – Allgemein Leben

Es gibt Menschen, die sind niemals richtig glücklich. Weil sie nach dem Haar in der Suppe suchen, weil sie nicht loslassen können und Angst haben vor dem Fall. Wenn es gut läuft, kann es nur schlechter werden. Wenn es schlecht ist, wird es nie mehr besser sein.
Meine Freundin A. ist so jemand. A ist vielleicht nicht bloß diese eine Person, A sind wir alle. Oder zumindest viele von uns. Wer B ist, hat Glück.

Mein Name ist A., mein Alter ist egal. Ich lebe, weil ich muss. Ich bin gern hier, aber es könnte schöner sein. Dass alles gut wird, daran glaube ich nicht. Früher oder später wird alles zusammenbrechen und dann bin ich die, die Recht behalten hat.

Euch allen geht es schlecht, aber mir geht es immer ein bisschen schlechter. Ich muss mich selbst ertragen, meine Gedanken, das Chaos in Herz und Hirn. Ich bin das Mädchen mit dem grauen Schatten. Wenn ich nicht aufpasse, erschlägt er mich. Es ist egal, wohin ich gehe, egal, wer bei mir ist und wie lange. Ich bin ich. Bis zu diesem einen Moment, in dem sich alles dreht und wendet, in dem plötzlich alles dunkel wird. Die Welt, die ich erlebe, formt sich zu einem schwarzen Loch im Bauch, einem Krater, der all mein Gefühl verschluckt und es verdaut, bis es als Gedankenscheiße aus meinen Ohren quillt. Ich mache mir Sorgen. Immer. weiterlesen