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Augen zu und Kopf aus: Mohna – „To Do“

08.02.2012 um 13.23 – Allgemein Musik

MOHNA – TO DO from Max Moertl on Vimeo.

Anfang 2010 muss es gewesen sein, als meine Mitbewohnerin mir zum ersten Mal Mohnas Musik vorspielte. Dieses Gesicht vergisst man nicht. Kantig und trotzdem rund, kindlich und so erwachsen. Alles zugleich, das Gegenteil von Durchschnitt. Ihr Debütalbum taufte die Hamburgerin „1958-1994“ – 10 Lebensjahre komprimiert auf 13 Lieder. Lieder, die von ihrer eigenen Kindheit erzählen. Nach Pipikram sucht man trotzdem vergebens: „Wenn etwas an diesen Liedern kindlich ist, dann der Raum, den Mona Steinwidder schafft. Sie sitzt in der Höhle unter ihrem Hochbett, versunken spielt sie mit den Holzautos, den Puppen, der Eisenbahn. Und hinter den kleinen Augen toben die Kindergedanken, die naiven Ängste, die maßlosen Träume, meist alles auf einmal. So klingt die Musik, so klingen die Texte„, urteilte  völlig zurecht auf Zeit Online über das Wunderkind aus der Hansestadt. Damals war Mohna 24.

Am 17. Februar, ein bisschen mehr als zwei Jahre später, erscheint Fräulein Wunders zweites Album The Idea Of It“ . Wird jetzt alles anders klingen? Glücklicherweise nicht. Auf ihrer ersten Singleauskopplung „To Do“ bläst uns Mohna mit  ihrer fragil-verträumten Stimme wieder dichten Nebel um den Kopf. Ungefragt katapultiert sie uns in ihren eigenen kleinen Kosmos, in eine Welt voller Orakel, Wunder und Phantastereien. Reduzierte Melodien, Klaviertöne in Moll, Klarinetten und kleine Geräusch-Schnipsel legen sich zu einem sphärischen Teppich über unser Trommelfell und trennen uns damit von allem Lauten, von allem, was nervt. Augen zu und genießen: Wenn Mohna singt, wird alles gut. weiterlesen