Schlagwort-Archiv: Sex

Bedroom Stories // Ich will nicht auf die Flugzeugtoilette, ich bleibe lieber im Bett.

14.07.2017 um 12.31 – Kolumne Leben

Ein Gastbeitrag von Ann, protokolliert von Nike Jane. Teil 1 inklusive wiesoweshalbwarum lest ihr hier.

Ich bin jetzt seit sieben Jahren mit meine Freund zusammen und kann nicht behaupten, mir wäre niemals langweilig gewesen, so ganz grundsätzlich, aber auch im Bett. Ist aber völlig normal, verriet mir das Internet neulich, denn Leidenschaft inkludiert harte Arbeit. Machts mal draußen! Oder an geheimnisvollen Orten! Oder anders als erwartet!, röhrte es. Jetzt bin ich aber nunmal ein grundfauler Mensch und habe damit den trägen Sex-Salat. Nicht immer, manchmal bin ich die reinste Brezel und ausdauernd und spitz wie nix, nein oft sogar, aber die Tage, an denen ich lieber Netflix schaue als mit meinen Partner zu fummeln, nehmen langsam Überhand. Ach was, Tage! Abende vielmehr. Ich bin nämlich, was Zeit und Ort der erregten Zusammenkunft betrifft in etwa so kreativ wie in der Küche: Gar nicht. Ich kann Nudeln und Pfannkuchen und ich kann Bett und Sofa. Für alles andere fehlt mir die Abenteuerlust, aber auch der Kreislauf. weiterlesen

Bedroom Stories //
Zusammen Pornos gucken – mit Erika Lust

04.04.2017 um 11.18 – box1 Kolumne Leben Sex

Ein Gastbeitrag von Ann, protokolliert von Nike Jane. Teil 1 inklusive wiesoweshalbwarum lest ihr hier.

Ich glaube, ich bin ein bisschen schief gewickelt, wenn es um die Wahrnehmung meiner eigenen Offenheit geht. Denn obwohl ich ohne zu zögern meine Hand dafür ins Feuer gelegt hätte, schon mit meiner (zugegeben sehr späten) Entjungferung eine gewaltig große Portion sexuelle Gelassenheit mit Löffeln gefressen zu haben, wird mir im Angesicht rotweingetränkter Gespräche mit meinen Freundinnen immer wieder das genaue Gegenteil unter die Nase gerieben. Zuletzt am vergangenen Wochenende. Gerade waren wir noch dabei, über das Für und Wider von Cycles, dieser neuen gehypten Verhütungs-App, zu fachsimpeln, da platze es plötzlich aus der wahrscheinlich Runden-Blauesten heraus: Schluss jetzt damit, ihr sei nämlich echt scheißlangwellig im Bett und wirklich wichtiger als das Kalibrieren von Thermometern und Temperaturen seien jetzt verdammt nochmal mal ein paar hilfreiche Tipps und Tricks zum Aufmöbeln der in Daunendecken gebetteten 5-Jahres-Monotonie, sonst würden die Wanzen bald mehr rammeln als sie und ihr Freund, deren gemeinsame Libido derzeit vermutlich irgendwo auf Lanzarote Krabbenfischen würde, und falls sie jemand zufällig treffen würde: Schöne Grüße!

Betretenes Schweigen. Aber nur etwa zwei Sekunden lang. Mir selbst flog gerade etwas Limo aus dem linken Nasenloch, weil Contenance, als irgendwer am Tisch die Initiative ergriff und schnell danach fragte, ob denn noch nicht einmal Pornos helfen würden. Pornos, ja klar, dachte ich. Und oh Gott, Pornos. Hihi. Beinahe hätte ich aus Reflex das Gesicht zu einem Kotze-Smiley verzogen, schließlich schaue ich sowas nur allein und ratzfatz und vor allem heimlich, genau wie mein Freund vermutlich auch. Bis zu diesem Abend kannte ich nämlich nur Youporn. Und da vergeht einem die Lust mitunter schon auf der Startseite, soviel Sperma fliegt da rum. Als gäbe es für eine Frau nichts geileres, als sich in Befruchtungsflüssigkeit zu suhlen. weiterlesen

Bedroom Stories #4 //
J’aime vielleicht L’amour à trois

13.02.2017 um 15.13 – box3 Kolumne Leben

Ein Gastbeitrag von Ann, protokolliert von Nike Jane. Teil 1 inklusive wiesoweshalbwarum lest ihr hier.

