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Angehört: D E N A – “Game” & “Boyfriend”

16.05.2012, 15.04 von

Es gibt Lieder, die sich schon mit dem ersten Beat in deinen Gehörgang fressen. Meist bleiben sie dort ein paar Tage lang, bis schließlich die Übersättigung einsetzt, die Ernüchterung. Aus Euphorie wird plötzlich Langeweile und was wir eben noch in den Himmel gelobt haben, wird im nächsten Moment in der letzten Ecke des Plattenkellers vergraben. Und es gibt D E N A. Denas Musik ist das Gegenteil von Stillstand. Sie klingt nach Kaugummiapparat und Diskokugel, nach einem Mädchen, dem das Herz auf der Zunge liegt. Es braucht vielleicht ein paar Anläufe, bis all die Töne und Denas Stimme vom Kopf ins Herz rutschen und am Ende unsere Füße schütteln als gebe es kein Morgen mehr. Aber wenn genau das passiert, dann kapitulieren wir vor den Beats der in Bulgarien geborenen Wahlberlinerin und fragen uns, wieso es nicht mehr Denas auf der Welt gibt. Die Antwort darauf ist einfach: Weil Dena eben Dena ist. Kein Fake, kein vom Musikbusiness geformtes Püppchen, sondern eine extrem talentierte junge Dame, die ihre Träume lebt, statt auf das Irgendwann zu warten. Ihre Texte sind so ehrlich wie sie selbst. Ungeschönt und geradeaus. Denn wer braucht schon pathetische Poesie, wenn die Realität dir genug Stoff für Silben liefert, die wir uns am liebsten fett gedruckt über’s Bett hängen würden.

Ganz unbekannt ist Dena nicht: Wer genau hinhört, der findet ihre Stimme längst in einigen Tracks der Whitest Boys Alive wieder – Erlend, Marcin, Sebastian und Daniel haben nämlich schon längst begriffen, dass da was Großes im Anmarsch ist. Miss Denitza “Dena” Todorova, wir würden gern noch viel, viel mehr von dir hören. Weiterlesen »


Recap: 24 Stunden in Prag | Electronic Beats Festival

08.05.2012, 13.45 von

electronic beats festival prag 800x636 Recap: 24 Stunden in Prag | Electronic Beats Festival

Ausflüge wie diese darf man sich in etwa so vorstellen wie Klassenfahrten. Beschwippst von all den Eindrücken, von guten Momenten und noch besserer Musik, flaniert man im Rudel durch die Straßen verwinkelter Städte, bleibt hier und da stehen, um auch die kleinsten Details erfassen zu können. Am Ende hat man längst nicht alles gesehen, aber ziemlich viel erlebt – was bleibt, sind wilde Erinnerungen und ein kleines Miauen im Kopf. Wenn man nach diesen kleinen Reisen dann trotz des akuten Schlafmangels nicht zur Ruhe kommt, dann liegt das vielleicht am nicht abebben wollenden Endorphinausschub – Wenn selbst das Nachbeben noch so groß ist, muss der Knall gewaltig gewesen sein: Grimes, Woodkid und The Whitest Boy Alive in einer einzigen Nacht, irgendwo im Prag. Angesichts des Electronic Beats Festival Line Ups hätte man auch gleich die Option der sofortigen herzraseninduzierten Ohnmacht wählen können. Wir haben uns allerdings für Plan B entschieden: Durchhalten und bloß nicht nicht verstören lassen von zu viel Euphorie.

Los ging’s am Samstagmorgen mit Pierre von Mit VergnügenLaJessie von Interview.de,  Nina von Travelettes, Katja von LesMads, Frank von iheartberlin, Marcel von Amy und Pink und dem guten Kai alias Stylespion im Gepäck. Weiterlesen »


Dauerschleife: Of Monsters and Men – “Love, Love, Love”

30.04.2012, 11.35 von

Of Monsters And Men 800x383 Dauerschleife: Of Monsters and Men   Love, Love, Love

Normalerweise ist es ja eher so, dass es mir eher schwer fällt, erwachsen zu werden (hier mehr dazu). Meine Schwestern schaffen es neuerdings aber, den Auslöser für meine innere Unruhe komplett umzukrempeln. Seit gestern fühle ich mich offiziell um zehn Jahre gealtert. Ich habe nämlich absolut keine Ahnung, welche Musik gerade so rauf und runter gespielt wird – und das obwohl ich keinen Tag ohne Musik überlebe. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie ich als Teenager nicht fassen konnte, dass meine Eltern nicht wissen, was so geht. Musiktechnisch. Wie man jemals aufhören kann, sich dafür zu interessieren. Es ist aber so: Man hört ja gar nicht auf, sich zu informieren und Neues zu suchen, bloß macht man das irgendwann nicht mehr via Radio, Charts oder ähnlichem. Man weiß, was gefällt, durchforstet Blogs, Plattenläden oder Lieblingsmagazine – die Perlen, die sich dort verstecken, finden aber nur selten das allergrößte Gehör.

