Schlagwort-Archiv: Serien-Tipp

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Vier Serien-Tipps für Regentage

22.11.2016 um 10.43 – Film

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Die Tage sind kurz, draußen wird es kälter: Zeit, es sich mit ein paar Serien im Bett oder auf dem Sofa gemütlich zu machen. Hier sind drei Tipps für gute Unterhaltung. 

Gefühlt wöchentlich fluten neue Serien in unser Leben und stets stellt sich die Frage: Was davon lohnt sich denn jetzt wirklich? Und weil es immer (naja, meistens) gut ist, was empfohlen zu bekommen: Diese drei frischen Serien sind den Klick auf „Play“ wert. weiterlesen

Serien-Tipp // „Her Story“

15.09.2016 um 11.00 – box2 Feminismus Film

her story serieEndlich eine Serie über Transfrauen, die ohne Männer mit Perücken und in Frauenkleidung auskommt: Her Story erzählt vom Leben und Lieben zweier Transfrauen in L.A. – und macht das so authentisch und gut, dass die Miniserie für einen Emmy nominiert wurde.

Ein Abend in L.A. Zwei Frauen, die einen Boulevard entlang schlendern, Eis essen, reden. „Würde es dir was ausmachen, wenn wir kurz in dieses Café reingehen?“, fragt die eine, Allie. „Ich friere mir die Eier ab.“ Die andere, Violet, guckt sie an, offensichtlich irritiert. Allie schlägt eine Hand vor den Mund. „Oh mein Gott. Tut mir so leid, ich hab das nicht so gemeint.“ Violet versucht noch einen Moment länger, wütend auszusehen – dann bricht sie in Lachen aus: „Der Ausdruck auf deinem Gesicht!“ Violet (Jen Richards) ist eine ganz normale Frau. Und: Sie ist transsexuell. Journalistin Allie (Laura Zak) wird auf die schüchterne Kellnerin aufmerksam und will sie für eine Geschichte über Transfrauen im Magazin Gay L.A. interviewen. Violet zögert erst: Sie sei keine Aktivistin und auch nicht lesbisch. Dann macht sie doch mit. Es bleibt nicht bei dem Interview: Die offen lesbische Allie fühlt sich zu Violet hingezogen. Violet aber datet Männer. „Also, warst du vor deinem Übergang ein schwuler Mann?“, fragt Allie und Violet lacht nervös. „Vor dem Übergang habe ich tatsächlich Frauen gedatet.“ Warum ist das jetzt anders? Violet erklärt, dass es weniger um die Männer geht als um sie selbst: „Wenn ich mit einem Mann zusammen bin, habe ich keine Zweifel an meiner Weiblichkeit. Mein Körper neben ihrem ist so offensichtlich weiblich.“
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#GIRLCRUSH & SERIEN-TIPP //
JESSIE KAHNWEILERS „THE SKINNY“

19.04.2016 um 16.53 – box1 Film

series the skinnyJessie Kahnweiler lebt zusammen mit ihren Pflanzen in Los Angeles, ist Künstlerin auf ziemlich vielen Ebenen, noch dazu Drehbuchautorin, Feministin und womöglich auf dem besten Weg dahin, in die Fußstapfen von Lena Dunham zu treten. Weil sie sich keine Therapie leisten kann, dreht sie stattdessen Youtube-Videos und macht Kurzfilme. Auch, um sich auf der Welt zuhause zu fühlen, aber vor allem, um Themen auf den Tisch zu bringen, die von der Gesellschaft und manchmal auch von uns selbst nur allzu gern unter den Teppich gekehrt werden. Die eigene Vergewaltigung zum Beispiel („Meet my rapist“ wurde 2014 beim Sundance Festival gezeigt), rassistische Privilegien oder Bulimie.

