Schlagwort-Archiv: Paris Fashion Week AW 12

Die Zweidimensionalität der Dinge & die Genialität der Rei Kawakubo | Comme des Garçons AW 12

– 14.03.2012 um 16.30 – Allgemein Mode

comme des garcons aw12 Die Zweidimensionalität der Dinge & die Genialität der Rei Kawakubo | Comme des Garçons AW 12

Schon oft habe ich Menschen Dinge sagen hören wie “Rei Kawakubo, also diese Hype um diese Frau verstehe ich nicht, ihre Entwürfe sind doch grässlich.Rei Kawakubo, das ist die Designerin hinter dem japanischen Brand “Comme des Garçons“. Für Kollegen und Fans bleibt die inzwischen fast 70-Jährige ein Rästel. Nur selten redet sie öffentlich über ihre Beweggründe, über ihre Arbeit und sich selbst. Und doch gilt ihre Mode als Maßstab, als Avantgarde, als zukunftsvisionär. Mademoiselle Kawakubo krämpelte die Modewelt um und brach alle Konventionen.

Bei ihrer Debüt-Schau, 1981 in Paris, suchte man vergebens nach Make-Up oder High Heels. Zerknitterte Seide, verkochte Wolle, unsaubere Nähte, Löcher  und Ausbeulungen - Kritiker delegierten Kawakubos allererste Prêt-à-porter-Kollektion sogar zu einer Art “Postatomarem Fetzenlook”. Damals konnten sie noch nicht ahnen, dass diese kleine, zierliche Dame irgendwann einmal den gesamten Modezirkus verändern und prägen würde. Comme des Garçons, “wie die Jungs” eben, sollten Frauen endlich aufhören sich zu verkleiden und stattdessen anfangen, sich durch Stoffe auszudrücken. Mode tragen, die nicht weniger ist als Kunst, aber gleichzeitig bequem am Körper hängt. Was viele nicht wissen: Eine ganze Bandbreite großer Designer übersetzt Kawakubos Ideen noch heute ins Tragbare: Reißverschlüsse an Kleidern, das Comeback der Farbe Schwarz,unsaubere Nähte. Von Margiela bis Chloé – sie alle wurden von der Muse Kawakubo geküsst. Was wohl mit ihren zweidimensionalen Entwürfen für den kommenden Herbst geschehen wird? weiterlesen

Paris Fashion Week: Miu Miu – zwischen Hosenanzügen, wilden Kombinationen & gerüschten Krawatten

– 08.03.2012 um 18.31 – Allgemein Mode

miu miu Paris Fashion Week: Miu Miu   zwischen Hosenanzügen, wilden Kombinationen & gerüschten Krawatten

Für den einen oder anderen wird das zu viel des Guten sein, was Miuccia Prada ihren Models da an den Leib schneiderte: übergroße Hosenanzügen ziehen sich in ihrer Herbst/Winter Kollektion 2012 fast  konsequent durch – zeigt sie doch sonst stets adrette und mädchenhafte Kreationen. Seit zwei Saisons ist damit irgendwie Schluss, denn Miu Miu hat scheinbar keine Lust mehr auf den gewohnten Einschlag und niedliche Looks. Wer von euch nun so enttäuscht ist und mit den gestreiften oder karierten Ganzkörper-Look aus dem italienischen Hause für die nächste Saison gar nichts anfangen will, der zumindest kann sich vielleicht vor seinem geistigen Auge noch vorstellen, wie die oversized Blazer zu schlichten Hosen aussehen mögen, oder die Hochwasserhosen im Retro-Muster mit einfarbigen Turtle-Neck Sweater flirten könnten?

Gewöhnungsbedürftig und wenig alltagstauglich ist das, was Mme Prada da gezaubert hat, sicher allemal – eine Note weniger überladen und dezenter hätte es ja nun auch getan, oder? Die zukünftigen Editorials dagegen dürften ihr damit allerdings sicher sein und glücklicherweise gab’s für eingefleischte Miu Miu Fans wie mich auch noch die beliebten Mini-Kleidchen am Ende der Kollektion.

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Kunst & Mode: Rubens + Dolce & Gabbana, Jan Brueghel + Balmain

– 07.03.2012 um 17.32 – Allgemein Inspiration Kunst Mode

dolce gabbana balmain flowers 513x452 Kunst & Mode: Rubens + Dolce & Gabbana, Jan Brueghel + BalmainDolce & Gabbana, Balmain via style.com, Gemälde oben: Peter Paul Rubens (1577 – 1640), zusammen mit Frans SnydersDer Früchtekranz via Dieterhoof, Gemälde unten Jan Brueghel via Villa Brueghel.

