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Mailand Fashion Week // 6 Tendenzen, die wir uns von Gucci für den Sommer abschauen sollten

22.09.2016 um 12.19 – Mode

gucci

Kaum eine andere Show wurde so mit Spannung herbei gesehnt wie Alessandro Micheles Präsentation für Gucci. Michele hat es in den vergangenen Saisons nicht bloß geschafft, das Traditionslabel aus Italien komplett zu entstauben, Michele hat die ganze Modebranche auch innerhalb kürzester Zeit komplett auf den Kopf gestellt: Der Spaß ist zurück, die Opulenz ist wieder gern gesehen und „geht nicht gibt’s nicht“ wird gepredigt, was das Zeug hält. Zig Nachahmer sind seither auf den Gucci-Zug aufgesprungen, haben sich von Renaissance-verliebten Kreationen inspirieren lassen, Schleifen und Rüschen an allen erdenklichen Stellen angebracht, Plissee wieder aus der Versenkung gekramt oder sind mit auf den Slipper- und Loafer-Zug aufgesprungen. Michele hat sie alle gekriegt und Bewies gestern, dass eine Kursänderung noch lange nicht in Sicht ist.

Ein bisschen düsterer wirkt sie, die Frühjahr/Sommer Kollektion für 2017, noch verschrobener als sonst und wer sich nicht auf irgendwelche Akzente aka Anhaltspunkte fixiert, der sitzt an dieser Stelle wohl bloß nur noch kopfschüttelnd vor dem PC. Ist das schon Kunst oder werden wir hier eigentlich nach Strich und Faden veräppelt? Vielleicht ist es eine Mischung aus Beidem und dieser Herr Michele testet in Mailand derweil unsere Grenzen aus. Gönnen wir ihm diesen Spaß und suchen uns doch einfach unsere kleinen, feinen Highlights aus der kommenden Kollektion heraus. 6 Tendenzen, die wir gewiss nachmachen werden: weiterlesen

Fashion Week Tendenzen //
Über Mode, die Spaß machen darf.

28.09.2015 um 12.29 – box3 Mode Trend

spring summer 16 fun in fashionManchmal tut mir Mode leid, vor allem, wenn sie sich auf den spitzen und kritischen Zungen ihrer Betrachter herumtreibt. Es ist, als könne sie kaum etwas richtig machen, als zehre der ständig zu bestehende Drahtseilakt zwischen Tragbarkeit und Euphorie langsam aber sicher an ihren Nerven, als sei sie selbst nicht mehr sicher, was sie überhaupt will, wen sie bezirzen und kleiden mag. Vielleicht liegt der Fehler aber auch nicht bei der Mode selbst, sondern bei der Einstellung, mit der wir ihr gegenüber treten. Wer definiert überhaupt, was straßentauglich, wer, was zu viel ist? Meist die, die am Ende sowieso nicht für das brennen, was die Designer dieser Erde sich von Saison zu Saison für uns überlegen. „Alles langweilig“, hört man von hier, während dort hinten jemand brüllt „Verkleidungskiste!“. Na, was denn jetzt? Ich weiß, ich weiß, es gibt einen goldenen Mittelweg. Aber der ist nunmal nicht jederfraus Sache.

Umso glücklicher bin ich darüber, dass eine Handvoll Modeschöpfer und -Schöpferinnen an ihrem Mut zur optischen Dekadenz und Exzentrik festhalten und immer wieder dafür einstehen, dass Mode, ganz gleich in welchem Gewand sie daher kommt, vor allem eins muss: Spaß machen. Oder besser: Spaß machen dürfen. Wo kämen wir auch hin, ohne Leidenschaft und Experimente? Nach ein paar Jahren, die vor allem im Zeichen elegant-smarter Geradlinigkeit standen, die geprägt waren von schneeweißen Sneakern und Gemütlichkeit, wird eine Gegenbewegung jedenfalls immer deutlicher: Plötzlich wollen wieder dieses Bauchkribbeln ob des Besonderen spüren, wir wollen gesehen werden, statt in vornehmer Zurückhaltung zu verschwinden. Nicht immer, aber manchmal. Zumindest aber wollen wir die Freiheit genießen, uns in schreiende Farben, geschicktes Layering und verspielte Prints zu tunken, wann immer das Gemüt danach verlangt. Das wäre doch mal was. Wenn wir endlich begreifen würden, dass es tatsächlich Menschen gibt, die Mode lieben, in all ihren Facetten, aus tiefstem Herzen. Denen es Spaß macht, gelegentlich zu übertreiben, in Rollen zu schlüpfen und herum zu probieren bis Ananas-Früchte auf rosa Krawatten prangen. weiterlesen

MFW // Jeremy Scott für Moschino –
oder: MC Donalds, Spongebob & die Chanel-Parodie

21.02.2014 um 9.49 – Mode

moschino

Wir wissen nicht genau, was in Jeremy Scotts Kopf so vor sich geht, aber es muss ziemlich witzig sein: Gestern zeigte der Amerikaner seine erste, komplette Kollektion für das italienische Modehaus Moschino und flutete damit meinen Instagram-Account. Warum? Weil Scott die ironische Attitüde des italienischen Labels auf die Spitze trieb: Fast Food alla Moschino – oder: Mc Donalds goldene Bögen auf Shirts und Taschen, Kecks-Verpackung und Budweiser-Print auf Kleidern und ein Beipackzettel als Hochzeitskleid. Hinzu kamen Sponge Bob in verschiedensten Ausführungen und eine Chanel-Parodie, die an den ehemaligen Rechtsstreit zwischen Gründer Franco Moschino und das Pariser Traditionshaus erinnern soll. Skurrile 20 Minuten.

Wir sind uns uneinig: War das da etwa ein genialer Schachzug von Ulknudel Jeremy Scott, um Moschino nach Jahren des Schlummerns so richtig wieder zu beleben, in der Presse zu platzieren und höhere Abverkäufe zu erzielen? Oder war das gestern Abend einfach zu viel des Guten, billig bis zum „geht nicht mehr“ und eine Nummer zu viel Ironie? weiterlesen

Geschmacksache: Sternstunden bei Dolce & Gabbana

04.03.2011 um 16.11 – Allgemein Mode

2008 hatte uns schon Yves Saint Laurent mit Sternen penetriert, allmählich gesellte sich auch die schwarz-pink schimmernde Emo-Riege dazu. Ein kleiner Schwarzer Stern auf der Wade, dann vielleicht noch einer an der Hüfte und schwupps war man total en vogue. Blöd nur, dass das Image der Himmelboten inzwischen hinkt, wenn es nicht gar vollends zerstört ist. Dolce & Gabbana scheint jegliche Übersättigung hingegen völlig wurscht zu sein. Auf ihrer Herbst/Winter Kollektion 2011/2012 tummeln sich in etwa so viele Sterne wie Pickel auf dem Gesicht eines 14-Jährigen – und ja, dieser Vergleich drückt in etwa meine Begeisterung für diese voranpreschende Idee aus. Neu ist das Ganze schließlich nicht – oder ist das nun D&Gs Interpretation des Galaxie-Themas? weiterlesen