Mein Freund und ich sind jetzt seit fast drei Jahren zusammen. Normalerweise fängt es ja jetzt irgendwann an, einzurosten. Im Bett vor allem. Sagt man jedenfalls. Aber was „man“ sagt, stimmt ja wirklich auch nur bedingt. Jedenfalls würde ich unseren momentanen Beziehungsstatus eher als zweiten oder dritten Frühling bezeichnen, auf allen Ebenen. Uns steht sozusagen der Schalk im Nacken, hin und wieder fühlen wir uns zu gleichen Teilen Banane und manchmal haben wir auch nicht mehr alle Tassen im Schrank. Wenn wir zum Beispiel fest entschlossen sind, für immer ganz anders zu sein als der Rest der Welt, viel freier eben und offener und wunderbar wild. Erwachsen zwar, aber längst nicht „wie die großen Leute“. Vielleicht liegt es daran, dass ich noch in diesem Monat Geburtstag habe, aber vor ein paar Tagen überkam uns zudem auch noch die Sehnsucht nach Jugend, weshalb wir schließlich im Schneidersitz vor alten Mixtapes saßen und unserer Vergangenheit lauschten. „Moi ce que j’aime / c’est faire l’amour / spécialment à trois / Je sais c’est démodé /ça fait hippie complet / mais je le crie sur les to’ts / J’aime l’amour à trois“ sangen Stereo Total. Ein Blick, zwei Gedanken, dann Stille. „Willst du?“ fragte ich und er sagte: „Du denn?“. Gemeinsam gegen das Einrosten, so der Plan. weiterlesen

Bedroom Stories #2 //
Sex statt Yoga.

17.01.2017 um 10.00 – box1 Kolumne Leben

bedroom storiesEin Gastbeitrag von Ann, protokolliert von Nike Jane. Teil 1 inklusive wiesoweshalbwarum lest ihr hier.

Ich finde, so ganz grundsätzlich, die Leute sollten viel mehr bumsen. Ich sage jetzt außerdem ganz bewusst bumsen und nicht Liebe machen, denn Liebe zu machen ist zwar schön, aber mitunter auch anstrengend. Einfach, weil es dauert und in gewisser Weise fordert, wenn auch nur Aufmerksamkeit und Einfühlungsvermögen. Vorspiel, Aramsamsam, Nachspiel, ihr wisst schon. Manchmal wehrt sich auch in mir alles gegen das Rumfummeln, ich will dann lieber Netflix als nackte Tatsachen. Der Alltag ist schließlich anstrengend genug. Aber – und dieses aber sollte unbedingt sehr groß geschrieben werden – Fakt ist, dass so ein mittelkurzes bis rasant schnelles Rein-Raus Wunder bewirken kann, ob mit oder ohne Orgasmus, ganz egal. Sex statt Yoga quasi, darauf konnten meine Freundinnen und ich uns nach langem Hin und Her und einer großen Familienpizza sogar einigen. Sex als eine Art fortwährender Selbstheilungsprozess. Gut für die Seele, die Beziehung, den Job und die mentale Gesundheit. Weil Sex gleich doppelt Stress abbaut, auf dem geistigen wie dem körperlichen Kanal. Ganz so, als würde man den von Strapazen gespannten Flitzebogen endlich loslassen, als bekäme der innere Vulkan unverhofft das Go zum Spucken und am Ende legt sich die warme Lava wie eine versöhnliche Decke über das Tal der täglichen Reizthemen. Lava, nicht Sperma, ihr Ferkel. Bleibt trotz all der offensichtlichen Wonne von drei, vier, fünf, sechs Vögeleien pro Woche bloß noch ein Feind namens Faulheit. Wir kennen ihn alle.  weiterlesen