Dass Kunst und Mode immer unmittelbar miteinander verknüpft sind, das zeigen die kommenden Herbstkollektionen von Balmain und Dolce & Gabbana ganz besonders deutlich. Nun ist es natürlich keine große Leistung, sich beim Anblick der Putten- und Blumendrucke auf Dolce & Gabbanas Kreationen an den Künstler Peter Paul Rubens erinnert zu fühlen, doch hinreißen finden wir die Inspirationsquelle der beiden italienischen Designer trotzdem. Die üppige Prachtentfaltung des Barock scheint es aber nicht nur ihnen angetan zu haben, sondern auch Balmain. Jene floralen Prints hingegen ließen uns an den flämischen Künstler Jan Brueghel denken, der im 17. Jahrhundert vor allem als Landschaftsmaler bekannt wurde.

Mit malerischen Assoziation wie diesen waren wir selbstredend nicht alleine und so stießen wir schon nach kurzer Recherche auf einen Beitrag von Miss Nyx, die uns Hannah and Landons Collagen zur Dolce&Gabbana Kollektion ans Herz legte: weiterlesen

Die schönsten Pullover der Fashion Week – habt ihr ein Lieblingsstück?

– 07.03.2012 um 12.03 – Allgemein Mode Trend

pullover aw12 Die schönsten Pullover der Fashion Week   habt ihr ein Lieblingsstück?Fotos via style.com: Acne, Kenzo, Burberry Prorsum, Kanye West, Chloé, Chanel, Chanel, Kenzo, Isabel Marant, Yves Saint Laurent, Céline, Chloé.

Dass es eine Zeit vor dem Pullover gab, können wir uns heute beinahe nicht mehr vorstellen. Tatsächlich hielt genau dieser aber erst Mitte der 20er Jahre Einzug in den Alltagskleidung – nämlich etwa zur selben Zeit, als die Mode grundsätzlich bequemer wurde, als die Rocklänge ihre erste Rekordkürze von etwa fünf Zentimetern oberhalb der Knie erreichte und selbst die adrettesten Damen allmählich keine Lust mehr hatten, sich dem strengen Modediktat von damals zu unterwerfen. Kurzerhand wurden schließlich auch Blusen gegen Jumper ausgetauscht, die frühe Version des Pullovers war salonfähig geworden. 

Inzwischen ist der Pullover nicht mehr nur für uns unverzichtbar. Auch große Modehäuser wie Chanel, Burberry Prorsum oder Céline wollen nicht mehr auf das gemütlichste aller Kleidungsstücke verzichten und bemühen sich von Saison zu Saison immer neue Variationen zu schaffen. Während Acne voluminöse Stepp-und Schlauchformen zeigte, lenkte Yves Saint Laurent den Fokus seiner Lederkreation mithilfe von strengen Gürteln auf die Taille. Céline setzt im kommenden Herbst auf 60er-Jahre Ski-Manier, Burberry Prorsum hingegen gibt sich verspielt und greift auf das oft gesichtete Eulen-Motiv zurück, Kenzos bestickte Entwürfe sind wild und grell und Chanel verblüffte die halbe Modeschar mit ungewohnt bunten Oversize-Modellen, die, wie böse Zungen meinen, auch geradewegs aus dem Second-Hand-Laden stammen könnten. Hätten besagte Kritiker Recht, würde das trotzdem nichts an unserer Begeisterung für die vom Kubismus inspirierte Kollektion von Karl dem Großen ändern. Aber zurück zum Thema: Wären wir Prinzessinnen und sehr, sehr reiche Töchter, für welchen Pullover würden wir uns denn bloß entscheiden? weiterlesen

Entdeckt: Haarbänder bei Julien Davids – Do or Don’t?

– 05.03.2012 um 17.20 – Allgemein Mode Trend

julien davids Entdeckt: Haarbänder bei Julien Davids   Do or Dont?

Lange Zeit litten wir an einer Übersättigung. Schuld war der hippieske Haarschmuck, all die Leder- Stoff- und Samtbänder, die verwuschelte Mähnen zierten. Hübsch anzusehen war dieser Megatrend zweifelsohne, bloß irgendwann einmal, da war das Ganze dann leider zu viel des Guten. Keine fünf Meter kam man in den letzten beiden Sommern voran, ohne auf irgend eine eine moderne Interpretation des Blumenmädchens der 70er Jahre zu treffen. Schön und gut, und ja, auch wir hingen sehr an diesem zierlichen Stirnschmuck. Aber ein bisschen froh waren wir dann doch, als der Winter nahte. Pünktlich mit der Regenzeit trudelten schließlich Stirnbänder in sämtlichen Shops ein und wir machten schon wieder alle mit – eine Alternative zur Mütze kann schließlich nicht schaden.

