Schlagwort-Archiv: Modebranche

Designer*innen setzen Statements // Warum Mode politisch sein darf und sogar sollte.

06.02.2017 um 15.17 – Gesellschaft Mode

protestIch war gerade dabei, eine kleine Lobeshymne auf all jene Modehäuser zu verfassen, die in Zeiten wie der jetzigen klar Stellung beziehen. Die sich – im Fall der Fälle – weigern würden, einem Mitglied der Trump Familie je kostenlos feinen Zwirn zur Verfügung zu stellen (Joseph Altuzarra, Tom Ford, Sophie Theallet, Opening Ceremony, Marc Jacobs), die den Protest auf den Laufsteg holen (wie etwa Lala Berlin, die auf ihrem Runway ein Plakat mit dem Schriftzug „I Am An Immigrant“ in den Händen hielt, um gegen „die Attacken auf die Menschenwürde“ zu protestieren), die sich im Kollektiv dazu entscheiden, wenig subtil, aber dafür volle Pulle die Liebe zu propagieren. Wie OC mit dem Launch der Global Varsity Jackets. Oder Ganni mit seiner #Lovesociety zum Beispiel. Oder Demna Gvasalia, dessen Schriftzüge für die Balenciaga-Kollektion nicht nur zufällig an das rot-weiße „Bernie Sanders“-Logo erinnerten. Da stolperte ich in Kommentarspalten, aber auch auf Blogs und in Magazinen schon alsbald auf ein paar wenige Kritiker*innen, die das „Aufstehen“ der Modebranche ganz entgegen meiner eigenen Empfindungen als „cleveres Marketingkalkül“ abfertigten. Oder zumindest danach fragten, wie politisch Mode eigentlich sein darf.

Ich stutzte nur kurz, antwortete mir selbst mit den Worten „sie MUSS sogar“ (wie Journelles übrigens auch), stöberte zunächst weiter und fand in Raf Simons Menswear Show schließlich Gaffa Tape statt Gürtel vor. Der Designer erklärt dazu: „I wanted to go back to how I experienced New York in the beginning and combine it with how I experience it now. So this fresh young direction to the city and everything it stands for—and what is happening now. (…)Ask me do I think that you should stand up against what is happening in this country, then I say yes.” Vermutlich werden während der kommenden Modewochen noch etliche Beispiele folgen. Und obwohl ich der Meinung bin, dass das kritische Hinterfragen kapitalistischer Strukturen ebenso wie das Anprangern cleverer Marketing-Streiche zu jedem Zeitpunkt unabdingbar sind, kann ich in diesem Fall nur weiter auf meinem Standpunkt beharren, der sich ganz deutlich für das Nutzen jeglicher medialen Power „for a good cause“ ausspricht. Ganz gleich, ob oder wie damit zeitgleich das eigene Portemonnaie gefüllt wird. Am liebsten würde ich sogar sagen „eben darum“. Weil ich der Diskussion, die einst mit dem Fame-inismus begann, längst überdrüssig bin. weiterlesen

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Dolce & Gabbana // #DGMillennials
Influencer statt Models – das Ende oder der Anfang?

16.01.2017 um 12.30 – Mode

dolce gabbana millenials menswear influencer

Selten habe ich eine Branche so sehr munkeln, diskutieren und schimpfen hören. Ob hinter vor gehaltener Hand, in kleinem Kreise oder ganz öffentlich, seit Samstag macht sich vor allem eines breit: Ratlosigkeit. Dicht gefolgt von vielen fetten Fragezeichen. Auslöser für das Kopfzerbrechen ist die jüngst gezeigte Menswear Show von Dolce & Gabbana, die vor Jugendlichkeit und Social Media Power nur so strotzte. Statt hochkarätiger Models ließen die beiden Designer ausschließlich „influencer“ über den Catwalk laufen. Neben den beiden Deutschen Stefanie Giesinger (Germany’s Next Topmodel) und Caro Daur (860.000 Instagram-Follower), fanden sich vor allem „Schwestern von“ oder „Söhne von“ zusammen, um das Thema der Kollektion, nämlich „Royalty“, zu zelebrieren – später auch auf der After-Show-Party, samt funkelnder Diademen für alle.

Eine Show als logische Fortsetzung der #DGMillennials Kampagne, die nicht weiter verwundern sollte. Schon 2010 zeigte sich das italienische Luxushaus überraschend aufgeschlossen gegenüber neuen Internet Stars und deren Einfluss. „Blogger demokratisieren das Business“ bemerkte Stefano Gabbana damals gegenüber der FAZ. Zum aktuellen Spektakel erklärt er: „These are the new generation, we liked the idea of adding ordinary people who have become famous thanks to the web.“ Auf der Suche nach einer eigenen Meinung war ebenjener Satz wohl der erste, der mich stutzig machte. Ist mit „ordinary“ etwa „ordinär“ gemeint, oder zählen die Signores Dolce und Gabbana die Brut von Jude Law, Pamela Anderson oder Cindy Crawford tatsächlich zur „gewöhnlichen“ Masse? weiterlesen

Dürfen wir vorstellen: Modejobs 110 – das Portal rundum Jobs im Modebiz

03.09.2012 um 15.25 – Allgemein Mode
Fotos der UdK-Modenschau zur Fashion Week Berlin @ Corina Lecca.

Es dürfte nicht gerade zum Wunschberuf der meisten Eltern gehören, wenn man seine Berufung im kunterbunten Kosmos der Mode für sich entdeckt hat. Modedesigner, Modejournalist oder Einkäufer – das sind wohl die beliebtesten Jobs der Glitzerwelt rund um die Fashionbranche und sie gehören gleichzeitig zu den wohl umkämpftesten Positionen. Schlecht bezahlt, lange Arbeitszeiten und ein oberflächliches Miteinander – die Liste der negativen Assoziationen ist wohl ebenso negativ, wie die Ansicht über die Jobchancen. Weil wir uns allerdings selbst nicht vor dieser hübschen Welt versperren konnten und den Gang in die schillernde Welt der Trends und Kreativen, trotz ihrer hartnäckigen Vorurteile, nie bereut haben, können wir selbstverständlich nur für den Job im Textil- und Modebereich sprechen und euch Dank den wunderbaren Damen von Modeopfer110, dem wohl sorgsamsten Nachschlagewerk in Puncto Designerverzeichnis im deutschsprachigen Bereich, auch ihr neuestes Projekt nur wärmstens empfehlen: Modejob110 heißt nämlich das neueste Jobportal rund um Praktika und feste Jobs der Fashion Branche und dürfte dem ein oder anderen mehr als willkommen sein.

Kurz kostenlos angemeldet geht’s auch schon los und die gezielte Stellensuche im Netz kann starten. Rund 500 freie Stellen hält das neu gegründete Portal für euch bereit und hilft euch individuell bei der richtigen Suche nach dem Traumjob. weiterlesen