Recap: Unser Melt! Festival 2012 und eine Bootsfahrt mit Vergnügen.
Gute und schlechte Musik, Sleepless-Floors und Schaumparties, 24 Stunden Rave, vegane Burger, Blumenkränze und ziemlich viel Konfetti. Für die einen ist das Melt! Festival die sündhafteste aller Hipsterinseln, für andere das ultimative Paradies. Wenn man es schafft, wirklich abzutauchen, das eigene Ego irgendwo in der hinterletzten Ecke zu vergraben und das halb-betonierte Gelände des persönlichen Exzesses als das sieht, was es sein sollte, nämlich als ein Ort, an dem man die Ohren statt den Kopf benutzt, dann ist das Melt! schlichtweg pures Glück. Drei Tage lang, ohne Pause. Wer nicht campt, ist klar im Nachteil, denn der verpasst Regentropfenorchester auf zarten Stoffdächern, Morgentau-Duschen und den idyllischen Ausblick auf wankende Zeltnachbarn.
Für Sarah und mich war es das erste Melt!, weil das Line Up nie attraktiv genug war, weil der Hype schon im Voraus jegliche Neugier zerstörte und die Konkurrenz eben seit jeher groß ist. Ja, sogar das Wacken wurde dem hier vorgezogen, für’s auf dem Boden bleiben und alte Zeiten feiern, die Fusion für psychedelische Traumtänzereien, der Summerjam für’s Herz mit alten Freunden, und so weiter und so fort. Ein großer Fauxpas, denn anscheinend haben wir in den vergangenen Jahren ziemlich viel verpasst. Aus Fehlern lernen, heißt es doch. Ich glaube, das haben wir, und zwar mit Erfolg. Denn auch wenn Bloc Party uns wirklich aus den Ohren raushängen, ist es doch die innere Einstellung, die alles so schön macht. Und das funktioniert nur, wenn man den Alltag vergisst. Dafür tanzen wir auch zu “One more chance” im Regen- ohne Anti-Nässe-Plastik-Cape. Denn plötzlich lernt man selbst all jene Töne wieder zu lieben, die man schon längst aus dem Gedächtnis geschmissen hatte. Musik ist der Schlüssel zum Hirn-Aufräumen, die beste aller Alltagstherapien. Und live eben doppelt so wirksam. Weiterlesen »