Vielleicht ist es auch die eigenen Arroganz, dieses Sich-Was-Auf-Die-Eigene-Musiksammlung-Einbilden, das viele von uns fern hält von massentauglichen Schätzen. Es ist also vielleicht an der Zeit, das Ego kurzzeitig zu verbuddeln und sich von kleinen Schwestern und der großen weiten Popwelt inspirieren zu lassen. HIts sind ja nicht umsonst Hits. Manchmal ist eben doch was Gutes dabei. Wie diesmal, wenn man mich fragt. “Of Monsters an Men” läuft bei uns nämlich gerade in Dauerschleife. Weiterlesen »


Reminder // Berlin Festival 2012: Tagestickets gibt’s ab MORGEN!

24.04.2012, 14.33 von

berlin festival 2012 Reminder // Berlin Festival 2012: Tagestickets gibts ab MORGEN!

Wenn ihr für den 7. und 8. September noch nichts vor haben solltet, dann haben wir euch mit diesem Post daran erinnert, dass es für dieses Wochenende eigentlich nur ein Ziel geben kann: Berlin. Denn da heißt es zum 12. Mal: Das BERLIN FESTIVAL am alten Flughafengelände Tempelhof steht in den Startlöchern und zaubert euch zwei unvergessliche Tage. Seit dem 12. März könnt ihr schon fleißig Kombi- und Festival-Tickets ergattern – ab morgen wartet dann schließlich der Tagesticket-Vorverkauf auf euch. Eigentlich dürft ihr bei dem prall gefüllten Line-Up keinen Tag fehlen – sollten die Moneten allerdings nicht reichen oder die Zeit zu kurz sein, ist ein Tag aber immerhin besser als kein Tag, nicht wahr.

The Killers, Tocotronic, Metronomy, Friends, Sigur Rós, Franz Ferdinand, Bonaparte, Modeselektor, SBTRKTPaul Kalkbrenner, Kraftklub, Kate Nash undundund werden mit von der Partie sein und dafür sorgen, dass euch garantiert nicht langweilig wird. Und wer sich gern das gesamte Line-Up anschauen mag, dem legen wir zwei außerordentlich gut gestaltete Videos ans Herz, die euch hie und dort Hinweise um die Ohren hauen. Wir sind jedenfalls jetzt schon völlig aus dem Hausen und können es gar nicht mehr erwarten, den Sommer mit dem Berlin Festival ausklingen zu lassen. Sehen wir uns?  Weiterlesen »


Video-Premiere: Rufus Wainwright – “Out Of The Game” mit Helena Bonham Carter und Tim Burton

04.04.2012, 18.36 von

Ich gebe ja zu, dass Rufus nicht jedermanns Freund werden muss. Und seine Musik muss man auch nicht bedingungslos mögen. Fakt aber ist: Auf künstlerischer Ebene ist dieser seltsam undurchsichtige Herr ein Genie. Sieben Studioalben, sämtliche Kompositionen für die Oper und eine Shakespeare-Sonetten-Vertonung gehen bereits auf sein Konto. In seinen wilden Jahren zählte Melissa Auf der Maur, die vor ihrer Solokarriere bei den Smashing Pumpkins und Hole ihren Bass zerfledderte, zu seinen engsten Freunden – eine Randnnotiz, die mich vor Jahren auf Mr. Wainwright aufmerksam machte. Seine Spezialität sind melodramatische Songs, die sich für ausgedehnte Frühstücksvöllereien ebenso eignen wie für einsame Tage im Bett. “Out of the Game” kam mir deshalb zu Beginn auch ein wenig schräg vor. Lebensbejahend und frisch. Schnell stellte sich allerdings heraus, dass ich schlichtweg keinen blassen Schimmer von den aktuellen LPs des Virtuosen habe und der neueste Track gar nicht so untypisch für Mr. Wainwright zu sein scheint.