Und dann ist da noch „The Skinny„, Kahnweilers neueste Dark-Comedy-Webserie, in der sich die Regisseurin und zugleich Protagonistin offenbar hin und wieder selbst spielt. Die 10-minütigen Episoden erzählen vom Krieg führen gegen den eigenen Körper, vom Wahnsinn, Freundschaft, und dem Drama als Millenial mit all seinen Zweifeln und Möglichkeiten geboren worden zu sein – nicht selten möchte man durch den Bildschirm springen, um Jessie am Schlafittchen aus der sichtbaren Zone des Internets zu ziehen. weiterlesen

SERIEN-TIPP //
Netflix Originals „Love“

23.02.2016 um 12.07 – box1 Film

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Ich bin noch nicht lange ein Serienmensch, was nicht etwa daran liegt, dass ich selbige nicht sonderlich mögen würde, ganz im Gegenteil, ich weiß bloß um mein enormes Suchtpotenzial. Die brandneue Netflix-Produktion „Love“ jagt mir allerdings nur mittelviel Angst ein – wenn Breaking Bad das Heroin krasser Serien Junkies ist, wirkt Love eher wie ein seichtes Marihuanapflänzchen. Das ist keinesfalls schlecht, womöglich sogar besser, in jedem Fall aber sehr angenehm. Genau wie Mickey und Gus.

Die beiden Mittdreißiger sind zweifelsohne schräg, ein bisschen kaputt und trotzt üppig gepflückter Neurosen-Sträuße in etwa so nahbar und sympathisch wie der Lieblings-Nachbar, der uns gelegentlich mit Salz, Kerzen oder Butter aushilft. Man wundert sich womöglich über die ein oder andere Überreaktion und Kauzigkeit, ohne beides würde aber ganz gewiss etwas fehlen. Gus ist ein Bilderbuch-Nerd mit gebrochenem Herzen, Mickey frustriert, schlagfertig und frisch gebackener Single. Die zwei gebeutelten Anti-Hero-Protagonisten treffen zum ersten Mal an einer Tankstelle aufeinander. Weil Mickey dingend Kaffee und Zigaretten braucht, keine Mäuse dabei hat und deshalb kurz davor ist eine Straftat zu begehen, gibt Gus sich heldenhaft höflich wie immer und übernimmt die Rechnung der bis dato Fremden, die einen roten Badeanzug zur Jeans und rosa Söckchen in Adiletten trägt – vielleicht der Anfang einer Geschichte über echte, wahre Liebe? weiterlesen

Serien-Tipp // Jessica Jones, Superheldin mit posttraumatischer Belastungsstörung

26.11.2015 um 14.15 – Feminismus Film

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Mit Jessica Jones schickt Marvel die erste Superheldin in Serie. Heldenhaft ist an dieser trinkenden, zynischen und kaputten Frau aber kaum etwas – zum Glück!

„Ich suche nach dem Schlimmsten in Menschen“ sagt die grimmig-gelangweilte Stimme von Jessica Jones (Krysten Ritter) aus dem Off – und damit ist der Ton für Marvels neue Netflix-Serie, benannt nach ihrer Heldin, gesetzt. Jessica, das stellt sich schnell heraus, ist sehr talentiert darin, das Schlimmste in Menschen zu finden: Sie arbeitet als Privatdetektivin und einzige Angestellte ihres Unternehmens Alias Investigations in New York. Den Großteil ihrer Zeit verbringt Jessica damit, Fremdgängern mit der Kamera aufzulauern und sie beim heimlichen Stelldichein abzulichten. Erfüllende Arbeit sieht anders aus.

Allerdings scheint Arbeit Jessica sowieso nicht besonders zu interessieren. Sie schläft bis spät in den Tag hinein, steht auf Flüssignahrung in Form von Whisky und hat offensichtlich Probleme, ihre Aggressionen in den Griff zu bekommen. Wüsste man nicht, dass es sich um eine Marvel-Serie handelt und Jessica Jones eine Superheldin aus der Reihe Iron Man, Captain America und Co ist, man könnte Jessica Jones genauso gut für ein düsteres Neo-Noir-Drama halten. Eines von der Sorte, wo ein schlechtgelaunter, stets düster blickender und hart trinkender Privatdetektiv durch New Yorks Straßen zieht. Und jetzt: Achtung – Spoiler-Alarm! weiterlesen