Der Designer Julien Davids zeigte uns während der Paris Fashion Week nun, dass unserer Übersättigung eventuell mit einer Kreuzung aus beidem, dem Stirnband und dem Hippiebändchen, getrotzt werden könnte. Im sportiven Tennis-Schweißband-Look jagte er seine Models jüngst über dem Laufsteg und machte uns gleichzeitig Lust auf farblich abgestimmten Haarschmuck. Wir können also doch nicht genug davon kriegen. Und ihr? weiterlesen

Lieblingskolletion: Stella McCartney AW 12 – Und schon wieder strahlt das Yves Klein Blau…

– 05.03.2012 um 14.39 – Allgemein Mode

stella mccartney aw12 Lieblingskolletion: Stella McCartney AW 12   Und schon wieder strahlt das Yves Klein Blau...

In diesem Jahr wollen es tatsächlich nur sehr wenige Kollektionen richtig tief in unsere Herzen schaffen. Eine Designerin aber, die sich mir ihren Entwürfen schon auf den allerersten Blick auf unser imaginäres Siegertreppchen manövrierte, ist Madame Stella McCartney. Die Beatles-Tochter trifft eben buchstäblich ins Blaue – vom besagten Yves Klein – Blau können wir derzeit nämlich gar nicht genug bekommen.

Es ist aber nicht bloß dieser magischen Blau-Nuance zu verdanken, dass wir uns einen Goldsegen herbeiwünschen. Stella entführt uns nämlich außerdem in Filmsequenzen von “Die Schöne und das Biest”, in denen Teekesselchen und Porzellantassen zum Leben erwachen: Mit floralen Ornamenten setzt sie symmetrische Akzente auf weißen Stoffen und entstaubt damit die längst totgesagte Wand-Teller-Optik. Auch die 60er halten Einzug in den nächsten Herbst, denn Pullover mit Stehkragen in graphischem Colour-Blocking und ungewohnt zulaufenden Ärmellösungen bringen die Ski-Mode vergangener Jahrzehnte zurück auf den Laufsteg. Weitere Hihlights: Braun küsst nicht nur Blau, sondern auch Pink und die College-Jacke feiert Hochzeit mit altbewährten Blazer-Schnitten. weiterlesen

“See by Chloé” präsentierte Kollektion ausschließlich über Live-Stream – die Zukunft der Mode?

– 01.03.2012 um 14.51 – Allgemein Mode

The Future of Fashion?” fragte sich heute Morgen der Fashion Telegraph UK und mit ihm wohl eine ganze Modejournalisten-Generation. See by Chloé hatte in dieser Saison nämlich auf die obligatorische Front-Row-Besetzung verzichtet. Keine einzige Einladung sollte diesmal an die Journalisten-, Blogger- und Promimeute verschickt werden, niemand sollte das Laufsteg-Spektakel live und in Farbe miterleben können – bloß auf dem virtuellen Wege eben, denn ein Live-Stream war dann doch für jeden zugänglich, der beim Start der Schau über eine intakte Internetverbindung verfügte. Läutet See by Chloé damit den Untergang des allgemeinen Fashion Week Trubels ein? Oder handelt es sich hier vielleicht sogar um die konsequenteste Demokratisierung der Mode?

Normalerweise sollte man doch davon ausgehen, dass die Betrachtung einer Kollektion durch die flimmernden Kathodenstrahlröhren eines Bildschirms hindurch niemals an das ungefilterte Live-Seherlebnis heranreichen könnte. Das Schwingen der Stoffe, die Haptik der Materialien, all das bleibt uns doch durch den Filter der virtuellen Welt verborgen. Vielleicht ist es an dieser Stelle  Zeit, sich einzugestehen: Fashion Show ist nicht gleich Fashion Show. Manche sollte man ganz gewiss mit Haut und Haar und Herz erleben – anderen hingegen tut es keinen Abbruch, sie bloß aus der Ferne miterleben zu können. Und zu letzteren zählt wohl auch jene von See by Chloé: The clothes are designed to be off-the-peg wearable – this is not couture – and the styling, hair and make-up reflected that. This line is not intended to change the face of fashion, but that shouldn’t invalidate it – there are many shows cramming the schedules of all four major fashion weeks in the same vein,” schreibt Belinda White. weiterlesen