Der anfängliche Schock über das kuriose Video, das wir dank Tape.tv schon heute zur Premiere präsentieren können, und die freudigen Chöre, verging erst als ich die Ironie all dessen begriff und Helena Bonham Carter erkannte. Irgendwann betritt auch noch Tim Burton das Spielfeld und die Sache ist geritzt: Das Video empfiehlt sich schon allein wegen der abstrusen Charaktere, beim Anhören von “Out Of The Game”, sollte man es aber vielleicht besser ausschalten und die Augen schließen. Oder Pfannkuchen backen. Oder Blumen pflanzen. Denn erst dann beginnt man zu ahnen, dass dieses Lied gar nicht so schlecht ist. Weiterlesen »


Angehört: Amadou & Mariam feat Santigold – “Dougou Badia”

02.04.2012, 18.20 von

jpeg 513x288 Angehört: Amadou & Mariam feat Santigold   Dougou Badia

Vielleicht kommt es mir bloß so vor, aber ich werde das Gefühl nicht los, dass afrikanische Klänge immer und immer mehr Wertschätzung erfahren, dass Afro Beats sich langsam mausern und immer fester in die Ausgehkultur integriert werden. Der Blog Awesome Tapes from Africa demonstriert uns seit einer halben Ewigkeit, was uns beim Nicht-Hören entgeht, das Kater Holzig und die Soju Bar supporten längst all das, was von der großen Masse viel zu selten Beachtung findet. Und auch wir mögen kein Wochenende mehr ohne überstehen.

In Mali sind sie schon lange Superstars und in Europa vielleicht schon sehr bald, sie gelten als “Traumpaar der westafrikanischen Musik”, in meiner Playlist hat ihr Track “Je pense a toi” einen festen Platz – die Rede ist von Amadou & Mariam, zwei Künstlern, zu deren Fans und Produzenten sich Größen wie Manu Chao zählen, zwei Helden, die zwar nicht sehen, aber dafür umso mehr fühlen können. Vielleicht ist es diese große, echte Liebe zwischen den beiden, die ihre Musik noch stärker macht. Jedenfalls können wir es kaum abwarten, Amadou Bagayoko und Mariam Doumbia, die sich seit Mitte der 70er Jahre den schönen Tönen verschrieben haben, live auf dem Summerjam Festival zu sehen. Bei NPR kann man außerdem Folila, die neue LP des Duos, an der unter anderem TV on the Radio, Nick Zinner von den Yeah Yeah Yeahs, Jake Shears von den Scissor Sisters und Theophilus London mitgewerkelt haben, in Dauerschleife hören. Wir versüßen uns den Abend derweil mit “Dougou Badia feat Santigold” und träumen von ein paar Urlaubstagen fernab vom Modetrubel. Weiterlesen »


Angehört: Travelin’ On von Norah Jones

21.03.2012, 16.08 von

Norah Jones Little Broken Hearts 513x513 Angehört: Travelin On von Norah Jones

Seit einem guten Monat existiert zwischen meinem iPod und meinen Ohren ein Deal: Nur den Tiefgründigsten unter den Nachdenklichen gewähren die beiden Eintritt zu meiner Gedankenwelt. Verträumt klopft Bon Iver mit “Can’t Make You Love Me” an, um Soley mit “Pretty Face” abzulösen. Und ja,  ich muss gestehen, mir selbst ist das nicht einmal aufgefallen. Erst ein Freund musste mich mit “Sag mal, hast Du auch was weniger Depressives?” darauf hinweisen, dass ich momentan auf einer recht einseitigen Musikwelle mitschwimme.

Und es scheint kein absehbares Ende in Sicht – denn jetzt flatterte “Travelin’ On” von der neuen Norah Jones Platte rein. Wie eine Kaffeesüchtige auf  der Suche nach Koffein drückte ich die Play-Taste. Was soll ich sagen? Sie hat mich. Voll und ganz höre ich den melancholischen Song nun in Dauerschleife. Weiterlesen »


Angehört & Angesehen: The Shoes – “Time to Dance” mit Jake Gyllenhaal

13.03.2012, 17.50 von

Bildschirmfoto 2012 03 13 um 17.34.59 513x277 Angehört & Angesehen: The Shoes   Time to Dance mit Jake Gyllenhaal

Manchmal denke ich, dass ich alles in der Pubertät Verpasste in meinem 20igern irgendwie nachholen muss. Jedenfalls scheint mein Hormonspiegel das so zu sehen. Anders kann ich mir meine plötzliche Schwärmerei für Schauspieler schlichtweg nicht erklären. Gut, da war eine Zeit lang Brandon Boyd, aber der ist Musiker und Musiker sind immer irgendwie sexy, selbst Erlend Øye ist das. Seit einem Weilchen verpufft mein Hirn allerdings auch, wann immer ich Jake Gyllenhaal über meinen Bildschirm schlawänzeln sehe.

