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Interview //
Corin Tucker über Feminismus, Lena Dunham & Kindererziehung

28.04.2015 um 10.33 – Feminismus

NoCitiesToLove01Wenn ich erzähle, dass ich Feministin bin, kommt das nicht immer nur gut an. Viele denken bei dem Begriff Feminismus leider immer noch an Hass gegen Männer. Mein Feminismus hat damit nichts zu tun. Ich kämpfe gegen Slut- und Body Shaming, für Gleichberechtigung auf allen Ebenen, für die sexuelle Selbstbestimmung der Frau – um nur einige Themen zu nennen. Und natürlich bin ich dabei manchmal auch wütend. Der passende Soundtrack dazu kommt immer wieder von Sleater Kinney, eine der vielleicht wichtigsten Riot Grrrl-Bands der Neunziger. Es war mit darum eine Ehre, Corin Tucker, Sängerin und Gitarristin des Trios, für ein Interview treffen zu dürfen.

Ein Gespräch über Privilegien, Empörung, Lösungsansätze und, natürlich, Feminismus. Und über den neuen Cinderella-Film. weiterlesen

Track des Tages // Konzert-euphorisiert:
Sleater Kinney – „Modern Girl“

19.03.2015 um 10.10 – Musik

slater kinney konzert berlinMir ist noch immer ganz schwindelig vom Konzert. SLEATER KINNEY sind für mich, seit meine Superfreundin Betty mir deren fauchende Ergüsse einst in unserem eigenen Proberaum (ja, wirklich, wir waren jung, trugen Netzstrumpfhosen und rauchten Kette) vorspielte, Göttinnen. Im Grunde wollte ich Gitarristin Carrie Brownstein (die inzwischen auch für die Kracher-Serie „Portlandia“ verantwortlich zeichnet) sein, oder zumindest mit ihr und Corin Tucker durch die Welt touren, um feministische Parolen und politischen Rock durch Konzertsäle zu schreien, was natürlich eine schlaufuchsdämliche Idee war, ich beherrschte damals ja noch nicht einmal einen gekonnten Barré-Griff und meine Finger verknoteten sich eher als dass sie auch nur ansatzweise so etwas großartiges wie „Dig me out“ zustande gebracht hätten. 

„Dig me out“, die dritte Platte der Band, die mit Vorliebe in die „Rot Grrrll“ Schublade gequetscht wird, obwohl damit nur die halbe Wahrheit gesagt ist, machte das Trio aus Portland 1997 zur Mädchen-Sensation, zu gewaltigen Stimmen der dritten Welle des Feminismus, zum nächsten großen Ding nach Bikini Kill oder L7. Vielleicht auch, weil die Gitarristinnen Carrie und Corin damals noch zusammen mit Drummerin Lora Macfarlane, die später durch Janet Weiss ersetzt wurde, den Funken Pop, den es zum Großwerden braucht, geschickt einzusetzen wussten – ohne auch nur im Geringsten an knurrender Attitüde einzubüßen. Mit dem Wechsel zum sagenumwobenen Label „Kill Rock Stars“ nahmen die Dinge seinen Lauf, die Alben „The Hot Rock“, „All Hands On The Bad One“ und „The Woods“ folgten, 2006 war dann vorerst Schluss – bis in diesem Jahr „No Cities To Love“ den Geist von damals zu neuem Leben erweckte. Und so standen wir also gestern da, mit Dr. Martens an den Füßen, die wir schon mit 15 trugen, um den Heldinnen unserer Jugend zum ersten Mal in unserem Leben live dabei zuzusehen, wie sie dem Rock in kurzen Kleidern den Sexismus austreiben. weiterlesen