Schlagwort-Archiv: Spring Summer 2012

Kleines Detail, große Wirkung: Der Armreif bei „Miss Unkon“ Spring 2012

02.05.2012 um 13.19 – Accessoire Allgemein Inspiration

Stilbrüche erweitern immer wieder unseren modischen Horizont. Das australische Brand „Miss Unkon“ zum Beispiel, kombiniert fließende, feminine Stoffe in zarten Pudertönen derzeit wie selbstverständlich mit scheinbar schweren Schmuckstücken. Statt, wie man hätte annehmen können, filigranem Gehänge, zieren vielmehr robuste, beinahe maskulin wirkenden Silberreifen die Arme der Models. Dass kriegerische Assoziationen hier nicht ausbleiben, ist vielleicht kein Zufall.

Denn schon während der Bronzezeit, in der man schließlich die Metallverarbeitung entdeckte, sollten ganz ähnliche Armbänder vor gefährlichen Schwerthieben des Feindes schützen. Die Jäger und Krieger waren es also, die in den Zierscheiben durchaus mehr als nur ein nettes Accessoire sahen. Etwas später wurden Silberarmreifen zum Symbol des Adels, zum Ausdruck der eigenen Machtposition. Wie aber erklären wir uns gerade jetzt das erneute Zurückgreifen auf derartige Accessoires? Es ist eben so: Die Welt da draussen hält ziemlich viele Stolpersteine für uns bereit. Krisen vermiesen uns die Laune und jeder von uns muss darauf achten, selbst nicht unter zu gehen. Wir sind „City Warrior„, quasi Krieger in der Großstadt. Vielleicht gefällt uns ja deshalb die Vorstellung, Armbänder auch wirklich am Arm und nicht am Handgelenk zu tragen so gut. weiterlesen

House of Holland SS 2012: Die Three-Tone Blusen der „Pastel Punks“

20.09.2011 um 13.34 – Allgemein Mode Trend

 

Henry Holland, dieser unsagbar sympathische Naseweis mit Schwäche für die britische Girlie-Band Girls Aloud. Als ich ihn Anfang 2010 für ein Interview in seinem Atelier traf, war ich zugegebenerweise erstmal skeptisch. Schließlich erwartete mich Agyness Deyns bester Busenfreund, der zugleich auch noch der Big Boss hinter seinem eigenen Brand House of Holland war uns immer noch ist. Ich hatte mit einer äußerst exzentrischen, wenn nicht sogar komplizierten Persönlichkeit gerechnet, aber weißgott nicht mit einem beinahe schon nieldichen Henry, der sein Herz ganz offensichtlich am richtigen Fleck trägt. Seither beobachte ich natürlich ganz eifrig, was Monsieur der Modewelt so präsentiert und bin jedes Mal ganz erleichtert, wenn ich feststelle: Jawohl, er bleibt sich treu, der Gute.

So auch mit seiner Frühjahr/Sommer Kollektion 2012, in der sich abstrahierte Wölcken und Dalmatiner-Flecken an Bonbon-Farben und Pythons schmiegen. „Pastel Punks“ heißt das pastellfarbene Potpourri, das stilistisch irgendwo zwischen waschechten Skinheads, College-Girls und lachenden Zuckerguss-Muffins wankt. Inspirieren ließ sich Herr Holland unter anderem von Fotograf Gavin Watson, der während der späten 60er und beginnenden 70er Jahre eine komplette Punk- und Skindhead-Bewegung dokumentierte. Sehr gelungen, wie wir finden, auch wenn nicht jedes Outfit einen Platz im eigenen Kleiderschrank bekommen würde. Sehr angetan haben es uns aber die von altbekannten Two-Tone zu Three-Tone mutierten Blusen, die den Milchskake-Farben mit ihren steifen Krägen die nötige Seriösität einhauchen. weiterlesen

London Fashion Week: Acne Spring/ Summer 2012 – Sterne, Plastik und Motorradrennen in Marrakesch

19.09.2011 um 11.49 – Allgemein Mode

Seit seiner Gründung 1996 hat sich das schwedische Brand Acne kontinuierlich nach vorn manövriert, bis zur Spitze, bis auf das Treppchen mit der goldenen Eins. Von Jahr zu Jahr wurden die Stücke von Jonny Johansson und seinem Designteam beliebter, teurer und vor allem gehypter – heute strotzen Tumblr-Seiten und Blogs nur so vor stolzen Bildern dieser unverkennbaren rosa Einkaufstüten des hochgradig ansteckenden Lieblings-Labels. Es ist wie ein Virus: Anfangs versucht man noch, sich zu wehren und plötzlich steckt man selbst mittendrin – und erwischt sich beim entzückten Seufzen ob neuer Outfits, die aber doch eigentlich gar nicht so außergewöhnlich sind. Oder doch?

Genau das ist es: Alles ist besonders, und irgendwie auch nichts. Die Schnitte, die Farben, das Gefühl. Jedes Teil trägt diese ominöse Handschrift, ist unsichtbar gebrandmarkt. Der rote Faden zieht sich beinahe unbemerkt durch jede Kollektion, ganz leise, ganz subtil. Erst später wird klar: Das ist Acne, sonst nichts. weiterlesen