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Acne Studios „Radical Feminist“

19.08.2015 um 9.08 – box1 Feminismus Mode

radical feminist acne studiosGrundsätzlich mag ich Menschen, die gelegentlich laut werden sehr gern, ich begrüße kritische Stimmen außerordentlich und wünsche mir mitunter sogar viel mehr davon. Weniger erquickend sind hingegen Schwanzeinzieher_innen, wenn man das hier mal so ganz politisch und gendermäßig unkorrekt in Richtung nur so vor Halbwissen strotzender Krawallmacherstimmen pöbeln darf. Die Rede ist von einer etwas ausufernden Instagram-Dikussion einer bekennenden Feministin, die sich überaus echauffiert über ein Posting meinerseits, nämlich ein männliches Model im „Radical Feminist“ Sweater von Acne Studios inklusive Amors Emoji-Pfeil plus Herz darunter, zeigte. Was ich dort auf diesem fremden Kanal also unter dem Screenshot von besagtem Posting meinerseits las, ergab im ersten Moment Sinn und war wichtig –  umso tragischer, dass der Schlingel-Account der frechen aber klugen Diebin meiner Pullover-Liebeserklärung plötzlich privat ist.

Ich erinnere mich aber immerhin daran, dass relativ häufig „white privileged girls“ in der Kritik am 200-Euro teuren Sweatshirt und meines hirnlosen Hypens vorkam, im Groben ging es wahrscheinlich darum, dass es Menschen da draußen gibt, die den Feminismus wirklich brauchen und darum, dass wir, die weiße privilegierte Mittelschicht, ganz sicher keinen Anspruch auf den Terminus „radikaler Feminismus“ hätte (hierbei handelt es sich nämlich nicht um besonders extremen Feminismus, sondern um jenen, der die patriarchale Organisation von Sexualität und Reproduktion zum Thema macht), schon gar nicht auf einen im so teuren Gewand und noch schlimmer, wenn ein kommerzielles Label am Ende auch noch Profit aus dem Lena-Dunham-Pop-Femininsmus-Hype ziehe, dass ein Mann den Pullover trägt, geschenkt, fast schon blasphemisch. So weit, so diskussionswürdig. Ich verstehe den Kern des Grolls, vermute aber, dass das große Ganze außer Acht gelassen wurde. Ob ich hiermit richtig liege, werden wir womöglich nie erfahren – auf meinen Vorschlag über einen Gastbeitrag genau zu diesem Thema reagierte man nämlich erst mit einem „Jay“ und dann gar nicht mehr. Deshalb werfen wir an dieser Stelle selbst die Frage in den Raum: Ist das noch Instrumentalisierung des Konsums für den Feminismus oder schon Instrumentalisierung des Feminismus für den Konsum? Womöglich beides. weiterlesen