Deshalb danken wir der französischen Band “The Shoes” heute auch für Jake’‚ Rolle in deren Musikvideo zum Track “Time To Dance”. Da ist er zwar ein Bad Boy im Stil von Donnie Darko und geht ganz und gar nicht gut mit seinen Mitmenschen, insbesondere den Hipstern, um, aber würden wir auf zahme Lämmchen fliegen, dann wäre Orlando Bloom ohnehin wohl eher was für uns. Außerdem hatte Jake seine Rolle als Bösewicht ja schon in Vampire Weekends “Giving Up The Gun” üben können. Die Musik im “The Shoes” Clip gefällt uns übrigens nur mittelgut.  Weiterlesen »


Wochenrückblick

11.03.2012, 11.36 von

wochenrückblcik Wochenrückblick

Von Jessica Oemisch.

Letzten Donnerstag, am Weltfrauentag, hatte ich eine wunderbare Begegnung. Auf der Zugfahrt von Berlin nach Hamburg, stieg in Berlin Spandau ein älteres Päärchen zu. Sie trug ihr schulterlanges, voll ergrautes Haar offen und wirkte mit ihren fragilen 1,60 m wie eine gealterte Elfe. Die alte Dame reichte ihm bis zur Brust. Er trug einen schwarzen Hut im Charly-Chaplin-Style und einen marinefarbenen Anzug.

Kaum hatten die beiden ihre Sitzplätze gefunden, half er ihr aus ihrem viel zu langen Wintermantel. Als der Zug langsam anrollte, zauberte er aus seiner Reisetasche zwei Piccolos und eine rote Rose. „Du bist doch verrückt!“, sagte sie mit flattriger Stimme zu ihm, während seine trüben Augen glänzten. „Zum Frauentag!“ Er öffnete die Fläschchen und beide genossen morgens, kurz nach neun, das leichtprozentige Prickeln.

Während der Zugfahrt fiel es mir richtig schwer meine Augen von dem alten Pärchen zu lassen. Wahnsinnig liebevoll gingen die Beiden miteinander um, ein Lächeln da, ein Tätscheln dort. Wie viele Jahre die Zwei wohl schon zusammen verbringen?

Als die Durchsage „In wenigen Minuten erreichen wir Hamburg Hauptbahnhof“ ertönt, hilft er ihr den Mantel und sie versucht nervös die Rose zu verstauen. „Das war eine dumme Idee. Ich weiß doch jetzt gar nicht wohin damit.“ „Nein“, sagt er und küsst sie auf die Stirn. Weiterlesen »


Zum Träumen: Paperfangs – “I felt the Ocean”

07.03.2012, 16.22 von

paperfangs aavvav ep 513x342 Zum Träumen: Paperfangs   I felt the Ocean

Der liebe Janos hat mich gestern auf dieses musikalische Schmankerl aus Finnland aufmerksam gemacht und seither kann ich nicht anders, als immer und immer wieder das kleine Play-Knöpfchen zu drücken. Paperfangs nennen sich die drei Traumtänzer, wenn sie zusammen auf der Bühne stehen oder sich im Studio vergraben. Schwesterherz, Bruderherz uns ein guter Freund mischen schon seit einiger Zeit in Teamarbeit an den Reglern rum, um uns mithilfe von Tracks wie”I felt the Ocean” oder “Lifelong” das Gehirn aus dem Kopf zu spülen. Dabei gehen sie aber nicht etwa rabiat vor, das wäre überhaupt nicht die feine Art des Trios.

Vielmehr schleichen sie sich ganz behutsam an dein Trommelfell heran, streicheln es ganz gleichmäßig, um irgendwann darin zu versinken. Und dann nimmt der Prozess wie von selbst seinen Lauf. Sämtliche Gedanken fallen aus den Ohren heraus, der Stress rutscht vom Herz nach unten in die Füßen und hält ein kleines Nickerchen und die Lunge ist ganz plötzlich wieder frei zum Durchatmen. Paperfangs tun uns gut. Und unserer Seele. Weiterlesen »